Erster Weltkrieg
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Der Erste Weltkrieg war ein Krieg, der von 1914 bis 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und auch Ostasien geführt wurde. Der Krieg wurde auch als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. Er forderte über neun Millionen Menschenleben.
Er wurde zunächst zwischen den sogenannten Mittelmächten, Österreich-Ungarn, später dem Deutschen Reich und auf der anderen Seite den Entente-Mächten, Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien geführt.
Luxemburg und Belgien wurden im Verlauf des Krieges auf Grund des Schlieffenplans unfreiwillig mit involviert. Im Verlauf des Krieges traten den Mittelmächten noch das Osmanische Reich und Bulgarien bei, während auf alliierter Seite auch noch Japan, Italien, Portugal, Rumänien und die USA in den Krieg eintraten. Im Ersten Weltkrieg ging es um die zukünftige europäische Hegemonie und eine neue, den neu entstandenen Tatsachen entsprechend, globale Machtverteilung.
- Kriegserklärung
Der Krieg begann am 28. Juli 1914 mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien nach dem von serbischer Seite abgelehnten Ultimatum, das dem tödlichen Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914 auf den Österreichischen Thronfolger Erzherzog Ferdinand und seiner Frau folgte. Es ist zu vermerken, daß der Polizeikommandant von Sarajewo Erzherzog Ferdinand ausdrücklich gebeten hatte, nicht im offenen Wagen auf den Straßen von Sarajewo herumzufahren, da es in Polizeikreisen bekannt war, daß gegen den Erzherzog etwas geplant sei. Der Freimaurer Franz Ferdinand lehnte es ab, der Vernunft zu folgen.
- Ultimatum
Im Ultimatum vom 23. Juli 1914 verlangte die österreichisch-ungarische Regierung Genugtuung von der serbischen Regierung, indem sie u. a. forderte, eine gerichtliche Untersuchung einzuleiten und von der k.u.k.-Regierung delegierte Organe an den bezüglichen Erhebungen teilnehmen zu lassen. Die serbische Regierung lehnte dies als angebliche Beeinträchtigung ihrer Souveränität ab. Das Ultimatum bestand aus mehreren Punkten und Serbien akzeptierte einen Teil, aber nicht alle. Ungarns Ministerpräsident, István Tisza hatte starke Bedenken gegen einen Krieg. Er wurde im Jahre 1919 in Budapest vom bolschewistischen Pöbel und Graf Stürgkh in Wien 1916 vom sozialdemokratischen Juden Viktor Adler ermordet.
- Rußland
Trotz mehrfachen Bittens des deutschen Kaisers an den russischen Zaren, seinen Vetter, und auch nachfolgende Briefe an das russische Außenamt, seiner Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien nicht nachzukommen um eine Eskalation des Krieges zu vermeiden, stellte sich Rußland taub.
Am 30. Juli befahl Rußland trotzdem die Generalmobilmachung, da dies eine willkommene Ablenkung von den damaligen innenpolitischen Problemen Rußlands bedeutete. Daraufhin mußte das Deutsche Reich seiner ebenfalls bestehenden Bündnisverpflichtung Österreich-Ungarn gegenüber gehorchend, Russland am 1. August den Krieg erklären. Bereits am selben Tag(!) fielen russische Einheiten in Ostpreußen ein.
- Technik
Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz mit Panzern, Flugzeugen, und auch mit Giftgas geführt wurde. Im Gegensatz zur neuen Technik standen die bis dahin veralteten Militärstrategien, so daß es letztlich zum Stellungskrieg kam. Auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen auf beiden Seiten Hunderttausende von Soldaten, ohne dass sich grundlegend an der militärischen Lage etwas änderte.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Politische Ausgangssituation
[bearbeiten] Mittel- und Osteuropa
An der Schwelle des 20. Jahrhunderts gab es in Mittel- und Osteuropa wesentlich weniger Staaten als heute. Die beiden Vielvölkerstaaten Österreich-Ungarn und Russland teilten sich das Gebiet im Wesentlichen untereinander auf.
Im Südosten Europas befand sich das Großmachtpolitik betreibende Osmanische Reich. Kleinere Staaten gab es nur auf dem Balkan, der in den Jahrzehnten zuvor wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Völker und dem Aneinandergrenzen der expansiven europäischen Mächte mit dem Osmanischen Reich in dieser Region ein ständiger Unruheherd gewesen war. Besonders im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn gab es, in erster Linie durch die langjährige Hetze der Wiener Kamarilla erhebliche Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Zudem befand sich die österreichisch-ungarische Monarchie im Gegensatz zum russischen Zarenreich, das sich als Sprecher der slawischen Völker unter „Wiener Herrschaft“ sah und als Schutzmacht des (unabhängigen) Königreichs Serbien auftrat. Das Verhältnis Österreich-Ungarns zu beiden Staaten war erst wenige Jahre zuvor, 1908, im Zuge der an und für sich völlig unsinnigen Bosnischen Annexionskrise erheblichen Belastungen ausgesetzt gewesen, die bereits damals leicht in einen Krieg hätten münden können. Es ist sehr fraglich, mit welchem Recht der alte Kaiser auf Bosnien Anspruch erhob. Ideologisch wurde dieser Nationalismus mit dem Panslawismus begründet, dessen Hauptzentren in Europa Moskau und paradoxerweise gerade Wien waren.
[bearbeiten] Vereinigte Staaten von Amerika
Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Vereinigten Staaten von Amerika bereits die stärkste wirtschaftliche und militärische Macht auf dem amerikanischen Kontinent. Ein fester Grundpfeiler amerikanischer Außenpolitik bildete seit 1823 die Monroe-Doktrin, durch die jedwede politische Einmischung der Alten Welt in der Neuen Welt als unfreundlicher Akt gegen die Vereinigten Staaten aufgefasst werden konnte. Die Monroe-Doktrin wurde z. B. bemüht, nachdem sich Texas, ursprünglich mexikanisches Territorium, auf Betreiben nordamerikanischer Siedler von Mexiko losgerissen hatte und 1845 in die Vereinigten Staaten aufgenommen worden war. Im Verlauf des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges annektierten die Vereinigten Staaten über 40 % des mexikanischen Territoriums. Die Monroe-Doktrin wurde wiederum bemüht, als Napoleon III. 1863 das Kaiserreich Mexiko ausrief und Erzherzog Maximilian, ein Bruder des österreichischen Kaisers, 1864 mexikanischer Kaiser wurde. Unter Berufung auf die Monroe-Doktrin setzten die Vereinigten Staaten den Abzug der französischen Truppen aus Mexiko durch, da befürchtet wurde, ein starkes Kaiserreich Mexiko könnte möglicherweise die annektierten Gebiete zurückverlangen. Maximilian wurde 1867 hingerichtet. Da Deutschland mit Österreich verbündet war, befürchteten die USA wegen der von Mexiko annektierten Gebiete eine Revision dieser Annexion. Die von den USA annektierten Gebiete der Südstaaten stellten nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs demnach sofort wieder ein besonderes politisches Reizthema dar.
[bearbeiten] Westeuropa
Großbritannien, das über besonders viele Kolonien in Afrika und Asien verfügte, war die führende Seemacht, die sich seit Beginn des Jahrhunderts durch das politisch und wirtschaftlich aufstrebende Deutsche Reich und das damit einhergehende reichsdeutsche Flottenbauprogramm in seiner globalen Vormachtstellung bedroht fühlte. Dies war der Hauptgrund der entstandenen Spannungen in Europa. Weiterhin hatte Frankreich seine Niederlage nach dem Überfall auf das Deutsche Reich im Krieg von 1870/71 nicht vergessen, dementsprechend wurden die Spannungen von französischer Seite gezielt geschürt. Das Deutsche Reich drohte durch den Bau der Bagdad-Bahn die Kontrolle der Ölvorkommen im nahen Osten durch englische und amerikanische Ölkonzerne zu unterlaufen.
[bearbeiten] Blockstrukturen
In Europa hatten sich zwei Blöcke herausgebildet. Auf der einen Seite standen die Mittelmächte: Deutsches Reich und Österreich-Ungarn (verbündet mit Italien), das sich aber zunächst aus dem Krieg heraushielt, und dem Osmanischen Reich. Auf der anderen Seite stand der russisch-französische Zweiverband, der durch jeweilige Ententen mit Großbritannien zur Triple-Entente verbunden war. Vor ebendieser Konstellation hatte jedoch schon Bismarck eindringlich gewarnt. Nun waren, wie befürchtet, alle drei Staaten in Konflikt mit dem Deutschen Reich geraten.Weiterhin hatte Frankreich noch immer Rachegelüste wegen seiner Niederlage im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, der von Frankreich selbst durch den Überfall auf Deutschland erst angezettelt worden war. Die Beziehungen Russlands zum Deutschen Reich hatten sich seit dem Berliner Kongress verschlechtert, bei dem sich das Zarenreich um seine Gebietsansprüche aus dem zuvor gewonnenen Krieg am Balkan gegen das Osmanische Reich durch Bismarck geprellt fühlte. Der 1887 zwischen dem Deutschen Reich und Russland abgeschlossene Rückversicherungsvertrag wurde 1890 vom neuen Deutschen Kaiser Wilhelm II. durch Leo von Caprivi fatalerweise nicht erneuert.
Damit hatte das Deutsche Reich gleich zwei Feinde: England (oder „Großbritannien“) einerseits, das sein zusammengeraubtes Weltreich bedroht sah und Frankreich und Rußland andererseits, die beide gern die europäische Hegemonialmacht sein wollten und denen bei ihren großeuropäischen Gelüsten das aufstrebende Deutsche Reich, das ausschließlich auf friedlichem Wege erstarkt war, nur hinderlich war.
