Frankreich

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Frankreich
Basisdaten

Flagge

Wappen
Staatsform: semipräsidiale Republik
Hauptstadt: Paris
Fläche: 672.352 km²
Einwohner: 64.473.140 Ew.
(Januar 2008)
Politik
Staatsoberhaupt:
Regierungschef:

Frankreich (amtlich République française, dt. Französische Republik; Kurzform franz.: France [fʀɑ̃s]) bildet das westlichste Glied des Kontinentalkerns von Europa und wird begrenzt im Norden von Flandern, im Nord-Osten von Belgien und dem Großherzogtum Luxemburg, im Osten von Elsaß-Lothringen, der Schweiz und Savoyen, im Süden von Okzitanien, im Westen vom Atlantischen Ozean und im Nordwesten vom Ärmelkanal.

Derzeit besetztes Gebiet des Deutschen Reiches ist Elsaß-Lothringen.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Bevölkerung

[bearbeiten] Staatsangehörigkeiten

1999 hatten 94,4% der Bewohner Frankreichs die französische Staatsangehörigkeit, 5,6% waren rechtlich Ausländer.[1]

[bearbeiten] Regionale Aufteilung der Überfremdung

Der Anteil von Einwanderern der ersten Generation schwankt stark je nach Region. So weist die Hauptstadtregion Ile-de-France mit 16,7% den höchsten Immigrantenanteil auf, den niedrigsten dagegen die Bretagne mit 2,2%. Insgesamt waren 2008 8,1 Prozent der Bewohner Frankreichs Einwanderer.[2]

[bearbeiten] Konfessionen

Im Jahre 2005 waren etwa 75% der Einwohner Katholiken, 5 Mio. Moslems, 950.000 Protestanten (hierunter insbesondere Calvinisten), 650.000 jüdisch und 200.000 orthodox.[3]

[bearbeiten] Die Kolonien

In den wenigen, weitgehend unbedeutenden Kolonien, die Frankreich verblieben sind, lebt heute nurmehr ein sehr geringer Anteil an Weißen. So sind es in Französisch-Polynesien 12%, während 83% der Bevölkerung aus Polynesiern und Mischlingen bestehen. In Guadeloupe leben zu 77% Mulatten, zu 10% Schwarze und zu 10% Kreolen. In Martinique macht die schwarze Mehrheit 87% der Bevölkerung aus, während in Neukaledonien immerhin 34% der Einwohner Europäer sind. In Réunion, mit fast 800.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Kolonie, besteht ebenfalls nur eine kleine Minderheit aus weißen Franzosen.[4]

[bearbeiten] Wie die französische Nation innerhalb von 40 Jahren zersetzt wird

Frankreich bildete für über zweihundert Jahre ein wichtiges Refugium für Juden, denn dieses Land führte 1791 die Emanzipation der Juden ein. Der Säkularismus der französischen Republik erlaubt die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz und garantiert Religionsfreiheit, wenn auch die Zurschaustellung religiöser Symbole in öffentlichen Institutionen eingeschränkt ist. Die Jüdische Gemeinde in Frankreich ist mit etwa 500.000 Personen die stärkste in Europa und die drittstärkste weltweit.

Doch Frankreichs Ideal einer geeinten Nation wird durch das wachsende Selbstbewusstsein seiner ethnischen Gruppen, insbesondere der Schwarzen und der Moslems, auf die Probe gestellt. Dies bekommt besonders die Gruppe zu spüren, welche die Entchristlichung und Enteuropäisierung Frankreichs im Verborgenen stets vorangetrieben hatte.

Hauptleittragende sind vor allem jüdische Einwanderer aus Nordafrika, die in oder nahe der Hochhaussiedlungen - den sogenannten Banlieues - in gemischten Einwanderervierteln, mit den Arabern zusammen leben. Einst waren die arabischen Einwanderer ihre Freunde und politischen Verbündeten. Mittlerweile erweist sich das Zusammenleben von Juden und arabischstämmigen Moslems in Frankreich als schwierig, da seit etwa 15 Jahren dieses, durch die Lage im Nahen und Mittleren Osten, sowie durch die Verbreitung des islamischen Fundamentalismus, von Spannungen gekennzeichnet ist.

