Eulenberg, Herbert

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Dr. jur. Herbert Eulenberg
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Max Herbert Eulenberg (Lebensrune.png 25. Januar 1876 in Mülheim am Rhein; Todesrune.png 4. September 1949 in Düsseldorf-Kaiserswerth) war ein deutscher Schriftsteller. Er war ein Unterzeichner des Aufrufs an die Kulturwelt am Beginn des Ersten Weltkrieges gegen Deutschland.

Leben

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Nach dem juristischen Studium und der Promotion 1900 sowie der Referendardienst in Opladen und Köln wurde er Dramaturg in Berlin und Bühnendichter. 1905 erfolgte die Übersiedlung nach Kaiserswerth, heute Düsseldorf-Kaiserswerth und der Erwerb von Haus Freiheit. Unter Louise Dumont und Gustav Lindemann war er bis 1909 Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus. 1906 war Gründungsmitglied der Düsseldorfer Ortsgruppe des „Monistenbundes“.

Vor allem das 1912 mit dem Schillerpreis ausgezeichnete Schauspiel „Belinde“ gehört zu seinen literar- und zeitgeschichtlich bedeutendsten Werken. 1914 bis 1917 war er während des Ersten Weltkrieges mit anderen Schriftstellern und Künstlern in einer „Künstlerkompanie“ an der Ostfront und in Palästina zur Unterhaltung der deutschen Soldaten..

Mit seinem Buch „Die Hohenzollern“ (1927), das eine Vielzahl von Lügen und Diffamierungen beinhaltete, rief er starken Unwillen hervor. In einem Prozeß, den der Reichstagsabgeordnete Elard von Oldenburg-Januschau gegen ihn angestrengt hatte, wurde Eulenberg rechtskräftig verurteilt, blieb aber infolge einer Amnestie straflos. Im Laufe seines Schaffens entpuppte er sich mehr und mehr als Gesinnungsjude, so daß seine Werke während der Zeit des Nationalsozialismus untragbar wurden. Dennoch war es ihm natürlich gestattet, auch weiterhin zu publizieren. So erschienen z. B. die Werke „Deutsche Geister und Meister“ 1934, „Selbstbildnis zu meinem 60. Geburtstag“ 1936, „Gio Gino“ 1941, „Glaube, Liebe, Hoffnung“ 1942 und „Nachsommer“ 1942.

Mit dem Völkerringen während des Zweiten Weltkrieges gegen Deutschland konnte er nichts anfangen. Er lebte in einer Traumwelt, in der ihm alle Menschen gut erschienenen und nur diejenigen böse, die dieses, sein Weltbild, in Frage zu stellen wagten. Für sein Werk erntete er bis 1945 freundliche Anerkennung.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland war er dann auch seiner Gesinnung gemäß ständiger Mitarbeiter der kommunistischen Zeitschriften „Aufbau“ und „Die Weltbühne“. 1948 erhielt er für seine Biographie über den jüdischen Dichter Heinrich Heine den „Heinrich-Heine-Preis“ der Hamburger „Heinrich-Heine-Gesellschaft“. 1949 erhielt er noch kurz vor seinem Tod den „Nationalpreis der DDR“.

Zitate

  • „Den Anfang mit dieser weit ausgedehnten Apfelsinenzucht haben übrigens deutsche Kolonisten gemacht: Württembergische Sonderkirchler, die sogenannten Hoffmannianer oder Tempelgesellschaften, die sich heute oft noch mit einer gewissen Berechtigung als die ersten ‚evangelischen Zionisten‘ bezeichnen. Sie haben nämlich, angeführt von einem schwäbisch schwärmerischen Pfarrer, schon seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts eine Sammlung des ‚Gottesvolks‘, das heißt aus der heimatlichen Landeskirche ausgetretener, an den Urchristus glaubender Seelen in Palästina, dem Lande der Verheißung, in die Wege geleitet. Die christliche Besiedelung des ganzen Heiligen Landes, die sie vorhatten, ist diesen Jerusalemfreunden nicht geglückt. Aber man findet da und dort an der Küste Palästinas noch schöne Spuren ihrer Siedlungstätigkeit. So in Haifa und besonders hier in Jaffa, wo sie in der Stadt und in der Ebene von Sarona, die schon Jesajas als ein lachendes Land und eine Weide für die Herden gepriesen hat, wahre Musterpflanzstätten errichtet haben. Die Verdienste ihrer vorbildlichen fleißigen Bearbeitung des Landes werden heute auch von den jüdischen Zionisten dankbar anerkannt, die allmählich in das Erbe dieses neuzeitlichen Tempelordens zu treten hoffen, der sich freilich bisher noch als höchst lebensfähig auf der von ihm ertragreich gemachten Scholle erweist. Jedenfalls grünt und blüht es heute in und um Jaffa. Und der Duft seiner Orangengärten und Palmenhaine mischt sich schön mit dem Salzgeruch der ewig brandenden See, die an die Riffe und das Felsgestade des alten Jaffa schlägt.“ — Dr. jur. Max Herbert Eulenberg über die Palästinadeutschen in seinem Buch „Palästina“

