Fischer, Otto Wilhelm

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O. W. Fischer (1915–2004)

Otto Wilhelm Fischer (Lebensrune.png 1. April 1915 in Klosterneuburg, Niederösterreich, Österreich-Ungarn; Todesrune.png 29. Januar 2004 in Vernate bei Lugano, Tessin, Schweiz) war ein deutscher Schauspieler aus Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Otto Wilhelm Fischer wurde am 1. April 1915 in Klosterneuburg bei Wien als Sohn des Juristen und späteren Hofrats Franz Karl Fischer und dessen Frau Maria, geb. Schoerg, geboren. Er besucht die Langstögergassen-Volksschule und das örtliche Bundes-Real- und Ober-Gymnasium.

Drittes Reich

Nach der Matura – die österreichische Bezeichnung für das Abitur – 1933 und einem nicht abgeschlossenem Studium der Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte in Wien nahm er im Frühjahr 1936 Schauspielunterricht am Reinhardt-Seminar in Schönbrunn.

Einer Anstellung am Theater in der Josefstadt folgte 1937 die Verpflichtung an Otto Falckenbergs Münchner Kammerspiele. Von 1938 bis 1944 gehörte Fischer dem Ensemble des Deutschen Volkstheaters Wien an, wo er im Fach des gutaussehenden Bonvivant und als schneidig gespielter „Trenck, der Pandur“ (1940) auffällt, aber auch in Charakterrollen wie dem „Demetrius“ überzeugen konnte. In dieser Zeit arbeitete er auch für Radio Wien.

Nach einem kleinen Auftritt 1936 in Willi Forsts Burgtheater erhielt Fischer seine ersten größeren Filmrollen 1939 und 1940 in den Hans-Moser-Komödien „Anton der Letzte“ und „Meine Tochter lebt in Wien“. In diesen und den folgenden Filmen bis 1945 spielte er harmlos-sympathische junge Herren, vorwiegend Künstler und Aristokraten; Ausnahme bildete „Wien 1910“, dort spielte er eine heute umstrittene Figur.

Am 13. August 1942 heiratete er die aus Prag stammende Schauspielerin Anna Usell (1903–1985).

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende kehrte Fischer zum Theater zurück. Ein Auftritt am Wiener Burgtheater im September 1945 brachte ihm einen Vertrag dieser Bühne ein, deren Ensemble er bis 1952 angehörte (u.a. Ödipus in Cocteaus „La machine infernale“, St. Just in Büchners „Dantons Tod“, beide 1947).

1950 wirkte er erstmals bei den Salzburger Festspielen mit (Orsino in „Was ihr wollt“). Im Wechsel mit der Theaterarbeit arbeitet Fischer wiederum beim Film und hatte den ersten großen Erfolg 1950 in der Titelrolle des Adels- und Heimatfilms „Erzherzog Johanns erste Liebe“. Neben Curd Jürgens wurde Fischer zum höchstbezahlten Star des bundesdeutschen Kinos der 1950er Jahre.

Zunächst mit Maria Schell („Bis wir uns wiederseh'n“, 1952; „Der träumende Mund“, 1952; „Solange Du da bist“, 1953) und dann mit Ruth Leuwerik (u.a. „Ein Herz spielt falsch“, 1953; „Bildnis einer Unbekannten“, 1954) bildete er publikumswirksame Liebespaare in Filmen, die sich nicht aus der Masse seichter Unterhaltung hervorheben.

Es gelang Fischer jedoch vor allem durch seine Darstellungen leicht exzentrischer, charmant-origineller Träumer, Gegenbilder zu den allzu pragmatischen Leinwandmännern der Zeit zu entwerfen. Vertraglich zugesichertes Mitspracherecht ermöglichte ihm, auf Art und Anlage seiner Rollen Einfluß zu nehmen, wobei er eine Vorliebe für positiv-zwiespältige, grüblerische und oft mit Mystik behaftete Ausnahmecharaktere bekundete.

Seine Paraderolle wurde 1954 die des (stark romantisierten) Bayernkönigs „Ludwig II.“. Ebenfalls auf dieser Linie lag Fischers 1955 mit Unterstützung von Georg Marischka selbst inszenierte Arbeit um den Hellseher Hanussen (auch Hauptrolle), die ihrer inszenatorischen Qualitäten wegen gelobt, aber der Verklärung der Titelfigur wegen zwiespältig beurteilt wurde.

