Friedman, Michel
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Michel Friedman (* 25. Februar 1956 in Paris) ist ein in Deutschland lebender jüdischer Rechtsanwalt, Politiker und Fernsehmoderator. Von 2000 bis 2003 war er stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland und von 2001 bis 2003 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses.
Friedman ist seit dem 16. Juli 2004 mit der früheren RTL-Talkshow-Moderatorin Bärbel Schäfer verheiratet, mit der er auch zwei Söhne hat.
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[bearbeiten] Werdegang
„Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff. Den Erben des judenmordenden Staates kommt gar nichts anderes zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer.”
Dieses Wort über die Deutschen stammt von Michel Friedman.[1] Er gehört dem Präsidium des Zentralrates der Juden in Deutschland an und saß von 1994 bis 1996 im Bundesvorstand der Christdemokraten. Er kam 1956 in Paris zur Welt. Die aus Polen stammenden Eltern wurden - nach seinen Angaben - auf „Schindlers Liste” vor dem Tod in Auschwitz bewahrt. Als Friedman neun Jahre alt war, wechselte der Vater mit seinem Pelzgeschäft von Paris nach Frankfurt am Main. Daheim wurde jiddisch gesprochen. 1995 warf der (ebenfalls aus jüdischer Familie stammende) Publizist Gerhard Löwenthal Friedman vor, „die Grundlagen von Stil und Anstand im Umgang mit Andersgläubigen mit Füßen getreten zu haben”. Er bezog sich auf einen Zeitungsbeitrag des jüdischen CDU-Funktionärs. Darin hatte dieser die Meinung vertreten, mit dem Gedenken an die Kreuzigung Jesu verbinde sich „der Anti-Judaismus der organisierten Kirche”. Dem „Munzinger-Archiv” fällt Friedmans „Dauerpräsenz in Frankfurts Jet-Set-Kreisen” auf. Im „Fragebogen” des Blattes „Die Woche” antwortete Friedman auf die Frage, was ihm seines Erachtens seine Feinde nachsagen: „Klugheit”. Wie er einem Blinden sein Äußeres beschreiben würde? Friedman: „Schön.” Michael Fürst, Chef der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, hält ihn für einen „eitlen Geck, der nur seine Person liebt, nichts anderes”. 2000 wurde Friedman Vizepräsident des Zentralrats, 2003 Chef des Europäischen Jüdischen Kongresses.[2]
[bearbeiten] Zwangsprostituierte und Kokain
Im Juni 2003 geriet Friedman im Zuge von Ermittlungen wegen Menschenhandels im Rotlichtmilieu in das Blickfeld der Staatsanwaltschaft. Mehrere Prostituierte, die illegal aus der Ukraine nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen wurden, sagten aus, er habe mit ihnen mehrmals Geschlechtsverkehr gehabt und, in ihrem Beisein, Kokain konsumiert und das Rauschgift auch ihnen angeboten. Prostituierte und Kokain habe Friedman unter dem Pseudonym „Paolo Pinkas” (von der Polizei fälschlicherweise als „Paolo Pinkel” verstanden – Pinkas ist ein hebräischer Vorname) angefordert. Daraufhin wurden seine Kanzlei und seine Wohnung durchsucht. Drei „szenetypische Päckchen” wurden gefunden, die Anhaftungen von Kokain aufwiesen. Die gefundene Menge war zu gering, um den genauen Wirkstoffgehalt zu ermitteln. Das Untersuchungsergebnis einer von Friedman abgegebenen Haarprobe war hingegen positiv.
In einer öffentlichen Erklärung sprach Friedman von einer Lebenskrise, gab Fehler zu und akzeptierte einen Strafbefehl in Höhe von 17.400 Euro wegen illegalen Kokainbesitzes. Gleichzeitig trat der damalige Vize-Präsident des Zentralrats der Juden von allen öffentlichen Ämtern zurück verzichtete auf seinen Job als Fernsehmoderator beim HR (Hessischen Rundfunk).[3]
[bearbeiten] Leibwächter-Skandal
Im März 2007 wurde bekannt, daß Friedman über längere Zeit von Personenschützern umgeben war, die ein nationales Gedankengut pflegten. Bei den Beamten, die der Personenschutzgruppe des Polizeipräsidiums Frankfurt unterstellt waren, fanden Ermittler u.a. nationale Musik sowie Fotos, auf denen ein Leibwächter in SS-Uniform-Teilen abgelichtet war. [4] Ob die Beamten erst durch den angeordneten Dienst bei Friedman dieses Gedankengut entwickelten oder schon längere Zeit national eingestellt waren, ist jedoch nicht bekannt.
