Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen

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Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen mit Lorbeer- und Eichenlaubhalbkranz

Das Gemeinsame Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen ist eine Auszeichnung und Doppelabzeichen aus dem Dritten Reich.

Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Nachdem das sogenannte Fliegerschaftsabzeichen die Funktion eines Doppelabzeichens erfüllt hatte, wurde mit den Verleihungsbestimmungen vom 26. März 1935 (vereinzelte Quellen berichten von einer Einführung erst am 26. März 1936) auch die neue Form des Abzeichens bekanntgegeben. Das Abzeichen gleicht in seiner äußeren Form dem Flugzeugführerabzeichen. Während aber beim Flugzeugführerabzeichen alle Teile verschiedenartig silberfarben waren, ist beim Doppelabzeichen der Kranz goldfarben und der Adler mit dem Hakenkreuz silberfarbig.

Nach den Bestimmungen konnte dieses Abzeichen an Soldaten und Beamte verliehen werden, welche die Bedingungen für das Flugzeugführer- und das Beobachterabzeichen erfüllt hatten. Am 8. Juni 1939 erhielt das Abzeichen die Bezeichnung „Luftwaffendoppelabzeichen“ mit der Abkürzung Lw.D. Infolge der Kriegsverhältnisse wurde im übrigen am 8. Mai 1942 mit sofortiger Wirkung die Beschaffung von Abzeichen in gestickter Ausführung eingestellt. Die Richtlinien vom 2. Mai 1944 sahen vor, daß eine Verleihung des Doppelabzeichens „frühestens ein Jahr nach Verleihung des Lw.-Flugzeugführer- oder Lw.-Beobachterabzeichens“ erfolgen könne.

Das Abzeichen konnte auch an ausländische Flugzeugführer – jedoch nur in besonderen vom „Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ (RdL u. ObdL) befohlenen Ausnahmefällen – verliehen werden. Auch für besondere Verdienste für die Luftwaffe – soweit keine Auszeichnungen in Frage kamen – konnte das Abzeichen an ausländische Luftwaffen-Attachés anläßlich ihrer Abberufung verliehen werden.

Gold mit Brillanten

Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten

Dieses Abzeichen hat – was unnötig zu bemerken – nichts mit einem der üblichen Tätigkeitsabzeichen der Luftwaffe zu tun. Wahrscheinlich im Sommer 1935 schuf der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Hermann Göring, dieses Abzeichen. Es sollte und wurde nur in Ausnahmefällen „ehrenhalber“ verliehen, und zwar sowohl an Deutsche wie auch an Ausländer. Stiftung und Verleihung wurden weder im Luftwaffen-Verordnungsblatt noch sonst offiziell bekanntgegeben. Die ersten Verleihungen erfolgten am 11. November 1935 an den Chef des Generalstabes der Luftwaffe, General Wever, und etwa gleichzeitig an den Staatssekretär der Luftfahrt, General Milch.

Dieses Abzeichen war stets eine persönliche Angelegenheit Görings. Er selbst trug das sog. Doppelabzeichen in echt Gold und ließ es sich – in eigener Verantwortung – mit Brillanten belegen. Daraufhin verlieh er die gleiche Dekoration als besondere Auszeichnung der deutschen Luftfahrt und Luftwaffe. General der Flieger, Sperrle, erhielt dieses Abzeichen am 19. November 1937, Generaloberst Student am 2. September 1940, Oberstleutnant Rudel im Sommer 1944, General der Flieger, Christiansen, im Herbst 1940, Major Mölders Mitte August 1940, Hauptmann Hartmann August 1944, Oberst Bernd v. Brauchitsch, Chefadjutant des Reichsmarschalls, Sommer 1944, sowie Generalfeldmarschall Frhr. v. Richthofen, Hauptmann Werner Baumbach, Major Adolf Galland Mitte August 1940 nach einer allgemeinen Lagebesprechung, ferner Hauptmann Hans-Joachim Marseille (?), Oberst Friedrich Peltz, Generalfeldmarschall Ritter von Greim.

Verliehen wurde das Doppelabzeichen in Gold mit Brillanten, welches von Göring am 19. Oktober 1939 zur offiziellen Auszeichnung der Luftwaffe erklärt wurde, auch an folgende Persönlichkeiten: General der Flieger, Korten, 1940 für die erfolgreiche Beendigung des Kreta-Unternehmens, Generaloberst Löhr 1940, Generalfeldmarschall Kesselring und möglicherweise auch an andere Angehörige der Luftwaffe.

Ehrenhalber verlieh der Reichsmarschall das Abzeichen auch an Nicht-Luftwaffen-Angehörige wie im Juli 1942 dem Reichsführer-SS Heinrich Himmler, im Herbst 1944 dem SS-Sturmbannführer d. R. Otto Skorzeny, SS-Oberstgruppenführer und Generaloberst der Waffen-SS, Sepp Dietrich, sowie an den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Karl Dönitz, im Jahre 1943.

Ausländer wurden von Göring ebenfalls mit dem Abzeichen ausgezeichnet, so der Marschall von Finnland, Frhr. v. Mannerheim, 1942, der rumänische Staatsführer Marschall Antonescu sowie der Italiener Balbo. Die wohl letzte Verleihung fand am 17. April 1945 statt. Von dieser Verleihung an Generalmajor Martin Harlinghausen existiert eine Verleihungsurkunde. Die Urkunde für den damaligen Generaloberst der Luftwaffe Robert Ritter von Greim wird wie folgt beschrieben:

„Sie ist mit künstlerischer Hand in Gold geschrieben, zeigt den Adler – das Hoheitsabzeichen – der Luftwaffe, einen Adler Görings (!) und seine Unterschrift. Die Urkunde liegt in einer braunen Ledermappe mit vergoldetem Rand und geprägtem goldenen Adler des Reichsmarschalls. Beide Teile wurden in einem leinenbezogenen Etui, welches das Hoheitszeichen der Luftwaffe trägt, aufbewahrt.“

Als einzige Frau erhielt die bekannte Fliegerin Hanna Reitsch im März 1941 für die von ihr durchgeführten Versuche das Doppelabzeichen in Gold mit Brillanten. Die Beliehenen erhielten zwei dieser kostbaren Abzeichen: das Original war aus massivem echtem Gold mit Brillanten besetzt, das Zweitstück war aus Silber vergoldet und mit Glassteinen besetzt. Gefaßt wurden die metallenen Abzeichen von dem Juwelenfasser Rudolf Stübiger in Wien, der etwa 60 dieser Abzeichen geliefert hatte.

Bei dem eigentlichen Abzeichen ist der Kranz aus 14karätigem Gold und der Adler aus Platin gefertigt. Die Flügel, der Korpus sowie das Hakenkreuz sind dabei mit Brillanten besetzt. Die zweite Ausfertigung war lediglich aus vergoldetem Silber und mit Straßsteinen besetzt.

Träger des Abzeichens in Gold mit Brillanten (Auswahl)

Insgesamt wurden 60 Auszeichnungen gefertigt. Es lassen sich 34 Verleihungen nachweisen. Diese waren:

Siehe auch

Fußnoten

  1. F.L.Neher: WICK, Hanns Arens Verlag, Berlin - Herrlingen 1943, S. 1
  2. Sandalli, Renatoww2awards.com (englischsprachig)
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