Dühring, Eugen

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Karl Eugen Dühring (1833–1921)

Karl Eugen Dühring (Lebensrune.png 12. Januar 1833 in Berlin; Todesrune.png 21. September 1921 in Babelsberg) war ein deutscher Philosoph, Nationalökonom und Antijudaist im Deutschen Kaiserreich.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Nationalökonomie und antimarxistischer Sozialismus

Seine nationalökonomischen Anschauungen gewann Dühring überwiegend in Auseinandersetzung mit Friedrich List. Er positionierte seinen „Sozialismus des arischen Volkes“[1] seit 1865 scharf gegen Marx, aber auch gegen Ferdinand Lassalle.

Nach dem Verlust seiner Lehrbefugnis gewann er zunehmend Sympathien in der SPD. Eduard Bernstein setzte sich für ihn bei der Parteiführung ein, auch Anarchisten oder andere Antimarxisten beriefen sich auf ihn. Auf dem Gothaer Parteitag 1877 verlangten Dührings Anhänger in der SPD, daß Aufsätze von Friedrich Engels nicht mehr im „Vorwärts“ erschei­nen sollten. Dies veranlaßte Engels 1878 zu seiner Gegenschrift „Anti-Dühring“.

Seit den Sozialistengesetzen ging Dührings Einfluß auf die Arbeiterbewegung rapide zurück.[2]

Antijudaismus

1881 erschien Dührings Kampfschrift „Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage. Mit einer weltgeschichtlichen Antwort“. Darin bemühte er sich, dem Antijudaismus als politischer Bewegung ein biologisches, historisches und philosophisches Fundament zu geben. Er beschrieb die „Judenfrage“ – ähnlich wie vor ihm Wilhelm Marr, und mit wissenschaftlichem Anspruch – als Ausdruck eines unaufhebbaren Rasse-Gegensatzes: Das Judentum sei von Natur aus unvermeidbar der Feind aller Kulturvölker, die sich gegen diesen wehren müßten, um nicht selbst unterzugehen.

Die traditionelle Sicht des Judentums als Religion sei eine Irreführung durch „Priester und Religionsaufklärer“: Deshalb seien Angriffe kirchlicher Theologen wie August Rohling auf den Talmud nebensächlich. Entfalle die religiöse Maskerade, dann werde „der Jude in seiner natürlichen und unveräußerlichen Beschaffenheit offenbar“.[3] Diese Eigenart des Judentums hätten das „niedere Volk und der gewöhnliche Bürgerstand“ mit ihren „natürlichen Instinkten“ immer gespürt. Daran könne auch die Taufe von Juden nichts ändern: Diese würde die Gefahr des Einsickerns von Juden in alle Bereiche der Nation nur vergrößern und Gegenreaktionen erzeugen. Da die jüdische Religion nur Ausdruck von Rasseeigenschaften sei, sei der Unterschied zwischen getauften, angepaßten und nichtgetauften Juden hinfällig.

Der Monotheismus sei Ausdruck jüdischer Intoleranz: „Der Judengott ist unduldsam wie sein Volk ... Die Juden sind seine Knechte, aber dafür wollen sie die Herren der Welt sein.“ Auch kulturell sei die jüdische Rasse völlig wertlos und nichts als „eingefleischte Selbstsucht“. Der Jude könne nur Werte anderer Völker stehlen und ausbeuten. Als Parasit sorge er für die Korruption seiner Umgebung, da er sich dann am wohlsten fühle.

Der Jude führe seit Urzeiten gegen das Menschengeschlecht einen Unterdrückungs- und Ausbeutungskrieg. Die Völker müßten sich gegen die Juden wehren wie Rom gegen Karthago, um nicht selbst unterzugehen.

Das Problem könne aber erst in der Zukunft und in internationaler Zusammenarbeit behandelt werden.

Zu einem „Judenstaat“ sei ihr „Nomadentum“ unfähig, so daß sie ihr Gebiet zur Basis ihrer Weltherrschaft machen könnten. Daher könne nur jede Nation ihre Juden vorerst „ausgliedern“, unter Ausnahmerecht stellen und ihr Vermögen kontrollieren, um ihren bestimmenden Einfluß auf Staat, Presse und Erziehung zu beseitigen. Verbrecher unter den Juden seien zu deportieren, Mischehen zu ächten und zu verbieten.

In „Sociale Rettung durch wirkliches Recht statt Raubpolitik und Knechtsjuristerei“ aus dem Jahre 1907 warnte Dühring, daß ein „Rassenkampf“ als „Vergeltung der Erregung von Classenhaß“ durch einen „jüdischen Socialismus“ aufkommen werde.

