Friesen, Friedrich

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Karl Friedrich Friesen.jpg

Karl Friedrich Friesen (Lebensrune.png 25. September 1784 in Magdeburg; Todesrune.png gefallen 16. März 1814 zwischen Montigny-le-Tilleul in der Provinz Namur und Lalobbe) war ein deutscher Architekt, Mitbegründer der deutschen Turnkunst, Pädagoge, Offizier und Freiheitskämpfer sowie Ritter des Eisernen Kreuzes II. Klasse für seine Tapferkeit in den Befreiungskriegen.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Theodor Körner trägt am Abend vor seinem Tode den Kameraden sein Schwertlied vor. Unter ihnen Major von Lützow und dessen Adjutant Leutnant Friedrich Friesen.
Friesendenkmal in Magdeburg von 1893, Büste geschaffen von Ernst Habs

1810 gründeten Friedrich Ludwig Jahn und Friesen in Berlin den Deutschen Bund mit dem Wahlspruch: „Deutschheit, Mannheit und Freiheit“. Der Gedanke einer Zusammenführung von Burschenschaften und Turnwesen wurde in der von Friesen zusammen mit Jahn verfaßten Denkschrift „Ordnung und Einrichtung der deutschen Burschenschaften“ deutlich. Er bereitete 1812 aktiv die Erhebung gegen Napoleon vor. Jahn und Eiselen würdigen Friesen in ihrem Buch „Die deutsche Turnkunst zur Einrichtung der Turnplätze“:

„Friesen war ein aufblühender Mann in Jugendfülle und Jugendschöne an Leib und Seele ohne Fehl voll Unschuld und Weisheit, beredt wie ein Seher; eine Siegfriedsgestalt, von großen Gaben und Gnaden, den Jung und Alt lieb hatte; ein Meister des Schwerts auf Hieb und Stoß, kurz, rasch, fest, fein, gewaltig, und nicht zu ermüden, wenn seine Hand erst das Eisen faßte; ein kühner Schwimmer, dem kein Deutscher Strom zu breit und zu reißend; ein reisiger Reuter in allen Sätteln gerecht; ein Sinner in der Turmkunst, die ihm viel verdankt. Ihm war nicht beschieden ins freie Vaterland heimzukehren, an dem seine Seele hielt. Von wälscher Tücke fiel er bei düsterer Winternacht durch Meuchelschuß in den Ardennen. Ihn hätte auch im Kampf keines Sterblichen Klinge gefället. [...] Aber wie Scharnhorst unter den Alten, ist Friesen von der Jugend der Größeste aller Gebliebenen.“

Befreiungskriege

1813 war er in Gemeinschaft mit Adolf Freiherr von Lützow einer der Hauptwerber und Gestalter von dessen Freischar, der er dann als Offizier und Adjutant Lützows angehörte. Dem Überfall bei Kitzen entging er zusammen mit Theodor Körner, der dann bei Gadebusch in seinen Armen starb.

„Friesen, Karl Friedrich, eins der edelsten Opfer der deutschen Befreiungskriege und Mitbegründer der deutschen Turnkunst, geb. 27. Sept. 1785 zu Magdeburg, studierte seit 1806 in Berlin Baukunst und Mathematik, wurde von A. v. Humboldt, der für ihn sehr eingenommen war, mit zur Ausarbeitung des mexikanischen Atlas herangezogen und wirkte, mächtig angeregt durch FichtesReden an die deutsche Nation‘, seit 1810 mit Jahn und Harnisch zusammen an Plamanns nach Pestalozzis Grundsätzen eingerichteter Erziehungsanstalt.[1] In den Jahren der Begründung der deutschen Turnkunst durch Jahn (1810–12) war er dessen thätigster Anhänger und Genosse. 1813 war er in Gemeinschaft mit v. Lützow einer der Hauptwerber und Gestalter von dessen Freischar, der er dann als Offizier und Adjutant Lützows angehörte. Dem Überfall bei Kitzen entging er mit Körner, der dann bei Gadebusch in seinen Armen starb. 1814 nach dem Überfall des Priestschen russisch-preußischen Korps durch Napoleon von Reims nach den Ardennen versprengt, wurde er, allein zurückgeblieben, 16. März bei dem Dorf La Lobbe, 2 Meilen nördlich von Rethel, von französischen Bauern erschossen. Seine Gebeine ruhen seit 1843 aus dem Invalidenkirchhof zu Berlin neben denen Scharnhorsts. Er ist verherrlicht in Lied und Wort von E. M. Arndt (‚Es thront am Elbestrande‘), Max v. Schenkendorf, Immermann (in den ‚Epigonen‘) u. a. Das schönste Denkmal hat ihm in klassischen, oft citierten Worten Jahn in der Einleitung zur ‚Deutschen Turnkunst‘ gesetzt. Sein Leben beschrieben Schiele (Berl. 1875) und Euler (das. 1885).“[2]

