Freiheit

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Freiheit ist ein menschlicher Gemüts- bzw. Gefühlszustand, in welchem das betreffende Individuum seines Erachtens weitgehend ohne äußeren oder inneren Zwang für verschiedene Möglichkeiten optieren kann. Hierbei kommt es auch zur Unterscheidung einer, die äußeren Bedingungen kennzeichnenden Freiheit und einer auf geistiger Souveränität fußenden, inneren Freiheit.

Den Eintritt von Freiheit – oder den Übergang von Unfreiheit zu Freiheit – kann man allgemein als Befreiung verstehen. Dieser Terminus findet im politischen Sinne wahrheitsgetreue Anwendung in Bezug auf ein vormals fremdbeherrschtes, numehr selbstbestimmtes Volk. Unwahr dagegen ist seine Anwendung auf vormals noch weitgehend selbstbestimmte Völker, wenn diesen von Seiten momentaner Fremdherrschaft eine Freiheit via Propaganda eingeredet wird.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Liberalistische Auslegung: „Freiheit ist das Nichtvorhandensein von Ordnung, Bindung oder Zwang.

Die politische Freiheit bedeutet Autonomie, Selbständigkeit bzw. Selbstbestimmung des Tuns und Lassens eines Volkes und seiner Volkszugehörigen im Rahmen der sozialen und staatlichen Gesetzlichkeit.“ (→ Selbstbestimmungsrecht der Völker)

Physische Freiheit bedeutet Unabhängigkeit des Handelns von äußeren Kräften, die es verhindern könnten.

Psychologische Freiheit bedeutet Selbstentscheidung des Ich, d.&hnbsp;. Unabhängigkeit des Handelns und Wollens von momentanen Reizen, Fähigkeit der Überlegung und Wahl, Sich-bestimmen-lassen durch die eigene Persönlichkeit, durch den eigenen Charakter.“ (Meyers Großes Konversations-Lexikon 1905)

Freiheit ist ein verneinender Begriff, er bezeichnet die Abwesenheit jeder fremden Einwirkung auf einen Gegenstand, da diese Freiheit aber in der Welt geradezu eine Unmöglichkeit ist, so kann von Freiheit nur beziehungsweise die Rede sein.

So nennt man in der Physik Freiheit das Vermögen eines Körpers, seine Kräfte ohne äußerliches Hinderniß zu zeigen (freie Bewegung, freie Wärme, freie Luft etc.).

Grenzen der Freiheit

Da Freiheit ein negativer Begriff ist, der durch die Abwesenheit von Zwängen und Bindungen gekennzeichnet ist, kann Freiheit am besten durch eben diese Zwänge und Bindungen bestimmt werden. Beispiele machen dies deutlich:

  • Die äußere Freiheit des Menschen, besteht darin, sich zu bewegen und seinen Ort zu wechseln. (Auch das Sprechen ist eine Form der Bewegung.)
  • Die Bewegungsfreiheit ist jedoch durch Naturgesetze (Schwerkraft), durch Hindernisse in der Wirklichkeit (Mauer, Schlucht), durch andere Menschen (Gewalt, Regeln), durch den eigenen Körper (Lähmung, Ungelenkigkeit), durch Gefühle und Triebe oder durch äußere (Recht) oder innere Gesetze (Gewissen) begrenzt.

Die Beispiele zeigen, daß der Mensch nie vollkommen frei ist. Für den Menschen existiert keine vollkommene Freiheit, er kann immer nur innerhalb eines Lebensbereiches seine Handlungsmöglichkeiten wählen. Je nachdem, auf welchen Bereich die freie Wahl sich bezieht, spricht man von Handlungsfreiheit, Redefreiheit, Versammlungsfreiheit, Reisefreiheit, Religionsfreiheit oder Berufsfreiheit.

Freiheit ist Herrschaft über sich selbst

Da Freiheit als Möglichkeit zu handeln definiert wird, stellt sich Freiheit immer auch als Macht dar. Die Ableitung von Macht aus dem Zeitwort „vermögen“ ist an anderer Stelle beschrieben (→ Macht). Häufig werden die Begriffe in gleicher Weise verwendet.