Bildergalerie

Schriften (Auswahl)

  • Belinde. Ein Liebesstück in fünf Aufzügen (PDF-Datei)
  • Alles um Geld. Ein Stück (PDF-Datei)
  • Dogenglück. Eine Tragödie in fünf Aufzügen (PDF-Datei)
  • Zeitwende. Ein Schauspiel in fünf Akten (PDF-Datei)
  • Ernste Schwänke; vier Einakter (PDF-Datei)
  • Die Nachtseite; drei Aufzüge (PDF-Datei)
  • Der Morgen nach Kunersdorf: Ein vaterländisches Stückchen (PDF-Datei)
  • Ikarus und Daedalus; ein Oratorium (PDF-Datei)
  • Neue Bilder (PDF-Datei)
  • Schattenbilder. Eine Fibel für Kulturbedürftige in Deutschland (PDF-Datei)
  • Der Guckkasten: Deutsche Schauspielbilder (PDF-Datei)

Reisebücher

Romane

  • Auf halbem Wege. Roman. Wegweiser-Verlag, Berlin 1928 (EA Stuttgart 1921).
  • Katinka die Fliege. Ein zeitgenössischer Roman. Wolff, Leipzig 1911 (inspirierte Waldemar Bonsels zu seinem Roman Die Biene Maja und ihre Abenteuer).
  • Mensch und Meteor. Roman. Reissner, Dresden 1925.
  • Mungo und Bungalo die beiden Überaffen. Ein heiterer Roman. Verlag, Arnold, Berlin 1948.
  • Um den Rhein. Roman. Späth-Verlag, Berlin 1927.
  • Wir Zugvögel. Roman. Engelhorn, Stuttgart 1923.

Sachbücher

  • Anna Boleyn (Die neuen Bilderbücher). Gurlitt Verlag Berlin 1920 (illustriert von Lovis Corinth).
  • Fritz August Breuhaus De Groot. Mit Max Osborn, Hübsch, Berlin 1929.
  • Cicero. Redner, Denker und Staatsmann. Gericke, Wiesbaden 1949 (Früherer Titel: Cicero. Der Rechtsanwalt, Redner, Denker und Staatsmann).
  • Die Familie Feuerbach. In Bildnissen. Engelhorn, Stuttgart 1924 (behandelt u. a. Anselm, Henriette und Ludwig Feuerbach).
  • Die Hohenzollern. Bruno Cassirer Verlag, Berlin 1928.
  • Die letzten Wittelsbacher. Phaidon-Verlag, Wien 1929.
  • Die Prä-Raphaeliten. Verlag die Fähre, Düsseldorf 1946.
  • Ein rheinisches Dichterleben (Strombücher; BD. 16/17). Strom-Verlag, Bonn 1927.
  • Ferdinand Freiligrath. Aufbau-Verlag, Berlin 1948.
  • Gegen Shaw. Eine Streitschrift. Reissner, Dresden 1925.
  • Heinrich Heine. Aufbau-Verlag, Berlin 1947.
  • Letzte Bilder. Cassirer, Berlin 1915
  • Lovis Corinth. Ein Maler unserer Zeit; sein Lebenswerk. Delphin-Verlag, München 1917.
  • Meister der Frühe. Verlag die Fähre, Düsseldorf 1947.
  • Neue Bilder. Von Horaz bis Richard Wagner. Cassirer, Berlin 1912.
  • Schattenbilder und Lichtbilder. Stuttgart 1926.
  • Ausgewählte Schattenbilder. 20 Musikerportraits. Econ, Düsseldorf 1965.
  • Schattenbilder. Eine Fibel für Kulturbedürftige in Deutschland. Cassirer, Berlin 1909. Zahlreiche weitere Ausgaben. 1929 90. Auflage.
  • Schiller. Eine Rede zu seinen Ehren. Rowohlt, Leipzig 1910.
  • Schubert und die Frauen. Drei-Eulen-Verlag, Düsseldorf 1946.

