Frankfurter Rundschau

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Die Frankfurter Rundschau, kurz FR, ist eine in Frankfurt am Main erscheinende überregionale linke Abonnement-Tageszeitung, die seit 2013 dem Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gehört.

Inhaltsverzeichnis

Profil

Die Frankfurter Rundschau, ein judäozentristisch-neomarxistisch ausgerichtetes Blatt, gab sich über längste Zeiträume ihres Bestehens „linksliberal“ oder „sozialliberal“. Diese beanspruchte Ausrichtung geht zurück auf Karl Gerold, der mit seinem sozialistischen Kompagnon Karl Retzlaw während des Zweiten Weltkrieges für den durch und durch kommunistischen britischen Geheimdienst tätig war.[1]

Geschichte

Die Frankfurter Rundschau war die erste Tageszeitung, die in der amerikanischen Besatzungszone von der Information Control Division als Lizenzzeitung zugelassen wurde (am 1. August 1945). Die Postille begann ihr Werk in den Gelassen der 1943 von der deutschen Regierung aufgelösten Frankfurter Zeitung. Die Lizenz wurde an Wilhelm Karl Gerst, Wilhelm Knothe, Paul Rodemann, Hans Etzkorn, Otto Grossmann, Emil Carlebach und Arno Rudert überreicht, von denen jedoch bis auf Rudert die meisten sich schnell von dem Blatt entfernten.

Übernahme der FR durch DuMont

Am 18. Juli 2006 verlautbarten das SPD-Unternehmen DDVG, das zwei Jahre zuvor die Zeitung gekauft hatte, und M. DuMont Schauberg, daß die DDVG 50 % der Anteile – plus eine Aktie – gegen einen ungenannten Geldbetrag an DuMont Schauberg abgeben werde. Fürderhin gehört der DDVG 40 % des Kapitals, 10 % wie vorher der Karl-Gerold-Stiftung.[2] In einem vorher veröffentlichten Artikel in der Süddeutschen Zeitung wurde von Erwerbungskosten von 35 Millionen Euro gesprochen. Es wurde verlautbart, daß die Übernahme keinen Druck auf die angeblich linksliberale Richtung des Periodikums ausüben werde.[3]

Die Sozialdemokraten hatten über ihre Medienholding DDVG im Jahr 2006 fast 39 Millionen Euro für die FR gezahlt. Nachdem man 950 Mitarbeiter entlassen und das Betriebsgrundstück verkauft habe, sei die Hälfte der Anteile für fast den gleichen Preis an den DuMont-Verlag verkauft worden.[4][5]

Nach Angaben von MDS-Vorstand[6] Franz Sommerfeld hat die Zeitung 2010 rund 19 Millionen Euro Defizit gemacht.

Bedeutungsverlust und Insolvenz

Die allgemeine Zeitungskrise, von der etwa seit dem Jahr 2000 gesprochen wird (Wegbrechen der Pkw-Annoncen, Wegbrechen der Wohnungsannoncen, Wegbrechen von Heirats- und Arbeitsmarktannoncen zeitgleich durch die spürbare Popularisierung des Weltnetzes), hat die Frankfurter Rundschau deutlich stärker getroffen als den Geschäftszweig im allgemeinen. Die DWDL.de GmbH schätzte die Frankfurter Rundschau im Jahr 2011 als „hochdefizitär“ ein.

„So sackte die verkaufte Auflage im Vergleich zum Vorjahresquartal um 10,1 Prozent auf nur noch 129.786 ab. Der Rückgang fiel damit noch etwas stärker aus als im dritten Quartal. Besonders die Abonnenten laufen der ‚FR‘ in Scharen davon: Die Zahl der Abos sackte um 9,3 Prozent ab. Zwar wurden am Kiosk immerhin 5,4 Prozent mehr Exemplare abgesetzt, doch der Einzelverkauf macht nicht mal ein Sechstel der Gesamt-Verkäufe aus. Zusätzlich auf die Auflage drückte eine Reduzierung der sonstigen Verkäufe.“[7]

Wegen der offensichtlichen Hofberichtserstattung wenden sich immer mehr Leser von den vermeintlich seriösen Zeitungen ab. Unabhängige Nachrichtenportale im Weltnetz gewinnen dafür an Bedeutung.

Die Verlagsgruppe DuMont meldete am 13. November 2012 für das Blatt Insolvenz an.

Nachrufe

In der Jungen Freiheit nahm Paul Rosen das damals als endgültig aussehende Verlöschen dieser Pressestimme zum Anlaß für weiter ausholende Betrachtungen. Unter der Überschrift „Abschied von der Lizenz. Die Krise der Tageszeitungen ist in Wahrheit eine Krise des gesamten deutschen Journalismus“ mutmaßte er, es könne vielleicht bald schon mit der Deutschen Presse-Agentur nur noch eine letzte Nachrichtenagentur verbleiben. Dies gemahne an DDR-Zeiten, als es dort mit der ADN überhaupt nur eine Agentur gab. Auch die Bundespressekonferenz erfahre seit Jahren einen spürbaren Bedeutungswandel: ein Fernbleiben der Journalisten nämlich (von der Öffentlichkeit unbemerkt) und in Schüben die breite Einnistung von Beratungsunternehmen und Firmen-Lobbyisten im Hause.