Der Unterschied von Freiheit und Macht liegt im Umfang des Bereiches, auf den sie zugreifen. Freiheit wird in erster Linie als Verfügung über das unmittelbare, eigene Leben verstanden, Macht dagegen beinhaltet im allgemeinen auch Verfügung über diesen eigenen Bereich hinaus. Man kann zur Unterscheidung sagen: Freiheit ist die Macht über das Eigene, und umgekehrt: Macht ist die Freiheit, über einen Bereich zu entscheiden, der auch über das Eigene hinausgehen kann. Dabei bleibt der Begriff des Eigenen unbestimmt, und eine wichtige politische Entscheidung ist die Bestimmung des Eigenen, des Freiheitsraumes der Person, gegenüber etwa der Macht des Staates.

Freiheit ist eine Form der Macht, und das Streben nach Freiheit kann als eine Form des Willens zur Macht aufgefaßt werden. Auch die Begriffe Macht und Herrschaft sind so eng verbunden, daß sie in vielen Zusammenhängen gleichgesetzt werden können. Daher kann man Freiheit auch als Herrschaft über das Eigene, oder auch als Herrschaft eines Menschen über sich selbst auffassen. Mit dem Begriff Selbstbeherrschung tritt ein neuer Aspekt hinzu: Nur der ist frei, der über sich selbst verfügt und sich selbst beherrschen kann.

Ein barbarischer Begriff von Freiheit knüpft sich an die Kategorien der Unbelangbarkeit und der Rechenschaftslosigkeit. Die lautesten Fürsprecher einer schrankenlosen Freiheit - seien sie pubertär gestimmt oder revolutionär oder „neoliberal“ - verstehen in aller Regel nicht, welcher Dynamik sie die Tür öffnen. Schließlich stehen sie zwischen Leichen und rufen nach einer unantastbaren Ordnung, weil sie Freiheit tatsächlich nie begriffen haben.

Bindung geht über Freiheit

Freiheit bedeutet allgemein das Fehlen von Bindungen oder Verpflichtungen. Dabei brauchen die Bindungen nicht unbedingt negativ gewertet zu werden.
„Ich habe frei“ bedeutet, ich habe keine Verpflichtungen, ich kann über meine Zeit und meine Tätigkeiten verfügen.
„Ich gebe Dich frei“ bedeutet in einer Zweierbeziehung: Ich liebe Dich nicht mehr, ich löse die enge Bindung auf. Hier hat die Freiheit den faden Beigeschmack der Einsamkeit, der Verlassenheit.
Auch der Arbeitgeber kann den Arbeiter „freistellen“, also aus der Bindung an die Arbeitsstätte lösen und in die Freiheit entlassen. Hier ist die Freiheit mit Nichtstun und Verlust verbunden.
Hier wird deutlich, daß Freiheit auch ein negativer Begriff sein kann. Freiheit ist der Gegenbegriff zu Ordnung, und diese kann sowohl als Zwang wie auch als (gewünschte) Bindung in Erscheinung treten. Oft wird heute vergessen, daß der Mensch mehr noch als nach Freiheit nach Bindung strebt. Die Bindung an einen anderen Menschen bedeutet eine freiwillige Aufgabe von Freiheit, die möglicherweise durch eine neue Art von „kollektiver Freiheit“ mehr als ausgeglichen wird. Jedes konkrete Verlangen nach Liebe beweist, daß Freiheit nicht der höchste Wert ist.
Freiheit bedeutet nämlich auch Verlassenheit, Isolation, Einsamkeit, Abkapselung, Abgekoppeltsein, existenzielle Leere, Sinn- und Schutzlosigkeit, Verlorensein in der Welt. Die Überwindung einer solchen (negativen) Freiheit und die Suche nach Bindung - nach verläßlicher und bestätigter Zugehörigkeit - ist eine anthropologische Konstante. Auch die Bildung von Nationen muß unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, daß der Mensch auf Bindung hin angelegt ist und durch Bindung eine Steigerung seiner Freiheit erfährt.
Der Doppelcharakter des Menschen ist dadurch geprägt, daß er sowohl nach Freiheit wie nach Bindung strebt und beide in ein Gleichgewicht zu bringen sucht.

Artikel aus dem staatspolitischen Handbuch


Quelle Folgender Text stammt aus dem Staatspolitischen Handbuch, Band 1: Begriffe.

Freiheit bezeichnet seinem Ursprung nach den Zustand desjenigen, der nicht oder nicht vollständig vom Willen anderer abhängig ist. Insofern kann F. zunächst nur negativ bestimmt werden, ohne daß damit etwas gegen ihren Wert gesagt wäre: »Die F. wird etwas Positives nur durch den Gebrauch, den wir von ihr machen« (Friedrich August von Hayek). Versuche, die F. von vornherein auf einen bestimmten Inhalt zu beziehen, ohne ihren Charakter als F. zu zerstören, haben noch jedesmal ihr Ziel verfehlt. Weder läßt sich eine undiskutierbare Bindung an sittliche Gehalte erreichen, noch eine Fixierung auf eine Zielsetzung, deren Einsehbarkeit angeblich für alle Menschen guten Willens gegeben ist.

