Fagan, Ed

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Edward Fagan

Edward Davis „Ed“ Fagan (* 20. Oktober 1952 in Harlingen (Texas), Vereinigte Staaten) war ein jüdischer Anwalt, der sich vor allem international mit erpresserischen Schadenersatzklagen beschäftigte und Mitglied des Jüdischen Weltkongresses ist.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Edward D. Fagan wurde am 20. Oktober 1952 als Sohn eines Vertreters in Harlingen/Texas geboren. Er stammt aus einer jüdischen Familie.[1] Zusammen mit zwei Brüdern, Wayne (Anwalt in San Antonio), Abraham und einer Schwester wuchs er in San Antonio auf. Fagans Vater verließ die Familie.

Edward Fagan folgte seinem Bruder Abraham, einem orthodoxen Juden, nach Israel und wollte zunächst selbst Rabbiner werden,[2] brach aber die Ausbildung an einer auf Talmud- und Thora-Fragen spezialisierten Schule ab, um sich der Juristerei zuzuwenden.[3] Bald darauf ging er in die Vereinigten Staaten von Amerika zurück und besuchte die Cardozo Law School der Yeshiva-Universität in Neu York, die er 1980 abschloss.[4]

Wirken

Nach dem Studium wurde Edward Fagan als Anwalt in einer größeren Kanzlei tätig, wobei er sich bald auf Produkthaftungsfälle und Schadensersatzklagen spezialisierte. Zunächst vertrat er dabei große Firmen, wie Asbesthersteller, Pharmakonzerne und Tabakfirmen. Ende der 1980er Jahre suchte er neue Herausforderungen und gründete einen „Exploration Club“ (Abenteuerreisen) mit dem Ziel, vermögende Urlauber in Begleitung von Meeres- und Umweltwissenschaftlern auf Segeltörns an exotische Orte zu bringen. 1991 gründete er zur Förderung von Umweltforschungen die „Odyssoe Foundation“ als nichtkommerziellen Ableger des Clubs. Das Unternehmen scheiterte und Fagan wurde erneut Jurist. In Neu York machte er eine Kanzlei auf.

„Fagan & Associates“

1994 gründete Fagan die Anwaltskanzlei Fagan & Associates in Lower Manhattan und übernahm verstärkt die Vertretung von Opfern in Schadensersatzfällen. Dabei war er in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich, so daß ihm einige Richter vorwarfen, er habe „frivole“ Klagen eingereicht.[5] In einem Rechtsstreit mit der Ford Motor Company wurde er sogar zur Zahlung von Strafgeldern wegen leichtfertigen Prozessierens (1994 und 1996) verpflichtet. Ende 1995 reiste er — zusammen mit anderen VS-Anwälten — unmittelbar nach Bekanntwerden des Absturzes eines amerikanischen Flugzeuges zum Unglücksort nach Kolumbien, wo er den Angehörigen der 160 Opfer seine Dienste anbot. Seither zählte er zu der Gruppe von Anwälten, die wenig schmeichelhaft „Ambulanzenjäger“ genannt wird.[6]

Durch gerichtliche Auseinandersetzungen mit Nynex Corp. und deren Nachfolger Verizon Communications im Zusammenhang mit Schulden der Odyssoe Foundation sowie wegen unbezahlter Mieten musste er seine Büros aufgeben und mietete Räume von einer anderen Kanzlei im „World Trade Center“. Er besaß Arbeitslizenzen für Neu York und New Jersey. Mehrere Verfahren führten zu Beschwerden seiner Kunden vor dem „New Jersey ethics board“.

Der Name Ed Fagan ist verbunden mit unmengen von Geld und dem rücksichtslosen Gewinnstreben amerikanischer Anwälte, die an einer ihrer „class-actions“,[7] den berüchtigten Sammelklagen, schon mal 30 Millionen US-Dollars verdienen. Ob Seilbahnunglück in Kaprun, Atomkraftwerk in Templin oder Zugunglück in Eschede: Mr. Fagan steht Gewehr bei Fuß, wenn sich eine Katastrophe ereignet.

Mit öffentlichen und pressewirksamen Selbstinszenierungen tritt Fagen meist als Opferanwalt bei Sammelklagen auf Schadenersatz in Erscheinung. Er genießt den negativen Ruf eines „Ambulance Chasers“, eines unethisch handelnden Anwalts, der aufgrund hoher Beteiligungen am Gewinn überzogene Schadensersatzforderungen stellt. Dies resultiert aus Auseinandersetzungen mit den Klägern und jüdischen Organisationen um seinen Anteil von 4 Millionen US-Dollar aus dem Schweizer-Banken-Prozess.