[bearbeiten] Militärische Ausgangslage
[bearbeiten] Heeresstärke bei Kriegsausbruch
Quelle: Reichsarchiv, Bd. 1, 1930 (nach Kriegsrüstung und Kriegswirtschaft)
| Kriegsstärke des Heeres | Davon Feldheer | Gesamtzahl der Ausgebildeten | |
|---|---|---|---|
| Deutsches Reich | 2 823 000 | 2 398 000 | 4 900 000 |
| Österreich-Ungarn | 2 500 000 | 1 421 000 | 3 034 000 |
| Mittelmächte | 6 323 000 | 3 819 000 | 7 934 000 |
| Kriegsstärke des Heeres | Davon Feldheer | Gesamtzahl der Ausgebildeten | |
| Frankreich | 3 580 000 | 1 867 000 | 4 980 000 |
| Rußland | 4 800 000 | 3 420 000 | 6 300 000 |
| Großbritannien | 350 000 | 155 000 | 1 000 000 |
| Belgien | 222 000 | 117 000 | 400 000 |
| Serbien | 300 000 | 240 000 | 400 000 |
| Triple Entente | 9 292 000 | 5 824 000 | 13 140 000 |
Die Entente war bei Beginn des Krieges in einer besseren Ausgangslage als die Mittelmächte. Sie verfügte über mehr Soldaten (auch wegen ihrer Kolonien), größere Rohstoffreserven und hatte größere Reserven an Kriegsmaterial. Auch an Waffentypen, insbesondere schwerer Artillerie, mangelte es den westlichen Alliierten nicht.
Österreich-Ungarn und Deutschland hatten in den Jahren zuvor um ein vielfaches niedrigere Rüstungsausgaben und waren auf einen Krieg dementsprechend überhaupt nicht vorbereitet. Die Ausbildung in der österreichisch-ungarischem Armee war teilweise veraltet, auf einen nicht mehr aktuellen "Heldenmut" getrimmt. Deutsche Militärs sahen teilweise entsetzt, wie österreichisch-ungarische Soldaten unterminierte Schlachfelder voll mit Stacheldrahthindernissen beritten. Der Organisationsgrad der deutschen Armee und deren Kampfmoral waren allerdings teilweise besser und ausgeprägter als bei der Entente. Die für den Transport der Truppen und den Nachschub erforderliche Logistik war durch den vorhergegangenen deutschen Wirtschaftsaufschwung vorhanden und wurde zudem durch ein gut funktionierendes Eisenbahnnetz unterstützt.
Alle Führungen gingen jedoch davon aus, einen kurzen Krieg zu führen und diesen noch im Jahre 1914 jeweils erfolgreich beenden zu können.
[bearbeiten] Kriegsziele
Siehe auch Hauptartikel: Kriegsziele im Ersten Weltkrieg
[bearbeiten] Deutsches Reich
Der Erste Weltkrieg hatte für das Deutsche Reich ursprünglich einen reinen Verteidigungscharakter, da Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg erklärt hatten und es für das Deutsche Reich vorrangig weiterhin nur um die Wahrnehmung der Bündnisverpflichtung Österreich-Ungarn gegenüber ging. Im weiteren Verlauf wurde jedoch als weiteres Ziel die Ablösung von Frankreich und Großbritannien als globale und europäische Hegemonialmächte durch Deutschland erkannt. Kanzler Bethmann Hollweg hatte am 9. September 1914 in seinem „Septemberprogramm“ die Kriegsziele festgelegt. Deutschland wollte seine seit der Reichseinigung stark gewachsene Machtstellung sichern und seine berechtigten Ansprüche auf eine weltpolitische Dominanz geltend machen.
Kriegsziele waren im Einzelnen:
- Die Abtretung des Erzbeckens von Briey an Deutschland sowie die wirtschaftliche Verknüpfung Frankreichs mit Deutschland.
- Die militärisch-politische und wirtschaftliche Kontrolle Belgiens durch Eingliederung von Lüttich und Antwerpen sowie der flandrischen Küste.
- Die Eingliederung Luxemburgs als weiteren deutschen Bundesstaat.
- Eine wirtschaftliche Einheit Mitteleuropas unter deutscher Führung.
- Freie Hand bei der Vergrößerung des deutschen Kolonialbesitzes in Afrika zuungunsten Englands.
- Holland sollte in ein noch engeres Verhältnis zum Deutschen Reich gebracht werden.
Nachdem in der Euphorie der ersten Kriegswochen viele, meist unrealistische Kriegsziele aufgestellt worden waren, verbot Bethmann Hollweg Ende 1914 aus Rücksicht auf das neutrale Ausland und die deutsche Arbeiterschaft die öffentliche Kriegszieldebatte.
Ein großer Wunsch der deutschen Kriegszielpolitik im Westen war stets Belgien. Seit dem Septemberprogramm rückte keiner der politisch Verantwortlichen von dem Wunsche nach der Eingliederung des zwischen Frankreich und Deutschland gelegenen und in die beiden Volksgruppen Flamen und Wallonen zerrissenen Zwergenstaates Belgien in Deutschland ab. Ein zweites zentrales Kriegsziel war die, mehr oder weniger direkte Kontrolle des russisch beherrschten Polens, neben der Errichtung eines entsprechenden Grenzstreifens zur Sicherung der deutschen Ostgrenze.
Im Rahmen der Randstaatenpolitik Deutschlands – der Zurückdrängung Russlands und der Schaffung einer Zone von Pufferstaaten, von Finnland bis zur Ukraine gegenüber möglichen zukünftigen Feinden, lag der Schwerpunkt der deutschen Sicherheitspolitik im Osten vor allem im Baltikum. Gebietserweiterungen zur künftigen Sicherung der deutschen Ostgrenzen in Kurland und Litauen wurden damals ebenso diskutiert.
Das deutsche Ziel „Mittelafrika“ wurde besonders zielstrebig verfolgt. Ein Vorschlag von Wilhelm Heinrich Solf, dem Staatssekretär des Reichskolonialamtes, der im August und September 1914 ein konkretes Mittelafrika-Projekt entwarf, enthielt die Verteilung der afrikanischen Kolonien Frankreichs, Belgiens und Portugals unter zukünftiges deutsches Protektorat, den Bethmann Hollweg damals in sein Septemberprogramm einschloss.
Der Frieden von Brest-Litowsk am 3. März 1918 mit Rußland sah vor, dass Polen, Litauen, Estland und Kurland von der russischen Herrschaft befreit und auch die Ukraine und Finnland unabhängig wurden. Um die zukünftige Bedrohung Deutschlands durch das russische Riesenreich zu mindern, wurden zu den russischen Randstaaten in Folge vom Deutschen Reich vielfältige Beziehungen aufgebaut.
Die Frage, die damals in der deutschen Führung diskutiert wurde, war auch, ob sich ein deutsch geführtes Mitteleuropa zukünftig gegen die zwei größten Seemächte Großbritannien und die USA durchsetzen könnte. Schließlich besaßen die beiden Weltmächte praktisch den unbegrenzten Zugriff auf das globale wirtschaftliche Potential mit seinen Ressourcen. Als Antwort darauf entwickelten die deutschen Planer die Idee eines europäischen wirtschaftlichen und militärischen Großraumes unter deutscher Führung von der Biskaya bis zum Ural. Dieser europäische Großraum sollte ein Gegengewicht zu den globalen Seemächten England und USA darstellen.
[bearbeiten] Österreich-Ungarn
- Hauptartikel: Österreich-Ungarns Armee im Ersten Weltkrieg
Österreich-Ungarn kämpfte um seine Interessen, die es insbesondere durch Rußlands Vormachtstreben auf dem Balkan bedroht sah und strebte vor allem die Eingliederung Serbiens, Montenegros, Rumäniens und Russisch-Polens in seinen Vielvölkerstaat an. Entgegen den nationalistischen Tendenzen der damaligen Zeit, hielt Österreich-Ungarn an der universalen Idee vom Kaisertum und somit am Vielvölkerstaat fest. Wie bei keiner anderen Großmacht standen bei der Monarchie auch andere Kriegsziele im Vordergrund: die Behauptung des Trentino, des Küstenlandes mit Triest und Dalmatien sowie der albanischen Küste gegen Italien, die Abwehr der rumänischen Ansprüche auf Siebenbürgen und die Bukowina, die Zurückweisung der großserbischen und südslawischen Bestrebungen in Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien und Slawonien, die Verteidigung gegen die panslawistischen Pläne Rußlands in Galizien und Böhmen, auch um der reichsdeutschen Hegemonie zukünftig ein Gegengewicht entgegensetzen zu können. Aber die Hauptbestrebungen der österreichisch-ungarischen Monarchie bildeten die Aufrechterhaltung ihres Bestandes, das heißt ihre Integrität.
[bearbeiten] Frankreich
Frankreich suchte Vergeltung für die Niederlage im Krieg von 1871, bei dem es Deutschland zuvor angegriffen und verloren hatte. Das deutsche Elsass-Lothringen fiel danach vertraglich zugesichert endgültig an das Deutsche Reich. Frankreichs Ziel war darüberhinaus die Vormachtstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Kontinent zu brechen.
Das wichtigste Kriegsziel tauchte bereits in den ersten Kriegstagen auf: Die Annexion Elsass-Lothringens, das von Frankreich 1871 vertraglich „für alle Zeit“ Deutschland zugesichert worden war. Diese Forderung blieb vom Anfang bis zum Ende des Krieges ein unverrückbares Kriegsziel. Als nach dem Sieg an der Marne beschlossen wurde, den Krieg bis zum Ende fortzuführen, traten bald auch weitere Ziele an die Öffentlichkeit, vom Saarbecken über linksrheinische Gebiete bis hin zur Zerschlagung der deutschen Reichseinheit oder zumindest der nachhaltigen Schwächung des Deutschen Reiches durch Erzwingung föderaler Strukturen, wie es dann auch nach 1945 endgültig geschah. Im Herbst 1915 zeichneten sich schließlich die endgültigen französischen Kriegsziele ab. Die Annexion von Elsass-Lothringen in den Grenzen von 1814 oder sogar 1790, also mit dem deutschen Saargebiet, die Zurückdrängung Deutschlands bis hinter den Rhein durch Annexion des Rheinlandes, sowie eine wirtschaftliche und militärische Angliederung Belgiens und Luxemburgs an Frankreich.
