Flandern

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Vogelschaukarte von Flandern.jpg

Flandern (lat. Flandria), die „belgischen Niederlande“, ist eine Region im Nordwesten Deutschlands und zur Zeit ein Teil des multikulturellen Belgiens. Es gliedert sich in die Provinzen Antorf, Ostflandern, Flämisch-Brabant, Limburg und Westflandern. Die Stadt Brüssel liegt im flämischen Gebiet, wird aber oft nicht hinzugezählt. Kulturell und ethnisch betrachtet handelt es sich bei den Flamen um Niederdeutsche.

Seit 1830 ist Flandern Teil Belgiens, und die Flamen stellen 55 % der belgischen Bevölkerung. Da der Wunsch nach Unabhängigkeit bei den Flamen immer größer wird, ist mit einem Auseinanderbrechen Belgiens zu rechnen.

Amtssprache und allgemein gebräuchliche Schriftsprache ist die niederländische Sprache. Gesprochen werden zum großen Teil niederdeutsche Dialekte, die sich in Flämisch (im engeren Sinne), Brabantisch und Limburgisch einteilen lassen. Vor allem in den Gemeinden in der Umgebung von Brüssel gibt es auch eine größere Anzahl von Sprechern des Französischen, die in einem Teil dieser Gemeinden das Recht zum Gebrauch ihrer Sprache im Umgang mit den Behörden haben.

Geschichte

Im 2. bis 4. Jahrhundert nach der Zeitrechnung spielten sich Kämpfe ab zwischen den Römern und den fränkisch-alemannischen Stämmen, die über die Rheingrenze hereingebrochen waren. Im Jahre 358 wurde zum ersten mal von einer Siedlung im heutigen Kempenland gesprochen. Kaiser Julian erlaubte den salischen Franken, die er besiegt hatte, sich in Taxandria (Kempen) anzusiedeln.

Im 5. Jahrhundert ließen sich die Franken im gesamten Scheldebecken nieder. Chlodwig, der Ahnherr des Königsgeschlechtes der Merowinger, machte um 440 Doornik zu seiner Hauptstadt. Seine Nachfolger übten auch ihre Macht im Maastal aus, wo sich zur Mehrheit die romanisierten Kelten, die Vorfahren der Wallonen, niedergelassen hatten. Bald nach der Bekehrung Chlodwigs im Jahre 496 breitete sich das Christentum, das bis dahin nur in der Gegend von Tongern Fuß gefaßt hatte, im ganzen Raume aus, den heute Flamen und Wallonen bewohnen.

Der Name Flandern tritt zuerst auf in Verbindung mit der Grafschaft und bezeichnet das Küstengebiet nördlich des heutigen Brugge. Dieses Flandern konnte sich dank seiner Fruchtbarkeit, der hervorragenden handelspolitischen Lage und vor allem dank des Fleißes und der schöpferischen Kraft seiner Bewohner zu einem reichen Gebiet und zur höchsten Kultur entfalten; die „lage landen aan de Zee" vermochten aber nicht, mit der politischen Entwicklung im westeuropäischen Raum Schritt zu halten. Flandern wurde nach und nach Spielball der sich um das Land entwickelnden Großmächte und damit volksfremden Gewalten ausgeliefert.

Mit dem Erstarken des französischen Königtums begann der Kampf um den Besitz Flanderns. Der 11. Juli 1302, der Tag der „Güldenen Sporenschlacht“, höchster Festtag der Flamen, wird für alle Zeiten besondere Bedeutung und besonderes Ansehen im Leben des flämischen Volkes haben. Geführt von Pieter de Koninck und Jan Breydel verteidigten die Flamen in der Schlacht bei Kortrük ihre Freiheit gegen das übermächtige französische Ritterheer. Siebenhundert goldene Sporen der französischen Ritter, die gefallen oder in die Flucht geschlagen waren, blieben als Trophäe auf der Walstatt. Die Geschichte berichtet, daß unter dem Glockengeläut des Kortriiker Belfrieds fünfundsiebzig Prinzen, Herzöge und Grafen, eintausend Ritter, dreitausend Adelige und zwanzigtausend gemeine Streiter, die unter dem Lilienbanner Philipps des Schönen fochten, unter den Äxten und Speeren der flandrischen Weber ihr Leben lassen mußten. Der Graf von Flandern, der zum Vasall des französischen Königs wurde, nachdem er seine Sache für verloren geglaubt hatte, weil die ihm versprochene englische Hilfe ausgeblieben war, mußte so erleben, wie mächtig das im Augenblick der Gefahr einige Flamentum werden konnte. Flanderns Kampf gegen Frankreich war unzweifelhaft ein Kampf der germanischen Völker und Idee gegen das Romanentum. Jene Geschichtsschreiber, die die Ursache zum Kampf der flandrischen Städte gegen den französischen König in wirtschaftlichen Gegensätzen sehen und als eine Auseinandersetzung zwischen Demokratie und Aristokratie betrachten, haben nicht den Sinn dieses heldischen Kampfes in all seinen Beweggründen erfaßt. Über die Jahrhunderte hinweg bis auf den heutigen Tag begehen die Flamen den Tag der goldenen Sporenschlacht als ihren Freiheitstag.