Theaterstücke

  • Alles um Geld. Ein Stück. 4. Aufl. Engelhorn, Stuttgart 1913 (EA Leipzig 1911).
  • Alles um Liebe. Eine Komödie. Engelhorn, Stuttgart 1922 (EA Leipzig 1910).
  • Anna Walewska. Eine Tragödie in 5 Aufzügen. Verlag Sassenbach, Berlin 1899.
  • Belinde. Ein Liebesstück in fünf Aufzügen. Rowohlt, Leipzig 1913.
  • Das Ende der Marienburg. Ein Akt aus der Geschichte. Gurlitt, Berlin 1918.
  • Das grüne Haus. Ein Schauspiel (RUB; Bd. 6215). Reclam, Leipzig 1925 (EA Meiningen 1921).
  • Der Frauentausch. Ein Spiel in fünf Aufzügen. Wolff, Leipzig 1914.
  • Der Irrgarten. Ein Schauspiel. Gurlitt, Berlin 1918.
  • Der Morgen nach Kunersdorf. Ein vaterländisches Stückchen. Schöningh, Paderborn 1933 (EA Leipzig 1914).
  • Der Mückentanz. Ein Spiel. Engelhorn, München 1922.
  • Der natürliche Vater. Ein bürgerliches Lustspiel. Rowohlt, Leipzig 1909.
  • Der rote Mond. Ein Schaustück. Engelhorn, Stuttgart 1925.
  • Der Traum vom Rhein. Drehbuch zum Film Herbert Eulenberg und Herbert Selpin 1933.
  • Der Spion. Ein Lustspiel in drei Aufzügen. Engelhorn, Stuttgart 1921.
  • Der Übergang. Eine Tragödie. Engelhorn, Stuttgart 1922.
  • Die Insel. Ein Spiel. Gurlitt, Berlin 1918.
  • Die Nachtseite. Drei Aufzüge. Gurlitt, Berlin 1918.
  • Die Welt ist krank. Ein Stück von heute. Engelhorn, Stuttgart 1922 (EA München 1920).
  • Dogenglück. Eine Tragödie in fünf Aufzügen. Rowohlt, Leipzig 1910 (EA Berlin 1899).
  • Ein halber Held. Tragödie in fünf Aufzügen (RUB; Bd. 4429). Reclam, Leipzig 1928.
  • Ernste Schwänke, vier Einakter. Wolff, Leipzig 1913.
  • Europa. Ein Hirtenstück aus der griechischen Sagenwelt (zwischen 1940 und 1944). Verlag die Fähre, Düsseldorf 1949.
  • Gefährliche Liebschaft. Vier Einakter. Düsseldorf 1947.
  • Industrie. Eine Bühnenrundschau unserer Zeit. Eulenspiegel-Verlag, Kaiserswerth 1927.
  • Kassandra. Ein Drama. Rowohlt, Leipzig 1913 (EA Berlin 1903).
  • Künstler und Katilinarier. Ein Schauspiel in vier Aufzügen. Rowohlt, Leipzig 1911.
  • Leidenschaft. Trauerspiel in fünf Aufzügen (RUB; Bd. 4202). Reclam, Leipzig 1901.
  • Mächtiger als der Tod. Ein Leiden- und Freudenspiel. Engelhorn, Stuttgart 1921.
  • Messalina. Ein Zwiegespräch über die Ehe. Wolff, Leipzig 1915.
  • Münchhausen. Ein deutsches Schauspiel. Engelhorn, Stuttgart 1925 (EA Berlin 1900).
  • Ritter Blaubart. Ein Märchenstück in fünf Aufzügen. Universal-Edition, Wien 1920 (Musik von Emil Nikolaus von Reznicek).
  • Simson. Eine Tragödie nebst einem Satyrspiel (Moderne Bühne). Reiss, Leipzig 1910.
  • Ulrich Fürst von Waldeck. Ein Schauspiel. Rowohlt, Leipzig 1916 (EA Berlin 1907).
  • Zeitwende. Ein Schauspiel in fünf Akten. Wolff, Leipzig 1914.

Werkausgaben

  • Ausgewählte Werke in 5 Bänden. Verlag J.Engelhorns Nachf. Stuttgart 1925
    • Lyrische und dramatische Dichtungen.
    • Dramen aus der Jugendzeit.
    • Dramen aus dem Mannesalter.
    • Schattenbilder und Lichtbilder.
    • Erzählende Werke.

Literatur