Zum Fall der Frankfurter Rundschau zitierte Rosen den seinerzeitigen Chefredakteur der Wirtschaftswoche, Roland Tichy mit den Worten:

„Zu viele deutsche Medien sind zu rot-grünen Umerziehungslagern verkommen. Deswegen will man deren Phantasmorgasmen nicht mehr lesen.“[8]

Rosen selbst nennt die Vertreter dieser Art von Gesinnungsjournalismus dort „die Prälaten der Inquisition“, die zu Themen wie Asylant, Ausländerkriminalität, „Energiewende“, Syrien, Euro und Finanzkrise und dem sogenannten „Kampf gegen Rechts“ nur ihre ideologischen Vorgaben gelten ließen. Lange Zeit sei das Drucken von Zeitungen in der BRD einer Lizenz zum Gelddrucken gleichgekommen. In der medial und politisch nun völlig veränderten Situation gelinge jenen Karrieristen mit der seinerzeit „richtigen“ Meinung aber inzwischen nicht einmal das Eingeständnis, daß eine rot-grüne Bundesregierung die Hegdefonds-Deregulierung im Land durchgesetzt habe und faktisch Bundeskanzler Schröder die Aufnahme Griechenlands in den Euro zuließ. In diesem Sinne – so Rosen – sei der Untergang der Frankfurter Rundschau ein Plädoyer des Lesers gegen regierungsfrommen Beschwichtigungsjournalismus und gegen die Verbreitung regierungsamtlicher Ausreden.

Wiedererstehen

Am 27. Februar 2013 übernahm der Verlag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das insolvente Blatt. Damit konnte der alte Titel weiter fortbestehen, es wurden aber nur einige Redakteure übernommen.[9]

Seit dem 1. März 2013 wird die Frankfurter Rundschau von der Frankfurter Rundschau GmbH herausgegeben. Deren Gesellschafter sind:

Die Stiftung will das Blatt weiterhin als „unabhängige linksliberale Tageszeitung“ ausgeben. Die Redaktion bestand zunächst aus 28 Mitarbeitern für den Regionalteil, unterstützt wie bisher vom Personaldienstleister Pressedienst Frankfurt. Chefredakteur blieb Arnd Festerling. Der überregionale Teil wurde übergangsweise bis Ende Mai 2013 weiter von der DuMont-Schauberg-Redaktionsgemeinschaft aus Berlin geliefert. Seitdem wird der sogenannte „Mantel“ wieder vollständig von der Redaktion in Frankfurt erstellt. In einer Kooperation werden weiterhin einzelne Beiträge aus der Berliner Zeitung übernommen. Verlagsaufgaben übernehmen der FAZ-Verlag und Rhein Main Media, eine Vermarktungskooperation von FAZ-Verlag und Frankfurter Societät. Gedruckt wird in der Societäts-Druckerei, der Vertrieb erfolgt weiterhin überregional. Eigene Korrespondenten außerhalb der Region hat die Zeitung nicht mehr.

Ende September 2013 zog die Redaktion um in neue Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße in Frankfurt am Main, die unmittelbar gegenüber den Redaktionen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Neuen Presse gelegen sind.

Bekannte aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der FR

Literatur

  • Udo Ulfkotte: Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken, Kopp-Verlag, Rottenburg 2014, ISBN 978-3864451430
  • Eva Herman: Das Medienkartell: Wie wir täglich getäuscht werden, Kopp-Verlag, Rottenburg 2012, ISBN 978-3864450303
  • Uwe Krüger: Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse, Halem 2013, ISBN 978-3869620701 [Für Laien lesbar gemachte Dissertation]
  • Erich Schmidt-Eenboom: Geheimdienst, Politik und Medien: Meinungsmache Undercover, Verlag Kai Homilius, 2004, ISBN 978-3897068797
  • Stephan Weichert / Christian Zabel: Die Alpha-Journalisten, Köln 2007
  • Philip Baugut: Politische (Nicht-) Öffentlichkeit in der Mediendemokratie – Eine Analyse der Beziehungen zwischen Politik und Journalisten in Berlin, Baden-Baden 2009

Verweise

Fußnoten

  1. Das Gesicht der Frankfurter Rundschau, Frankfurter Rundschau, 29. August 2006
  2. Presseerklärung zur Übernahme durch das Verlagshaus Neven DuMont, Frankfurter Rundschau, 18. Juli 2006
  3. vgl. Spiegel-Bericht vom 18. Juli 2006 und Deutschlandfunk vom 19. Juli 2006
  4. Die SPD habe auf dem Rücken der FR-Belegschaft verdient. FDP-Generalsekretär Patrick Döring stellte im November 2012 die Frage, ob es sich bei diesem Geschäft nicht eigentlich um verdeckte Parteienfinanzierung handele.
  5. Via Focus kritisierte der FDP-Generalsekretär Patrick Döring das Finanzgebaren der SPD-Medienholding DDVG. „Es drängt sich der Verdacht auf, daß die SPD mindestens 31 Millionen Euro Gewinn beim Verkauf der Frankfurter Rundschau gemacht hat. Damit hat sie ihre Parteifinanzen ordentlich auf dem Rücken der Belegschaft aufgebessert.“
  6. MDS; Medienhaus M. DuMont Schauberg
  7. „Frankfurter Rundschau“: Auflage sinkt dramatisch, DWDL.de, 20. Januar 2011
  8. Paul Rosen: Abschied von der Lizenz. Die Krise der Tageszeitungen ist in Wahrheit eine Krise des gesamten deutschen Journalismus; Junge Freiheit, Leitartikel am 30. November 2012, Nr. 49/12, S. 1
  9. Zeitungen: FAZ darf Frankfurter Rundschau übernehmen, Die Zeit, 27. Februar 2013
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