Fortwirken

Dührings Schriften wurden seit 1924 vom dazu gegründeten „Dühringbund“ neu aufgelegt, nochmals seit 1930.

Werke

  • Kapital und Arbeit, 1865 (PDF-Datei)
  • Der Wert des Lebens, 1865 (PDF-Datei)
  • Natuerliche Dialektik, 1865
  • Kritische Grundlegung der Volkswirtschaftlehre, Eichhoff, Berlin 1866 (PDF-Datei)
  • Kritische Geschichte der Philosophie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, Heimann, Berlin 1869
  • Kritische Geschichte der allgemeinen Principien der Mechanik, 1872
  • Kursus der National- und Sozialökonomie, 1873
  • Kursus der Philosophie, 1875, ab der 4. Auflage betitelt als Wirklichkeitsphilosophie
  • Logik und Wissenschaftstheorie, 1878
  • Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus. 3., theilweise umgearbeitete Auflage, Fues, Leipzig 1879 (PDF-Datei)
  • Robert Mayer: der Galilei des 19. Jahrhunderts. 2 Teile in 1 Bd., Chemnitz/Leipzig, Schmeitzner/Naumann 1880–95 (Nachdr. 1972, ISBN 3-534-05606-X)
  • Die Judenfrage als Racen-, Sitten- und Culturfrage mit einer weltgeschichtlichen Antwort, 1881 (5. Auflage 1901, HTML PDF)
  • Die Ueberschätzung Lessings und dessen Anwaltschaft für die Juden, Reuther, Karlsruhe/Leipzig 1881
  • Sache, Leben und Feinde. Als Hauptwerk und Schlüssel zu seinen sämmtlichen Schriften. Mit seinem Bildniss, Reuther, Karlsruhe/Leipzig 1882 (Autobiografie)
  • Der Ersatz der Religion durch Vollkommeneres und die Ausscheidung alles Judenthums durch den modernen Völkergeist, Reuther, Karlsruhe/Leipzig 1883 (PDF-Datei)
  • Die Ueberschätzung Lessings Und Seiner Befassung Mit Literatur, Thomas, Leipzig 1906
  • Kritische Geschichte der allgemeinen Principien der Mechanik. Von der philosophischen Fakultät der Universität Göttingen mit dem ersten Preise der Beneke-Stiftung gekrönte Schrift, Fues, 3. Auflage, Leipzig 1887
  • Die Größen der modernen Literatur populär und kritisch nach neuen Gesichtspunkten dargestellt. 2 Abtheilungen in 1 Band, Erstausgabe, Naumann, Leipzig 1893
  • Sociale Rettung durch wirkliches Recht statt Raubpolitik und Knechtsjuristerei, 1907 (PDF-Datei)
  • Der Werth des Lebens. Eine Denkerbetrachtung im Sinne heroischer Lebensauffassung, Siebente, wiederum durchgearbeitete Auflage, Reisland, Leipzig 1916

Literatur

  • Hans Vaihinger: Hartmann, Dühring und Lange. Ein kritischer Essay, Baedeker, Iserlohn 1876
  • Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft, Genossenschafts-Buchdruckerei, Leipzig 1878
  • Emil Döll: Eugen Dühring, Naumann, Leipzig 1893
  • Gerhard Albrecht: Eugen Dührings Wertlehre, 1914
  • Gerhard Albrecht: Eugen Dühring, 1927
  • Karl Holleck-Weithmann: Eugen Dühring und die nordische Weltanschauung, Dühringbund, Hanau/Main 1934
  • Dühringbund (Hg.): Eugen Dühring: seine Geisteshaltung im Leben und seine Bedeutung für die Nachwelt, „Sendbogen“-Ausgaben 9/1921–33/1927
  • Arnold Voelske: Die Entwicklung des „rassischen Antisemitismus“ zum Mittelpunkt der Weltanschauung Eugen Dührings, Hamburg 1936 (Diss., 59 S.)
  • Eintrag über Eugen Dühring in der Sigilla Veri, Band 3, S. 94 f., Sigilla Veri

Fußnoten

  1. Karlheinz Weissmann: The Epoch of National Socialism, Journal of Libertarian Studies 12/2, 1996, S. 261 (pdf)
  2. Karl Müller: Zur Entstehung und Wirkung von Engels „Anti-Dühring“
  3. zitiert nach Olaf Blaschke: Katholischer Antisemitismus im 19. Jahrhundert, Orell Füssli Verlag, Zürich 2000, ISBN 3-280-02806-X, S. 210 f.
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