Aly, Götz

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Götz Aly

Götz Haydar Aly (Lebensrune.png 3. Mai 1947 in Heidelberg) ist ein sogenannter BRD-„Historiker“. Er publiziert zu verschiedenen Themen, die das Dritte Reich betreffen. Aly war außerdem Mitglied der linksextremistischen Roten Hilfe und Redakteur der linksextremen Berliner Zeitung.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Herkunft

Götz Haydar Aly wurde am 3. Mai 1947 in Heidelberg geboren. Sein Vater Ernst Aly (Lebensrune.png 1912; Todesrune.png 2007) war ein deutscher Kaufmann mit sehr weit zurückliegenden osmanischen Wurzeln. Er war ein später Nachfahre des 1686 nach Berlin verschleppten und dort getauften königlich preußischen „KammertürkenFriedrich Aly. Nach abgeschlossener Lehre wirkte sein Vater ab 1936 in kaufmännischer Funktion am Heimbau der Hitler-Jugend (HJ) im Gau Saarpfalz mit, trat 1937 in die NSDAP ein, nahm später am Kriegsdienst an West- und Ostfront teil und wurde 1943 nach schwerer Verwundung als nicht mehr kriegsverwendungsfähig in der Kinderlandverschickung von Kindern aus dem Ruhrgebiet ins Sudetenland eingesetzt (die KLV wurde praktisch vom Apparat der HJ organisiert).[1] Diese Nähe des Vaters, der schon 1936 bei seinem ersten Beschäftigung von Beginn an mit Sekretärin, Dienstwagen und Chauffeur ausgestattet war, zur NS-Herrschaft war für Aly später ein mehr oder weniger typisches Beispiel für die Attraktion, die der Nationalsozialismus dank seiner materiellen Wohltaten auch auf junge, politisch eher zögerliche Menschen ausüben konnte.

Ausbildung

Götz Aly besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und studierte anschließend ab 1968 Geschichte und Politologie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin (FU), wo er 1971 sein Examen ablegte, ehe er dort 1978 auch zum Dr. rer. pol. promoviert wurde und sich 1994 habilitierte.

Wirken

Im Zuge der antiautoritären Bewegung nach 1968 engagierte sich Götz Aly in West-Berlin politisch in der „Neuen Linken“ und schulte sich in den 1970er Jahren nach eigenem Bekunden „in Hunderte(n) von WG-Sitzungen“[2] rhetorisch. Nach dem ersten Studienabschluß 1973 arbeitete Aly publizistisch und nahm eine Stelle als Heimleiter in Berlin-Spandau an. Seine Mitgliedschaft in der linksradikalen Gruppe „Rote Hilfe“ (1972/73) führte jedoch 1976 zu seiner Suspendierung aufgrund des sogenannten „Radikalenerlasses“.

Zwischen 1983 und 1992 redigierte Aly „Beiträge zur nationalsozialistischen Gesundheits- und Sozialpolitik“, die außerhalb des Universitätsbetriebs entstanden. Überdies war er von 1984 bis 1987 Mitarbeiter des privaten „Hamburger Instituts für Sozialforschung“ von Jan Philipp Reemtsma, das antideutsche Beschuldigungspropaganda produziert. Von 1993 bis 1996 beschäftigte sich Aly an der FU Berlin wiederum mit zeitgeschichtlichen Themen. Gleichzeitig leistete er der neomarxistischen Tageszeitung „taz“ und der „Berliner Zeitung“ Dienste.

2011 legte Aly der FDP in einem Beitrag für die „Berliner Zeitung“ nahe, die Friedrich-Naumann-Stiftung umzubenennen. Friedrich Naumann gehört seiner Meinung nach in die „Gilde der politisierenden Pastoren“ und er sei ein Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen. Hierzu führte er Zitate Naumanns auf, darunter eines, in dem dieser die Zusammengehörigkeit von nationalen und sozialen Gedanken erklärt. Außerdem habe er in seinem Buch „Mitteleuropa“ den Krieg „vergoldet“ und darin imperiale Ziele für das Deutsche Reich formuliert.[3]

„Hitlers Volksstaat“

In seinem 2005 erschienenen Buch „Hitlers Volksstaat“ bezeichnete er den Nationalsozialismus als eine „Gefälligkeitsdiktatur“, von der die Deutschen seiner Ansicht nach unmittelbar profitierten und die durch soziale Fürsorge egalitäre Prinzipien zu verwirklichen suchte.