Tod

1814 fiel er in den Befreiungskriegen. Nach dem Angriff auf das russisch-preußischen Korps des Generals Saint-Priest durch eine französische Armee unter Napoleon vor Reims am 13. März in die Ardennen versprengt, wurde er am 16. März von lothringischen Hilfstruppen gefangengenommen und wehrlos erschlagen. Nach Ernst Moritz Arndt, aber auch nach dem „Erinnerungsbuch für Alle, welche in den Jahren 1813, 1814, 1815 Theil genommen haben an dem heiligen Kampf um Selbstständigkeit und Freiheit“ (1816, S. 8), fiel Friesen bei einem Gefecht mit Bauern bei Château-Thierry. Laut Friedrich Richter soll ihm nachmittags zwischen 15 und 16 Uhr, im Walde außerhalb von Montigny-le-Tilleul bei Lalobbe, ein Schäfer aus Grand-Champ Namens Brodier durchs Herz geschossen haben.[3]

Es erfolgte eine längere Suche nach Friesen. 1816 fand sein Freund August von Vietinghoff die sterblichen Überreste. Eine angemessene Beerdigung war aufgrund der politischen Situation, infolge des Wartburgfestes (1817) und der Demagogenverfolgung (1819), zunächst nicht möglich. Seine Gebeine ruhen seit 1843 auf dem Invalidenfriedhof in Berlin in der Nähe von denen Scharnhorsts.

Ehrungen

Seine turnerischen Leistungen wurden u. a. durch die Benennung des Friesenhauses im Deutschen Sportforum, von Sportanlagen, Schulen und Straßen gewürdigt:

  • Seine Heimatstadt Magdeburg ehrte ihn unter anderem durch die Benennung einer Straße (Friesenstraße).
  • In Magdeburg im Fürstenwallpark an der Hegelstraße steht ein Denkmal.
  • Eichenau bei München hat eine Friesenstraße und ein Bürgerzentrum „Friesenhalle“ (ehemalige Sporthalle von 1937).
  • In Wittstock/Dosse steht ein Friesen-Jahn-Körner-Denkmal.
  • In Oberhausen gibt es eine Sportanlage „Friesenhügel“.
  • In Halle (Saale) sind die Friesenstraße und die in dieser liegende Grundschule nach ihm benannt („Friesenviertel“).
  • In Wien-Favoriten wurde der Friesenplatz 1897 nach Friedrich Friesen benannt.
  • In Berlin trägt eine Straße im Stadtbezirk Kreuzberg seit der Jahrhundertwende seinen Namen, sowie seit 1936 die Hauptallee des Olympiaparks; des weiteren ein Gebäude des Deutschen Sportforums und der Hof („Friesenhof“).
  • In Wismar ist die Friedrich-Friesen-Straße nach ihm benannt.
  • Werkgruppe „Friesen“ der Festungsfront Oder-Warthe-Bogen
  • Anläßlich der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten 1951 im Volkspark Friedrichshain in Berlin wurde ein großes Freiluft-Schwimmstadion errichtet, das den Namen Karl-Friedrich-Friesen-Stadion erhielt[4]
  • Der Friesenkampf, ein sportlicher Mehrkampf, ist nach ihm benannt.

Literatur

Fußnoten

  1. Pestalozzische Knabenschule in Berlin
  2. Meyers Konversationslexikon
  3. Friedrich Richter: Geschichte des Deutschen Freiheitskrieges vom Jahre 1813 bis zum Jahre 1815, Berlin 1843, Seite 257
  4. Das Stadion bestand aus einem 50-Meter-Wettkampfbecken und einem Sprungbecken mit einem 10 Meter hohen Sprungturm und hatte amphitheatrische Tribünen für bis zu 8.000 Zuschauer. Genutzt wurde das Stadion für den Kinder-, Jugend- und Leistungssport. In den späten 1970er Jahren wurde das Stadion mittels einer verschiebbaren Dachkonstruktion wetterunabhängiger. Bei den großen Umgestaltungen nach 1990 wurde das Stadion abgetragen, womit die Ehrung des Sportlers vorbei war.
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