Seit 2005 hat Fagan sich gegen Vorwürfe der Veruntreuung von Klientengeldern vor dem New Jersey Office of Attorney Ethics zu verteidigen.

„Holocaust-Industrie“

Ed Fagan ZdJ, WJC und JCC wollen mehr Geld und Einfluss.

Er entdeckte einen besonders lukrativen Zweig der „Holocaust-Industrie“ für sich: Vertretung von Sammelklagen jüdischer Überlebender der Hitlerzeit. Den Forderungen wird mit US-staatlichem Druck bzw. jüdischen Boykottdrohungen gegen sperrige Anpruchsbetroffene Nachdruck verliehen. Maßgeblich war Fagan an „Wiedergutmachungs“-Zahlungen Schweizer Banken an Juden Ende der 1990er Jahre beteiligt. Seine rücksichtslosen Methoden wie auch die gewaltigen Honorare, die er einstreicht, haben immer wieder Kritik auch etablierter jüdischer Kreise hervorgerufen. Zentralratschef Ignatz Bubis zum Beispiel titulierte Fagan als „hemmungslosen Geldschneider“.[3]

Die Verhandlungen über die Entschädigungen ehemaliger „Zwangsarbeiter“ machten ihn berühmt. Hier exponierte er sich als der Exzentriker unter den ohnehin schon schlecht beleumundeten amerikanischen Anwälte. Er gab Pressekonferenzen, auf denen er mit Schaum vor dem Mund verkündete, er werde die DEGUSSA zerschlagen und ihr gesamtes Vermögen konfiszieren lassen. Niemand gab wie Fagan der „Klage“ der Zwangsarbeiter eine solch dringliche und aufdringliche Stimme; und niemand vermochte wie er juristische Spitzfindigkeiten globaler Körperschaften mit dem Einsatz des eigenen Körpers und der eigenen Stimme zu beantworten.

Privat ist Fagan von gewinnendem Wesen und Freund der Nürnberger Bratwurst. Rabbi hatte er eigentlich werden wollen, arbeitete auch als Unterhalter in israelischen Hospitäler, organisierte Abenteuerreisen für Wohlbetuchte – und kam spät erst auf den Sammelklagen-Kniff. es geht ihm dabei auch ums Geld, keine Frage, aber das sei nicht das wichtigste. Um Gerechtigkeit gehe es und um seine Klienten. Und darum, für sie Entschuldigungen zu erwirken – die die mächtigen Konzerne zu geben nicht bereit sind.

Schadenersatzklagen

1998 vertrat er den Jüdischen Weltkongress im „Verfahren um jüdische Vermögen bei Schweizer Banken“ (Nachrichtenlose Vermögen) vor dem U.S. District Court in Brooklyn, New York.

Der US-Anwalt Ed Fagan reicht am 13. April 2000 in New York eine Sammelklage über umgerechnet 36 Milliarden DM gegen die Republik Österreich und Unternehmen des Landes zur Entschädigung von „Holocaust-Opfern“ ein. Die österreichische Regierung reagiert mit Kritik und Unverständnis, da mit der ehemaligen Nationalbank-Präsidenten Maria Schaumayer bereits eine Beauftragte zu dieser Frage eingesetzt wurde.[6]

Der Erfolg des Verfahrens steigerte seine Popularität erheblich. Im Jahr 2000 vertrat Fagan Holocaustopfer bei ihren Klagen in Deutschland und Österreich. Bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Gründung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ im Juli 2000 war Fagan anwesend, als einer der beiden von Deutschland eingesetzten Vermittler erhielt er 62,5 Millionen US-Dollar Honorar. An der Vereinbarung mit den in New York beklagten Schweizer Banken war er ebenso beteiligt.

Seit 2002 vertritt seine Kanzlei asiatische „Zwangsarbeiter“ sowie alliierte Kriegsgefangene gegen japanische Unternehmen bei einem Streitwert von 50 Milliarden US-Dollar. Zahlreiche Betroffene mit dem Wunsch nach Anerkennung ihrer Leiden im Pazifikkrieg demonstrierten unterstützend in Seoul. 2004 strengte er als Vertreter von „Apartheid-Opfern“ ein Verfahren gegen die Regierung Südafrikas an.