„Unser Kampf 1968“

In seinem Buch „Unser Kampf 1968 – ein irritierter Blick zurück“ von 2008[4] reflektiert Aly über die Reaktion der Gegenseite auf die Studentenbewegung der 1960er Jahre in der Bunderepublik. Er greift dabei auf Akten bundesdeutscher Behörden und zeitgenössische Reaktionen zurück.

Bei der Liberalisierung der Moral und Sitten seien die 68er nicht die Auslöser, sondern lediglich Nutznießer eines Prozesses gewesen, der schon in den 1950er Jahren begonnen habe. „Es ist schwer, den eigenen Töchtern und Söhnen zu erklären, was einen damals trieb.“[5], so Aly angesichts seiner eigenen Biographie.

Über die Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“

Götz Aly kritisierte die im Jahr 2009 abgesagte Ausstellung „Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg“.

Die Einseitigkeit der Ausstellung sei „antiaufklärerisch“, meinte er. Und das trotz der 18 Tafeln zur Kollaboration. So werde nicht nur verschwiegen, daß die in der Ausstellung gefeierten schwarzen Truppen der Briten und Franzosen „unfreiwillige Befreier“ gewesen seien, sondern auch, daß „jedes Dorf in Südwestdeutschland von Vergewaltigungen durch schwarze Soldaten“ berichten könne, die „nicht anders als die Russen“ gehaust hätten.

Verschwiegen werde auch, daß „einer der größten Freunde Nazi-Deutschlands“ Mahatma Gandhi gewesen sei. Und das, weil es nun einmal „gleichgerichtete Interessen“ zwischen den antiimperialistischen Kämpfern und dem „Feind ihres Feindes“ gegeben habe.[6]

Familie

Götz Aly heiratete 1970 die Krankengymnastin Monika Aly, Buchautorin seit 1981, und hat insgesamt vier erwachsene Kinder.

Zitate

  • „Wer sich jedoch den Einzelheiten, den angeblichen Randerscheinungen des Vergangenen aussetzt, gerät in einen menschlichen Irrgarten, der die eigenen Gewissheiten ständig gefährdet. Geschichte erfordert Demut und hält nur die eine Lehre bereit: Niemand steht auf der sicheren Seite.“ (aus: Rasse und Klasse)
  • „In keinem kriegführenden Land waren die Frauen der Soldaten so gut versorgt wie in Deutschland. Sie hatten Anspruch auf Sicherung ihres Lebensstandards. Und gerade in der Unterschicht haben Frauen im Zweiten Weltkrieg über so viel Geld verfügt wie noch nie zuvor.“

Auszeichnungen

Mitgliedschaften

Werke (Auswahl)

  • Hitlers Volksstaat. 2005
  • Unser Kampf. 1968 – ein irritierter Blick zurück. 2008

Verweis

Fußnoten

  1. vgl. perlentaucher.de: Essay – Niemand ist auf der sicheren Seite – Laudatio auf Götz Aly zum Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste in Berlin am 3. Mai 2002.
  2. zit. nach ZEIT, 21/2005
  3. Junge Freiheit, 25. Januar 2011: Historiker fordert Umbenennung der Friedrich-Naumann-Stiftung
  4. Götz Aly, 2008: Unser Kampf. 1968., Fischer-Verlag, Frankfurt 2008, ISBN 978-3-100-00421-5 Leseproben
  5. Zitiert nach Fischerverlag
  6. Götz Aly platzt im Faschismus-Streit der Kragen
  7. Am 17. August 2006 berief Bundespräsident Horst Köhler Aly in den Stiftungsrat des Jüdischen Museums Berlin.
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