Die kolonialen Kriegsziele Frankreichs waren ein geschlossenes französisches Westafrika, inklusive der bis dahin deutschen und britischen Kolonien. Auch im Orient war im Grunde Großbritannien mehr Konkurrent als der eigentliche Kriegsgegner, das Osmanische Reich.
Die günstige Kriegslage im Sommer 1916, insbesondere der Kriegseintritt Rumäniens, bewirkte weitere Diskussionen in Bezug auf die Friedensbedingungen. Zuerst entwarf Generalstabschef Joffre im August 1916 einen Plan der wünschenswerten Friedensbedingungen – mit Annexion des saarländischen Kohlebeckens, der Bildung von drei oder vier linksrheinischen Staaten mit Brückenköpfen am rechten Rheinufer, sowie einer Verkleinerung Preußens, zugunsten der anderen deutschen Staaten. Dieser Plan wurde im Oktober 1916 überarbeitet und verschärft, wobei eine dreißigjährige Okkupation des Rheinlandes und eine Teilung Deutschlands in neun unabhängige Staaten vorgesehen waren.
Das Kriegszielprogramm der Regierung Briand vom November 1916 beiinhaltete Frankreich in den Grenzen von 1790, also das deutsche Elsass-Lothringen mit dem deutschen Saarland. Belgien als Pufferstaat soll formal unabhängig bleiben. Das Programm wurde im Januar 1917, in revidierter Form, zum offiziellen Regierungsprogramm erklärt. Die revidierte Form bezog sich jedoch in erster Linie auf die Verwendung subtilerer Formulierungen. So wurde das zumindest beim Anspruch auf die 1790er-Grenze weggelassen oder die Bezeichnung Pufferstaaten durch Neutralität und provisorische Okkupation ersetzt.
Alles sonstige sollte inter-alliierten Verhandlungen vorbehalten bleiben, was Frankreich freie Hand sicherte. Ein System von Pufferstaaten sollte jedoch spätere Annexionen erleichtern. Ein wichtiges Kapitel war die Mission des Kolonialministers Doumergue in Rußland im Februar 1917. Das französische Angebot an Russland zur freien Festsetzung seiner Westgrenze war der Versuch, einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich zu verhindern. Russland sicherte seinerseits den Franzosen Unterstützung zu. Frankreich wurde Elsass-Lothringen im Umfang des früheren Herzogtums Lothringen mit dem Saarbecken zugesichert, die nicht annektierten linksrheinischen Gebiete sollten ein autonomes und neutrales Staatswesen unter französischem Protektorat bilden, das besetzt bleiben sollte, bis alle Friedensbedingungen erfüllt sind. Wenige Wochen später wurde diese Vereinbarung durch die erste russische Revolution jedoch wieder hinfällig.
Der neue Ministerpräsident Ribot verkündete dann, die Stunde ist noch nicht gekommen, um über alle Friedensbedingungen zu diskutieren. Gleichzeitig ließ er aber die Möglichkeit unabhängiger Rheinstaaten offen und war für die Zerschlagung des Deutschen Reiches. Frankreich konnte seine damaligen Ziele in Versailles größtenteils durchsetzen. Zwar musste das Land auf offene Annexionen im Saar- und Rheinland verzichten, hatte jedoch durch die Besetzung dieser Gebiete alle Möglichkeiten, den sogenannten Vertrag, wie 1923 bei der Ruhrbesetzung, zu unterlaufen.
[bearbeiten] Rußland
Rußland verlegte, nach dem verlorenen Krieg gegen Japan, seine Interessen auf den Balkan, als dessen natürliche Schutzmacht es sich sah. Dabei kam es unweigerlich zu starken Spannungen mit Österreich-Ungarn. Das Selbstverständnis Russlands als Erbe der orthodoxen Kultur und die traditionelle Feindschaft gegen das Osmanische Reich, kamen in den russischen Kriegszielen ebenfalls zum Ausdruck. Nach dem osmanischen Kriegseintritt erhoffte man sich auf russischer Seite den Gewinn Konstantinopels und der Meerengen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer. Die russischen Kriegsziele umfassten neben dem alten Ziel der Meerengen aber auch Galizien und Ostpreußen. Im weiteren Sinne spielte auch die Idee des Panslawismus, einer Zusammenfassung aller Slawen in einem Kontinentalblock, eine Rolle.
Der russische Außenminister Sasonow erstellte am 14. September 1914 ein 13-Punkte-Programm der russischen Kriegsziele.
Sasonow sah in erster Linie territoriale Abtretungen Deutschlands vor. Rußland würde den Unterlauf des Njemen (Memelland) und den östlichen Teil Galiziens annektieren sowie dem russischen Königreich Polen den Osten der deutschen Provinz Posen, (Ober-) Schlesien und Westgalizien angliedern. Weitere Bestimmungen waren die oft genannten Punkte alliierter Kriegszielprogramme: Elsaß-Lothringen, das Rheinland und die Pfalz an Frankreich, ein Gebietszuwachs für Belgien bei Aachen, Schleswig-Holstein an Dänemark und die Wiederherstellung Hannovers. Österreich sollte Dreigeteilt werden in die Königreiche Böhmen, Ungarn und Österreich (Alpenländer). Serbien erhielte Bosnien-Herzegowina, Dalmatien und Nordalbanien, Griechenland hingegen Südalbanien, Bulgarien einen Teil Mazedoniens. Die deutschen Kolonien sollten unter England, Frankreich und Japan aufgeteilt werden.
[bearbeiten] Großbritannien
Großbritannien wollte endgültig den erstarkenden wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschland nachhaltig schwächen und die deutsche Flotte ausschalten, da es seine bisherige globale Vormachtstellung bedroht sah. Der deutsche Durchmarsch durch Belgien war der vorgeschobene Grund für Großbritanniens Kriegseintritt.
Die englischen Interessen gegenüber Frankreich, Russland und den anderen Verbündeten wurden insofern berücksichtigt, als vorrangig die deutschen Kolonien aufgeteilt werden sollten.
Nach dem Ausscheiden des zaristischen Verbündeten Rußland durch den Separatfrieden mit Deutschland konnte der Krieg propagandistisch hervorragend als Kreuzzug der Demokratie gegen Tyrannei und Despotismus geführt werden.
Am 20. März 1917 bezeichnete Lloyd George die Beseitigung der reaktionären Militärregierungen und die Etablierung von sogenannten populären Regierungen, als Basis des internationalen Friedens, als vordringlichste englische Kriegsziele. England unterstützte die französischen Bestrebungen auf das deutsche Elsass-Lothringen, sowie die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Rumäniens. Später kamen, neben der Forderung nach Unabhängigkeit Polens von Rußland und der Völker der Donaumonarchie, auch eigene Expansionswünsche in Form von Forderungen nach Übernahme der deutschen Kolonien und den arabischen Teilen der Türkei auf.
Das Sykes-Picot-Abkommen vom 3. Januar 1916 regelte dann die Interessensgebiete Großbritanniens und Frankreichs im Nahen Osten. Großbritannien erhielt das südliche Mesopotamien, während Palästina internationalisiert werden sollte. Die deutschen Kolonien in Afrika und Übersee sollten aufgeteilt werden.
Durch den Austritt Rußlands aus dem Krieg fiel der russische Druck auf den deutschen Osten weg und ein System von neuen Staaten sollte zukünftig die Bindung deutscher Kräfte im Osten übernehmen. Da diese neuen Staaten nie die Macht des alten Russischen Reiches entwickeln konnten, sollte ein Netz von Kunststaaten der zu zerschlagenden Donaumonarchie Österreich-Ungarn gebildet werden. Hierbei vorrangig den Kunststaat Tschecho-Slowakei und ein bis dahin unter russischer Herrschaft befindlicher, zukünftig eigenständiger, polnischer Staat als ständige Bedrohung im Osten und Süden des Deutschen Reiches. Im Westen war die Situation anders, da umfangreiche Annexionswünsche Frankreichs im deutschen Rheinland eine Hegemonie der Franzosen einzuleiten drohten. England versuchte, durch Milderung der Friedensbedingungen für Deutschland, ein zu großes Erstarken Frankreichs andererseits zu verhindern.
[bearbeiten] Italien
Auch Italien betrieb eine Politik, die auf die Gewinnung italienisch besiedelte Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft abzielte.
Nachdem Rußland den italienischen Ansprüchen auf slawische Gebiete an der Adria zugestimmt hatte, kam schließlich der Geheimvertrag von London am 26. April 1915 zustande, dem am 23. Mai 1915 die italienische Kriegserklärung an Österreich-Ungarn und der Angriff u. a. am Isonzo folgte.
Der Vertrag von London spiegelt die Kriegsziele Italiens wider, weil Italien durch seine günstige Verhandlungsposition fast alle seine Forderungen durchsetzen konnte. Italien sollte demnach erhalten: das Trentino, Südtirol bis zum Brenner, die Stadt und das Gebiet von Triest, die Grafschaft Görz und Gradisca, ganz Istrien, die istrischen und einige weitere kleinere Inseln, aber nicht Fiume. Ferner erhielt Italien große Teile der Provinz Dalmatien. Zuletzt erwarb es noch den strategisch bedeutsamen albanischen Hafen Valona mit seinem Hinterland. Nach der geplanten Aufteilung der Türkei sollte eine noch festzusetzende Region an der Südküste Kleinasiens an Italien gehen. Dass die Vereinbarung, insbesondere in Bezug auf Dalmatien im sogenannten Versailler Vertrag nicht vollständig verwirklicht wurde, lag vor allem am Einspruch der Serben.
