Diebitsch-Sabalkanski, Hans Karl von

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General Graf Diebitsch-Sabalkanski.jpg

Hans Karl Friedrich Anton Graf von Diebitsch-Sabalkanski (Lebensrune.png 13. Mai 1785 in Groß Leipe bei Obernigk, Deutschland; Todesrune.png 10. Juni 1831 in Kleszewo, Polen) war ein deutscher Generalfeldmarschall (seit 22. September 1829) und russischer Graf (seit 11. August 1829) in Diensten der Kaiserlich-Russischen Armee. Seinen Beinamen „Sabalkanski“ (der über den Balkan gegangene) erhielt er für seine Balkandurchquerung im Kampf gegen die Türken 1829.[1]

Leben

Hans Karl Friedrich Anton von Diebitsch-Sabalkanski.jpg
„D. besuchte das Berliner Kadettenkorps und trat unter Paul I. in russische Dienste. Seit 1810 im Stabe Feldmarschall Fürst Wittgensteins, hatte D. hervorragenden Anteil an den Operationen dieses Korps beim Einfall Napoleons in Rußland. Im Dezember 1812 stieß D. in Preußisch-Litauen bei der Verfolgung des französischen Korps MacDonald auf das preußische Hilfskorps des Generals von York. Er legte seine Truppen zwischen diesen und MacDonald und eröffnete mit York Verhandlungen, die an eine frühere Fühlungnahme der russischen Militärgouverneure von Riga (General von Essen und Marquis Paulucci) anknüpften und am 30. Dezember in der Mühle von Poscherun zum Abschluß der Konvention von Tauroggen führten. Sie wurden von York und D. unterzeichnet. Zu den Unterhändlern hatte auch der in russische Dienste übergetretene Oberst von Clausewitz gehört. Als General-Quartiermeister der alliierten Armeen war D. an den Feldzügen des Jahres 1813 maßgeblich beteiligt. Er war später ständiger Begleiter Alexanders I. auf dessen Reisen (Kongreß von Laibach, auch 1825 in Taganrog), ab 1824 als Chef des kaiserlichen Generalstabes. Im Türkenkrieg 1828-29 erzwang er als Oberbefehlshaber (ab 1829 an Stelle Wittgensteins) den Übergang über den Balkan, die Eroberung von Varna und den Frieden von Adrianopel. Nikolai I., dessen Vertrauen er seit Aufdeckung der Dekabristenverschwörung besaß, entsandte ihn beim Ausbruch der Julirevolution zur Vereinbarung gemeinsamer Maßnahmen nach Berlin. Als Oberbefehlshaber (seit 1829 Feldmarschall) besiegte er 1830 die polnischen Aufständischen bei Grochow und Ostrolenka, fiel aber alsbald der Cholera zum Opfer.“ [2]

Befreiungskriege

Von Diebitsch schloß als Generalquartiermeister des Wittgensteinschen Korps gemeinsam mit dem deutschen General Yorck von Wartenburg im Dezember 1812 nach dem Rußlandfeldzug Napoleons die Konvention von Tauroggen, wodurch die Befreiung Europas vom französischen Joch eingeleitet wurde.

Nach der Schlacht von Großgörschen zu Barclay de Tollys Armeekorps versetzt, war er bei Abschluß des geheimen Vertrags zwischen das kaiserliche Rußland, dem Kaisertum Österreich, dem Königreich Preußen und dem Königreich Großbritannien, der am 14. Juni 1813 in Reichenbach zustande kam, beteiligt. Große Tapferkeit bewies er in den Schlachten bei Dresden und Leipzig und wurde nach letzterer zum Generalleutnant befördert.

Bei Napoleons Flucht von Elba wurde er zum Kongreß nach Wien berufen und von da als Chef des Generalstabs zum 1. Armeekorps in Vorbereitung auf den Siebten Koalitionskrieges gesandt. Nach dem Frieden ernannte ihn der russische Kaiser zu seinem Generaladjutanten und 1822 zum Chef des Großen Generalstabs. Im Jahre 1825 hatte er dem Großfürsten Konstantin die Nachricht von dem Tode des Kaisers Alexander zu überbringen. Von Diebitsch stand auf der Todesliste der Dekabristen, nahm aber an der Niederschlagung des Putsches führend Anteil und wurde zum General ernannt.

