Gefallene

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„Die Heimkehr“, ein Gemälde von Hans Adolf Bühler, wurde erstmalig 1940 in der Zeitschrift „Kunst dem Volk“ abgedruckt. Kunstkritiker ordnen das Bild unterschiedlich ein, vorwiegend soll es sich um den „Heldentod“ eines Soldaten an der Front handeln. Eine Toröffnung gibt das Areal frei. Die Anlage ähnelt einem Ehrenfriedhof, die Mulde könnte den fiktiven Eingang zu einer jener „Soldatenhallen“ handeln, wie sie von Wilhelm Kreis in den dreißiger und vierziger Jahren entworfen wurden. Es bleibt jedoch offen, ob die „Heimkehr“ die Rückkehr zur Gattin im weißem Gewand (Sinnbild der Reinheit und der Werte, für die es sich zu kämpfen und zu sterben lohnt) imaginiert oder den Übergang ins Jenseits, in den Tod, empfangen von einer walkürenhaften Gestalt. Viele jedoch sehen das Motiv im Sinne einer Todesmetapher, verknüpfen die Höhlenöffnung mit dem Schoß der Frau und werten die Symbolik als ein Versprechen des toten Helden des Rückkehrs zur Mutter.

Gefallene sind Soldaten, die im Krieg, vornehmlich im Kampf, ihr Leben verloren haben. Soldaten, insbesondere der Infanterie, „fallen vor dem Feind“ und gelten somit als „vor dem Feind geblieben“ bzw. „auf dem Ehrenfelde ...“ oder „auf der Wahlstatt geblieben“. Angehörige der Marine sind während einer Feindfahrt „auf See geblieben“.

Noch Mitte des 18. Jahrhunderts, als die Kriegskunst Ritterlichkeit forderte, sprach man von einem toten Soldaten, vorwiegend einem jungen Offizier, er sei „im Treffen geblieben“. Gefallene oder verstorbene Soldaten, vornehmlich hohe Offiziere, werden poetisch „zur großen Armee abberufen“, während Staatsoberhäupter „zum himmlischen Wachregiment versammelt“ werden.

„Gefallener Soldat in Schneelandschaft“, Ölgemälde des einstigen Meisterschülers unter Akademieprofessor Hans Adolf Bühler und später selbst meisterlichen Künstlers Carolus Vocke (1899–1979) aus dem Jahre 1942.[1]

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

„Gefallene Generale in Walhall“ von Anne Louis Girodet-Trioson

Bei besonderen Schlachten und Kriegen erhielten die deutschen Gefallenen einen Zusatz, z. B. für die Befreiungskriege „Gefallene der Deutschen Erhebung“ oder für den Ersten Weltkrieg „Gefallene des Großen Krieges“. Unzählige Millionen sind seit der Hermannschlacht gefallen

Ehrenbezeichnung

Der Ehrenbezeichnung Gefallene ist grundsätzlich von dem allgemeinen Begriff „Kriegstoten“ zu unterschieden, die z. B. als Nichtkombattanten oder Zivilisten auch Opfer von Bombenterror, Vertreibung, Folter oder Kriegsgefangenschaft geworden sind.

Kriegsgefangene, die noch während eines Krieges aus der Gefangenschaft fliehen und dabei vom Feind z. B. erschossen werden, gelten kriegsrechtlich als gefallen.

An Kriegsverwundungen Verstorbene

Verstorbene Soldaten sind auch dann Gefallene, wenn sie mittelbar an ihren schweren Verwundungen sterben, z. B. in einem Lazarett, genealogisch mit – †⚔ bzw. ᛣ⚔ – gekennzeichnet. Dies ist jedoch militärhistorisch Gegenstand von Debatten, da manche den Begriff gefallen ausschließlich im engeren Sinne „im Kampf“ auslegen wollen.

Symbolik

Gefallene werden in Genealogien und Lexika (z. B. nach Siglenverzeichnis der brandenburgisch-preußischen Armee) vor dem Todesdatum durch zwei diagonal gekreuzte Schwerter – symbolisiert, an Verwundung Gestorbene ebenfalls vor dem Todesdatum durch zwei diagonal gekreuzte Schwerter, allerdings zusätzlich mit einem kleinen Kreuz zwischen den Griffen. Auf Landkarten werden Schlachten resp. Schlachtfelder ebenso vorwiegend mit ⚔ markiert. Vermißte werden mit (⚔) gekennzeichnet.

