Folterung deutscher Gefangener durch die Alliierten

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Folter hat in der US-Army und bei den British Armed Forces eine lange Tradition, schon zum Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu Folterungen deutscher Gefangener durch die Alliierten. Später wurde eine Untersuchungskommission unter dem Vorsitz von Gordon Simpson eingesetzt. Dieser Kommission gehörte auch Richter Colonel Edward Leroy van Roden an, der Klartext über die Folter sprach. In der „Chicago Tribune“ vom 12. März 1949 wurde er zitiert: „Wenn Gerechtigkeit Platz greifen soll, dann müßte man die ganze amerikanische Armee nach den Vereinigten Staaten zurückführen, um sie dort abzuurteilen.“ Der britische Marineoffizier, Kriegsgeschichtler und Publizist Captain Russell Grenfell bestätigte die Untersuchungsergenisse van Rodens.

Die bekanntesten Orte, an denen Deutsche gefoltert wurden, sind das Wincklerbad in Bad Nenndorf sowie Landsberg und Schwäbisch Hall.

Inhaltsverzeichnis

Folter im Malmedy-Prozeß

Hauptartikel: Der Fall Malmedy

74 Angehörige des Panzerregiments der 1. SS-Panzerdivision „Leibstandarte Adolf Hitler“ wurden in diesem Prozeß beschuldigt, im Dezember 1944 bei Malmedy 77 gefangene VS-Soldaten erschossen und bis zum Abschluß der Ardennenoffensive weitere Morde begangen zu haben. Um die Schuldigen zu finden, verhörte der Sonderbeauftragte Captain Shumaker alle auffindbaren Angehörigen der Division in den Gefangenenlagern der West-Alliierten. 1.100 Divisionsangehörige wurden nach Schwäbisch Hall gebracht, von denen für die Anklage 700 Mann zurückbehalten wurden. Aus diesen wurden alle älteren Unterführer abgesondert. Nur Offiziere und die jüngsten Soldaten, denen man geringe Widerstandsfähigkeit zutraute, sollten vor Gericht gestellt werden.

Ein Drittel der für den Prozeß Ausgewählten war unter 20 Jahren. Um Schuldige zu finden, quälte man die Soldaten psychisch und körperlich so lange, bis man sie so weit hatte, daß sie sich oder Kameraden der Tötung gefangener Amerikaner bezichtigten. Die erste Befragungsstufe enthielt: Anbrüllen und Bedrohen mit Waffen, Androhung der Sippenhaft und Entziehung der Lebensmittelkarten für die Angehörigen, Drohung mit der Auslieferung an die Sowjets zur Spezialbehandlung. Danach folgten Einzelhaft in Dunkelzellen, körperliche Mißhandlungen wie Faustschläge ins Gesicht, Pistolenschläge auf den Kopf, Ausschlagen von Zähnen, Spießrutenlaufen, Auspeitschen und Stockschläge auf die nackten Zehen und die Geschlechtsteile sowie Fußtritte in den Bauch. In allen Fällen waren die Gefangenen an den Händen gefesselt, so daß sie sich nicht schützen konnten. Einige Beschuldigte, auch der Regimentskommandeur Jochen Peiper, wurden in dunkle Kammern gebracht, die auf bis zu 80 Grad aufgeheizt wurden. Anderen Opfern wurden vor den Torturen Ku-Klux-Klan-Kapuzen übergestülpt, die von dem geronnenen Blut der unter ihnen vorher geprügelten Kameraden steif waren und deren Geruch Erbrechen auslöste. Die Untersuchungsbeamten gaben sich sogar als Geistliche aus und nahmen die Beichte ab, um Näheres zu erfahren. Es gab Scheingerichtsverfahren und Scheinhinrichtungen.

Erfinder dieser Foltern war der Oberstleutnant Burton F. Ellis, der später als Hauptankläger fungierte. Das Hauptverfahren gegen die am sog. „Malmedy-Massaker“ Beteiligten wurde vom 16. Mai bis zum 16. Juli 1946 in Dachau durchgeführt. Die Untersuchungs- und Verhöroffiziere aus Schwäbisch Hall waren jetzt die Anklagevertreter. Bei der Gerichtsverhandlung erklärten 51 Soldaten, schwer mißhandelt worden zu sein. Der Untersuchungsbeamte Perl widersprach unter Eid. Deshalb wurde ihm geglaubt und nicht den Angeklagten. Die deutschen Verteidiger bekamen keinen Einblick in die Vernehmungsakten. Sie konnten das Urteil nicht beeinflussen: 43mal Tod durch den Strang, 23mal lebenslängliche Haft und acht Gefängnisstrafen zwischen zehn und 20 Jahren. Der amerikanische Oberst Willis M. Everett, ein Anwalt aus Atlanta, trat aus Protest gegen die Untersuchungsmethoden als Verteidiger zurück. Nach dem Urteil prangerte er „die diabolischen Pläne einer kleinen Gruppe unserer Bevölkerung und der Armee“ öffentlich an. Er legte Berufung gegen die Urteile ein. Mit einer Eingabe an den Heeresminister gelang es ihm, die vom Militärgouverneur Lucius Clay befohlenen Hinrichtungen zu stoppen.

Simpson-van-Roden-Kommission

Eine vom amerikanischen Heeresminister eingesetzte Untersuchungskommission bestehend aus dem Richter Edward van Roden aus Pennsylvania und dem Richter Gordon Simpson aus Texas untersuchte 139 Fälle aus der großen Zahl amerikanischer Kriegsverbrecherprozesse und deckte die Grausamkeiten auf, die bei den Voruntersuchungen an den Angeklagten in Schwäbisch Hall, Oberursel, Zuffenhausen (Camp for suspected war criminals) und Dachau verübt worden waren. Von den 139 Todesurteilen wurden 29 sofort aufgehoben, und 110 mußten überprüft werden. Allein in Dachau waren von den 1.416 Personen, die dort vor Gericht standen, 426 zum Tode verurteilt worden. Da der offizielle Bericht der Simpson-van-Roden-Kommission vor der Öffentlichkeit geheimgehalten wurde, hielt van Roden nach seiner Rückkehr aus Deutschland zahlreiche Vorträge in den VSA, in denen er die Untersuchungsmethoden schilderte, die angewandt wurden, um zu den erwünschten Todesurteilen zu kommen.

Siehe auch

Literatur

  • Ian Cobain: Cruel Britannia – A Secret History of Torture. Portobello Books, 2012, ISBN 978-1846273339 [Der Autor ist Reporter der britischen Zeitung Guardian und recherchierte staatliche britische Folter seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges.]
  • Thomas Goodrich: Höllensturm – Die Vernichtung Deutschlands, 1944–1947, Createspace Independent Publishing, 2015, ISBN 978-1517540241 [475 Seiten]
  • K. W. Hammerstein: Landsberg: Henker des Rechts?, Wuppertal 1952
  • Friedrich Oscar: Über Galgen wächst kein Gras: Die fragwürdige Kulisse der Kriegsverbrecherprozesse im Spiegel unbekannter Dokumente, Braunschweig 1950
  • Ralf Tiemann: Der Malmedy-Prozeß: Ein Ringen um Gerechtigkeit, Coburg 1993

Verweise

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