Krieck, Ernst

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Ernst Krieck (1882-1947)

Dr.h.r.Ernst Krieck (* 6. Juni 1882 in Vögisheim ; † 19. März 1947 im Konzentrationslager Moosburg an der Isar) war ein deutscher Lehrer, Schriftsteller und Professor.

[Bearbeiten] Leben

Er wurde am 6. Juli 1882 im Markgräfler Land in Baden aus altem alemanischen Bauerngeschlecht geboren. Nach Abschluss der Realschule ging Krieck auf das Lehrerseminar in Karlsruhe. Im Jahre 1910 erschien sein erstes literarisches Werk „Persönlichkeit und Kultur“. Er war der erste, der bewußt der schematischen Erziehung den Kampf ansagte. Für ihn erfüllte, sich das Einzelwesen erst in der Gemeinschaft, der sich das Individuum ein- und unterzuordnen hatte. Als Wege dieser Einordnung sah er nicht die Entwicklung aus sich, sondern die von fester Hand geleitete, von planvollen Willen geführte Zucht. Diese Gedanken übertrug er von der kleinen Gemeinschaft der Familie und Schule, auf die große Gemeinschaft, den Staat. So sprach er in kulturellem Sinne bereits in seinem 1916 erschienen Buch „Deutsche Staatsidee“ von einem Dritten Reich. Für sein richtungweisendes Werk „Philosophie der Erziehung“ das 1922 herauskam, ernannte ihn die Universität Heidelberg zum Doktor ehrenhalber. 1928 wurde Krieck der seit 1900 im badischen Volksschuldienst gestanden hatte, vom preußischen Kulturminister als Professor an die Pädagogische Akademie Frankfurt am Main berufen. 1931 erfolgte eine Strafversetzung an die Pädagogische Akademie in Dortmund, weil Ernst Krieck bei einer Sonnwendfeier der studierenden Jugend von der geschichtlich völkischen Erneuerung gesprochen und mit einem „Heil dem Dritten Reiche“ geschlossen hatte. Das Kultusministerium verargte ihm diesen Glauben an eine bessere Zukunft und empfand, daß die Verwendung dieses Satzes Krieck in den Augen seiner Hörer mit der nationalsozialistischen Partei identifizieren müsste. Krieck blieb als aufrechter Mann bei seiner Erkenntnis und forderte in einem neuen, ebenfalls richtunggebenden Buche die nationalpolitische Erziehung. Damit stellte er sich in bewußten Gegensatz zu den vom Kultusministerium be- und empfohlenen verschwommenen Erziehungsgrundsätzen. Im April 1932 wurde Krick beurlaubt und gleichzeitig ein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet, weil er im Berliner Sportpalast erneut seine gegensätzliche Ansichten vertreten hatte. Nach dem Sturz der Regierung Braun konnte Krick seine Lehrtätigkeit in Frankfurt am Main wieder aufnehmen. Der nationalsozialistische Klagges hatte ihm inzwischen eine Berufung an der Technischen Hochschule in Braunschweig zukommen lassen, der er aber nicht mehr Folge leisten konnte. Im Mai 1933 wählte ihn der Senat der Goethe-Universität zum Rektor und damit wurde erstmalig ein einfacher Volksschullehrer Magnifizenz einer deutschen Universität. Gleichzeitig behielt er den Lehrstuhl für Pädagogik an der Hochschule für Lehrerbildung in Frankfurt am Main. Seine Heimatgemeinde Vögisheim ernannte ihn zum Ehrenbürger, der Schutzverband deutscher Schriftsteller zum Ehrenvorsitzenden. Im April 1934 folgte er einem Rufe der Universität Heidelberg, wo er den Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik übernahm. Im Jahre 1939 wurde er Mitarbeiter am Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben. Seinen Lehrstuhl in Heidelberg behielt er bis Ende des Zweiten Weltkriegs. Nach 1945 wurde er von der US-amerikanischen Besatzungsmacht interniert und verstarb im Konzentrationslager.

[Bearbeiten] Werke

  • Persönlichkeit und Kultur (1910)
  • Die neueste Orthodoxie und das Christusproblem (1910)
  • Persönlichkeit und Kultur (1910)
  • Lessing und die Erziehung des Menschengeschlecht (1913)
  • Die deutsche Staatsidee (1917)
  • Aufruf zur Selbsthilfe! (1918)
  • Die Revolution der Wissenschaft (1920)
  • Erziehung und Entwicklung (1921)
  • Philosophie der Erziehung (1922)
  • Dichtung und Erziehung (1924)
  • Menschenformung (1925)
  • Der Staat des deutschen Menschen (1927)
  • Staat und Kirche im Kampf um das Bildungswesen (1927)
  • Bildungssysteme der Kulturvölker (1927)
  • Grundriß der Erziehungswissenschaft (1927)
  • Ist der Lehrberuf ein Weltanschauungsberuf? (1928)
  • Deutsche Kulturpolitik? (1928)
  • Musische Erziehung (1928)
  • Ist der Lehrberuf ein Weltanschauungsberuf? (1928)
  • Der Detektivroman der Unterschicht / 1. Die Frank Allan-Serie (1929)
  • Das Naturrecht der Körperschaften auf Erziehung und Bildung (1929)
  • Die soziale Funktion der Erziehung (1929)
  • Geschichte der Bildung (1930)
  • Staat und Kultur (um 1930)
  • Grundlegende Erziehung (1930)
  • Völkischer Gesamtstaat und nationale Erziehung (1931)
  • Nationalpolitische Erziehung (1932)
  • Volk im Werden (1932)
  • Die Erneuerung der deutschen Universität (1933)
  • Die Erneuerung der Universität (1933)
  • Der Staat des deutschen Menschen (1933)
  • Geschichte und Geschichtsunterricht (1934)
  • Die deutsche Staatsidee (1934).
  • Wissenschaft, Weltanschauung, Hochschulreform (1934)
  • Erziehung im nationalsozialistischen Staat (1935)
  • Nationalpolitische Erziehung 1935)
  • Erziehungs- und Arbeitsplan der Hochschule für Lehrerbildung Danzig (1935)
  • Vom Sinn der Schule (1935)
  • Das nationalsozialistische Deutschland und die Wissenschaft (1936)
  • Geschichte und Politik (1937)
  • Leben als Prinzip der Weltanschauung und Problem der Wissenschaft (1938)
  • Charakter und Weltanschauung (1938)
  • Die soziale Funktion der Erziehung (1938)
  • Weltanschauliche Entscheidung (1939)
  • Volk unter dem Schicksal (1939)
  • Mythologie des bürgerlichen Zeitalters (1939)
  • Die Gestaltung des Unterrichts (1939)
  • Der Wille zum Reich (1940)
  • England (1940)
  • Deutschland und der Westen (1940)
  • Volkscharakter und Sendungsbewußtsein, Polit. Ethik. d. Reichs (1940)
  • Der Mensch in der Geschichte (1940)
  • Natur und Naturwissenschaft (1942)
  • Erlebter Neuidealismus (1942)
  • Volkscharakter und Sendungsbewusstsein (1943)
  • Heil und Kraft (1943)

[Bearbeiten] Zitate

„Die Rasse ist kein Ding, keine materielle Art, aber ein Gesetz der Orientierung und Formung, Entelechia." in: „Weltanschauung und Wissenschaft." Leipzig: Armanen-Verlag 1936, Bd. 1, S. 74

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