[bearbeiten] Vereinigte Staaten von Amerika
Ihren Ursprung hatte die amerikanische Kriegszielpolitik bereits vor Beginn des Krieges. Nach dem Kriegseintritt der USA führte Präsident Woodrow Wilson diese Politik fort. Genaue Vorstellungen über einen Frieden hatte er in der ersten Kriegszeit zwar auch nicht, aber deutsche Reparationen an Belgien und die Räumung französischen Territoriums waren zumindest die Grundbedingungen. Territoriale Fragen spielten zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Rolle.
Das Hauptziel Wilsons nach Kriegseintritt war die grundsätzliche Schwächung des Deutschen Reiches und die sogenannte Demokratisierung, also Amerikanisierung, Deutschlands. Wilson wollte jedoch den Verbündeten gerade so viel Unterstützung zukommen lassen, wie nötig, damit am Ende alle europäischen Staaten geschwächt aus dem Konflikt herausgingen.
Formuliert wurde die amerikanische Kriegszielpolitik in dem 14-Punkte-Programm Wilsons vom 8. Januar 1918. Es wird darin die völlige Wiederherstellung der belgischen Unabhängigkeit gefordert und die Herausgabe des deutschen Elsass-Lothringen an Frankreich, die Festsetzung italienischer Grenzen entlang den Nationalitätengrenzen sowie die weitere Existenz Österreich-Ungarns, dessen Nationen aber eine freie Entwicklung ermöglicht werden sollte. Der Türkei wird Selbständigkeit zugestanden, allerdings ohne Einschluss anderer Nationalitäten, die bis dahin türkisch kontrollierten Meerengen sollten durch internationale Garantien offen gehalten werden. Gefordert wurde auch die Errichtung eines von Rußland unabhängigen polnischen Staates, der das polnisch besiedelte Territorium umfassen sollte und mit einem freien Zugang zum Meer.
Im Laufe des letzten Kriegsjahres wurde die Haltung Wilsons, vor allem durch den deutsch-russischen Separat-Frieden von Brest-Litowsk, gegenüber den Mittelmächten härter. Im Oktober 1918 ergänzten und erweiterten die Amerikaner Wilsons 14-Punkte-Programm. Italien wurde nun aus strategischen Gründen das deutsche Südtirol zugebilligt, dessen kulturelles Leben aber autonom bleiben sollte. Weiterhin sollte Italien das Protektorat über Albanien übernehmen. Triest und Fiume sollten in Freihäfen umgewandelt werden. Die 14 Punkte und ihre späteren Ergänzungen, waren nicht nur gegen die Mittelmächte, sondern ebenso gegen ein Erstarken der eigenen Verbündeten gerichtet. Die Bestimmungen über Österreich-Ungarn wurden gestrichen. Am 18. Oktober teilte Wilson dem Habsburgerstaat mit, die Nationalitäten sollten ihre Zukunft selbst bestimmen. Der verbliebene Rumpfstaat Deutschösterreich sollte jedoch die Möglichkeit haben, sich an Deutschland anzuschließen. Ostgalizien gehöre, da ukrainisch, nicht wie Westgalizien zu Polen. Serbien sollte als ein zukünftiges „Jugoslawien“ einen Zugang zur Adria erhalten. Rumänien sollte die Dobrudscha, Bessarabien und Siebenbürgen erhalten, Bulgarien sollte eine Grenze in der Süddobrudscha, wie vor dem Zweiten Balkankrieg, erhalten, es sollte auch Teile von Thrazien besitzen. Mazedonien sollte hingegen aufgeteilt werden. Der neue polnische Staat, dessen Zugang zum Meer westlich der Weichsel durch deutsches Gebiet noch nicht festgelegt wurde, sollte keine Gebiete im Osten bekommen, die hauptsächlich von Litauern und Ukrainern besiedelt sind. Posen und Oberschlesien sollten, trotz der dortigen deutschen Bevölkerung, Polen jedoch zugeschlagen werden.
[bearbeiten] Chronologischer Verlauf
[bearbeiten] Kriegsbeginn (Julikrise)
Siehe auch: Julikrise
Die innereuropäischen Spannungen um die Hegemoniale Vormachtstellung hatten sich seit dem Aufstieg des Deutschen Reiches seit seiner Neugründung 1871 ständig verschärft, da weder Frankreich seine kontinentale Vormacht und Großbritannien seine globale Vormacht teilen wollten. Zu Deutschland als neuem Anwärter kamen nun auch Rußland und die USA hinzu, die alle Interesse hatten, bei einer Neuverteilung der Einfluß- und Interessensphären dabeizusein. Das Osmanische Reich kam als weiterer Machtfaktor hinzu. Zusätzlich aufgeheizt wurde die Lage durch ungelöste Nationalitätenprobleme vorrangig auf dem Balkan. In dieser Situation setzte der Mord am österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni 1914 durch den serbischen Attentäter Gavrilo Princip eine Kettenreaktion in Gang, Die hektischen und komplizierten diplomatischen und geheimdienstlichen Aktivitäten, die zwischen den europäischen Mächten stattfanden, markierten dabei nur den Beginn der Krise.
Den Anfang bildete das Österreichische Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914. Es enthielt eine Frist von 48 Stunden. Das Ultimatum forderte die Bekämpfung der gegen Österreich-Ungarn agierenden Organisationen und beinhaltete weitere Bedingungen, welche die serbische Seite als Einschränkung ihrer Souveränität ablehnte und die Teilmobilmachung der Armee beschloss. Trotz der serbischen Teilzugeständnisse brach Österreich-Ungarn die diplomatischen Beziehungen zu Serbien nach Ablauf des Ultimatums am 25. Juli ab und ordnete ebenfalls die Teilmobilmachung an. Die österreichischen Ziele sahen zunächst einen lokalen Krieg um die Vorherrschaft auf dem Balkan vor, zumal die Hauptstadt Belgrad nur unweit der österreichisch-ungarischen Grenze lag. Die deutsche Seite sicherte in dieser Situation Treue zu ihrer Bündnisverpflichtung Österreich-Ungarn gegenüber im Falle eines russischen Eingreifens. Am 25. Juli beschloss Russland Serbien militärisch zu unterstützen. Gleichzeitig wurde sowohl von russischer als auch von englischer und deutscher Seite eine Botschafterkonferenz vorgeschlagen. Von deutscher Seite betrachtete man jedoch die Angelegenheit zunächst ausschließlich als einen lokalen Österreichisch-Serbischen Konflikt. Österreichs Kriegserklärung an Serbien erfolgte am 28. Juli. Bereits zuvor, am 27. Juli erfolgte die Teilmobilmachung der russischen Armee. Der Befehlshaber der Mobilisierungsabteilung der russischen Armee, Sergej Dobrorolski, äußerte rückblickend, dass der Krieg bereits seit dem 25. Juli für den russischen Generalstab beschlossene Sache gewesen sei. Trotz wiederholter Bitten des deutschen Kaisers an den russischen Zaren und auch nachfolgende Briefe an das russische Außenamt, seiner Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien nicht nachzukommen um eine Eskalation des Krieges zu vermeiden, stellte sich Rußland taub.
- Kaiser Wilhelm II. an den Staatssekretär des Auswärtigen, Handschreiben vom 28. Juli 1914, 10 Uhr vormittags
- Ew. Exzellenz
- Nach Durchlesung der Serbischen Antwort, die ich heute Morgen erhielt, bin ich der Überzeugung, daß im Großen und Ganzen die Wünsche der Donaumonarchie erfüllt sind. Die paar Reserven, welche Serbien zu einzelnen Punkten macht, können M. Er. nach durch Verhandlungen wohl geklärt werden. Aber die Kapitulation demütigster Art liegt darin orbi et urbi verkündet, und durch sie entfällt jeder Grund zum Kriege.
- Falls Ew. Exz. diese meine Auffassung teilen, so würde ich vorschlagen Österreich zu sagen: Der Rückzug Serbiens in sehr demütigender Form sei erzwungen, und man gratuliere dazu. Natürlich sei damit ein Kriegsgrund nicht mehr vorhanden. (...) Auf dieser Basis bin ich bereit, den Frieden in Österreich zu vermitteln.
Den russischen Militärs war bekannt, dass Deutschland im Falle einer Generalmobilmachung Russlands ebenfalls seine Truppen mobilisieren würde, worauf sie auch konsequent abzielten. Als am 30. Juli die Generalmobilmachung der russischen Armee erfolgte, war die Kettenreaktion nicht mehr aufzuhalten. Noch am selben Tag wollte der Zar zwar die Generalmobilmachung wieder rückgängig machen, wurde jedoch von seinen Militärs davon abgehalten. Selbst die den Frieden beschwörenden Briefe Kaiser Wilhelms II. an Zar Nikolaus II. konnten nun nichts mehr bewirken. Das Deutsche Reich forderte nun in einem Ultimatum die sofortige Rücknahme der russischen Mobilmachung. Nachdem diese ausblieb, machte das Reich ebenfalls mobil und erklärte Russland getreu seiner Bündnisverpflichtung Österreich gegenüber am 1. August den Krieg, woraufhin das mit Russland verbündete Frankreich nun ebenfalls mobil machte. Ohne zu Zögern fielen bereits am selben Tage russische Truppen in Ostpreußen ein.