[bearbeiten] Befindlichkeiten
[bearbeiten] „Pogromstimmung” und „antisemitischer Reflex”
Riesenempörung bei Michel Friedman – in einem Artikel der angesehenen „Frankfurter Allgemeine Zeitung” wurde der TV-Moderator in Zusammenhang mit seiner Gesprächsrunde als „Jude” bezeichnet! In Friedmans TV-Sendung hatte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) Kritik an Unternehmern mit einer Pogromstimmung verglichen. Darauf schrieb die „FAZ” in einem Artikel über die Sendung: „In der von Michel Friedman, einem Juden, moderierten Talkshow auf N24 hatte sich Wulff trotz entsprechender Nachfragen nicht von seiner Wortwahl distanziert.” Friedman bezeichnete diesen Satz als „unentschuldbar”.[5]
[bearbeiten] Video und Interview
Friedman im Gespräch mit Horst Mahler (Ausschnitt):
Auszug aus dem Gespräch:
- Friedman: Hat Hitler den Krieg begonnen?
- Mahler: Nein, er ist ihm aufgezwungen worden. Regelrecht und systematisch.
- Friedman: Aufgezwungen mag sein, aber begonnen hat er ihn, oder nicht? Also mit „aufgezwungen” sagen Sie, wie es dazu kam, daß er den Krieg begonnen hat. Aber hat er den Krieg begonnen?
- Mahler: Wissen Sie, der Krieg als Schießkrieg hat begonnen mit den Massakern an Deutschen in Polen. Und das konnte kein Führer des Deutschen Reichs tatenlos mit ansehen.[6]
- Video 2 - Friedman, Menschenhandel, Prostitution und Drogen, Russenmafia oder Judenmafia? Entsetzen bei der Jüdischen Gemeinde.
[bearbeiten] Zitate
- „Versöhnung ist ein absolut sinnloser Begriff. Den Erben des judenmordenden Staates kommt gar nichts anderes zu, als die schwere historische Verantwortung auf sich zu nehmen, generationenlang, für immer.” (Michel Friedman, 13.11.2000)
- „Ich plädiere für eine multikulturelle Gesellschaft.”[7][8]
[bearbeiten] Verweise
- Michel Friedman - Interview mit Horst Mahler und Sylvia Stolz in München zum Herunterladen in mp3-Format (Spiegel-Server)
- Das Interview Mahler-Friedman zum nachlesen (Teil 1)
- Das Interview Mahler-Friedman zum nachlesen (Teil 2)
- Richard Williamson - Holocaust-Debatte: Friedman bezeichnet Papst als Lügner, spiegel.de, 4. Februar 2009
- Wo bleibt die Leibstandarte Friedman? (28.07.09)
- Friedman über "Sarrazins Berlin" (Video)
[bearbeiten] Literatur
- Sven Eggers: „Antisemitismus? Die Wahrheit über Michel Friedman”, FZ Verlag, ISBN 3924309604
- Tobias Brendle: „Michel Friedman, Haim Saban und die deutsche Medienlandschaft.”, Lynx-Verlag, ISBN 3936169101
[bearbeiten] Einzelnachweise
- ^ Interview mit dem „Rheinischen Merkur”, 16. November 1985
- ^ Buch von David Korn - Wer ist wer im Judentum? - Seite 141 - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
- ^ Friedman sieht Koks-Krise als Lebensretter, merkur-online.de, 17. September 2009
- ^ http://www.sueddeutsche.de/,tt1m2/panorama/artikel/543/105438/
- ^ Friedman empört über „antisemitischen Reflex“, 8. November 2008
- ^ Gespräch Mahler-Friedman
- ^ (S. 298) "Antisemitismus in Deutschland. Ein Plädoyer für Respekt"
- ^ Zitat: "Ich plädiere für eine multikulturelle Gesellschaft", gavagai.de
