Schlacht von Gallipoli

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Kartenausschnitt der Dardanellen und der Halbinsel Gallipoli mit den wesentlichen Geschützstellungen der Küstenartillerie

In der Schlacht von Gallipoli stand das Deutsche Reich als strategischer Bündnispartner an der Seite des Osmanischen Reiches. 1915 versuchten englische Truppen mit einer großangelegten Landungsoperation an den Dardanellen eine Front aufzubauen, um den russischen Forderungen nach einem Besitz Konstantinopels und der Meerengen nachzukommen. Unter hohen Verlusten schlugen die deutsch-türkischen Verbündeten die Invasion jedoch zurück. Deutschland stellte darüber hinaus den osmanischen Verteidigern die beiden Kreuzer SMS „Goeben“ und SMS „Breslau“ zur Verfügung, die nun unter kaiserlich ottomanischer Flagge operierten.

Der englische Überfall begann am 25. April 1915 an zwei Stellen der Südspitze Gallipolis. Nach der vereitelten Invasion verließen die letzten gegnerischen Einheiten Gallipoli am 9. Januar 1916.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die Royal Naval Division (Angehörige der Royal Navy, die als Marineinfanteristen bzw. Infanteristen umgebildet wurden) verläßt die Gräben

Ziel war die Einnahme Konstantinopels, womit eine Nachschubroute nach Rußland eröffnet werden sollte. Außerdem existierte die Möglichkeit des Aufbaus einer neuen Front gegen Deutschland, die die Pattsituation an der Westfront auflösen sollte. Die Invasionspläne sahen neben englischen und französischen auch australische und neuseeländische Einheiten vor, die das „Australian and New Zealand Army Corps“ (ANZAC) bildeten.

Aufgrund der starken deutschen Marineverbände in der Ostsee war die Entente genötigt, auf alternative Nachschubwege nach Rußland auszuweichen. Über Norden erwies sich der Zugang zu den russischen Häfen als unmöglich, da aufgrund des Winters die Gewässer im Weißen Meer gefroren waren und somit die dort gelegenen russischen Häfen nicht verwendet werden konnten. Den Gegnern blieb somit nur noch der Seeweg über das Mittelmeer, aus dem es den Schiffen möglich gewesen wäre, durch den Bosporus in das Schwarze Meer zu gelangen. Primärziel war ebenso die Stationierung von Truppen in Ägypten zur Eroberung des Suezkanals.

Wegen schlechter Vorbereitung mußte der Überfall mehrmals verschoben werden, so daß sechs türkische Divisionen (84.000 Mann) unter dem Kommando des deutschen Generals Liman von Sanders in die Region verlegt und an den zu erwartenden Landeplätzen aufgestellt werden konnten. Nach mehreren erfolglosen Durchbruchversuchen zur See wurde von den Aggressoren eine Landeoperation vorbereitet, die am 25. April 1915 begann.

Die Invasionstruppen waren zahlenmäßig gleichwertig, jedoch in einer schlechteren Ausgangslage. Die Australier und Neuseeländer sollten im Norden am Gaba Tebe landen, die dort stationierte türkische 9. Armee ausschalten und sich anschließend an die restlichen gegnerischen Truppen von Norden her anschließen. Da ihre Offensive als Überraschungsangriff geplant war, erfolgte keine Artillerieunterstützung. Aufgrund der schwierigen Geländesituation kamen die Invasoren aber nur schlecht voran und konnten in ihrem Vormarsch gestoppt werden.

Eine Stunde später sollte die englische 29. Division im Süden am Kap Helles ihre Offensive starten und in Richtung Achi Baba vorstoßen, während die Franzosen in Kumkale nur eine Scheinlandung unternehmen sollten, um die Verteidiger abzulenken. Hier kam es nach der Anlandung ebenfalls zum Stellungskrieg. Auch Verstärkung und eine erneute Offensive am 7. August 1915 brachten keine Änderung. Nachdem der englische Kriegsminister Lord Kitchener den Franzosen am 20. August 1915 massive Unterstützung an der Westfront zugesagt und die deutsche Armee an der Ostfront zunehmend Erfolge verzeichnet hatte, blieb den Aggressoren nichts weiter übrig, als ihre Soldaten von den Dardanellen wieder abzuziehen. Am 23. November wurde die Flucht der Invasionstruppen beschlossen.

Der Rückzug der Truppen aus der Sulva- und der Anzac-Bucht war am 18. Dezember beendet und Kap Helles war am 9. Januar 1916 vollständig geräumt. Die Verluste des Abenteuers waren sehr hoch. In den englischen, französischen und ANZAC-Einheiten betrugen sie etwa 250.000 Mann. Insgesamt waren 410.000 englische und 70.000 französische Soldaten auf der Halbinsel gelandet.

Folgen

Gallipoli - Der Kampf um den Orient.jpg

Der gemeinsam erfochtene Sieg von Gallipoli hatte weitreichende strategische Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Krieges. Mustafa Kemal Atatürk leitete aus ihr seine Rolle als Volksheld und Retter der Türkei ab. In Australien und Neuseeland wird die Niederlage von Gallipoli als wesentlicher Grund für den späteren Schritt in die Unabhängigkeit und die Lösung vom britischen Mutterland gesehen. Verantwortlich für das englische Desaster war Winston Churchill, an das Australien und Neuseeland jährlich am 25. April mit einem Gedenktag, dem „Anzac Day“ erinnern.

Siehe auch

Literatur

  • E Serman: „Mit den Türken an der Front“, 1915, speziell Teil 3: „Der Kampf um die Dardanellen“, S. 99ff. (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Otto Liman von Sanders: „Der Kampf um Gallipoli 1915-16“, in: „Im Felde unbesiegt“ (Netzbuch)
  • Von einem deutschen Offizier aus dem Stabe des Marschalls Liman von Sanders: „Gallipoli - Der Kampf um den Orient“, 1915 (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Casimir Hermann Baer: „Der Völkerkrieg. Eine Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914“, Band 11, 1917, Der türkische Krieg während des Kriegshalbjahres von Anfang August 1915 bis Anfang Februar 1916, S. 216ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Walter von Schoen: „Die Hölle von Gallipoli. Der Heldenkampf an den Dardanellen“, Deutscher Verlag 1937
  • Klaus Wolf: „Gallipoli 1915. Das deutsch-türkische Militärbündnis im Ersten Weltkrieg“, Report-Verlag 2008, ISBN 978-3932385292
  • With the Zionists in Gallipoli (1916) (PDF-Datei)

Verweise

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