Daraufhin setzte das deutsche Oberkommando eine modifizierte Version des Schlieffenplans in Kraft, der als einzige Siegeschance für den nun drohenden Zweifrontenkrieg angesehen wurde. Dieser Plan setzte allein auf Geschwindigkeit, um der langsamen russischen Mobilmachung durch eine schnelle Besetzung Frankreichs zuvorzukommen, damit zusätzlich zur Front im Osten eine weitere Front im Westen noch verhindern werden konnte. Dieser mögliche Zweifrontenkrieg war bereits von Bismarck vorausgesagt worden. Nachdem Belgien, das durch ein geheimes Abkommen an Frankreich gebunden war, die deutsche Bitte um Truppendurchmarsch verweigerte, mußte das Reich den Durchmarsch ohne die erteilte Genehmigung durchführen, da ein direkter Angriff gegen Frankreich über die stark befestigte deutsch-französische Grenze keine Aussicht auf den unbedingt benötigten schnellen Erfolg hatte. Belgien wurde von deutscher Seite Wiedergutmachung für alle dabei entstehenden Kriegsschäden in Aussicht gestellt. Für Großbritannien war dies jedoch der willkommene und vorgeschobene Anlass, um nun seinerseits in den Krieg einzutreten.
[bearbeiten] Die Juden und der Krieg
Juden waren, die den Krieg vorbereitet haben (die freimaurerischen Mörder von Franz Ferdinand, Gavrilo Prinzip und die zwei anderen waren Juden.) Nach dem Attentat tat die jüdische Presse ihr bestes, um die angeblichen Gegensätze hochzuspielen und die Völker in den Krieg zu hetzen. Gegen Ende des Krieges waren es wiederum die Juden und die jüdische Presse, die sich für "Pazifismus" eingesetzt haben, damit der Weg frei wird für die bolschewistisch-jüdischen Terrorgruppen, umd die Staaten zu zerstören und sie in bolschewistische Terrostaaten umzufunktionieren.
Ungefähr 100.000 Juden auf deutscher Seite nahmen am Weltkrieg teil; 12.000 von ihnen fielen.
Aus dem Aufruf des "Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" September 1914:
- "Deutschland ist zu den Waffen gerufen worden. Was wir lange kommen sahen und was kommen mußte, ist eingetroffen; die niedrigsten Instinkte der Menschheit, Habsucht und Neid, haben Deutschlands Gegner zur Herausforderung veranlaßt...Über die deutschen Juden und den Krieg zu sprechen, erübrigt sich für den, der die Verhältnisse einigermaßen kennt. Die deutschen Juden waren und sind deutsch bis auf die Knochen. Sie sind im Laufe der Geschichte ein unlösbarer Bestandteil des deutschen Volkes geworden. (...) Besondere Begeisterung führte die Juden ins Feld: Die unmenschliche Behandlung der Juden in Rußland gibt dem Kampf gegen das russische Moskowitertum für die Juden eine besondere Bedeutung. [1]
[bearbeiten] Kriegsjahr 1914
Auf Grund seiner ungünstigen geographischen Lage war Deutschland in der Gefahr, von zwei Fronten gleichzeitig angegriffen zu werden. Darum mußte der schon vor dem Krieg ausgearbeitete Schlieffen-Plan umgesetzt werden. Dieser Plan beinhaltete eine schnellste Besetzung Frankreichs während an der Ostfront gleichzeitig nurmehr die Stellung gehalten werden sollte. Um diesen Plan umzusetzen mußte das starke französische Verteidigungssystem im Norden mit einer weit ausgreifenden Bewegung über Belgien umgangen und schnellstmöglich gegen Paris vorgegstoßen werden.
Am 3. August 1914 sandte Reichskanzler Bethmann Hollweg ein diesbezügliches Begründungsschreiben für den Durchmarsch durch Belgien an den englischen Außenminister Edward Grey. Bethmann-Hollweg an den Botschafter Lichnowsky, London: Einmarsch in Belgien infolge militärischer Zwangslage
- Bitte Sir Edward Grey sagen, dass, wenn wir zu Neutralitätsverletzung von Belgien schritten, wir dazu durch die Pflicht der Selbsterhaltung gezwungen würden. Wir befänden uns in militärischer Zwangslage. Die unselige russische Mobilmachung hätte uns, die wir bis dahin militärisch und auf die dringendsten militärischen Defensivregeln beschränkt hätten, plötzlich in die Gefahr gesetzt, nachdem auch Frankreich schon vorher stark militärisch gerüstet hätte, von den Fluten von Ost und West verschlungen zu werden. Die Vorgänge der französischen Mobilmachung hätten gezeigt, dass Mobilmachung eben fatalistisch den Krieg nach sich zieht. Jetzt müssten wir, eingekeilt zwischen Ost und West, zu jedem Mittel greifen, um uns unserer Haut zu wehren. Es liege keinerlei absichtlicher Verletzung des Völkerrechts vor, sondern die Tat eines Menschen, der um sein Leben kämpft. Ich hätte meine ganze Arbeit als Reichskanzler daran gesetzt, in Gemeinschaft mit England allmählich einen Zustand herbeizuführen, der den Wahnsinn einer Selbstzerfleischung der europäischen Kulturnationen unmöglich machte. Russland habe durch verbrecherisches Spielen mit dem Feuer diese Absichten durchkreuzt. Ich hoffte bestimmt, dass England durch seine Haltung in dieser Weltkrisis einen Grund legen werde, auf dem nach ihrem Abschluss wir gemeinsam verwirklichen könnten, was jetzt durch die russische Politik zerstört worden sei.
Ziel des Schreibens war, die Engländer dazu zu bewegen, sich in dem Krieg neutral zu verhalten, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Großbritannien befahl dennoch am 4. August die Mobilmachung seiner Armee und setzte Deutschland ein Ultimatum bis Mitternacht. Nach Ablauf dieses Ultimatums erklärte England dem Kaiserreich am 5. August den Krieg und verschiffte umgehend Truppen nach Frankreich. Deutschland mußte nun, nach der bereits von Frankreich erfolgten Kriegserklärung, seinerseits am 5. August Frankreich den Krieg erklären. Am 6. August erfolgte Wilhelm II. Aufruf „An das deutsche Volk!“
Seit dem Tage der französischen Mobilmachung, hatte es in Deutsch-Lothringen französische Truppenbewegungen und erste Feuergefechte mit deutschen Verbänden gegeben. Die Aufklärung ergab, dass sich die Deutsche 6. Armee im Bereich zwischen Metz und Saarburg zwei französischen Armeen mit mindestens neun aktiven Armeekorps gegenüber sah – allerdings mit dem Unterschied, dass die 6. Armee „allein“ war und sich der größte Teil des 7. Armee, die zur Verstärkung angefordert worden war, noch auf dem Weg nach Nordosten befand. Nachdem es am 12. August bei Badonviller zu einem Sieg über französische Truppen gekommen war, wurde entschieden, die große Streitmacht des Gegners erst auf deutsches Gebiet vorrücken zu lassen, um Zeit zur Heranführung der 7. Armee zu gewinnen. Die deutschen Truppen zogen sich daraufhin wieder in ihre Stellungen zurück.
Am 16. August beschloss der Kommandierende der 6. Armee Kronprinz Rupprecht von Bayern befehlswidrig, die französischen Verbände im Widerspruch zum Schlieffen-Plan, der ihm strengste Defensive auferlegte, so bald wie möglich in Lothringen anzugreifen. Im Verlauf des 18. August entwickelten sich dann erste Gefechte. Daraufhin begann die deutsche Großoffensive zur Umfassung der alliierten Armeen, wobei man sehr schnell bis Brüssel vorstieß.
Am 20. August befahl der französische General Joffre die schon lange vor dem Krieg vorgesehene Offensive in Richtung Deutsch-Lothringen und Saar-Ruhr-Gebiet. Daraus, und aus einer Reihe von weiteren Schlachten bei Saarburg, bei Longwy, an der Maas, zwischen Sambre und Maas und bei Mons entwickelten sich für beide Seiten verlustreiche Kämpfe zwischen den Vogesen und der Schelde, die so genannten Grenzschlachten. Trotz der unerwarteten Aktionen der Franzosen und Briten glaubte die Oberste Heeresleitung (OHL) an einen raschen Vorstoß nach Paris.
Am 4. September gelang es den Deutschen, die Marne zu überschreiten, woraufhin es zwei Tage später zur Marneschlacht kam. Kurz danach gab die OHL den Schlieffen-Plan auf, da es den Truppen nicht gelungen war, weit genug vorzustoßen, um Paris zu isolieren oder gar zu umfassen. Als sich die deutschen Truppen, für die Alliierten überraschend, von der Marne zurückzogen, reichten die französischen Munitionsvorräte nur noch für zwei Tage.
Gegen Ende September setzte der Stellungskrieg ein. Ebenfalls schweren Widerstand gab es bei Ypern, weshalb der am 14. September zum Chef des Generalstabs ernannte General von Falkenhayn die Angriffe einstellen musste. Von Ende Oktober bis zum 10. November kam es bei Ypern wiederholt zu schweren Kämpfen, in denen bei Langemarck junge deutsche Regimenter unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles“ bis in die gegnerischen Stellungen vorrückten. (Mythos von Langemarck) An der deutschen Westfront entstand in der Folgezeit ein ausgedehntes System aus Schützengräben.
