Fallschirmschütze

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Fallschirmschütze war die ursprüngliche Bezeichnung des Heeres und der Luftwaffe für die später als „Fallschirmjäger“ bekannte Sondereinheit der Wehrmacht mit der speziellen Infanteriegefechtsausbildung für Jäger. Analog dazu wurde aus den bayerischen Gebirgsschützen, die es schon bei der Landesverteidigung während der Zeit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gab, die „Gebirgsjäger“ im Zweiten Weltkrieg.

Soldaten, die erfolgreich einen Fallschirmschützenlehrgang absolvierten, aber nicht einem Fallschirmjäger-Regiment (oder den Fallschirmjägern der „Brandenburger“ sowie den SS-Fallschirmjägern) zugeteilt wurden – dazu gehörten auch nicht selten Lastenseglerführer, Flugzeugführer und Kriegsberichterstatter –, behielten die Tätigkeitszusatzbezeichnung „Fallschirmschütze“ bei.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Überprüfung einer Fallschirmschützenbluse der Uniformfabrik Peek & Cloppenburg (2. Muster, graugrün meliert)

Aufgrund des äußerst wirkungsvollen Einsatzes von Luft-Lande-Taktiken im Ersten Weltkrieg, als man bereits Flugzeuge nutzte, um hinter den feindlichen Linien zu landen, Saboteure abzusetzen und diese nach ihrem Einsatz wieder aufzunehmen (erstmalig durch Oberleutnant Maximilian von Cossel und Vizefeldwebel Rudolf Windisch), begannen die militärische Führer darüber nachzudenken, Soldaten durch Absetzen mit Flugzeugen oder mittels Fallschirmsprung an Brennpunkten des Krieges einzusetzen.

Der im deutschen Heereswaffenamt in der Inspektion für Waffen und Gerät für Flugzeugentwicklung zuständige Referent Hauptmann a. D. Kurt Student, der selbst den Ersten Weltkrieg als Jagdflieger erlebt hatte und maßgeblichen Anteil an der Einrichtung der „Geheimen Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr“ in Lipezk in der Sowjetunion hatte, war bei Fallschirmmanövern der Roten Armee als Beobachter anwesend und schwer beeindruckt.

Das erste Bataillon deutscher Fallschirmjäger wurde im November 1935 von der deutschen Luftwaffe aufgestellt. Das deutsche Heer stellte 1936 ebenfalls einen Fallschirm-Infanteriezug auf, der bis Frühjahr 1938 auf ein Bataillon erweitert wurde. Gemäß Entscheidung des OKH vom 20. Februar 1937 gehörten die Fallschirmtruppen des Heeres zu den Lehr- und Versuchstruppen der Infanterie. Die Heeres-Fallschirmjägersoldaten trugen daher die weiße Waffenfarbe der Infanterie und auf den Schulterklappen ein „L“. Mit Wirkung vom 23. Juli 1938 trugen die Soldaten der Fallschirminfanterie statt des „L“ der Lehrtruppen das verschlungene gotische „FT“ für Fallschirmtruppe.

Aufstellung der Fallschirmjäger

Der deutschen militärischen Führung ging es bei der Aufstellung der Fallschirmjäger vor allem darum, in der Anfangsperiode eines Krieges entscheidende Vorteile über den Gegner zu erlangen. Durch den überraschenden Einsatz von Fallschirmjägern sollten vor allem der Vormarsch von gepanzerten Truppen erleichtert, das Hinterland des Gegners desorganisiert, Verwirrung unter dessen Truppen und Panik unter die Bevölkerung getragen werden. Den Fallschirmjägern war damit die Rolle eines militärischen und psychologischen Stoßtrupps im Rahmen der Blitzkriegskonzeption zugedacht.

An den Wehrmachtmanövern 1937 nahmen erstmals Fallschirmjägertrupps der Luftwaffe und des Heeres teil, die Sabotageeinsätze gegen Eisenbahneinrichtungen hinter den feindlichen Linien übten. Zum ersten operativen Einsatz der Fallschirmjäger-Verbände kam es bereits am 13. März 1938 im Zuge des Beitritts Österreichs. Drei Kompanien Fallschirmjäger landeten mit Junkers Ju 52 auf dem Flughafen Thalerhof bei Graz, um im Falle von Widerstand eingreifen zu können.

Sprungeinsatz

Am 1. Juli 1938 übernahm in der Luftwaffe Generalmajor Kurt Student den Aufbau der deutschen Fallschirmtruppe. Im Sommer 1938 wurde in der Luftwaffe die 7. Flieger-Division gebildet. Der erste Sprungeinsatz von Teilen der 7. Flieger-Division erfolgte vom 7. bis 17. Oktober 1938 bei der Befreiung des Sudetenlandes (→ Fall Grün) als Übung in der Nähe von Freudenthal hinter der äußerst geschickt und gut getarnt angelegten tschechoslowakischen Bunkerlinie gegen Deutschland („Tschechoslowakischer Wall“). Die Fallschirmjäger nahmen gemeinsam mit dem ebenfalls für besondere Verwendungszwecke geschulten III. Bataillon/Infanterie-Regiment 16 unter Dietrich von Choltitz die Bunkerlinie und schalteten sie aus, wobei zum ersten Mal gemeinsam das „vertikale Umfassungsprinzip“ geübt wurde.

Der Einsatz war ein voller Erfolg und eindrucksvoller Beweis für Students Konzept moderner Fallschirmtruppen. Diese Luftlandeoperation hatte auch zur Folge, daß die eigentlich nur für die Besetzung des Sudetenlandes aufgestellte 7. Fliegerschützen-Division bestehen blieb und das Heer das Fallschirm-Infanterie-Bataillon an die Luftwaffe abgeben mußte.

Sonderbekleidung

Gleichzeitig mit der Aufstellung der Fallschirmjägerverbände begannen Heer und Luftwaffe mit der Entwicklung und Erprobung von Sonderbekleidung und Sonderausrüstung für Fallschirmjäger, so z. B. der Sprungkombination „Knochensack“, amtlich „Fallschirmschützen-Bluse“, sowie des „Stahlhelms für Fallschirmschützen“.

Die Unterschiede in der Ausbildung und Bewaffnung des Heeres zur Luftwaffe lagen in der unterschiedlichen Auffassung der Einsatzverwendung. Die Heereseinheit war daher, im Unterschied zur Luftwaffe, auch mit schweren Maschinengewehren und schweren Granatwerfern ausgerüstet. Die Sprungbekleidung/-ausrüstung der Fallschirm-Infanterie des Heeres war identisch mit der Sprungbekleidung/-ausrüstung der Fallschirmjäger der Luftwaffe, wenn man vom unterschiedlichen Hoheitsadler absieht.

Bundeswehr

Bei der Bundeswehr sind alle Absolventen des Fallschirmsprunglehrganges der Luftlandeschule (Springerlehrgang) „Fallschirmspringer“, während nur Angehörige der Fallschirmjägertruppe als „Fallschirmjäger“ und Angehörige der Luftlandepioniere als „Fallschirmpioniere“ bezeichnet werden.

Filmbeitrag (Ausbildung bei der Wehrmacht)

Originalfarbaufnahmen deutscher Fallschirmschützen der Wehrmacht bei der Ausbildung:

Siehe auch

Meine Werkzeuge