Beim Kaprun-Prozess vertrat Fagan Opfer und Angehörige von Opfern der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun 2 vom 11. November 2000. Aufgrund von Streitigkeiten mit dem Landesgericht Linz bekam er dabei Arbeitsverbot in Österreich. Am 10. April 2006 brachte er beim US Federal Court eine Schadenersatzklage gegen die Republik Österreich ein und verlangte pro Todesopfer und Überlebenden der Katastrophe zehn Millionen US-Dollar.

Gemeinsam mit den österreichischen Juristen Herwig Hasslacher und Gerhard Podovsovnik brachte Fagan im Februar 2005 in New York eine Klage nach der Tsunami-Katastrophe (Seebeben im Indischen Ozean 2004) in Südostasien vom 26. Dezember 2004 ein. Die Anwälte wollten angebliche Versäumnisse des US-amerikanischen Pacific Tsunami Warning Center, der thailändischen Meteorologischen Anstalt, der Hotelgruppe Accor und des Königreichs Thailand belegen. Sie vertreten rund 60 Opfer, vorwiegend aus Österreich und Deutschland.

Im November 2006 reichte er zusammen mit dem Münchener Rechtsanwalt Michael Witti im Auftrag zweier Bewohner des rumänischen Dorfes Glod, einem Drehort des Films „Borat“, eine Klage gegen die Produktionsfirma 20th Century Fox in Höhe von 30 Millionen US-Dollar ein.[8]

Erpressung wegen Goldanleihen

Dem deutschen Staat und führenden Banken drohte 2005 in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Milliardenklage (Sammelklage) von Besitzern deutscher Dollar-Goldanleihen aus den 1920er Jahren. Die Goldanleihen waren vom Deutschen Reich in den 1920er Jahren ausgegeben worden und über deutsche Privatbanken auch an Anleger in den USA verkauft worden. Mit dem Erlös sollten Reparationszahlungen des Deutschen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg und der Wiederaufbau Deutschlands finanziert werden.

Die Klage des US-Anwalts Ed Fagan richte sich gegen die Bundesrepublik Deutschland, die Deutsche Bundesbank, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank und die Commerzbank.

Man hatte Informationen zusammentragen und die Möglichkeit eines Vergleichs zu erlangen. Einer der angehenden Prozess-Kandidaten war der jüdische Kläger Stuart Eizenstat, der eine ähnliche Position vertrat, wie den rund zehn Milliarden Mark teuren Vergleich, deutscher Institutionen mit den Jewish Claims Conference zu den "Vermögensgeschädigte" ausgehandelt hatten. In der Klageschrift wurden von den Beklagten wegen der strittigen Goldanleihen die Zahlung von 10,2 Milliarden Dollar an die Anleihebesitzer verlangt. Die Beklagten bestreiten erfolgreich die Rechtmäßigkeit der Forderung.[9]

„Callgirl-Affäre“

Im Rahmen von Ermittlungen gegen einen Wiener Begleitagentur (Callgirl-Ring) wurde Ed Fagan 2005 beschuldigt, Sex mit einer minderjährigen litauischen Prostituierten gehabt zu haben.[10] In einem Interview gestand Fagan, eine Beziehung zu einer Frau zu unterhalten, die ihm ihr Alter mit 22 Jahren angegeben habe.

Finanzielle Schwierigkeiten

Einem Bericht der Schweizer „SonntagsZeitung“ zufolge habe Ed Fagan am 13. Februar 2007 in Florida einen Konkursantrag eingereicht, um damit einem drohenden Konkursverfahren in New Jersey zuvorzukommen.

Laut „SonntagsZeitung“ habe Fagan bei 18 Gläubigern insgesamt 9,4 Mio. Fed-Dollar Schulden, auch seinem Schweizer Partner Norbert Gschwend schulde der Anwalt drei Mio. Dollar. Gschwend soll dies gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bestätigt haben.