Da die Russen unerwartet schwere Angriffe gegen Deutschland führten, war die Lage an der Ostfront für die Mittelmächte zunächst schlecht. Die Deutschen waren aufgrund des Schlieffenplans gezwungen an ihrer Ostfront defensiv zu handeln, was sich jedoch aufgrund einer gewaltigen russischen Offensive im Nordosten als Fehler erwies. Kurz nach Kriegsbeginn waren zwei russische Armeen in Ostpreußen eingefallen und standen somit auf Reichsgebiet. Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die alten Befehlshaber durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst Paul von Hindenburg ersetzt. Ihnen war es zu verdanken, dass sich die Lage an der Ostfront schnell änderte, besonders der Sieg in der Schlacht bei Tannenberg vom 26. bis 31. August war für Deutschland ein entscheidender Erfolg. Dabei gelang deutschen Truppen die Einschließung und weitgehende Vernichtung der russischen Narew-Armee. Vom 6. bis 15. September folgte die Schlacht an den Masurischen Seen, die mit der Niederlage der russischen Njemen-Armee endete. Die russischen Truppen räumten daraufhin einen großen Teil Ostpreußens. Russische Truppen hatten kurz nach Kriegsbeginn auch das zu Österreich-Ungarn gehörende Galizien besetzt. Das österreichisch-ungarische Heer musste sich nach einem Vorstoß auf die galizische Stadt Lemberg aufgrund der erdrückenden russischen Übermacht im September bis an die Karpaten zurückziehen. Am 1. November wurde Generaloberst von Hindenburg zum Oberbefehlshaber Ost des deutschen Heeres ernannt. Am 11. November begann eine deutsche Gegenoffensive an der Ostfront, welche die russischen Verbände bis östlich von Lodz zurückdrängte. Im November 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die sofort vermint wurde. Schiffe, die unter der Flagge neutraler Staaten fuhren, konnten in der Nordsee ohne Vorwarnung das Ziel britischer Angriffe werden. Dieses Vorgehen der britischen Regierung verletzte geltendes Völkerrecht, darunter die Deklaration von Paris von 1856, die Großbritannien ebenfalls unterzeichnet hatte. Vom 5. bis 17. Dezember gelang es österreichisch-ungarischen Truppen, einen russischen Vorstoß auf Krakau abzuwehren. Danach begann auch im Osten der Übergang zu einem Stellungskrieg. Vom Dezember 1914 bis zum April 1915 tobte die Winterschlacht in den Karpaten, in der sich die Mittelmächte gegen Russland behaupten konnten.
Der eigentliche Ausgangspunkt des Krieges, der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Serbien, geriet angesichts der großräumigen Eskalation ab August eher zum Nebenschauplatz. Die drei Offensiven der österreichisch-ungarische Armee unter Potiorek zwischen August und Dezember 1914 scheiterten wegen verfehlter Planung und aufgrund des erbitterten serbischen Widerstands, obwohl im Dezember kurzzeitig Belgrad eingenommen werden konnte. Die k.u.k. Armee musste einen schweren Misserfolg hinnehmen.
Die Regierung des Osmanischen Reichs versuchte zunächst, sich in einer „bewaffneten Neutralität“ aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Auf Betreiben Enver Paschas kam es jedoch zum Kriegsbündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Im Oktober 1914 beschossen die Osmanischen Türken mit den zwei vom Deutschen Reich zur Verfügung gestellten Kriegsschiffen Goeben und Breslau russische Küstenstädte. Daraufhin erklärten Anfang November Frankreich, Großbritannien und Russland dem Osmanischen Reich ebenso den Krieg. Am 23. November eroberten britische Truppen die osmanische Stadt Basra am Persischen Golf.
Bereits am 5. August hatte Großbritannien beschlossen unter Bruch der Verträge der Berliner Afrikakonferenz von 1884/85 den Krieg auszudehnen und alle deutschen Kolonien anzugreifen. Dabei kam es besonders in Afrika zu teils schweren Kämpfen. Die von allen Seiten umzingelte deutsche Kolonie Togo wurde sofort eingenommen. Um Kamerun stand es genau so schlecht, bis zum Ende des Jahres 1914 zogen sich die deutschen Truppen in den Dschungel zurück, wo sich ein zermürbender Kleinkrieg entwickelte. Deutsch-Südwestafrika wurde von der südafrikanischen Union angegriffen. Bis zum Jahresende bestand keine Möglichkeit mehr, das Gebiet zu halten. Einzig Deutsch-Ostafrika verteidigte sich unter Paul von Lettow-Vorbeck verbissen. Diese deutsche Kolonie konnte sich demzufolge auch bis zum Kriegsende halten.
Die deutschen Kolonien im Pazifik wurden auf Grund eines japanischen Ultimatums kampflos übergeben. Einzig die deutsche Kolonie Kiautschou wurde während der Belagerung von Tsingtau erbittert verteidigt, bis Material und Munition aufgebraucht waren.
Am 24. Dezember und den beiden folgenden Tagen kam es an einigen Abschnitten der Westfront zum so genannten Weihnachtsfrieden, einem unautorisierten Waffenstillstand über Weihnachten unter den Soldaten.
[bearbeiten] Kriegsjahr 1915
Im November 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die sofort vermint wurde. Schiffe, die unter der Flagge neutraler Staaten fuhren, konnten in der Nordsee ohne Vorwarnung das Ziel britischer Angriffe werden. Dieses Vorgehen der britischen Regierung verletzte geltendes Völkerrecht, darunter die Deklaration von Paris von 1856, die Britannien unterzeichnet hatte. Woodrow Wilson lehnte es ab, sich dem Protest der neutralen skandinavischen Länder gegen die Sperrung der Nordsee anzuschließen. Als jedoch im Februar 1915 die deutsche Regierung dem schlechten britischen Beispiel folgte und ihrerseits die See um die britischen Inseln zur Kriegszone erklärte, reagierte Wilson völlig anders als im britischen Präzedenzfall. In einer Note ließ er Berlin wissen, daß Deutschland zur strikten Rechenschaft gezogen werde, falls US-Schiffe oder US-Bürger durch deutsche Kriegsschiffe zu Schaden kämen. Wilson nahm für sich überdies das Recht in Anspruch, US-Bürger auch dann zu schützen, wenn sie sich freiwillig auf einem Schiff aufhielten, das die Flagge einer kriegsführenden Nation trug.
Im Januar 1915 kam es im Kaukasus zu ersten größeren Kampfhandlungen zwischen osmanischen und russischen Truppen. Dabei wurde das Osmanische Reich in der Schlacht von Sarıkamıs geschlagen. Osmanische Truppen verübten im Verlauf desselben Jahres den Völkermord an den Armeniern. Die überlebenden Armenier wurden vertrieben.
Deutschland besiegte vom 2. bis 27. Februar in der Winterschlacht in Masuren endgültig die russischen Truppen, wobei Ostpreußen wieder befreit wurde.
Im November 1914 erhielt Erich von Ludendorff als Chef des Stabes gemeinsam mit Paul von Hindenburg das Oberkommando über alle deutschen Truppen der Ostfront. Anschließend wurde das damalige Russisch-Polen, fast ganz Kurland und Litauen besetzt. Die besetzten Ostgebiete wurden unter dem Begriff Ober Ost zusammengefasst.
Im April 1915 kam es an der Westfront in Ypern zum ersten Giftgaseinsatz in der Menschheitsgeschichte durch die Franzosen. Verwendet wurde zuerst Tränengas, das jedoch seine beabsichtigte Wirkung nicht entfaltete.
Am 25. April begann die Schlacht von Gallipoli der Alliierten mit dem Ziel, nach Konstantinopel durchzubrechen. Alliierte Truppen hatten zuvor unter Missachtung der griechischen Neutralität die Insel Lemnos erobert, um sie als Stützpunkt nutzen zu können. Die zerklüfteten Felsen von Gallipoli boten zwar einen guten Unterschlupf, aber bei den Angriffen waren sie wenig hilfreich. Der unerwartet schwere türkische Widerstand führte am 9. Januar 1916 jedoch zum Abbruch der Aktion.
Am 7. Mai versenkte ein deutsches Unterseeboot den schwerbewaffneten britischen Munitionstransporter Lusitania, auf dem sich zur Tarnung der wahren Absichten der Überfahrt auch Zivilisten befanden, darunter ca. 200 US-Amerikaner. Den Passagieren wurde der zusätzliche Munitionstransport nach England bewußt verschwiegen. Trotz eindringlicher Warnungen von deutscher Seite befuhr dieses Schiff zum Kriegsgebiet erklärte Gewässer. Bereits am 22. April 1915 veröffentlichte die Kaiserliche Deutsche Botschaft eine Warnung in den fünfzig größten amerikanischen Zeitungen, die direkt neben die Abfahrtszeiten der Transatlantikdampfer gesetzt wurde:
- „ACHTUNG! Reisende, die vorhaben, den Atlantik zu überqueren, werden daran erinnert, dass Deutschland und seine Alliierten und Großbritannien und seine Alliierten sich im Kriegszustand befinden; dass das Kriegsgebiet auch die Gewässer rings um die Britischen Inseln umfasst; dass in Übereinstimmung mit der formellen Bekanntgabe der Kaiserlichen Deutschen Regierung alle Schiffe, die die Flagge Großbritanniens oder eines seiner Verbündeten führen, Gefahr laufen, in diesen Gewässern zerstört zu werden, und dass Reisende, die im Kriegsgebiet auf Schiffen aus Großbritannien oder seiner Verbündeten reisen, dies auf eigene Gefahr tun. KAISERLICHE DEUTSCHE BOTSCHAFT, WASHINGTON D. C., 22. April 1915.“
Am 23. Mai erklärte Italien Österreich-Ungarn, trotz des gemeinsamen Bündnisses, dem Dreíbund, den Krieg. Die Front verlief über Tirol, entlang des Isonzo zur Küste der Adria. Damit befand sich Österreich-Ungarn ab sofort in einem Dreifrontenkrieg, was die Lage der Mittelmächte verschlechterte. Bis Sommer 1917 versuchten die italienischen Truppen jedoch vergeblich die österreichisch-ungarischen Stellungen zu stürmen. Diese konnten die Gebirgshöhen wirkungsvoll zur Verteidigung nutzten. Die dortigen Kämpfe gingen als Alpenkrieg in die Geschichte ein und forderten hohe Verluste.
