Holstein, Friedrich August von

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Friedrich August Karl Ferdinand Julius von Holstein, damals auch bekannt unter dem Namen Fritz von Holstein (geboren 24. April 1837 in Schwedt/Oder; gestorben 8. Mai 1909 in Berlin) war ein deutscher Diplomat.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Friedrich August von Holstein hatte maßgeblichen Einfluß auf die deutschen Reichskanzler Bismarck, Caprivi, Fürst Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst und Bülow sowie auf Kaiser Wilhelm, trat aber selber nicht sonderlich öffentlich in Erscheinung. Zudem unterhielt er gute Beziehungen zum Freund des Kaisers Eulenburg.

Vor allem in den Jahren von 1890 bis 1906 nahm er deutlich Einfluß auf die Außenpolitik des Deutschen Reiches, was für das kommende Schicksal des Deutschen Reiches von zweifelhaftem Nutzen sein sollte. Allmählich demontierte er das von Bismarck sorgfältig aufgebaute, europäische Bündnissystem. So setze er - gegen den ursprünglichen Wunsch von Leo von Caprivi und Wilhelm II. - die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages mit Rußland durch; er begründete seine Empfehlung damit, daß eine Verlängerung dieses Vertragswerkes angeblich den Interessen der Mittelmeerentente zuwiderliefe. Stattdessen sollte das Deutsche Reich nach seiner Auffassung Großbritannien als Bündnispartner gewinnen. Freilich schlugen die mehrfachen deutschen Annäherungsversuche an das britische Reich fehl und im Jahre 1904 vereinbarten England und Frankreich die gegen Deutschland gerichteten Entente Cordiale. Spätestens damit war von Holsteins außenpolitischer Kurs endgültig gescheitert und der Weg in den Ersten Weltkrieg schon weitgehend geebnet.

Holstein soll, ebenso wie der mit ihm befreundete Leo von Caprivi bei dem, von der jüdischen Salonière Helene von Lebbin unterhaltenen, politischen Salon in der Berliner Wilhelmstraße verkehrt haben. Bei dem privaten politischen Gesprächskreis waren vorrangig Politiker und Diplomaten des Auswärtigen Amtes zu Gast.

Schriften

  • Friedrich von Holstein: Lebensbekenntnis in Briefen an eine Frau. Berlin 1932.
  • Die geheimen Papiere Friedrich von Holsteins (Norman Rich und M. H. Fisher, Hrsg., deutsche Ausgabe besorgt von Werner Frauendienst), vier Bände, Göttingen 1856–1963; Band 1: Erinnerungen und politische Denkwürdigkeiten; Band 2: Tagebuchblätter; Band 3: Briefwechsel Teil 1 (30. Januar 1861 – 28. Dezember 1896); Band 4: Briefwechsel Teil 2 (10. Januar 1897 - 8. Mai 1909).

Siehe auch

Literatur

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