Farbfilm

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Die UFA-Story: Geschichte eines Filmkonzerns von Klaus Kreimeier

Während die ersten Farbfilme durch mühselige Handarbeit koloriert worden waren, wurde 1909 der erste farbige Kinofilm gezeigt, der auch farbig aufgenommen wurde (aber nur zwei Farben nutzte). Er basierte auf dem sogenannten Kinemacolor-Verfahren, bei dem die Bilder abwechselnd durch verschiedene Farbblenden aufgenommen und projiziert werden. 1917 wurde mit dem Technicolor-Verfahren eine Möglichkeit entwickelt, die Farben direkt auf dem Film aufzunehmen, womit die Filme auch mit normalen Projektoren wiedergegeben werden konnten. Allerdings waren auch hier zunächst nur zwei Farben möglich. Der erste Film, der diese Technik nutzte, war „The Gulf Between“.

Der erste abendfüllende Kinofilm, der mit dem Technicolor-Verfahren alle drei Grundfarben nutzte, war „Becky Sharp“ im Jahre 1935. Der Durchbruch für den Farbfilm kam aber erst im Jahr 1937 mit Disneys „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. In Deutschland war die UFA die erste Produktionsgesellschaft, die Farbfilme drehte. Für ihren ersten Farbfilm, einen Tierfilm mit dem Titel „Bunte Tierwelt“ (1931), benutzte die UFA das Zweifarbenverfahren Ufacolor. 1936 entstand ein kurzer Spielfilm mit dem Titel „Das Schönheitsfleckchen“, bei dem ein von der Firma Berthon-Siemens entwickeltes Verfahren namens Opticolor verwendet wurde. Das Verfahren, das sich bei der UFA schließlich durchsetzte, hieß Agfacolor. Agfacolor war ein Drei-Farb-Verfahren, das nur ein einziges Negativ erforderte und damit einfacher funktionierte als das amerikanische Technicolor-Verfahren. Allerdings waren die Farben schwächer und unterlagen größeren Schwankungen.

Bereits im Jahr 1936 entstand der erste deutsche Farbfilm „Das Schönheitsfleckchen“ mit Lil Dagover in der Hauptrolle unter der Regie von Wolfgang Liebeneiner. In Nachschlagewerken wird irrtümlich der Marika-Rökk-Film „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ (Drehzeit 1939–1941) als erster deutscher Farbfilm tituliert. Weitere, noch heute faszinierende und begeisternde Meisterwerke wurden produziert, die Schönheit, Eleganz und Anmut verkörpern: „Die goldene Stadt“ (1942), „Immensee“ (1943) und „Opfergang“ (1944). Die romantische, dramatische, ergreifende Hauptrolle stellt in allen drei genannten Farb-Spitzenfilmen die junge, hochbegabte Kristina Söderbaum dar (sie starb am 12. Februar 2001). Als Regisseur kann jeweils Veit Harlan, Söderbaums Ehemann verzeichnet werden. Zum 25. Jubiläum der UFA (1943) flimmerte der mit allen technischen Raffinessen ausgestattete und mit vielen hochkarätigen Schauspielern besetzte Film „Münchhausen“ über die Leinwände deutscher und ausländischer Lichtspielhäuser. Hans Albers in der Titelrolle bleibt unvergessen und begeistert noch heute. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden insgesamt 15 (!) Farbfilme gedreht, dazu wurden noch unzählige Lehr-, Natur- und Dokumentarfilm sowie ab Herbst 1944 die „Panorama-Wochenschau“ auf Agfa-Farbmaterial festgehalten. Insgesamt entstanden zwischen 1933 und 1945 1.089 Spielfilme und hunderte Dokumentarfilme.

Die ersten Filme, die in Agfacolor produziert wurden, waren die Kulturfilme „Bunte Kriechtierwelt“ und „Thüringen“ (beide 1940). Bis Kriegsende folgten neun weitere Filme, darunter die Spielfilme „Frauen sind doch bessere Diplomaten“ (1941), „Die goldene Stadt“ (1942), „Das Bad auf der Tenne“ (1943), „Immensee“ (1943), „Münchhausen“ (1943), „Die Frau meiner Träume“ (1944), „Große Freiheit Nr. 7“ (1944) und „Opfergang“ (1944).

Gegen Ende des Krieges wurde der in der Geschichte des Farbfilmes wohl einmalige, mit gewaltigem Schauspielermaterial und Ausstattungsaufwand versehene Großfilm „Kolberg“ in die deutschen Kinos gebracht. Uraufführung : zum 12. Jahrestag der deutschen Revolution in Berlin, 30. Januar 1945. Ende April/Anfang Mai 1945 wurde in den Filmstudios der UFA bis zum bitteren Ende gedreht. In den Wiener Studios drehte Willi Forst den Farbfilm „Wiener Mädels“, in Prag entstand „Shiva und die Galgenblume“ (ebenfalls ein Farbfilm mit Hans Albers unter der Regie von Hans Steinhoff). In den Berliner Babelsberg-Studios wurde der mit besten Schauspielern wie Heinrich George besetzte Film „Das Leben geht weiter“ gespielt. Er gilt heute leider als verschollen. Marodierende, betrunkene sowjet-bolschewistische Soldaten zerstörten bei ihrem brutalen Einmarsch unersetzliche deutsche Filmdokumente. Es gehörte zu ihren größten Belustigungen, die Filmstreifen anzuzünden (das damalige Filmmaterial brannte wie Zunder). Mit der Kapitulation der Wehrmacht des Dritten Reiches am 8. Mai 1945 endete die Ära der UFA-Filme. Es gab jedoch bald wieder deutsche Filme. Sie sind jedoch größtenteils zur Umerziehung des deutschen Volkes gedacht. Filme wie „Schwarzwaldmädel“„ (Farbfilm 1950) erinnern in Kameraarbeit und schauspielerischen Leistung an die große Zeit – jedoch verschwand die wahre deutsche Lichtspielkunst immer mehr.

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