Anfang Juli starteten die Mittelmächte eine Großoffensive an ihrer Ostfront. Bis zum September gelang ihnen dabei die Einnahme wichtiger Städte wie Warschau, Brest-Litowsk und Vilnius. Die Mittelmächte drückten die russische Front um teilweise mehrere hundert Kilometer ein. In der Schlacht bei Tarnopol konnte jedoch die russische Armee den Vorstoß aufhalten. Im selben Monat übernahm Zar Nikolaus II. den Oberbefehl über das russische Heer. Trotz der großen russischen Gebietsverluste strebte er weiterhin keinen von den Mittelmächten erhofften Separatfrieden an.
Verstärkung erhielten die Mittelmächte am 14. Oktober 1915 durch den Kriegseintritt Bulgariens. Bereits am 6. September hatte sich Bulgarien zu einer Zusammenarbeit mit den Mittelmächten bereit erklärt, die durch einen Angriff auf Serbien eine Landverbindung zum verbündeten Osmanischen Reich herstellen wollten. Am 6. Oktober begann die Offensive gegen Serbien, in deren Verlauf die Mittelmächte bis November die serbische Armee bis nach Albanien zurückdrängten. Bis zum Dezember 1915 besetzten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen ganz Serbien. Die Reste der serbischen Armee konnten sich nach Korfu absetzen.
Zwischen dem 25. September und dem 13. Oktober kam es zu letzten größeren Kampfhandlungen an der Westfront des Kriegsjahres 1915 ohne daß es jedoch zu nennenswerten Verschiebungen der Frontlinie kam.
[bearbeiten] Kriegsjahr 1916
Der im Oktober 1915 begonnene Balkanfeldzug der Mittelmächte endete im Februar 1916 mit der Besetzung Montenegros und Albaniens durch das österreichisch-ungarische Heer.
Zu Beginn des Jahres 1916 wurde eine neue Offensive bei der französischen Festung Verdun nördlich der Maas eingeleitet. Ziel war die endgültige Entscheidung durch stärkste Truppenkonzentration. Am 21. Februar begann die Schlacht um Verdun mit einem gewaltigen, über achtstündigen Trommelfeuer aus 1500 Geschützrohren. Kurz danach griffen acht deutsche Divisionen auf an und schlugen die letzten gegnerischen Einheiten. Am 25. Februar wurde Fort Douaumont von deutschen Truppen erobert. Daraufhin wurde beschlossen, Verdun um jeden Preis zu verteidigen.
Im Juni folgte die Einnahme von Fort Vaux und im Juli von Fort Thiaumont durch deutsche Truppen. Die Schlacht vor Verdun wurde zum Synonym der Grauen dieses Krieges.
Auf Grund der Schwächung der Franzosen vor Verdun starteten die Engländer eine Entlastungsoffensive an der Somme. Nach achttägiger, ununterbrochener Artillerievorbereitung durch über 1400 Geschütze, bei der etwa anderthalb Millionen Granaten verschossen wurden, begann am 1. Juli 1916 der Angriff auf die deutschen Stellungen. Trotz des schweren Geschützfeuers waren jedoch zahlreiche deutsche Unterstände intakt geblieben, so dass die deutschen Soldaten dem englischen Angriff mit MG-Feuer begegnen konnten. Aufgrund der Schlacht an der Somme und der „Brussilow-Offensive“ an der Ostfront musste das deutsche Heer daraufhin Truppen vor Verdun abziehen und konnte den Angriff nicht fortführen.
Im Herbst kam es dann zur französischen Gegenoffensive. Fort Douaumont, Fort Thiaumont und Fort Vaux fielen wieder in französische Hand. Währenddessen hatte sich auch der Kampf an der Somme zu einer gewaltigen Materialschlacht entwickelt. Wegen der extremen Verluste mußte die Somme-Schlacht Ende November 1916 abgebrochen werden. Aufgrund des Verlaufs der Schlacht von Verdun wurde Erich von Falkenhayn als Generalstabschef des deutschen Heeres im August 1916 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg abgelöst.
Auch an den anderen Kriegschauplätzen kam es 1916 zu schweren Kämpfen. Von Mai bis Juni führte die österreichisch-ungarische Armee eine Offensive gegen die italienischen Stellungen durch. Die italienische Armee unternahm von Juni bis November mehrere Großangriffe am Isonzo. Im Juni begann die russische Armee die nach dem zuständigen General benannte Brussilow-Offensive. Das russische Heer eroberte größere Gebiete in Wolhynien und Galizien, konnte jedoch von den österreichisch-ungarischen Truppen mit deutscher Hilfe im August aufgehalten werden. Die zweite Brussilow-Offensive, die von September bis Oktober geführt wurde, scheiterte ebenso wie die dritte Offensive von Oktober bis Dezember. Am 5. November wurde durch das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn das zuvor russische Polen für Unabhängig erklärt. Die dabei von den Mittelmächten erhoffte militärische Unterstützung durch die Polen erwies sich hierbei als Trugschluß!
Am 28. August 1916 erfolgte die italienische Kriegserklärung an das Deutsche Reich.
Am 27. August 1916 war Rumänien auf der Seite der Alliierten in den Krieg eingetreten. Daraufhin fielen rumänische Truppen in Siebenbürgen ein und kurz darauf folgte die Gegenoffensive der Mittelmächte. Innerhalb kurzer Zeit eroberten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen einen Großteil Rumäniens. Am 6. Dezember wurde die rumänische Hauptstadt Bukarest erobert. Nach dem Sieg über Rumänien richteten die Mittelmächte am 12. Dezember ein Friedensangebot an die Alliierten:
- „Der furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald zwei und einem halben Jahr in einem großen Teil der Welt. Diese Katastrophe, die das Band einer gemeinsamen tausendjährigen Zivilisation nicht hat aufhalten können, trifft die Menschheit in ihren wertvollsten Errungenschaften. Sie droht, den geistigen und materiellen Fortschritt, der den Stolz Europas zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bildete, in Trümmer zu legen. Deutschland und seine Verbündeten, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen. Sie haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen. Die letzten Ereignisse beweisen, dass auch eine weitere Fortdauer des Krieges ihre Widerstandskraft nicht zu brechen vermag. Getragen von dem Bewusstsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft, und bereit, den ihnen aufgezwungenen Kampf nötigenfalls bis zum äußersten fortzusetzen, zugleich aber von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Greueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden, und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden nach ihrer Überzeugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn trotz dieses Anerbietens zu Frieden und Versöhnung der Kampf fortdauern sollte, so sind die vier verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis zum siegreichen Ende zu führen. Sie lehnen aber feierlich jede Verantwortung dafür vor der Menschheit und der Geschichte ab.“
Am 30. Dezember 1916 wurde dieses von deutscher und österreichischer Seite vorgelegte Friedensangebot von den Allierten der Entente abgelehnt.
[bearbeiten] Kriegsjahr 1917
Im März 1917 zogen sich die an der Somme stehenden deutschen Truppen in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück. Im selben Monat wurde Bagdad von englischen Truppen erobert.
Am 8. März (23. Februar nach russischem Kalender) kam es in Sankt Petersburg zu Massendemonstrationen, die sich zur Februarrevolution ausweiteten in deren Folge eine neue provisorische Regierung aufgestellt werden mußte. Am 15. März dankte Zar Nikolaus II. ab. Zur Enttäuschung großer Teile der russischen Bevölkerung entschied sich die provisorische Regierung zur Weiterführung des Krieges. Aus diesem Grunde ermöglichte die Deutsche Oberste Heeresleitung im April einem im schweizer Exil lebenden Bolschewiken namens Lenin die Durchreise mit dem Zug nach Rußland, um Rußland durch Verschärfung seiner inneren Spannungen endlich aus dem Kriegsgeschehen herauszubekommen . Am 16. April traf Lenin in Sankt Petersburg ein, wo er zur sozialistischen Revolution aufrief.
Bereits am 19. Januar erging die sogenannte Zimmermann-Depesche an die Regierung von Mexiko, worin ihr die Rückgewinnung ihres von den USA annektierten Territoriums in Aussicht gestellt wurde für den Fall, dass die USA in den Krieg eintreten sollte und sich dann Mexiko entschließen würde, auf der Seite Deutschlands in den Ersten Weltkrieg einzutreten. Im Verlauf des amerikanisch-mexikanischen Krieges von 1846/48 hatten die Nordamerikaner über 40% des mexikanischen Territoriums annektiert. Die Depesche wurde jedoch abgefangen und konnte entschlüsselt werden. Am 6. April 1917 erklärten die USA dem Deutschen Reich den Krieg. Im Dezember 1917 folgte dann die Kriegserklärung der USA an Österreich-Ungarn.
Im Jahre 1917 gab es mehrere Großoffensiven an der Westfront. Die Offensiven der Alliierten bei Arras und an der Aisne begannen im April und mussten bereits im Mai nach hohen Verlusten abgebrochen werden. Das deutsche Heer war noch tiefer und dichter gestaffelt als je zuvor. Zudem setzten die Deutschen mobile Reserve-Divisionen ein, die mit großer Schnelligkeit an hart umkämpfte Frontabschnitte herangeführt werden konnten.