Sicherlich entstand das Empfinden von und der Wunsch nach F. aus dem Kontrast zur Wahrnehmung von Zwang. Das darf man vielleicht als allgemein-menschliche Möglichkeit betrachten, ohne damit zu bestreiten, daß historisch gesehen bestimmte Völker – vor allem die europäischen – einen stärkeren Freiheitsdrang aufgewiesen haben und aufweisen als andere.

In der Antike galt der Nicht-Sklave als Freier, wobei von vornherein klar war, daß es Abstufungen von F. gab: Ein Kind konnte nicht im gleichen Maße frei sein wie ein Erwachsener, eine Frau nicht im gleichen Maße wie ein Mann, ein Schwacher nicht im gleichen Maße wie ein Starker, ein Armer nicht im gleichen Maße wie ein Reicher. F. war nur durch ein gewisses Maß an Selbständigkeit zu begründen, das im allgemeinen auf die waffenfähigen Männer mit Besitz an Grund und Boden beschränkt blieb. Aus den geschilderten Umständen ergibt sich auch, daß F. ursprünglich im Plural aufgefaßt wurde, man also von Freiheiten zu sprechen hat. Diese Vielheit kam auch in der Unterscheidung einer individuellen und einer kollektiven F. zum Ausdruck, letztere war auf das Selbstbestimmungsrecht des Stammes, des Volkes, der Polis, des Staates bezogen.

Unberührt davon blieb die Frage, inwieweit die Götter, das Schicksal, die Natur die F. des Menschen begrenzen. Die Menge der Antworten konnte je nach religiösem , philosophischem oder weltanschaulichem Standpunkt sehr verschieden ausfallen. Wenn es um F. im gesellschaftlichen Sinn ging, bestand aber ein weitgehender Konsens, daß sie das Ergebnis der Vergemeinschaftung und ihrer Rechtsordnung sei, nicht deren Voraussetzung.

Der Sachverhalt blieb auch durch das Christentum unbestritten, trotz der Bedeutung, die man der Würde jedes Menschen als Geschöpf und der Befreiung des Sünders durch die Erlösungstat Christi zusprach. Die irdische F. galt als davon deutlich getrennt und die allmähliche Aufhebung der Versklavung anderer Christen, später von Menschen überhaupt, stand erst am Ende eines langwierigen Prozesses ethischer Durchdringung. In erster Linie teilte die kirchliche Lehre mit der philosophischen die Skepsis gegenüber einem Zuviel an F. Platon hatte schon im Zusammenhang mit seiner Verfassungstheorie die Ansicht vertreten, daß F. grundsätzlich zum Mißbrauch verführe und Demokratien dazu neigten, im Namen der Gleichheit und F. in einen anarchischen Zustand überzugehen, der zwangsläufig die Tyrannis heraufbeschwöre.

Seit der Aufklärung wurden große intellektuelle und praktisch-politische Anstrengungen unternommen, um diesem Problem zu begegnen und Gleichheit mit F. harmonisch zu verknüpfen. Das ist um so schwieriger, als der moderne Mensch nicht nur von der Forderung nach Egalität angezogen wird, sondern auch einen so massiven Individualisierungsprozeß durchläuft, daß er neben der Gleichheit eine F. verlangt, die ihm die unbeschränkte Entfaltung seiner Persönlichkeit erlaubt. Die beiden Forderungen sind nicht harmonisierbar, stellen aber nach der Zerstörung der alteuropäischen Gesellschaft mit ihren ständischen F. einen Fixpunkt aller möglichen politischen Programme dar.

Es hat sich aus diesem Grund auf konservativer Seite früh eine prinzipielle Kritik der neuzeitlichen Freiheitsideologie ergeben, die deren utopischen Charakter hervorhebt, die notwendige Spannung von F. und »Entfremdung« (Arnold Gehlen) oder deren zerstörerische Konsequenz betont. Eine Schlüsselbedeutung kommen Alexis de Tocquevilles Beobachtungen im Nordamerika des 19. Jahrhunderts zu, die erstmals das Nebeneinander von ungegliederter Massengesellschaft (Masse) und außerordentlichem Konformitätsdruck zeigten. Hier wurde deutlich, daß die entschiedene Propaganda der F. keineswegs ein sicheres Indiz dafür ist, daß es tatsächlich F. gibt.