Lizenz-Entzug

Am 12. Dezember 2008 wurde Fagan wegen Betrug und Schulden in Millionenhöhe die Anwaltszulassung entzogen. Er hatte eine Gerichtsstrafe, die wegen seines persönlichen finanziellen Interesses am Ausgang des Restitutionsprozesses verhängt worden war, nicht bezahlt. Weiters blieb er der Bank Austria fast US$ 350.000 schuldig. Wegen eines „Musters früherer Sanktionen wegen unprofessionellen Betragens“ und seinem „Mangel an Reue“ beschloss die Berufungskammer, Fagan sei „untauglich für den Anwaltsberuf“.[11][12]

Am 24. Juni 2009 wurde Ed Fagan auch in New Jersey die Anwaltslizenz entzogen. Mehr als zehn Jahre lang hat die Abteilung für Anwaltsethik beim obersten Gericht in New Jersey gegen den Advokaten Edward Fagan ermittelt, der im Oktober 1996 im Namen von sogenannten "Holocaust-Überlebenden" gegen Schweizer Banken geklagt hatte. Nach etlichen Verfahrensschritten und einer letzten mündlichen Anhörung hat das Gericht in New Jersey Fagan nun unwiderruflich die Anwaltslizenz entzogen und seine sämtlichen Guthaben bei Banken in dem Gliedstaat beschlagnahmt. Dies meldet die jüdische Zeitschrift «Tachles», der das Urteil vorliegt. Fagan muss überdies für die Verfahrenskosten aufkommen. Das Gericht hält es für erwiesen, daß Fagan seine Mandantinnen Gizelle Weisshaus und Estelle Sapir um etwa 350.000 Dollar betrogen hat. Die beiden Frauen waren nach Einreichung der Banken-Klage zu Symbolen der Affäre um die nachrichtenlosen Konten geworden.[13]

Fagan war danach bei den Zwangsarbeits-Verhandlungen mit Deutschland und den Holocaust-Klagen gegen österreichische Banken sowie zahlreiche europäische Versicherer beteiligt. Obwohl er bei den politischen Verhandlungen keine massgebliche Rolle gespielt hat, konnte Fagan aus den verschiedenen Vergleichen etwa 6 Millionen Dollar an Honoraren einstreichen. Er hat danach seit dem Jahr 2000 bei mindestens 80 Verfahren keinen einzigen Erfolg mehr erzielt, verstand es jedoch, die Medien etwa durch seine Klage gegen den «Borat»-Darsteller Sasha Baron Cohen auf sich aufmerksam zu machen. Fagan hat laut Gerichtsunterlagen über 15 Millionen Dollar Schulden bei ehemaligen Mandanten und Kreditgebern, die seine Klagen unterstützt hatten.

Seit vielen Monaten ist von Fagan nichts mehr zu hören, seine Weltnetzseite wurde jüngst vom Netz genommen, da er die Gebühren nicht mehr bezahlt hatte. John McGill, der das Verfahren gegen Fagan beim Amt für Anwaltsethik in Trenton, New Jersey, geleitet hatte, äusserte sich gegenüber der Zeitschrift «Tachles» zufrieden mit dem Ausgang: «Nach all den Jahren hat die Gerechtigkeit obsiegt.»[14]

Familie

Edward Fagan ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in New Jersey.

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 45/2001
  2. Zeitungsberichten zufolge wollte Edward Fagan ursprünglich Rabbiner werden.
  3. 3,0 3,1 David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  4. Nachdem er drei Jahre in Israel eine Talmudschule besucht hatte, studierte er aber bis 1980 Jura an der Cardozo School of Law der jüdischen Yeshiva University in Neu York.
  5. vgl. NZZ, 12. Februar 1998
  6. 6,0 6,1 Munzinger-Archiv GmbH, 2001
  7. Portrait Ed Fagan - Dokumentationen, michaellissek.com, 2002
  8. Klage gegen Borat: Staranwälte vertreten Dorfbewohner, spiegel.de, 28. November 2006
  9. Goldanleihen - Ed Fagan vs. Bundesrepublik Deutschland, manager-magazin.de, 16. Oktober 2005
  10. Fagan gesteht Kontakte zu Callgirl-Ring, wien.orf.at, 14. September 2005
  11. Lawyer Disbarred for Failing to Pay Sanctions, Fees in Holocaust Case (englisch)
  12. US-Gericht entzieht Ed Fagan die Anwaltslizenz - Betrug und Schulden in Millionenhöhe, Neue Zürcher Zeitung, 25. Juni 2009
  13. Raffgierige Holocaust-Juristen (09.08.08)
  14. “…aber wehe, wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe.” – Das Ende eines Star-Anwaltes (26.06.09)
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