Priebke, Erich
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Erich Priebke (* 29. Juli 1913 in Hennigsdorf) war im Zweiten Weltkrieg als SS-Offizier an Geiselerschießungen bei den Ardeatinischen Höhlen (bei Rom) beteiligt. Er wurde 1998 in Italien als angeblicher Kriegsverbrecher zu 14jähriger Haft und in einem erneuten Prozeß zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Diese wurde aus Altersgründen in Hausarrest umgewandelt und dauert selbst nach 60 Jahren (!) an; Priebke ist somit der letzte Kriegsgefangene.
[Bearbeiten] Leben
Geboren wurde Erich Priebke am 29. Juli 1913 in Berlin, dort wuchs er als zweiter Sohn von Ernst Priebke und Hedwig Glänzer auf. Sein älterer Bruder Bruno gab sein Leben als 17jähriger im Unabhängigkeitskrieg. Sein Vater, der auch im Krieg war, starb 1920 an Magenkrebs. Zu all dem Elend, welches der junge Priebke mit jungen Jahren schon erleben mußte, kam noch der Tod der Mutter dazu und der kleine Priebke hatte somit keine Familie mehr. Eine Schwester seines Vaters nahm sich des Jungen an und er wurde fortan von seiner Tante und seinem Onkel erzogen. Mit 14 Jahren verließ er die Schule und begann eine Lehre zum Hotelfachmann. Im Jahre 1933 durfte er, im Rahmen eines Austauschprogramms nach Rappolo, Italien, wo er arbeitete und die italienische Sprache erlernte. Priebke wollte nun nicht mehr in die Gastronomie und wurde durch einen Verwanden weitervermittelt in die Tätigkeit eines Dolmetschers für die italienische Sprache in der Presseabteilung des Reichssicherheitsdienstes. Sein Dienst trat er am 1. Februar 1936 an.
1937 bekam er die Aufgabe, einen ausländischen Gast der deutschen Polizei während des Deutschlandaufenthaltes zu betreuen. Durch den Wechsel, der später folgte, wurde er von der Presseabteilung in das Referat aufgenommen, wodurch auch die Aufnahme in das Beamtentum und in die SS erfolgte. Dort diente er als Polizeiverbindungsoffizier zur italienischen Polizei. Damit kam 1941 die Versetzung an die deutsche Botschaft in Rom. Diese Botschaft wurde im September 1943 nach Salo am Gardasee verlegt, da die erstere Botschaft in Rom umfunktioniert wurde zur deutschen Sicherheitspolizei. November 1943 wurde Priebke vom Oberleutnant zum Hauptmann befördert. Als Hauptmann tätig, hatte er unter anderem die Aufgabe, Verbindung zu der italienischen Polizei zu wahren. Seine Kontakte unterhielt er außerdem zu Pater Pankratius Pfeiffer, welcher den Vertreter des Papstes darstellte.
Doch dann kam es zu dem Tag, welcher für Priebke eine wichtige Rolle spielen sollte. Als am 23. März 1944 ein Oberstleutnant zu den Kameraden sprach und es hieß, daß zu „Säuberungsmaßnahmen“ gegriffen werden muß, protestierten die Kameraden gegen solches Vorgehen. Der Oberstleutnant entgegnete: „Der Befehl kommt aus Berlin und wir müssen gehorchen! Wer sich weigert, wird der Gerichtsbarkeit überstellt“. Die Exekutive wurde vom Hauptmann Schütz organisiert, der den Ort (die Ardeatinischen Höhlen) dazu aussuchte. Als alle beteiligten Schützen versammelt waren, sagte Schütz: „Wer die Idee hat, nicht schießen zu wollen, begibt sich am besten gleich an die Seite der Opfer, um ebenfalls erschossen zu werden!“ Nun kam es zu den Schüssen auf die von den italienischen Behörden ausgesuchten Geiseln (überwiegend verurteilte Gefängnisinsassen), an denen Erich Priebke teilzunehmen hatte. Dies war die von der obersten Reichsführung angeordnete Antwort auf einen heimtückischen mittels Sprengstoff ausgeführten Partisanenangriff in der Via Rasella inmitten Roms mit allein über 33 Toten gegen die Wehrmacht. Des weiteren starben zahlreiche unbeteiligte Italiener. Priebke wurde NICHT wegen der Rechtmäßigkeit dieser kriegsvölkerrechtlich absolut konformen Repressalmaßnahme verurteilt, sondern weil angeblich nach späterer Ansicht einige Geiseln zuviel erschossen wurden. (Nach anderer, deutscher, Zählweise der zugrunde liegenden Repressalquote für derartige Ahndungen waren es sogar deutlich zu wenig!) Er und vier andere Offiziere sollten gleich zu Anfang die ersten Schüsse abfeuern und später noch 1–2 mal an das Gewehr. Das zweite mal Schießen wurde mit der Wiederherstellung der Disziplin begründet.
Erich Priebke sitzt, nach einem Auslieferungsdrama aus seiner längst zur neuen Heimat gewordenen Gegend um Barriloche in Argentinien, nun im Alter von 87 Jahren seit 1994 in Italien im Gefängnis. Trotz des altersbedingten Gesundheitszustandes, der das Leben hinter Gittern zur Qual macht, wurde ihm seit 1999 nur die Hafterleichterungsstufe Hausarrest zuerkannt.