Mit der 2. Palästinensischen Intifada, die 2000 mit dem Besuch Ariel Sharons auf dem Felsendom in Jerusalem begann, änderte sich die politische Einstellung vieler Juden in Frankreich. Denn Frankreich wurde in den Jahren 2000 und 2002 von einer Welle antisemitischer Ausschreitungen erfasst, in deren Gefolge Synagogen in Brand gesteckt, Rabbis angegriffen und einige Juden auf bestialische Weise zu Tode gefoltert wurden.

Alleine bei den Ausschreitungen im März und April 2002 wurden insgesamt 395 Straftaten unterschiedlicher Schwere gegen jüdische Personen und Einrichtungen festgestellt. Die Jüdische Gemeinde reagierte mit der Gründung von Organisationen zur Überwachung antisemitischer Aktivitäten wie etwa die von S.O.S. Vérité-Sécurité, welche interessanterweise nach dem Konzept der S.O.S. Racisme arbeitet, einer Organisation, die eine Schöpfung der Sozialistischen Partei Frankreichs ist, die vor allem dazu gegründet wurde, die Wählerstimmen der arabischen Einwanderer für sich zu gewinnen.

Gerade junge Juden radikalisieren sich und fühlen sich Israel stark verbunden. Nahmen früher Juden noch eine französische Identität an, heben sie heute ihre jüdische Identität hervor. Ursache dafür ist der wachsende Antisemitismus in Frankreich, insbesonders unter Einwanderern. Im Einwandererjargon Verlan gilt das Wort “feuj” für juiv - Jude - als Schimpfwort. Infolge dessen sind auch die jüdischen Intellektuellen Frankreichs näher an Israel gerückt und verzichten auf allzu große Kritik an dessen Politik. Der Anwalt und Nazijäger Serge Klarsfeld verglich den Druck, sich von Israel zu distanzieren, mit dem Zwang, zu “politischen Marranos” zu werden, jenen Juden welche während der spanischen Inquisition, die gezwungen wurden, sich vom Judentum zu distanzieren. Der moslemische Philosoph Tariq Ramadan bezichtigte einige jüdische Intellektuelle wie etwa Bernard-Henri Lévy und Alain Finkielkraut, sich vom Universalismus der französischen Republik zugunsten der eigenen Gruppe verabschiedet zu haben, was zur Empörung seitens jüdischer Intellektueller führte, denn eine spezifische Kritik an jüdischem Einfluss in Frankreich galt bis dahin als Tabu.

In Frankreich tobt ein Kulturkampf zwischen den Fürsprechern des Kommunitarismus (die französische Variante des Multikulturalismus mit abgegrenzten ethnischen Gruppen) und des republikanischen Universalismus (Nach dieser Schmelztiegelideologie gibt es nur Franzosen - ethnische Herkunft ist irrelevant). Galt der Kommunitarismus als verpönt und unfranzösisch, gewinnt er durch den Siegeszug des Multikulturalismus an Bedeutung.

Doch die Juden führen Rückzugsgefechte. Wie in Großbritannien stehen Lehrer unter dem Druck, in Klassen mit hohem moslemischen Schüleranteil auf die Behandlung des Holocausts im Unterricht zu verzichten, um Drohungen aus dem Weg zu gehen. Der demographische Druck der Moslems und die wachsende Gewalt führen dazu, dass immer mehr Juden von moslemischen Einwanderern aus den Pariser Vororten vertrieben werden. So wird zum Beispiel die 40-jährige Synagoge von Villepinte, die bereits 1991 und 2001 in Brand gesteckt wurde, wahrscheinlich bald geschlossen. Seit der Zunahme des moslemischen Antisemitismus in den Pariser Vororten - beginnend ab 2000 - haben zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung diese Gegenden schon verlassen. Das Problem beschränkt sich aber nicht nur auf die Vorstädte. Juden werden immer stärker gettoisiert, da antijüdische Angriffe häufiger werden. Ein Zeichen der Ghettoisierung ist der Rückzug aus dem öffentlichen Schulsystem. Jüdische Eltern schicken ihre Kinder immer häufiger auf jüdische Privatschulen. So sagte ein Inhaber einer koscheren Metzgerei im 19. Pariser Stadtbezirk:

"Unsere Kinder gehen auf jüdische Schulen. Ich habe noch die laizistische Schule besucht. Wir waren mit den Arabern befreundet. Inzwischen ist das nicht mehr möglich. In den öffentlichen Schulen respektieren die Jugendlichen nicht einmal mehr die Lehrer und schon gar keine andere Religionsgemeinschaft. Wer eine kleine Kopfbedeckung trägt, wird sofort angegriffen: mit Worten, mit Händen und dann mit Schlägen."