Die kämpferischen Flamen „ein kräftiges, ein großes Volk — und auch ein gutes Volk“, wie Schiller in „Don Carlos“ sagte, „Männer, wert, Gottes Boden zu betreten“, wie Goethes „Egmont“ es aussprach, konnten trotz des herrlichen Sieges in der Schlacht der goldenen Sporen das Geschick nicht aufhalten. Zwei Jahre später nur lieferte Philipp von Frankreich den Flamen einen neuen Kampf, in dem er Sieger blieb. Dowaai (Douai) , Rijsel (Lille) und Bethun wurden den Flamen entrissen. Es sei erwähnt, daß Karl der VI. von Frankreich im Jahre 1382 zur Vergeltung für die Niederlage auf dem „Groeninghe Veld“ bei Kortrijk (Sporenschlacht) diese Stadt nach dem Sieg seines Heeres bei Westroozebeke niederbrennen ließ.

Im Jahre 1384 fielen Flandern, Artois und Mecheln an das französische Haus Burgund, das im 15. Jahrhundert die Herrschaft über den größten Teil des Landes an sich riß. Schon 1382 schien Flanderns Schicksalskampf und seine Kultur mit der Niederlage bei Westroosebeke und mit dem Tod des Freiheitskämpfers Philipp van Artevelde, der in dieser Schlacht sein Leben ließ, endgültig besiegelt zu sein. Alles hatte sich gegen den Freiheitskampf verschworen. Der Bündnisplan des kühnen flämischen Volksführers Jakob van Artevelde, der Gent, Brügge und Ypern zum gemeinsamen Schutz der flandrischen Freiheit einen wollte, war durch Englands Wortbruch, das Hilfe versprochen hatte, vorher schon gescheitert. Dann fiel van Arteveldes Sohn, der des Vaters Erbe in der Führung des Freiheitskampfes angetreten hatte, und endlich erlag der flämische Adel dem französischen Ansturm fast gänzlich.

Das flämische Volk aber rettete sein Volkstum, seine Sprache und seine Art. Von Jahrhundert zu Jahrhundert wechselte Flanderns staatliche Zugehörigkeit. Es war ein Spielball europäischer Politiker geworden.

Im Jahre 1482 kam es durch Heirat an die Habsburger. 1548 wurden die siebzehn niederländischen Provinzen zum Burgundischen Kreis des Deutschen Reiches. Spanien entrechtete es national und religiös. Im spanischen Erbfolgekrieg und in den Raubkriegen nahm Frankreich Teile des Artois und Flandern.

Nach 1713 erlebte Flandern erneut einen Aufschwung unter österreichischen Statthaltern. 75 Jahre später erfolgte die Unabhängigkeitserklärung als „Vereinigte Belgische Staaten“. Dann kam es zur Rückeroberung durch Österreich. Der Friede von Campo Formio vollzog das Ausscheiden des flandrischen Raumes aus dem Deutschen Reich. 1815 war die Vereinigung mit den Niederlanden. Nach fünf Jahren wurde ein Bündnis zwischen Liberalen und Klerikalen gegen die niederländische Regierung geschlossen.

Aus dem Königreich der Niederlande des Wiener Kongresses entstand 1830 das Königreich Belgien, das das germanische Flandern in die unnatürliche Ehe mit den Wallonen zwang. Es gab kein belgisches Volk. Es gab ein wallonisches und ein flämisches Volk. Der Geschichtsschreiber Josson hinterließ eine genaue Aufstellung, derzufolge die Führer der belgischen Revolution, die nichts anderes waren als ein sorgfältig vorbereiteter französischer Putsch, Franzosen waren oder solche Wallonen und Flamen, die in Bonapartes Diensten gestanden hatten. Keiner kann Flandern schildern und seine Geschichte schreiben, ohne des Freiheitskampfes immer wieder zu gedenken. Im 19. Jahrhundert schon standen die ersten Mahner in Flandern auf und lösten die flämische Bewegung aus. Flanderns Sprache, Flanderns Volkstum war in Gefahr. Die Aufrechten, die Kämpfer, die Flamen, die ihre Sendung erkannten, wandten mehr als einmal ihr Gesicht zum Reich. Fäden knüpften sich hinüber und herüber. Wechselnd in rheinischen und flandrischen Städten fanden sich — auf Festen und Tagungen — jene Männer von hüben und drüben, denen das Schicksal des germanischen Flanderns am Herzen lag. So weilte Hoffmann von Fallersleben 1839 in Flandern. Er glaubte fest an die germanische Sendung des Landes, als er die Verse schrieb:

Freiheit hat dir Gott gegeben:
sei dann frei, du freies Land!
Frei zu edlem Tun und Streben,
frei von welschem Lug und Tand!

Literatur

Verweise

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