Gesamtlösung der Judenfrage

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Die "Gesamtlösung der Judenfrage" (auch Endlösung genannt) beinhaltete die Deportation und geplante Umsiedlung der Juden aus Europa vorrangig im Rahmen des Madagaskar-Planes. Nach der Undurchführbarkeit des Madagaskarplanes auf Grund der englischen Seeblockade wurde stattdessen beabsichtigt, die Juden nach dem nordöstlichen Europa in russisches Gebiet umzusiedeln.[1] Zudem unterstützte man die Bestrebungen der Zionisten, einen jüdischen Staat in Palästina zu errichten (siehe Ha'avara-Abkommen). Der heute im Sinne der Politischen Korrektheit allgemein verbreitete Begriff "Endlösung" konnte sich erst durch eine fehlerhafte Rückübersetzung des Wortes "Gesamtlösung" aus dem Englischen ins Deutsche bei den Nürnberger Prozessen durchsetzen.[2] Darüberhinaus war der Begriff Endlösung zur damaligen Zeit jedoch im Kontext der Gesamtlösung ebenso gebräuchlich.

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Die Planungen

"Gesamtlösung" und "Endlösung" im gleichen Kontext als Beschreibung der Auswanderung in einem Dokument von Göring
"Gesamtlösung" und "Endlösung" im gleichen Kontext als Beschreibung der Auswanderung in einem Dokument von Göring

Chefankläger Robert Jackson liest ein Schreiben von Hermann Göring vor:

In Ergänzung der Ihnen am 24. Januar 1939 übertragenen Aufgabe, welche sich mit der gründlichen, in möglichst günstiger Weise stattzufindenden Emigration als Lösung des jüdischen Problems befaßte, beauftrage ich Sie hiermit, alle notwendigen Vorbereitungen bzw. Organisierung und Finanzierung zum Zweck einer Endlösung der jüdischen Frage im deutschen Einflußgebiet in Europa zu treffen."

Göring:

Ich finde das in keiner Weise korrekt!

Jackson:

Geben Sie mir bitte Ihre Übersetzung.

Göring:

[...] Jetzt kommt das entscheidende Wort, das falsch übersetzt ist, es heißt nämlich "Für eine Gesamtlösung" und nicht für eine "Endlösung"! Für eine Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa..."[3]

Der Antisemitismus Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten zeigte sich ursprünglich nur in der Herausdrängung der Juden aus dem öffentlichen Leben. Dazu sagte Göring vor dem Nürnberger Tribunal:

"Zunächst war allgemein bei Regierungsübernahme nur die Forderung gestellt: Ausscheiden aus den politischen Stellen und Ausscheiden aus gewissen sonstigen führenden Staatsstellen."[4]

Nach den jüdischen Kriegserklärungen an Deutschland, besonders nach der Jüdischen Kriegserklärung vom 24. März 1933 war geplant, die Juden im Rahmen des Madagaskarplanes endgültig umzusiedeln. Der Brief von Chaim Weizmann, dem damaligen Vorsitzenden der Jewish Agency, an den britischen Premierminister Arthur Neville Chamberlain (Brief vom 29. August 1939), wird von dem Historiker Ernst Nolte ebenso als weitere Jüdische Kriegserklärung an das Deutsche Reich angesehen. Der Antisemitismus eskalierte im Verlauf des Zweiten Weltkrieges zu einer Vertreibungs- und Ausmerzungsstrategie, die von Hitler bereits in „Mein Kampf“ angedeutet wurde. Die Juden wurden ihrem Feindstatus zufolge in Lagern interniert. Hitlers unmittelbare Verantwortung für angebliche spätere Vorgänge ist mit dem Argument bezweifelt worden, es gebe kein entsprechendes, von Hitlers eigener Hand unterzeichnetes Dokument zur vorgeblich geplanten Judenvernichtung. Dem stehen allerdings die erwähnten, öffentlichen und klar dokumentierten Äußerungen Hitlers entgegen, die zeigen, daß die von seiner Regierung zu verantwortende Rassenpolitik ganz seinen persönlichen Ansichten und Zielen entsprach. Dies begann nicht erst mit den Äußerungen in „Mein Kampf“ und endete nicht mit seiner Reichstagsrede vom 30. Januar 1939, in der er für den Fall eines neuerlichen vom Weltjudentum ausgelösten Krieges die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ ankündigte. Nach der Eskalation des Zweiten Weltkrieges auf Grund der durch England ständig abgelehnten deutschen Friedensvorschläge, dem Desaster von Stalingrad und dem Beginn des Bombenkrieges gegen deutsche Städte und deren Zivilbevölkerung eskalierte auch die Judenverfolgung. Heinrich Himmler spricht in seiner Posener Rede die Brutalität des Krieges in aller Deutlichkeit an. Himmlers Äußerungen in dieser Rede stehen allerdings in eklatantem Widerspruch zur ursprünglich geplanten Umsiedlung der Juden im Rahmen des Madagaskar-Planes. Denn noch am 29. Mai 1940 stellte Himmler seine Planungen zum Madagaskarplan Hitler vor und schlug "die Auswanderung sämtlicher Juden nach Afrika oder sonst in eine Kolonie" vor. Himmler äußerte in diesem Zusammenhang, dass er "die bolschewistische Methode der physischen Ausrottung eines Volkes aus innerer Überzeugung als ungermanisch und unmöglich ablehnt. Somit wäre dies (eine Umsiedlung) noch der mildeste und beste Weg". [5] Hitler stimmte der genannten Äußerung und der Ausarbeitung des Madagaskar-Plans mit der Handschriftlichen Notiz "sehr richtig" zu. [6] [7]