Soweit die Auseinandersetzung nicht mit der Vorstellung verbunden war, die korporative Ordnung wiederherzustellen beziehungsweise zu erneuern, betonte sie die Notwendigkeit einer gemischten Verfassung, die auch den Klassikern der politischen Theorie als bestes Gegengift für den Mißbrauch der F. erschien. Daneben gibt es den Versuch, durch die Erziehung der Persönlichkeit einen individuellen Widerstandskern zu bilden, um auch den Verlust echter F. zu überstehen.

Zitate

  • Meiner Erfahrung nach versteht jeder unter Freiheit nur die Freiheit für sich selbst und nicht die für andere, sowie die Verpflichtung der anderen, sich jeder Beschränkung der Freiheit des Empfindenden absolut zu enthalten. Kurz, sie verstehen unter ›Freiheit‹ eigentlich ›Herrschaft‹, unter ›Freiheit der Rede‹ verstehen sie ›Herrschaft der Redner‹, unter ›Freiheit der Presse‹ verstehen sie den vorherrschenden und vorwiegenden Einfluß der Redaktionen und Zeitungen. Ja, selbst [...] in allen Konfessionen findet es sehr häufig statt, daß unter ›Freiheit der Kirche‹ die Herrschaft der Priester verstanden wird.“ — Otto von Bismarck[1]
  • „Freiheit gleicht dem Sonnenschein, ./. Für den frisches Laub der Dank ist. ./. Doch was nützt dem Baum die Sonne, ./. Wenn die tiefste Wurzel krank ist.“Adolf Bartels
  • „Zu allen Zeiten sind wahre Freunde der Freiheit selten gewesen und ihre Triumphe waren Minderheiten zu verdanken, die sich durchgesetzt haben, weil sie sich mit Hilfstruppen verbündeten, die oft andere Ziele verfolgten als sie selbst; und dieses Bündnis, das immer gefährlich ist, war manchmal verheerend, weil es den Gegnern gerechten Grund zur Gegnerschaft gab.“Lord Acton
  • „Es gibt keine Freiheit, auf Kosten der Nachwelt und damit der Rasse zu sündigen.“Adolf Hitler[2]
  • „[…] doch zumindest von dem Unsinn, die Freiheit gegen den Faschismus zu verteidigen, wollen wir nichts mehr hören. Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“George Orwell[3]
  • „Die Emanzipierten begnügen sich mit der Vielfalt. Der Weise sucht seit je nach dem Einen. Weshalb gibt es jedoch nicht den geringsten Einfluß der Klugen auf die Dummen? Weil die Dummen emanzipiert sind, die Klugen aber nie.“Botho Strauß
  • „Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben, daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.“Johann Wolfgang von Goethe[4]
  • “The illusion of freedom will continue as long as it’s profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater.” / „Die Illusion der Freiheit wird solange aufrechterhalten, wie dies profitabel ist. Sobald die Aufrechterhaltung der Illusion zu kostspielig wird, werden sie das Szenenbild einfach abbauen. Sie werden die Vorhänge zurückziehen, sie werden die Tische und Stühle zur Seite schieben und du wirst die Ziegelmauer am Ende des Theters sehen.“ — Frank Zappa[6]

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Reichstagsrede vom 15. März 1884 (gegen den liberalistischen jüdischen Bankier und Parlamentarier Ludwig Bamberger gerichtet.
  2. Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S. 278
  3. Aus George Orwells mit „Die Pressefreiheit“ betiteltem Nachwort zu „Farm der Tiere: Ein Märchen“, 1945.
    Bezeichnenderweise zitiert man heutzutage für gewöhnlich nur den zweiten Teil aus diesem Satz, was freilich schon sehr viel ist, denn in den meisten Ausgaben von Die „Farm der Tiere“, ist dieses überaus lesenswerte und trotz seiner Bejahrtheit dennoch hochaktuelle Nachwort Orwells von 1945 gar nicht mehr enthalten.</li>
  4. In: Johann Peter Eckerman: Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens, Kapitel 77</li>
  5. Enzensberger: Wer Bargeld abschafft, schafft Freiheit ab</li>
  6. Frank Zappa: LSD vom CIA, Musikexpress.de, Archiv: 2. März 1977</li></ol>
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