Barkhorn, Gerhard

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Schwerterträger Gerhard Barkhorn

Gerhard „Gerd“ Barkhorn (Lebensrune.png 20. März 1919 in Königsberg; Todesrune.png 11. Januar 1983 in Köln) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Major der Luftwaffe und Schwerterträger des Zweiten Weltkrieges sowie General der Bundeswehr. Mit 301 bestätigten Luftsiegen bei zwischen 1.104 und 1.200 Feindflügen ist das Flieger-As hinter Erich Hartmann und noch vor Günther Rall der zweiterfolgreichste Jagdflieger der Militärluftfahrt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adolf Hitler mit Offizieren nach einer Ritterkreuzverleihungszeremonie (Eichenlaub bzw. Schwerter zum RK) auf dem Berghof; v. l. n. r.: Werner Streib, Gerhard Barkhorn, Erich Walther, Kurt Bühligen, Hans-Joachim Jabs, Bernhard Jope, Reinhard Seiler, Erich Hartmann bzw. Hansgeorg Bätcher (von Hitler verdeckt), Horst Ademeit, Johannes Wiese, Fritz Petersen (Flak-Artillerie), Dr. Maximilian Otte und Walter Krupinski, 4. April 1944
Zeitungsartikel über das JG 52 von Ende 1944: Kommodore Oberstleutnant Dietrich Hrabak, Erich Hartmann, Gerhard Barkhorn, Wilhelm Batz, Otto Vönnekold, Franz Schall, Karl Gratz, Adolf Borchers, Friedrich Obleser, Hans-Joachim Birkner, Anton Resch

Gerhard Barkhorn wurde am 20. März 1919 in Königsberg/Preußen geboren.

Luftwaffe

Er trat im März 1937 nach seinem Abitur der Luftwaffe als Fahnenjunker bei. Nach der Grundausbildung war er vom 1. November 1937 bis 7. August 1939 an der Luftkriegsschule Klotzsche (Luftkriegsschule 1 Dresden). Am 1. September 1939 wurde Flugzeugführer Barkhorn an die Jagdfliegerschule (JFS) nach Schleißheim kommandiert, wo er zum Jagdflieger ausgebildet wurde.

Zweiter Weltkrieg

Am 1. Dezember 1939 wurde er zur Ergänzungs-Jagdgruppe Merseburg und schließlich am 10. Januar 1940 in das Jagdgeschwader 2 versetzt, wo er der 3. Staffel zugeteilt wurde.

Beim JG 2 nahm er zunächst an Einsätzen gegen die eindringende Royal Air Force teil und wurde am 1. April 1940 (bis 30. Juni 1940) als Fluglehrer an das Flieger-Ausbildungs-Regiment 10 kommandiert. Noch im Juni bekam er Scharlach und mußte stationär im Lazarett Wildenschwert behandelt werden. Am 1. Juli 1940 kam er in die 4. Staffel/JG 52 und am 18. Juli 1940 in die 6./JG 52.

Barkhorn wurde am 29. Oktober 1940 mit seiner Bf 109 E-7 „Gelbe 2 +-“ über dem Ärmelkanal abgeschossen, konnte sich mit dem Fallschirm retten, mußte aber zwei Stunden im kalten Wasser verharren, bis Rettung nahte. Am 2. Juli 1941 gelang ihm an der Ostfront bei seinem 120. Feindflug um 18.50 Uhr der erste Abschuß gegen eine Iljuschin DB-3 der Roten Luftwaffe. Am 25. Juli 1942 wurde er erstmalig verwundet, er erlitt in seiner Bf 109 F-4 „Weiße 5 +−“ Treffer vom Boden aus in das untere Bein und kam zur Behandlung nach Berlin in das „Olympia-Lazarett“, das Reserve-Lazarett im ehemaligen Olympischen Dorf am Reichssportfeld.