Vermißte

In den Verlustzahlen von Schlachten und Kriegen werden stets Gefallene, Vermißte, Verwundete und ggf. Gefangene aufgeführt. Vermißte gehören zumeist zu den Gefallenen, die jedoch nicht aufgefunden oder geborgen werden können, da der Leichnam sich z. B. hinter den feindlichen Linien befindet oder ohne Markierung verscharrt wurde. Allerdings gibt es nicht selten Fälle, insbesondere im Zweiten Weltkrieg, wo totgeglaubte Vermißte vom Feind aufgelesen und in ein Kriegsgefangenenlager gesteckt wurden. Allerdings war dies kein Garant für Sicherheit und Überleben, da die Vermißten dann oft in Gefangenschaft (durch Krankheit, Hunger. Folter oder Mord) starben.

Geschichte

Tafel in Mertingen, die an die Gefallenen und Vermißten der Feldzüge von 1805 bis 1815 erinnert

Germanentum

In der Germanischen Mythologie bergen die Walküren die Gefallenen vom Schlachtfeld und bringen sie nach Walhall.

Befreiungskriege

„Wachse, du Freiheit der deutschen Eichen,
Wachse empor über unseren Leichen,
Vaterland, höre den heiligen Eid!
Vergeßt der treuen Todten nicht und schmücket
Auch ihre Urne mit dem Eichenkranz!“ — Theodor Körner während der Deutschen Erhebung

Märzgefallene

Märzgefallene nennt man die 187 während der deutschen Revolution von 1848/1849 beim Barrikadenkampf am 18. März 1848 in den Straßen Berlins Gefallenen, die am 22. März auf einem besonderen Friedhof („Friedhof der Märzgefallenen“) im Friedrichshain bestattet wurden. Die öffentliche Trauerfeier für 183 Revolutionäre fand am 22. März auf dem Gendarmenmarkt statt.

Aufbahrung der Märzgefallenen

Weihnachtsbaum am Kriegsgrab des gefallenen Kameraden; Einmal im Jahr, in der heiligen Nacht ...

Adolph Menzel hat sie in seinem Gemälde „Aufbahrung der Märzgefallenen“ festgehalten. Der Trauerzug pausierte danach auf dem Schloßplatz, wo das Königspaar den Toten die letzte Ehre erwies. Weitere Opfer, die später ihren Verletzungen erlagen, wurden in den nächsten Wochen beigesetzt, insgesamt liegen 254 Märzgefallene auf dem Friedhof.

Gedichte (Auswahl)

Freund

Der junge Dichter Christian Gotthold Spindler schrieb in „Unschuldige Jugend-Früchte“ (Leipzig, 1745) über einen Hauptmann, der 1743 im Österreichischen Erbfolgekrieg auf dem Feld der Tapferkeit gefallen ist:

1907 erschien im Kunstverlag Fritz Edmunds (Trier/Mosel) ein Gedenkblatt von Johannes Gehrts mit Abbildungen aller 93 Offiziere, die während des Herero- und Hottentottenkrieges in Deutsch-Südwestafrika gefallen bzw. gestorben sind. Dazu wurde ein Büchlein mit den Lebensdaten angeboten: „1904 – 07. Lebensdaten der auf dem Ehrenfelde D.-Südwestafrikas gebliebenen Offiziere“.
Zum Gedenken an die deutsche Marinehelferin Gisela Selinger, die beim Untergang der „Wilhelm Gustloff“ am 30. Januar 1945 ihr junges Leben für Volk und Reich gab
Gedenkstätte für die deutschen Gefallenen Südtirols beider Weltkriege; auch hier gehört der deutsche Stahlhelm zur ehrenden Symbolik.
Freund!
Bundeskanzler Helmut Kohl, General a. D. Johannes Steinhoff, VS-Präsident Ronald Reagan und General a. D. Matthew B. Ridgway auf dem Kriegsgräberstätte Bitburg-Kolmeshöhe am 5. Mai 1985. Kohl und Staatsgast Reagan legten am zentralen Denkmal der Kriegsgräberstätte Kränze nieder. Am Besuch in Bitburg entspann sich von seiten der germanophoben Linken eine Debatte, weil dort neben deutschen Wehrmachtsangehörigen und VS-amerikanischen Soldaten auch gefallene Angehörige der Waffen-SS ruhen.
Gefallener der Fallschirmjäger der Bundeswehr
Falsches Bley, verhaßter Schuß!
Der empfindlich treffen muß.
So gehts im Soldaten-Stande,
Wenn man seinem Vaterlande,
Aus besondrer Redligkeit,
Leben, Muth und Blut geweyht.