Angesichts zunehmender ethnischer Polarisation versuchen einige jüdische Intellektuelle, das Ruder herumzureissen. Denn mit dem Antirassimus schufen die Juden neben dem Kommunismus ein neues Monstrum. Gilt doch im heutigen post-nationalen Europa Israel als Anachronismus, das ständig für sein Festhalten an territorialer Soveränität kritisiert wird. Der jüdische Alt-68er Finkielkraut nannte den Antirassismus den neuen Stalinismus. So verteidigte er 2005 das Konzept der Nation:

“Die Nation ist nicht nichts, sie ist der Rahmen, in dem wir leben, und es dürfte sehr schwer werden, sich in ein Frankreich und deren Menschen zu integrieren, das sich selbst nicht mehr mag.”

Auch wenn Juden heute Opfer sich radikalisierender Minderheiten werden, so darf man nicht vergessen, dass Juden an deren Radikalisierung ihren Anteil hatten. Die Juden in Frankreich spielten unter den Soixante-huitards, den 68ern, eine entscheidende Rolle. Sie bildeten den Kern der Kommunistischen Revolutionären Liga und der antirassistischen Bewegung, darunter Organisationen wie MRAP und LICRA. LICRA (Ligue internationale contre le racisme et l’antisémitisme) wurde 1927 vom jüdischen Journalisten Bernard Lecache gegründet. Aktivisten waren Sholom Schwartzbard (jüdischer Anarchist), Victor Basch (jüdischer Menschenrechtsaktivist), Léon Blum (jüdischer Premierminister der Linken in Frankreich), Albert Einstein (jüdischer Wissenschaftler), Edouard Fleg, Maxime Gorki (Russischer Schriftsteller, Freund Wladimir I. Lenin, reiste nach New York, um dort finanzielle Unterstützung für die bolschewistische Revolution zu erbeten), Paul Langevin (französischer Kommunist), Countess of Noailles, Georges Pioch (kommunistischer Schriftsteller), Séverine (französische Kommunistin) und André Spire (militanter jüdischer Zionist).

Seit 1999 kämpft die LICRA unter Führung des jüdischen Europaabgeordneten Partick Gaubert gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz (sprich Sonderprivilegien am Arbeitsplatz für Nichtweiße), Einbürgerung (Masseneinbürgerung von Nichtweißen) und benachteiligten Jugendlichen (in Frankreich ist Jugendlicher Neusprech für Araber). MRAP steht für Mouvement contre le racisme et pour l’amitié entre les peuples (Bewegung gegen den Rassismus und für die Völkerfreundschaft wurde 1949 vom jüdischen Maler Marc Chagall gegründet und hieß damals verräterischerweise Mouvement contre le racisme, l’antisémitisme et pour la paix (Bewegung gegen den Rassismus, Antisemitismus und für den Frieden). Ironischerweise ist diese einst jüdische Organisation mittlerweile unter arabischer Führung, ihr Chef heißt Mouloud Aounit.

Die wichtigsten Strömungen der radikalen Linken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg, und besonders im Vorfeld des Mai 1968, von Juden begründet oder in führender Position geleitet. Hier vor vor allem Parteien und Gruppen der trotzkistischen und der libertären, anarchokommunistischen Linken, aber auch in der Kommunistischen Partei und der CGT (mit dem Vorsitzenden Henri Krasucki) fanden sich jüdische Personen an führender Stelle. Die Geschichte der radikalen Linken in Frankreich war mit jener Israels eng verknüpft. In gewisser Weise ähneln sich die Spannungen in den Banlieues zwischen Juden und Arabern mit jenen im Nahen Osten. Wie stark die kommunistische Bewegung in Frankreich heute noch jüdisch geprägt ist, zeigt sich daran, dass die KP Frankreichs ab 1996 die KP Russlands nicht mehr zu ihrem Kongress einlädt, da derem Chef Gennadi Sjuganow Antisemitismus vorgeworfen wird.