Am 17. August 1940 notierte Propagandaminister Joseph Goebbels in seinem Tagebuch über ein Gespräch mit Hitler: "Die Juden wollen wir später nach Madagaskar verfrachten. Dort können sie ihren eigenen Staat aufbauen." [8]

Im Juni 1940 wurde auch die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland in die Pläne und Vorbereitungen zur Umsiedlung nach Madagaskar miteinbezogen. In einer Sitzung im Dezember 1940 wurde beschlossen, die Juden auf die Möglichkeit einer „Gruppen- und Massensiedlung“ vorzubereiten und es wurden Rundschreiben an alle Gemeinden verschickt, in der von einer „jüdischen Siedlung“ auch außerhalb Palästinas die Rede war.

Nach dem Krieg wurde die juristische Verfolgung von deutscher Seite von eventuell stattgefundenen Verbrechen durch die völkerrechtswidrige Verhaftung der letzten Reichsregierung unter Karl Dönitz durch britische Besatzungstruppen verhindert.

[bearbeiten] Zitate

  • ""Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum inner- und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa! Denn die Zeit der propagandistischen Wehrlosigkeit der nichtjüdischen Völker ist zu Ende! Das nationalsozialistische Deutschland und das faschistische Italien besitzen jene Einrichtungen, die es gestatten, wenn notwendig, die Welt über das Wesen einer Frage aufzuklären, die vielen Völkern instinktiv bewusst und nur wissenschaftlich unklar ist. Augenblicklich mag das Judentum in gewissen Staaten seine Hetze betreiben unter dem Schutz einer dort in seinen Händen befindlichen Presse, des Films der Rundfunkpropaganda, der Theater, der Literatur usw. Wenn es diesem Volke aber noch einmal gelingen sollte, die Millionenmassen der Völker in einen von diese gänzlich sinnlosen und nur den jüdischen Interessen dienenden Kampf zu hetzen, dann wird sich die Wirksamkeit einer Aufklärung äußern, der in Deutschland allein schon in wenigen Jahren das Judentum restlos erlegen ist. Die Völker wollen nicht mehr auf den Schlachtfeldern sterben, damit diese wurzellose internationale Rasse an den Geschäften des Krieges verdient und ihre alttestamentarische Rachsucht befriedigt. Über die jüdische Parole "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" wird eine höhere Erkenntnis siegen, nämlich: "Schaffende Angehörige aller Nationen, erkennt euren gemeinsamen Feind!" - Adolf Hitler, Rede vom 30. Januar 1939
  • „Die Juden wollten ihren Krieg, und sie haben ihn nun. Aber es bewahrheitet sich an ihnen auch die Prophezeiung, die der Führer am 30. Januar 1939 im Deutschen Reichstag aussprach, daß, wenn es dem internationalen Finanzjudentum gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein werde, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa. Wir erleben eben den Vollzug dieser Prophezeiung, und es erfüllt sich damit am Judentum ein Schicksal, das zwar hart, aber mehr als verdient ist. Mitleid oder gar Bedauern ist da gänzlich unangebracht.“ - Dr. Joseph Goebbels 16. November 1941 (Zitiert nach „Das eherne Herz“ 1943)
  • „Die Juden treiben in diesem Kriege ihr frevelhaftes Spiel, und sie werden das mit der Ausrottung ihrer Rasse in Europa und vielleicht weit darüber hinauszu bezahlen haben.“ - Dr. Joseph Goebbels 14. Juni 1942 (Zitiert nach „Das eherne Herz“ 1943)
  • „Juda wird und muss vernichtet werden, das ist unser heiliger Glaube!“ - Dr. Robert Ley 06.02.1942

[bearbeiten] Siehe auch

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[bearbeiten] Fußnoten

  1. ^ Wie ein Begleiter, der Staatssekretär Bühler, beteiligt an der Wannsee-Konferenz, in Nürnberg unter Eid am 23. April berichtete, hatte Heydrich erklärt, der Reichsführer-SS habe vom Führer den Auftrag erhalten, "die gesamten Juden Europas zusammenzufassen und im Nordosten Europas, in Rußland, anzusiedeln".
  2. ^ Göring im Kreuzverhör: Auseinandersetzung zwischen Hermann Göring und Robert Jackson, IMT IX 575
  3. ^ Nürnberger Tribunal: 86. Tag, Mitschrift des Wortlautes
  4. ^ Nürnberger Tribunal: 86. Tag, Mitschrift des Wortlautes
  5. ^ HITLER`S SUPPORT FOR PLANS TO DEPORT FOUR MILLION JEWS TO MADAGASCAR
  6. ^ Yehuda Bauer, Freikauf von Juden? Jüdischer Verlag, Frankfurt/M. 1996, S. 95.
  7. ^ Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, 1/97, S. 45 (PDF-Datei)
  8. ^ Joseph Goebbels: Tagebücher. Piper Verlag, Band 4, Seite 1466, ISBN 3-492-21414-2.

[bearbeiten] Verweise

[bearbeiten] Literatur

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