Nach seinem 59. Luftsieg erhielt er am 23. August 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Als Kapitän der 4. Staffel des Jagdgeschwaders 52 wurde er am 11. Januar 1943 mit dem Eichenlaub, am 2. März 1944 – nach dem 250. Abschuß – als Kommandeur der 2. Gruppe des Jagdgeschwaders 52 mit den Schwertern dekoriert, die er von Hitler auf dem Obersalzberg persönlich erhielt. Am 1. April 1944 wurde Barkhorn in der Stabsstaffel II./JG 52 mit seiner Bf 109 G-6 erneut verwundet, diesmal im Luftkampf mit mehreren feindlichen Jägern, am 31. Mai 1944 wieder, diesmal schwer (rechte Hand, linker Arm und linkes Bein), als er von einer Bell P-39 Q überrascht wurde, die die Amerikaner den Sowjets geliefert hatten. Er konnte trotz starken Blutverlusts und beinahe bewußtlos seine Bf 109 G-6 „Schwarze 5 +−“ bei Jassy (Jassenmarkt) notlanden (Bruchlandung ohne Fahrgestell), wo sich deutsche Truppen befanden, die ihn bergen konnten. Bis Oktober 1944 war er im oberbayerischen Bad Wiessee noch in Behandlung, kehrte dann zum Jagdgeschwader zurück und errang schon am 26. Oktober 1944 seinen nächsten Luftsieg, im November und Dezember 1944 sollten es 16 weitere Abschüsse werden.

Am 5. Januar 1945 errang er seinen letzten Luftsieg mit dem JG 52. Am 16. Januar 1945 übernahm er als Kommodore das Jagdgeschwader 6.

Reichsluftverteidigung

Ab ca. 20. April 1945 flog er beim Jagdverband 44 das neue Düsenflugzeug Me 262 und soll bei der Reichsluftverteidigung damit mehrere nicht protokollierte Luftsiege errungen haben. Am 4. Mai 1945 geriet er bei Maxglan (Salzburg) in VS-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Mit 301 bzw. 302 bestätigten Luftsiegen bei über 1.100 Feindflügen war er nach Erich Hartmann der zweiterfolgreichste Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg. Er selbst wurde neunmal abgeschossen und wurde teilweise schwer verwundet.

Nachkriegszeit

Am 3. September 1945 wurde Barkhorn aus der Gefangenschaft entlassen. 1945 bis 1949 war er „Arbeiter“, im November 1949 begann er eine technische Ausbildung bei Volkswagen und arbeitete in der Autoindustrie.

Am 2. Januar 1956 trat er in die neugegründete Bundeswehr ein. Dort wurde er neben anderen Veteranen des Zweiten Weltkrieges wie Johannes Steinhoff, Günther Rall oder Erich Hartmann auf den neuen strahlgetriebenen Flugzeugen ausgebildet. Die Ausbildung fand in Großbritannien und in den VSA, ab Januar 1957 auch in Deutschland statt. Barkhorn war vom 23. Oktober 1956 bis zum 30. November 1957 Staffelkapitän der 1. Jagdbomberstaffel des JaBoG 31, wo er unter anderem die F-84F Thunderstreak flog. Von da an bis 1962 führte er das Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“.

1964 wurde er zum Oberst befördert und Stabsoffizier beim Luftwaffen-Erprobungskommando. 1969 wurde er zum Brigadegeneral und vier Jahre darauf zum Generalmajor befördert. Schließlich wurde Barkhorn Stabschef der 4. taktischen Luftflotte innerhalb der NATO-Streitkräfte Mitteleuropas. Am 30. Juni 1975 wurde er in den Ruhestand verabschiedet, vereinzelte Quellen berichten gar vom 19. März 1979. Ggf. war er von 1975 bis 1979 noch der Reserve zugeteilt.

Bundeswehr (Chronologie)

  • 1956 Eintritt in die Bundeswehr, Ausbildung in Großbritannien und in den VSA
    • von 19. Januar 1956 bis 18. Juni 1956 Ausbildung bei der Royal Air Force Feltwell/Norfolk/Großbritannien
  • Staffelkapitän der 1. Jagdbomberstaffel des JaBoG 31
  • 1. Juli 1957 bis 1. Oktober 1957 Kommandeur der Waffenschule 30 in Fürstenfeldbruck
  • 1957–1962 Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“
  • 1973–1975 Stabschef der 4. taktischen Luftflotte innerhalb der NATO-Streitkräfte Mitteleuropas
Barkhorn (links) und Walter Krupinski (Mitte), 1957