Einer der bedeutensten Personen jener 68er-Bewegung war Daniel Cohn-Bendit. Interessant an Cohn-Bendit, der aus seinen pädophilen Neigungen keinen Hehl macht, daß er der Führer der Soziologiestudenten an der Universität von Nanterre war, die sich für die Aufhebung getrennter Wohnräume für Studenten und Studentinnen einsetzten. Dies war wohlgemerkt im März 1967, ein Jahr vor den Maiunruhen. Cohn-Bendit scheint damit in jene freudsche Denkschule zu passen, die schon in den zwanziger Jahren eine Verbindung zwischen Marxismus und Psychoanalyse wagte. Kevin MacDonald merkt in seiner Kritischen Kultur an, dass Juden ein grundsätzliches Problem mit der monogamen westlichen Familienstruktur haben, da diese Elternschaft mit hohem Erziehungsaufwand, sogenanntes high investment parenting, hervorbringt. Somit war 1968 besonders durch die Forderung nach freier Sexualität geprägt. Eine Entwicklung, die die Aufweichung von Familienstrukturen in Europa Vorschub leistet. Heute ist Cohn-Bendit Vizevorsitzender der Grünen Partei im Europäischen Parlament. Interessanterweise bezeichnen die Medien ihn als Deutschen, obwohl er in Paris als Sohn jüdischer Eltern geboren wurde. Sein Deutschsein beschränkt sich darauf, die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen zu haben, mit dem einzigen Zweck, dem französischen Militärdienst zu entgehen.

Ein weiterer jüdischer Aktivist der 68er war der militante jüdische Sozialist Benny Levy. Geboren in Kairo, studierte er an der Ecole Normale Superieure und verkehrte in maxistisch-leninistischen Kreisen. Levy war der persönliche Sekretär Jean-Paul Sartres und bezeichnete sich selbst als “intellektuellen Terroristen”. Wie sein Ziehvater Sartre wandte sich Levy später dem Studium religiöser Schriften wie der Torah und dem Talmud zu. Sein letztes Buch trägt den verräterischen Namen “Vom jüdisch sein”, ein klares Indiz dafür, dass er wie andere jüdische 68er sich seiner jüdischen Identität immer bewusst war. Seine Biografie entspricht damit dem weltweiten Trend unter Juden, sich vom sozialistischen Gedanken zu trennen und sich der Religion und dem Zionismus hinzuwenden. Levy gründete zusammen mit Bernard-Henri Levy und Alain Finkielkraut ein Institut in Jerusalem, das dem jüdisch-französischem Philosoph Emannuel Levinas gewidmet ist.

Alain Geismar entstammt einer jüdischen Familie aus dem Elsaß und engagierte sich Anfang er 1960er- Jahre gegen den Algerienkrieg. 1961 war er Landesvorsitzender der Vereinigten sozialistischen Studenten, ESU (Étudiants socialistes unifiés), und war 1968 Führer der maoistischen “Proletarischen Linken”. Er war auch Kampfgefährte von Daniel Cohn-Bendit.

Daniel Bensaïd trat 1956 dem Jugendverband Jeunesses Communistes und später der PCF und schloss sich in den 1960er-Jahren der trotzkistischen Positionen an. 1968 gehörte Bensaïd gemeinsam mit Daniel Cohn-Bendit und dem späteren Direktor der Zeitung Libération, Serge July zu den bekanntesten Aktivisten des Mouvement du 22 mars an der Universität Nanterre und der von dort ihren Ausgang nehmenden Studentenrevolte, welche im Generalstreik und aufstandsartigen Zuständen im Mai 1968 mündete. Daniel Bensaïd gilt als einer der wichtigsten marxistischen Theoretiker Frankreichs und ist führendes Mitglied der Ligue Communiste Révolutionnaire (LCR/IV.Internationale). Im Gegensatz zu anderen jüdischen Aktivisten identifiziert er sich nicht mit der israelischen Politik.