Ähnlich erging es Fischer mit dem zweiten eigenen Film „Ich suche Dich“ (1955/56), der ihn als genialischen, whiskytrinkenden Zyniker präsentierte. Danach beschränkte er sich wieder auf die Schauspielerei.

1956 schloß er mit dem Hollywood-Studio Universal einen Vertrag über zwei Filme ab, wurde jedoch 1957 trotz bereits begonnener Dreharbeiten zu „My Man Godfrey“ – offiziell „wegen unüberbrückbarer Differenzen“ mit dem Regisseur Henry Koster – durch David Niven ersetzt. Erst dreißig Jahre später bekannte Fischer, er habe damals „das Gedächtnis verloren und durfte es keinem sagen. ‚Das war eine meiner schwärzesten Stunden.‘“ (Rumler, 1986).

Nach einem zeitweiligen Popularitätseinbruch – er ging 1956 und 1957 bei der „Bambi“-Verleihung leer aus – konnte sich Fischer wieder an die Spitze der deutschen Publikumsgunst setzen. Er spielte auch Rollen mit komischen und selbstironischen Zügen (Praliné-Soldat Bluntschli in der Shaw-Verfilmung „Helden“, 1958; den Millionendieb „Peter Voss“, 1958/59; den Agenten und Gourmet Thomas Lieven in der Simmel-Verfilmung „Es muß nicht immer Kaviar sein“, 1961). Mitte der 1960er Jahre, nach Arbeiten in Spanien („El Marques“) und Italien („Non faccio la guerra, faccio l'amore“), begann er sich vom Film zurückzuziehen, trat gelegentlich im Fernsehen auf („Amouren“ mit Johanna Matz, 1972; „Teerosen“ mit Maria Schell, 1976) und spielte Theater, so nach 17jähriger Unterbrechung bei den Salzburger Festspielen („Der Schwierige“, 1967) und in einer Tournee-Inszenierung von „Helden“ (1971).

1968 hielt er an mehreren Universitäten Vorträge über Philosophie und Hypnose. Fischer, der privat Sprachforschung und Sinnstudien betrieb, erhielt 1970 in Wien den Professorentitel. Seit den späten 1980er Jahren machte er seine Erkenntnisse in Gedichten, Memoiren und Interviews auch der Öffentlichkeit zugänglich.

O. W. Fischer starb am 29. Januar 2004 im schweizerischen Vernate in der Nähe von Lugano (Tessin).

Auszeichnungen

Filmographie

  • 1954: Bildnis einer Unbekannten
  • 1955: Napoléon
  • 1955: Ludwig II.
  • 1955: Hanussen
  • 1956: Ich suche Dich
  • 1956: Mein Vater, der Schauspieler
  • 1957: Herrscher ohne Krone
  • 1957: Skandal in Ischl
  • 1957: El Hakim
  • 1958: Peter Voss, der Millionendieb
  • 1958: Helden
  • 1958: Don Vesuvio und das Haus der Strolche
  • 1958: ... und nichts als die Wahrheit
  • 1959: Peter Voss – der Held des Tages
  • 1959: Menschen im Hotel
  • 1959: Abschied von den Wolken
  • 1959: ... und das am Montagmorgen
  • 1960: Scheidungsgrund: Liebe
  • 1960: Mit Himbeergeist geht alles besser
  • 1961: Es muß nicht immer Kaviar sein
  • 1961: Diesmal muß es Kaviar sein
  • 1961: Das Riesenrad
  • 1962: Axel Munthe, der Arzt von San Michele
  • 1963: Frühstück im Doppelbett
  • 1963: Das Geheimnis der schwarzen Witwe
  • 1965: Onkel Toms Hütte
  • 1969: Transplantation
  • 1969: Liebesvögel
  • 1970: Die Fliege und der Frosch
  • 1970: Der Tag des Krähenflügels
  • 1970: Das weite Land
  • 1976: Teerosen
  • 1976: Ein Glas Wasser
  • 1988: Herbst in Lugano
  • 1993: Shiva und die Galgenblume. Der letzte Film des Dritten Reiches
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