Wenn so Bomb als Mörser knallen,
Wenn gehäuffte Feuer-Ballen
In erthönten Lüfften glühn,
Steigen, rauchen, blitzen, sprühn.
Wenn das widrige Geschicke,
Wenn die offt geladnen Stücke
Feuer, Dampff und Hagel speyn,
Und der Weg zur Baare seyn.


Also können auch die Waffen
Uns ein Bett der Ehren schaffen;
Ist die Brust mit Blut benetzt,
Hat sie gleich ein Bley verletzt,
So muß dieses Beyspiel lehren,
Dieses heißt ein Bett der Ehren.


Dieses hast du nun erlangt,
Da dein siegend Herze prangt
Vor dem Thron der Cherubinen,
Die dem Sieges-Fürsten dienen.


So erlangst du durch den Krieg,
Freund! den ewig frohen Sieg,
Ja das längst erwünschte Gosen,
Lorber, Palm und Sieges-Rosen,
In der höchsterwünschten Ruh,
O du Wohlgestorbner du!


Bist du vor dem Feind geblieben,
Wird dir auf den Sarg geschrieben:
Unser Freund starb in dem Feld,
Als ein tapffrer Herr und Held.

Uns aber ruft der Krieg!

„Das letzte Eichenlaub
Nicht der Klage zuviel!
Groß war der Gefallene.


Seiner würdig sein Tod,
Wird ihm der Hügel geschichtet.


Mögen die Frauen weinen,
Uns aber ruft der Krieg![2]

Weitere Lieder und Gedichte

Die Generäle des Zweiten Weltkrieges

In keiner kriegerischen Auseinandersetzung der letzten hundert Jahre hatte die deutsche Generalität einen so hohen Blutzoll zu leisten wie im Zweiten Weltkrieg. Während in den Jahren 1914 bis 1918 63 deutsche Generäle den Tod auf dem Schlachtfeld fanden oder an einer dort erlittenen tödlichen Kriegsverwundung starben, belief sich die entsprechende Zahl, wie die 1953 in 3. Auflage erschienene Dokumentation „Opfergang der Generale“ von Josef Folttmann und Hanns Möller-Witten detailliert namentlich ausweist, für den Zweiten Weltkrieg auf nicht weniger als 289 gefallene oder an Verwundung gestorbene Generäle bzw. Admiräle aller Wehrmachtsteile (einschließlich Waffen-SS und Polizei).

Herausragende Ordensträger

Unter diesen Toten befanden sich u. a. Offiziere, die während des Ersten Weltkrieges mit dem damals höchsten preußischen Kriegsorden für Offiziere, dem Pour le Mérite, ausgezeichnet worden waren, so zum Beispiel Generalleutnant Otto Gabcke und Generalmajor z. V. Kurt Kühme, aber auch sechs gefallene Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes:

Gefallenenbeisetzung auf der Kriegsgräberstätte Halbe (2017)

Am 10. Oktober 2017 wurden auf würdige Weise 90 deutsche Gefallene der Kesselschlacht von Halbe vom April 1945 auf der Kriegsgräberstätte Halbe beigesetzt. Drei Bundeswehr-Ehrenabordnungen von jeweils zwei Dutzend Soldaten brachten die Särge ihrer gefallenen Landsleute zu einem Leutnant und einem Oberleutnant, die sie ehrenvoll in den märkischen Sand betteten. Der Militärattaché des Bundesheeres der Republik Österreich legte einen der 22 Kränze nieder, und Oberst Detleffsen (Kommandeur der Havelland-Kaserne in Potsdam-Eiche) hielt andächtige Worte. Zum Schluß erfolgte mit musikalischer Begleitung das Absingen des Gefallenenliedes „Der gute Kamerad“.