Ein weiterer Protagonist war Alaine Krivine, der aus einer jüdisch-ukrainischen, am Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund antisemitischer Pogrome nach Frankreich emigrierten Familie stammt. 1955 trat er in die Jugendorganisation der Parti communiste français (PCF) ein und wechselte später in verschiedene kommunistische Jugendorganisationen. Von 1966-68, als Redaktionssekretär beim Hachette-Verlag tätig, wurde er als Figur der Mai-68-Bewegung bekannt. 1970 wurde er Journalist der Wochenzeitung “Rouge” der Ligue communiste révolutionnaire (LCR), zu deutsch, Revolutionäre Kommunistische Liga. 1999 wurde er über die Liste Lutte Ouvrière (Arbeiterkampf) ins Europaparlament gewählt. Man darf nicht vergessen, dass die Führer jener Unruhen im Quatier Latin im Paris 68, die nicht politische Ämter besetzen konnten, sehr stark die französischen Medien prägen.

Von Bedeutung für das Meinungsklima in Frankreich ist noch Serge July. Dieser jüdische Publizist war 33 Jahre lang Chefredakteur der linksliberalen Tageszeitung „Libération“. Gemeinsam mit Jean-Paul Sartre und weiteren Intellektuellen gründete er die Zeitung, die heute meinungsführend ist. 1968 war Serge July Lehrer und intensiv an den Mai/Juni-Ereignissen beteiligt. Er zählte zu den Mitbegründern der „Gauche Prolétarienne“ (Proletarische Linke).

Dass die Unruhen in Frankreich heftiger waren wie in anderen westlichen Staaten, erklärt sich nicht nur am hohen jüdischen Bevölkerungsanteil Frankreichs. Mit über 600.000 Studenten 1968 hatte Frankreich die größte Studentenpopulation Westeuropas, und somit stand den 68er ein hervorragendes Agitationspotential zur Verfügung.

Hinzu kam, dass sich im Gegensatz zu anderen Ländern Europas die Gewerkschaften mit den Zielen der Studenten solidarisierten und einen Streik ausriefen. Interessant auch, dass schon damals die Studenten damit drohten, Autos anzuzünden. Dies scheint also keine arabische Erfindung zu sein. Allerdings endeten die Mai-Unruhen nach vier Wochen und der damalige Staatspräsident Charles de Gaule gewann nach der Parlamentsauflösung und dem Rücktritt von Georges Pompidou bei den Parlamentswahlen im Juni die absolute Mehrheit.

Dennoch ist die Bewegung vom Mai 68 so tief in die französische Gesellschaft eingesickert, daß die Ideale von '68 längst Teil der Staatsraison Frankreichs geworden sind. Dies erkennt man daran, daß Sarkozy zum 40. Geburtstag der Mai-Revolte Daniel Cohn Bendit im Elysée-Palast empfing. Einer der jüdischen 68er-Aktivisten hat es gar ins Kabinett von Sarkozy gebracht, der Außenminister und “Menschenrechtsaktivist” Bernhard Kouchner. Interessanterweise bemerkte Sarkozy, daß er der 68er-Revolte seine Präsidentschaft verdankt. Wenn man bedenkt, daß gerade in Frankreich nur jemand Präsident werden konnte, der tief im Land verwurzelt ist, und daß die französische Elite für Einwanderer bis heute weitgehend undurchdringbar ist, so wird an der Bemerkung Sarkozys deutlich, dass der Multikulturalismus ein gutes Mittel darstellt, tradierte Gesellschaften zu zersetzen, um sich dann selbst als volksfeindliche Elite zu etablieren. Ohne den multiethnischen Charakter des heutigen Frankreichs wäre ein Einwanderer ungarisch-jüdischer Herkunft niemals Staatspräsident geworden.

Einer der bekanntesten jüdischen Intellektuellen ist Jean-Paul Sartre, der Kopf des Dekonstruktivismus, einer Denkschule, die sich dem Kampf aller althergebrachten Normen und Werte zugunsten eines Kulturrelativismus verschrieben hat. Viel weniger bekannt ist ein anderer jüdischer Agitator, Benjamin Stora. Historiker und Experte in algerischer Einwanderung nach Frankreich, lehrt er nordafrikanische Geschichte an der Universität von Paris. Als Trotzkist war er bis 1986 ein Mitglied der Internationalen Kommunistischen Organisation. Ethnische Minderheiten sind seiner Meinung nach der neue Treibsatz einer Revolution. So verkündete er stolz, dass 2007 der letzte Wahlsieg der Rechten gewesen wäre, denn schon bald würden neue ethnische Battalione “das Gleichgewicht definitiv stören.” Für ihn ist der Geist von Mai 1968 keine Frage der Erinnerung sondern der Mobilisierung. Was seiner Meinung nach notwendig ist, ist den ethnischen Minderheiten ein Verlangen nach der Herausforderung der bestehenden Ordnung einzuprägen. Hier insbesondere die ethnische Ordnung, indem man sich von den Entkolonisierungsbewegungen inspirieren lässt. Als Professor für algerische Geschichte weiß er nur zu gut, dass die Unabhängigkeit Algeriens mit der Vertreibung von einer Millionen französischer Kollonisten, den sogenannten Pieds-noirs, einherging.