Tod

Am 6. Januar 1983 hatte Barkhorn zusammen mit seiner Gattin bei einem Schneesturm unweit Frechen auf der Autobahn am Kölner Kreuz (Kreuz Köln-West) einen schweren Verkehrsunfall. Christl Barkhorn verstarb noch am Unfallort, General a. D. Dipl.-Ing. Gerhard „Gerd“ Barkhorn nur wenige Tage später am 11. Januar 1983 in einem Kölner Krankenhaus. Sie wurden auf dem Friedhof am Tegernsee gemeinschaftlich beigesetzt, wo sie gemeinsam mit Barkhorns Mutter Therese, geb. Mertinat (1886–1965), und inzwischen auch mit Enkel Sebastian Vigot ruhen.

Familie

Barkhorn war seit 1943 mit Christl, geb. Fischer (Lebensrune.png 13. November 1920), verheiratet. Aus der Ehe sind drei Kinder entsprossen: Ursula (Lebensrune.png 1944), Eva (Lebensrune.png 1945) und Dorothea „Dorle“ (Lebensrune.png 1954).

Jagdverbände (Wehrmacht)

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen (Wehrmacht und Bundeswehr)

  • März 1937 Eintritt in die Luftwaffe als Fahnenjunker
  • 27. August 1939 Leutnant
  • 1. November 1941 Oberleutnant
  • 1. April 1943 Hauptmann
  • 1. Mai 1944 Major
  • 2. Januar 1956 Major a. D. (BW)
  • 19. Juni 1956 aktiver Major (BW)
  • 12. Mai 1958 Oberstleutnant (ggf. mit Wirkung vom 28. April 1958?
  • 28. September 1960 Oberst
  • 14. Mai 1970 Brigadegeneral
    • schon seit 10. September 1969 mit den Befugnissen eines Brigadegenerals ausgestattet
  • 1. Oktober 1973 Generalmajor (gleichzusetzen mit dem Generalleutnant der Wehrmacht)
    • nach vereinzelten Quellen als Generalleutnant der Bundeswehr verabschiedet, diese Beförderung läßt sich jedoch nicht belegen

Literatur

  • Bernd Barbas: Das vergessene As – Der Jagdflieger Gerhard Barkhorn, Luftfahrtverlag-Start (2014), ISBN 978-3-941437-22-7[2]

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militär-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 202, ISBN 978-3-938845-17-2
  2. Verlagstext: Die deutsche militärische Luftfahrt hat in ihrer Geschichte viele berühmte Flieger hervorgebracht, so etwa Manfred von Richthofen, Max Immelmann oder Oswald Boelcke für der Ersten und Erich Hartmann, Walter Nowotny oder Hans-Ulrich Rudel für den Zweiten Weltkrieg. Nur zwei Jagdfliegern gelang es überhaupt, mehr als 300 Gegner vom Himmel zu holen: Erich Hartmann mit 352 und Gerhard Barkhorn mit 301 Luftsiegen. Trotz dieser beeindruckenden Abschußserie ist Barkhorn – obwohl der zweiterfolgreichste Jagdflieger der Welt – der Öffentlichkeit kaum bekannt geworden. Der vorliegende, hervorragend gestaltete, in deutscher und englischer Sprache geschriebene Bildband will dem abhelfen. Er beschreibt Barkhorns Einsätze über Moskau, dem Kaukasus, über der Krim und in Ungarn. Originale Gefechtsberichte lassen die Dramatik der Luftkämpfe wieder aufleben, in die das Flieger-As u.a. während der Begleitschutzflüge für Transporter auf dem Weg ins eingeschlossene Stalingrad oder gegen sowjetische Schlachtflieger über dem Schwarzen Meer verwickelt wurde. In der Bundeswehr avancierte der Schwerterträger nach erneuter fliegerischer Ausbildung in England zunächst zum Kapitän der 1. Staffel, dann zum Kommandeur der Waffenschule 30 in Fürstenfeldbruck, und kurz darauf wurde er Kommodore des Jagdgeschwaders „Boelcke“. Bis zu seinem verbitterten Abschied aus der Bundeswehr 1979 – das Ministerium hatte die ihm bereits zugesagte Übernahme der 1. Division überraschend zurückgenommen – stieg er zum Generalmajor auf. Barkhorn starb nach einem Autounfall am 11. Januar 1983.
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