Etwa 200 Trauergäste, darunter viele Reservisten, der Amtschef der Wehrmachtauskunftstelle (Deutsche Dienststelle) und die aktive Präsidentin des Landtages Brandenburg und ihr Vorgänger sowie zahlreiche Bürgermeister und Landräte geleiteten die Gefallenen mit zur letzten Ruhe. Die CDU-Landtagsfraktion und eine FDP-Kreistagsfraktion legten als einzige Parteien Kränze nieder. Das einzige Gesteck von Überlebenden der Kämpfe bei Halbe wurde von Veteranen der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ niedergelegt. Vaterlandstreue und Schüler des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Königs Wusterhausen versahen jeden Sarg mit Blumen.

Zitate

  • „Besitz stirbt, Sippen sterben, Du selbst stirbst wie sie. Eines weiß ich, das ewig lebt: Der Toten Taten und Erfolge!“Edda
  • „Der dem Tod ins Angesicht schauen kann, der Soldat allein ist der freie Mann.“Friedrich Schiller, Wallensteins Lager: Reiterlied (1797)

Gefallene Gebrüder (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

  • Philipp Witkop (Hg.): Kriegsbriefe gefallener Studenten (1918)

Verweise

Fußnoten

  1. Carolus Vocke wurde als Karl Vocke am 23. Juni 1899 in Heilbronn geboren. Er besuchte die Karlsruher Kunstakademie als Schüler des Malers Walter Georgi, des Keramikers Carl Kornhas und des Bildhauers Georg Schreyögg. 1923 zog ihn der Akademieprofessor Hans Adolf Bühler als Meisterschüler zur Ausmalung des Karlsruher Rathaussaales heran. Als 1939 ein Wettbewerb zur Ausmalung des neu von der Stadt angekauften Hecht-Gebäudes in Tuttlingen ausgeschrieben wurde, bewarb sich Vocke und erhielt gemeinsam mit dem Maler Schober den Zuschlag. Er schuf ein monumentales Wandgemälde, das den Titel „Symphonie der Technik“ trug. Vocke kam zum zweiten Mal als Kriegsgefangener Ende des Zweiten Weltkriegs nach Tuttlingen – nämlich ins Lager Mühlau. Er fand als Maler rasch die Anerkennung der französischen Militärverwaltung und erhielt Gelegenheit, sein Können als Gestalter großer Wandbilder zu beweisen; zuerst beim Entwurf und bei der malerischen Ausführung der Altarwand in der Lagerkirche des Tuttlinger Entlassungslagers, dann bei der Ausmalung der Kuppel in der Gedächtnishalle auf dem Tuttlinger Friedhof. Er malte Fresken in zahlreichen Kirchen im Raum Bodensee, Hegau und Oberschwaben. Bekannt sind Wandbilder von Vocke aus den Jahren 1947 bis 1964 in Mühlhausen, in Lippertsreute, in Ravensburg, in Frankfurt, in Berlin, in Stuttgart, in Überlingen (Kirche), im Schloß Laszago (Nähe Como; Großer Gartensaal), in Beuron und in Meersburg (Café Droste). Vocke fand viel Freundschaft und Anerkennung in Tuttlingen. Die lockere und duftige Atmosphäre seiner Landschaftsaquarelle und die treffsichere Hand bei Portraitaufträgen verschafften ihm viele Sympathien. Carolus Vocke wandte sich nach mehrjährigem Aufenthalt in Tuttlingen nach Mannheim. Er übernahm dort die künstlerisch schwierige Aufgabe, die durch Bomben völlig zerstörten barocken Deckenfresken in der Mannheimer Residenz einfühlsam nachzuschaffen, und so restaurierte er auch mit großem Geschick und feinem Gespür das Rokokotheater im Schwetzinger Schloß. 1979 starb er in Mannheim und wurde auf dem Friedhof Freudenheim bestattet. In Mannheim wurde eine Straße nach ihm benannt.
  2. Vgl. Der Herr der Ringe von J. R. R. Tolkien
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