Es dürfte klar sein, daß Juden wie er, in Frankreich die afrikanischen Einwanderer dafür benutzen werden, die weiße und christliche Bevölkerung Frankreichs zu bekämpfen. Dass er selber als in Algerien geborener zusammen mit den französischen Siedlern sein Geburtsland verlassen musste, scheint ihn nicht zu stören. Der Hass gegen Frankreich, den viele Juden aufgrund der französischen Kollaboration mit Nazideutschland unter dem Vichy-Regime hegen, scheint sie gegenüber der Bedrohung des Islamismus blind zu machen.

Man darf hier nicht vergessen, daß Frankreich wesentlichen Anteil am Bau der israelischen Atombombe hatte und daß Frankreich bei der Staatsgründung Israels entscheidend mithalf. Höhepunkt dieses Bündnisses war die “Suezexpedition” im Oktober 1956, als Frankreich, Großbritannien und Israel gemeinsam Ägypten angriffen. Es war auch Frankreich, welches den nordfranzösischen Juden, die nach der Unabhängigkeit diese Gegend verlassen mussten, eine großzügige Einwanderung ins Mutterland erlaubte. Die Juden zeigten ihren Dank durch ihre übliche linksradikale Aktivität mit dem Ziel des Sturzes der Kultur des Gastlandes. Stora ist hierfür symptomatisch.

Ein Vorgeschmack auf diese Revolution bildeten die Unruhen im November 2005. Dass diese Unruhen eher einen ethnischen als einen kriminellen Charakter hatten, zeigte sich daran, daß unter den festgenommenen Jugendlichen nur 8 % vorher straffällig gewesen waren. Es handelte sich also kaum um eine Revolte der Kriminellen. Tatsächlich wurden während der Unruhen zwei Kirchen niedergebrannt. Angegriffen wurden auch vor allen Dingen Institutionen staatlicher Macht, wie Schulen, Büchereien und Polizeiwachen. Die wachsende Polarisierung in Frankreich zeigt sich auch an der Explosion der Jugendkriminalität, die zwischen 1989 und 1999 um 176 % wuchs. Bei den Unruhen 2007 in Villiers-le-Bel, einem nördlichen Vorort von Paris, wurde mit Jagdgewehren auf Polizeibeamte geschossen, ein Zeichen dafür, daß die Aufständigen immer besser bewaffnet und organisiert sind. Interessant ist auch, daß sich die Jugendbanden in Frankreich gegen den Staat zusammenschließen, während in anderen westlichen Ländern die Banden eher dazu neigen, sich gegenseitig zu bekriegen. Dies bewog den französischen Richter Jean de Maillard - Stellvertreter des Obersten Gerichts von Orléans und Professor am Institut für Politikwissenschaft in Paris - dazu, vor einem Bürgerkrieg zu warnen. Da passt es gut ins Bild, dass 70 % aller französischen Gefängnisinsassen Moslems sind, obwohl sie nur 12% der Gesamtbevölkerung stellen.