Als Folge der gescheiterten Offensiven kam es in der französischen Armee zu Meutereien. Durch eine Defensivhaltung konnten die Unruhen in der französischen Armee vorerst eingedämmt werden. Gegen meuternde Soldaten wurde mit äußerster Härte vorgegangen, hunderte französische Soldaten wurden hingerichtet. Obwohl deutsche Verbände gemeldet hatten, dass der französische Widerstand an größeren Frontabschnitten praktisch zusammengebrochen war, nutzte die deutsche Oberste Heeresleitung die Meutereien in der französischen Armee nicht aus. Durch Verbesserung von Verpflegung und Ruhezeiten besserte sich in der Folge wieder die Moral der französischen Truppe.
Im Juni 1917 begann eine britische Großoffensive in Flandern. Die Flandernschlacht wurde im Herbst 1917 abgebrochen.
Am 27. Juni 1917 trat Griechenland auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Das neutrale Griechenland stand bereits seit 1916 unter alliiertem Druck, da britische und französische Schiffe die griechische Küste blockierten. Nach der darauffolgenden Abdankung des griechischen Königs im Juni 1917 folgte die Bildung einer neuen, den Alliierten wohlgesinnten Regierung, die den Mittelmächten den Krieg erklärte.
Die Westmächte drängten nun Russland zu einer Offensive, die am 30. Juni begann. Nach Anfangserfolgen lief sich die Offensive schon im Juli wieder fest. Bereits am 19. Juli gingen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen bei Tarnopol zum Gegenangriff über. Dabei gelang ihnen die Rückeroberung von Ost-Galizien und der Bukowina. In Russland selbst kam es am 17. Juli zu einem Putschversuch durch Lenin, der durch das Militär niedergeschlagen wurde. Lenin floh daraufhin nach Finnland, während die neue russische Kerenski-Regierung eingesetzt wurde. Kerenski beharrte ebenso auf einer Weiterführung des Krieges. Im September eroberten deutsche Truppen die Stadt Riga und im Oktober die baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon, woraufhin der militärische Widerstand der russischen Armee nahezu zusammenbrach.
Am 1. August 1917 bot sich der damalige Papst Benedikt XV. erfolglos als Vermittler umfassender Friedensverhandlungen an.
Ende Oktober 1917 gelang am Isonzo österreichisch-ungarischen Truppen der Durchbruch bei Flitsch und Tolmein. Die Italiener wurden bis an die Piave zurückgeworfen. Nur durch massive französische und britische Unterstützung konnte die Front wieder stabilisiert werden.
Anfang November wurde unter Führung von Lenin die provisorische Regierung gestürzt und die Macht von den Bolschewisten in der sogenannten Oktoberrevolution übernommen. Bereits am 8. November wird das Dekret über die Beendigung des Krieges erlassen, wodurch sich für die Mittelmächte eine militärische Entlastung an ihrer Ostfront ankündigte.
Am 20. November unternahm die britische Armee nach kurzer Artillerievorbereitung einen Überraschungsangriff auf die deutschen Stellungen bei Cambrai an der Westfront und setzte dabei mehrere hundert Panzer ein. Dadurch gelang den Briten ein tiefer Einbruch in die deutsche Front. Wenige Tage nach Beginn der Schlacht gingen die Deutschen zum Gegenangriff über. Am 3. Dezember endete die Schlacht von Cambrai mit annähernd unveränderten Fronten. Aus taktischer Sicht hatte die Schlacht jedoch großen Einfluss auf das weitere Kriegsgeschehen. Ein nach kurzem Geschützfeuer schnell vorgetragener Angriff mit Panzern und Sturmtruppen schien einen Durchbruch in dem völlig statisch gewordenen Grabenkrieg wieder möglich zu machen.
Im Dezember 1917 kam es zum britischen Angriff auf Palästina, der am 10. Dezember mit der Eroberung Jerusalems durch britische Truppen endete.
Am 15. Dezember wurde ein Waffenstillstand zwischen den Mittelmächten und Russland vereinbart und eine Woche später in Brest-Litowsk die Friedensverhandlungen eröffnet.
Die bolschewistische Seite unterbreitete folgendes Angebot: Verzicht auf Annexionen, schnelle Räumung der besetzten Gebiete, Selbstbestimmungsrecht der Völker, keine russischen Reparationen. Die deutschen Forderungen beinhalteten unter anderem die Unabhängigkeit für Polen, die baltischen Staaten und die Ukraine. Ottokar Graf Czernin, österreichisch-ungarischer Außenminister und Delegationsführer, notierte anlässlich eines Gespräches mit dem russischen Delegationsleiter Adolf Joffe:
- „Merkwürdig sind diese Bolschewiken. Sie sprechen von Freiheit und Völkerversöhnung, von Friede und Eintracht, und dabei sollen sie die grausamsten Tyrannen sein, welche die Geschichte gekannt hat – sie rotten das Bürgertum einfach aus, und ihre Argumente sind Maschinengewehre und der Galgen. Das heutige Gespräch mit Joffe hat mir bewiesen, dass die Leute nicht ehrlich sind und an Falschheit alles das übertreffen, was man der zünftigen Diplomatie vorwirft – denn eine derartige Unterdrückung des Bürgertums zu betreiben und gleichzeitig von weltbeglückender Freiheit zu sprechen, sind Lügen.“
Die Ukraine, die zuvor bereits mit Unterstützung der Mittelmächte ihre Unabhängigkeit von Russland erklärt hatte, erklärte kurz darauf am 9. Februar 1918, ebenfalls in Brest-Litowsk, einen Separatfrieden mit den Mittelmächten.
[bearbeiten] Kriegsjahr 1918
Nach dem Sonderfrieden mit der Ukraine vom 9. Februar 1918 wurde auch am 3. März der Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnet. Durch das Ausscheiden Russlands wurde es der deutschen Heeresleitung möglich einen Großteil der Truppen von der Ostfront an die Westfront zu verlegen. Um dem ständigen Nachschub durch US-Truppen zuvorzukommen, wurde eine neuerliche Großoffensive an der Westfront geplant.
Am 21. März 1918 begann die Deutsche Frühjahrsoffensive mit dem stärksten Trommelfeuer, das die Westfront bis dahin erlebt hatte. Die deutschen Sturmtruppen erzielten einen tiefen Einbruch in die britische Front, die sich an mehreren Abschnitten nahezu auflöste. Innerhalb weniger Tage rückte das deutsche Heer fast 70 Kilometer vor. Doch die deutschen Angriffskeile verloren durch ihr strahlenförmiges Auseinanderstreben rasch an Wucht. Weitere deutsche Offensiven ab 9. April in Flandern und ab 27. Mai an der Aisne liefen sich letztendlich ebenso fest. Die Übernahme eines längeren alliierten Frontabschnittes in Lothringen durch US-Verbände ermöglichte es den Franzosen, Kräfte zu verlagern und so zur Abwehr der deutschen Offensiven beizutragen. Am 3. Juni endete die deutsche Frühjahrsoffensive.
Die letzten deutschen Großoffensiven vom 15. Juli 1918 bei Reims und in der Champagne verfehlten ebenfalls ihr Ziel. Begünstigt durch die immer stärkere US-amerikanische Unterstützung konnten die Alliierten bereits am 18. Juli zwischen Marne und Aisne zur Gegenoffensive übergehen. In der Panzerschlacht bei Amiens vom 8. August 1918 mussten die Deutschen eine schwere Niederlage hinnehmen, so daß dieser Tag „der schwarze Tag des deutschen Heeres“ genannt wurde. Die deutschen Truppen zogen sich mehr und mehr zurück. Im November 1918 konnte jedoch immer noch ein Teil Nordostfrankreichs und gut die Hälfte Belgiens sowie Luxemburg gehalten werden. Die Deutschen leisteten trotz der hohen Verluste und abnehmender Truppenstärke bis zum Schluss hartnäckigsten Widerstand. Bis zuletzt gelang den Alliierten kein entscheidender Durchbruch!
Ab dem 15. September 1918 brach der Widerstand der bulgarischen Armee nach einem Durchbruch der Alliierten in der mazedonischen Front komplett zusammen. Vor diesem Hintergrund verlangten Hindenburg und Ludendorff am 29. September ultimativ die Ausarbeitung eines Waffenstillstandsangebots durch politische Vertreter des Reiches. Um Verhandlungen nur auf der Basis des vom amerikanischen Präsidenten 14-Punkte-Programms führen zu können, empfahl Ludendorff deshalb, die Reichsregierung vom Vertrauen des Parlaments abhängig zu machen. Daraufhin forderte der Kaiser mit Erlass am 30. September die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems. Der neue Reichskanzler Max von Baden hatte Woodrow Wilson bereits am 4. Oktober ein Waffenstillstandsangebot unterbreitet. Die USA forderten daraufhin die Räumung der von den Deutschen besetzten Gebiete, die Einstellung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges und die Abschaffung der Monarchie. Gerade die Abschaffung der Monarchie wurde jedoch Parteiübergreifend abgelehnt.
Am 3. November unterzeichnete General Viktor Weber Edler von Webenau den Waffenstillstand von Villa Giusti mit den Alliierten. Acht Tage später dankte Kaiser Karl I. ab und verzichtete auf jegliche Beteiligung an der neuen österreichischen Regierung.
Ungeachtet der deutschen Waffenstillstandsbemühungen das Auslaufen der Flotte zu einer letzten, verzweifelten Schlacht gegen die überlegene Royal Navy. Daraufhin kam es in Wilhelmshaven zu Meutereien. Man verlegte die Flotte deshalb zum Teil nach Kiel und wollte die Meuterer bestrafen. Es brach ein Matrosenaufstand aus, der sich innerhalb weniger Tage zur Novemberrevolution entwickelte. Die Revolution erfasste am 9. November auch Berlin, wo Reichskanzler Max von Baden aus Sorge vor einem radikalen politischen Umsturz eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekannt gab und die Reichskanzlerschaft auf den Vorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert, übertrug. Am Nachmittag desselben Tages rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus. Karl Liebknecht vom