Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt

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Die Halle des Volkes mit dem gigantischen Vorhof als Modell für die Reichshauptstadt; auf dem Königsplatz (heute: Platz der Republik) sollte das mächtigste Bauwerk der Welt von fast 300 m Höhe entstehen: eine „Große Halle“ oder „Halle des Volkes“ für 150.000 bis 180.000 Menschen. Auf einem quadratischen Unterbau (315 m Seitenlänge) sollte sich eine Kuppel von über 200 m Höhe und einem Durchmesser von 250 m spannen, gekrönt von einem Reichsadler.

Der Gesamtbauplan für die Reichshauptstadt zur Zeit des Nationalsozialismus bezweckte als Krone aller städtebaulichen Arbeit die höchst ambitionierte Neugestaltung der Reichshauptstadt Berlin zu einer repräsentativen weltstädtischen Kulturmetropole. Die psychologische Kriegführung gegen die Deutschen seit 1945 lügt den „Speer-Plan“ als eine Bestrebung zur Schaffung einer „Welthauptstadt Germania“ zurecht.

Inhaltsverzeichnis

Beweggrund

Berlin-Tiergarten mit Siegessäule.
Gebäude in rot (von oben nach unten): Reichstag, Neue Reichskanzlei, Haus des Fremdenverkehrs

Hitler schrieb in seinem Buch „Mein Kampf“, daß heutige Städte im Gegensatz zur Antike nicht mehr über Wahrzeichen verfügten, über „Monumente des Stolzes“, und daß der Staat mit seinen Bauten wieder stärker in die Öffentlichkeit treten sollte.

1937 erteilte Adolf Hitler dem Architekten Albert Speer den Auftrag, Berlin umzugestalten (→ Erlaß über den Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt). Hitler verkündete:

„Berlin ist eine Großstadt, aber keine Weltstadt. Sehen Sie Paris an, die schönste Stadt in der Welt! Oder selbst Wien! Das sind Städte mit einem großen Wurf. Berlin aber ist nichts als eine ungeregelte Anhäufung von Bauten. Wir müssen Paris und Wien übertrumpfen.“

Die neue Metropole Berlin sollte durch ihre Schönheit, zu der auch imposante Bauwerke beitragen sollten, gefallen und Respekt auslösen. Sie sollte durch das Auflebenlassen von traditionellen Werten im neuen Baustil bis etwa zum Jahr 1950 eine der großen Metropolen mit neuer Lebensqualität werden. Nicht Gigantismus war das Ziel, sondern auch in Berlin wollte sich ein architektonisches Gesetz des Nationalsozialismus zur Geltung bringen. Dieses „Gesetz des Monumentalen“ hat der im Deutschen Reich mit Großbauten betraute Architekt Friedrich Tamms, selbst nicht Mitglied der nationalsozialistischen Partei, in diese Worte gefaßt:

„So läßt sich das Gesetz des Monumentalen, ‚das harte Gesetz der Baukunst‘, das immer und in allen Teilen eine männliche Angelegenheit gewesen ist, zu einem klaren Begriff zusammenfassen: Es muß streng sein, von knapper, klarer, ja klassischer Formgebung. Es muß einfach sein. Es muß den Maßstab des ‚an den Himmel Reichenden‘ in sich tragen. Es muß über das übliche, dem Nutzen entlehnte Maß hinausgehen. Es muß aus dem Vollen gebildet sein, fest gefügt und nach den besten Regeln des Handwerks wie für die Ewigkeit gebaut. Es muß im praktischen Sinne zwecklos, dafür aber Träger einer Idee sein. Es muß etwas Unnahbares in sich tragen, das die Menschen mit Bewunderung, aber auch mit Scheu erfüllt. Es muß unpersönlich sein, weil es nicht das Werk eines einzelnen ist, sondern Sinnbild einer durch ein gemeinsames Ideal verbundenen Gemeinschaft.“[1]

Städtebauliche Struktur

Der „Generalbebauungsplan für Berlin“, so die offizielle Bezeichnung[2] für das Planwerk der Generalbauinspektion, der eigens für diesen Zweck geschaffenen Behörde, die vom „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin“ Albert Speer geleitet wurde, war die Grundlage der Neugestaltung der Reichshauptstadt und sollte in seinem Kernbereich bis 1950 fertiggestellt werden.

Kern des Planwerks war ein Achsenkreuz („Speer'sche Achsenplanung“), das aus Ost-West- und Nord-Süd-Achse bestand und sich in der Innenstadt im Bereich des Tiergartens in unmittelbarer Nähe des Brandenburger Tores kreuzen sollte.

Die Nord-Süd-Achse sollte dabei in ihrem Mittelstück zwischen zwei neu errichteten Durchgangsbahnhöfen, dem Nordbahnhof und dem Südbahnhof (eine Durchgangsstation in ostwestlicher Richtung mit vier Verkehrsebenen, den Vorplatz (300 mal 800 m) sollte ein „Triumphbogen“ von 170 m Breite, 117 m Höhe und 119 m Tiefe abschließen), als eine repräsentative Prachtstraße gestaltet werden und das neue Herz Berlins bilden. Das Achsenkreuz wurde ergänzt durch fünf Ringstraßensysteme und neu anzulegende Stadtviertel wie die Südstadt (Berlin) und die Hochschulstadt an der Heerstraße.

Baugeschichte

Das erste Teilstück der Ost-West-Achse, die weitgehend auf bereits existierenden Straßen verlief, wurde 1938 eröffnet. Die Bauarbeiten für die „Große Halle“ waren zwar bereits begonnen worden, aber nicht über das Ausheben von Baugruben für die Senkkästen hinausgekommen, als wegen des Krieges die Bauarbeiten eingestellt wurden.

Als einziger Bau der Nord-Süd-Achse war das „Haus des Fremdenverkehrs“ bereits im Rohbau fertiggestellt und überstand den Krieg relativ unbeschadet, wurde dann jedoch Anfang der 1960er Jahre wieder abgerissen.

Pressespiegel

Berlin, Modell von 1939 zur Neugestaltung, Blick vom geplanten Südbahnhof über den Triumphbogen bis zur Großen Halle (Nord-Süd-Achse)
Phantastische Vorstellung einer „Welthauptstadt Germania“ aus der Nachkriegszeit

Die Berliner Morgenpost vom 15. Juni 1938 zum Neubau Berlins:

Siehe auch

Verweise

Fußnoten

  1. Friedrich Tamms: Das Große in der Baukunst, in: Die Kunst im Deutschen Reich, 1944
  2. Vgl. Lars Olof Larsson: Die Neugestaltung der Reichshauptstadt – Albert Speers Generalbebauungsplan für Berlin, Hatje, Stuttgart 1978
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