Sahen viele Juden die moslemischen Migranten einst als Verbündete, so ist die Jüdische Gemeinde Frankreichs in dieser Frage heute tief gespalten. Viele Juden haben mit der heutigen Linken ihre Probleme. Denn die Linke schweigt zu den moslemischen Ausschreitungen gegen jüdische Einrichtungen, bilden Moslems mittlerweile für Kommunisten und Sozialisten einen entscheidenden Wählerblock. Alain Finkielkraut spricht von einer islamisch-progressiven Allianz. Der jüdische Präsident Sarkozy versucht mit verschärften Volksverhetzungsgesetzen und Affirmative Action Programmen für Migranten sowie der Einrichtung eines französischen "Muslim"-Rates der Radikalisierung entgegenzutreten. Dazu passt auch seine gescheiterte Initiative, den Holocaustunterricht flächendeckend einzuführen. Außerdem kündigte Sarkozy an, das sogenannte Busing einzuführen, eine Methode aus den USA, bei der Schüler aus “unterpriviligierten” Schichten über weite Strecken an Schulen der Mittelschicht gefahren werden. Eine bessere Verkehrsanbindung der Vorstädte an die Innenstädte mit Kosten von 500 Millionen Euro ist ebenfalls vorgesehen, eine Maßnahme, die dafür sorgen dürfte, dass künftige Unruhen auch auf die besseren Stadtteile überschwappen, eine Maßnahme, die aus dem Munde eines angeblichen “Law and Order”-Politikers geradezu zynisch wirkt. Die von Sarkozy ins Kabinett berufene französische Staatsekretärin für Bauwesen und Stadtplanung, die algerischstämmige Fadela Amara, kündigte das Sanierungsprojekt “Espoir Banlieues” für die Vorstädte im Volumen von einer Milliarde Euro an. Dazu verkündete sie:

“Wir entghettoisieren 50 ausgewählte Stadtbezirke, wo wir wachsende Probleme haben, wie Les Bosquets und Seine-Saint-Denis. … Das Ziel ist es, Vorurteile zu zerstören und zu zeigen, daß die Vororte ein Teil Frankreichs sind.”

Der Hisbollah Fernsehsender Al-Manar wurde gesperrt und ein Kopftuchverbot an Schulen eingeführt. Das Kopftuchverbot wurde vom Großrabbi Joseph Sitruk unterstützt und findet auch in der Jüdischen Gemeinde Zustimmung, gilt der Laizismus doch als traditioneller Schutz der Juden in Frankreich, denn die 1905 beschlossene Trennung von Kirche und Staat, der bis heute institutionell festgeschriebene französische Laizismus ist ein direktes Ergebnis des Ausgangs der Dreyfus-Affäre. Nicht zufällig wurde die Demonstration gegen das Kopftuchverbot in Paris vom Islamisten und Antisemiten Mohamed Latrèche angeführt.

Sarkozy dagegen versucht dagegen nun seit einiger Zeit den Laizismus außer Kraft zu setzen, um dem Islam einen offiziellen Charakter zu geben. Dies würde es erlauben, daß der französische Staat Moscheen finanzieren dürfte. Sarkozy ist besessen von der Idee eines französischen Islams. Offenbar meint er, der Radikalisierung der Moslems entgegenzuarbeiten, indem ein domestizierter Staatsislam geschaffen wird. Sein Kabinett besteht aus überproportional vielen Juden, was ein deutliches Signal seiner ethnischen Präferenz darstellt. Arno Klarsfeld, Sarkozys Sonderbotschafter, der Sohn der bekannten Nazijäger Serge und Beate Klarsfeld, brach mit der französischen Linken, als er 2002 die isrealische Staatsbürgerschaft annahm. Er machte die Palästinenser für die jüdischen Opfer im Zweiten Weltkrieg verantwortlich, indem er ihnen vorwarf, im Zweiten Weltkrieg die jüdische Einwanderung nach Palästina zu beschränken. Er diente in Bethlehem bei der Grenzpolizei. Unter Sarkozy soll er der illegalen Einwanderung in Frankreich Herr werden. Diese Maßnahme dient allerdings nur der Beschwichtigung jener Wähler, die Sarkozy dem Nationalisten Jean-Mari Le Pen entzogen hat. Sarkozy hat angekündigt, dem Rassismus den Kampf anzusagen. Seine Kabinettsdirektorin Emmanuelle Mignon ist für dessen Umsetzung vertraut worden. Interessant an Emmanuelle Mignons Äußerungen ist folgendes:

“Denn jeder weiß, dass der Holocaust das absolute rassistische Verbrechen ist. Es ist somit logisch, die Behandlung des Holocausts im Unterricht zu dem Instrument in einem gnadenlosen Kampf Rassismus jeglicher Form und nicht nur dem Antisemitismus zu machen. Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, wie wir damit mit Kindern sprechen.”

An ihren Äußerungen wird klar, wie der Holocaust genutzt wird, Kinder einer Gehirnwäsche zu unterziehen, den Untergang ihrer eigenen Nation zu ersehnen und Selbsthass zu entwickeln.

