Getürkt

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Der im Erzherzogtum Österreich vorgeführte Schachtürke von Wolfgang von Kempelen aus Preßburg war getürkt, d. h. Betrug.

Getürkt ist ein Adjektiv, welches umgangssprachlich eine geschummelte, manipulierte oder betrügerische Eigenschaft beinhaltet[1] und auch als Verb türken verwendet werden kann. Die oft verwendete anglisierte Version ist „gefakt“ (von to fake = „vortäuschen“ oder „frei erfinden“).

Ein weiterer Ausdruck für das Hervorbringen falscher Tatsachen ist „einen Türken bauen“ oder „einen Türken stellen“.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung

Es gibt unterschiedliche Theorien über den Ursprung des Ausdrucks:

  • Ein früher Beleg zur Etymologie der Redewendung im germanischen Sprachraum geht auf das Jahr 1569 zurück, als die Türkenkriege Europa beunruhigten: Das „Oxford English Dictionary“ verweist auf das Wort „Turk“, welches die nunmehr veraltete Bedeutung „a human figure at which to practise shooting“ hatte. „Turk“ entspricht dem heutigen „Pappkameraden“. Um 1600 wurde der Begriff ähnlich auch in der deutschen Sprache für Übungen der Kavallerie gegen unbewegliche Ziele verwendet. Eine Täuschungsabsicht ist aber in beiden Bedeutungen nicht enthalten.
  • Der „Schachtürke“ war ein vermeintlicher Schachroboter in türkischem Kostüm, der angeblich selbständig Schach spielen konnte. Tatsächlich versteckte sich jedoch in der 1769 von dem deutschen Erfinder, Architekten und Staatsbeamten Wolfgang Ritter von Kempelen gebauten Maschine ein erfahrener Schachspieler.
  • Bei der Einweihung des Nord-Ostsee-Kanals (damals noch Kaiser-Wilhelm-Kanal genannt) im Jahre 1895 wurden alle durchfahrenden Schiffe mit der jeweiligen Nationalhymne ihres Landes begrüßt. Als ein Schiff mit der Flagge des Osmanischen Reiches auftauchte, war der Dirigent ratlos, denn man hatte keine Noten einer türkischen Hymne. Um nicht unhöflich zu erscheinen, improvisierte das Orchester und man spielte „Guter Mond, du stehst so stille“. Den Titel wählte der Dirigent aufgrund des Halbmondes auf der Flagge.[2]
  • Das Deutsche Wörterbuch, ursprünglich von den Gebrüdern Grimm, erklärte um 1900 die Redewendung „einen Türken stellen“ die umgangssprachliche Bedeutung „jemandem bei Besichtigungen etwas vormachen“.[3]

Medien

„Getürkt“ wird mittlerweile stereotypisch von Türken in der BRD in den BRD-Systemmedien selbst verwendet:

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Mehnert: Schweine-Journalismus? Wenn Medien hetzen, türken und linken, FZ Verlag, 2002
  • Wolfgang Hackert: Getürkt und gelinkt – Wem nützt „rechte Gewalt“?, Deutsche Stimme, 2009, ISBN 978-3-935102-29-2

Fußnoten

  1. http://www.dict.cc/deutsch/get%C3%BCrkt.html
  2. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/fragen-an-den-zwiebelfisch-wie-baut-man-einen-tuerken-a-359657.html
  3. Christoph Gutknecht: Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit, 1. Auflage, Beck, 2008, ISBN 3406568335 (Google Buchsuche), S. 45–46
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