Dies erkannte schon Kevin MacDonald in der Kritischen Kultur: “Der Holocaust wurde somit zu einem Instrument jüdischer ethnischer Interessen, und nicht nur als ein Symbol, das dazu dient, moralischen Empörung gegenüber Gewalt gegen ethnische Minderheiten wie insbesondere den Juden auszulösen, sondern auch als ein Mittel, alle Gegner einer hohen multiethnischen Einwanderung in westliche Gesellschaften hinein zum Schweigen zu bringen. Wie in KriK beschrieben, war die Durchsetzung multiethnischer Einwanderung seit dem späten neunzehnten Jahrhundert ein Ziel jüdischer Gruppen.”

Da passt es gut, dass Jean-Marie Le Pen zu 10.000 Euro Strafe durch das Pariser Berufungsgericht wegen Diskriminierung und Volksverhetzung verurteilt wurde, für Äußerungen in der Zeitschrift Rivarol vom April 2004 über potentiell 25 Millionen Moslems in Frankreich. Der Kläger war die berüchtigte Menschenrechtsliga, eine Aktivistenorganisation, die 1898 aus der Dreyfus-Affäre hervorging und mittlerweile Ausländerlobbyismus betreibt.

Sind seine demographischen Vorraussagen wirklich abwegig? Heute schon stellen die Bewohner der Banlieues 10% der französischen Bevölkerung. Der moslemische Bevölkerungsanteil liegt mindestens bei 10%. Offiziell nimmt Frankreich jährlich 250.000 Einwanderer aus überwiegend schwarz- und nordafrikanischen Ländern auf. Doch die Zahl der Illegalen wird auf jährlich 100.000 geschätzt. Der Front National geht sogar von einer Nettoeinwanderung von gut 400.000 Einwanderern pro Jahr aus. Im Vergleich dazu ist die Einwanderungsrate nach Deutschland vergleichsweise mäßig. Der Beitrag zur französischen Wirtschaft ist bei diesen Einwanderern eher gering. So gelten 60 % der arbeitsfähigen Menschen, die aus dem Ausland stammen, als arbeitslos. Die Einnahmeausfälle an Steuern und Sozialabgaben aufgrund der hohen Erwerbslosigkeit der Migranten wird in Frankreich auf 48 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Die Entfremdung, die die 68er-Revolte und die Masseneinwanderung sowie die Politische Korrektheit unter den Franzosen entstehen lässt, zeigt sich anhand fallender Wahlbeteiligung, Rückzug aus dem öffentlichen Schulsystem und fallender Gewerkschaftsmitgliedschaft.

Kaum ein anderes Land Europas dürfte demographisch schon so weit auf dem Weg hin zu einer nichteuropäischen Mehrheitsgesellschaft sein wie Frankreich, wo die Hälfte der Jugendlichen einen Migrationshintergrund aufweisen. In Deutschland haben 25 % aller Jugendlichen und 33 % aller Neugebohrenen einen Migrationshintergrund (darunter fallen auch Russlanddeutsche). Besonderen Treibsand für die Dynamik bilden die unterschiedlichen Geburtenraten. Weiße Franzosen bekommen 1,3 Kinder pro Frau, Araberinnen knapp 3 Kinder pro Frau und schwarze Frauen kommen gar auf durchschnittlich 4 Kinder pro Frau. Man sieht an den folgenden Grafiken anschaulich das beschleunigte Anwachsen des Islams in Frankreich als Zeichen der fremden Landnahme.

Besonders deutlich wird die Dynamik der Ethnomorphose (Umvolkung) Frankreichs, wenn man die Zahl der Gebetshäuser 2006 mit der 2008 vergleicht.

[bearbeiten] Kampf gegen illegale Einwanderung

Die Unterstützung von illegalen Einwanderern ist unter Strafe gestellt. In Einzelfällen sind Haftstrafen von bis zu fünf Jahren vorgesehen. Bis Ende 2009 will Frankreich insgesamt 27.000 Einwanderer (Ausländer ohne Aufenthaltserlaubnis) des Landes verweisen.[5]

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Fußnoten

  1. ^ Der Fischer Weltalmanach 2009, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2008, S. 176.
  2. ^ s.o.
  3. ^ s.o.
  4. ^ ebd. S. 177f.
  5. ^ Zuwanderung - Frankreich schiebt 17.000 Ausländer ab, jungefreiheit.de, 04. September 2009
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