Nachkriegszeit

In dem im Frühling 1828 begonnenen Feldzug gegen die Türken erwarb er sich durch die erfolgte Einnahme von Warna den Andreasorden. Seit Februar 1829 Oberbefehlshaber als Nachfolger von Generalfeldmarschall zu Sayn-Wittgenstein, erzwang er im Juli den Übergang über den Balkan, dem am 20. August die Kapitulation von Adrianopel folgte, wo im September der gleichnamige Frieden geschlossen wurde. Dafür wurde Diebitsch schon am 11. August 1829 in den Grafenstand mit dem Namenszusatz Sabalkanski (Vorlage:DeS) erhoben und am 22. September 1829 zum Generalfeldmarschall ernannt.

Nach beendetem Krieg kehrte Diebitsch-Sabalkanski nach Petersburg zurück und hielt sich dann fast das ganze Jahr 1830 in diplomatischer Mission in Berlin auf.

Tod

Er erlag während des polnischen Aufstands am 10. Juni in Kłaczkowo bei Pultusk der Cholera und wurde auf dem Wokowo-Friedhof in Sankt Petersburg feierlich beigesetzt.

Familie

Von Diebitsch entstammte einem alten schlesischen Adelsgeschlecht. Die direkte Stammreihe begann mit Heinrich von Diebitsch (Lebensrune.png um 1400), dem Hofmeister des Herzogs Ludwig II. von Liegnitz (1435 erwähnt).

Hans von Diebitsch war der Sohn des deutschen Generalmajors in russischen Diensten und Inspektors der Waffenfabriken zu Tula Ehrenfried Freiherr von Diebitsch und Narten (1738–1822) und seiner dritten Ehefrau Marie Antoinette von Erckert (1743–1805). Der Vater diente seit 1756 in der preußischen Armee und war in der Suite von Friedrich dem Großen, ging 1798 nach dem Regierungsantritt Pauls I. als Erzieher des Herzogs Eugen Friedrich von Württemberg nach Rußland und gehörte zur kaiserlichen Suite. Im Jahre 1801 wurde er bei der Kurländischen Ritterschaft immatrikuliert. Johann/Hans wurde am 12. Januar 1826 bei der Estländischen Ritterschaft unter der Nr. 45 immatrikuliert. Von Diebitsch erhielt seine Bildung in dem Kadettenhaus zu Berlin.

Er heiratete am 31. Mai 1815 die 15jährige Jenny Baronesse von Tornau (Lebensrune.png 1800; Todesrune.png 25. März 1830), die Nichte des 1813 in den Fürstenstand erhobenen Feldmarschalls Michael Andreas Barclay de Tolly. Das Majorat über Sabalkansk, Kr. Jamburg (auch Yamburg, seit 1922 Kingissepp im Gouvernement St. Petersburg) ging nach seinem Tod 1831 mit 21 Ortschaften auf seinen Neffen Carl von Prittwitz über, kaiserlich-russischer General der Kavallerie à la suite und Generaladjutant des Kaisers Nikolaus I.

Zitate

  • „In einer kalten Dezembernacht, kurz vor Ausklang des Jahres 1812, als die von Napoleon zwangsverpflichteten deutschen Truppenverbände in den Schneewüsten Rußlands erfroren und verbluteten, faßte ein preußischer General den einsamen Entschluß, seinem König den Gehorsam zu verweigern, das aufgezwungene Bündnis mit dem Eroberer aus dem Westen zu brechen und sich mit dem russischen General Diebitsch zu einigen. Yorck von Wartenburg wurde der Rebell von Tauroggen. Damit war das Fanal zur Erhebung Preußens und der anschließenden Befreiungskriege von 1813/14 gegen die französischen Zwingherren gegeben. Die deutsche Jugend stand auf, angefeuert durch das Beispiel unserer edelsten Patrioten, die schon lange danach fieberten, das Joch der Fremdherrschaft abzuschütteln. Erinnert sei u. a. an die Reden Johann Gottlieb Fichtes an die Deutsche Nation, an die flammenden Schriften von Moritz Arndt und an die begeisternden Lieder Theodor Körners.“ — Hans Henning Festge

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Siehe auch

Literatur

  • 96-book.png PDF Heinrich A. Schümberg: Hans Carl Friedrich Anton Graf von Diebitsch-Sabalkanski, Kaiserl. Russischer Feldmarschall, neben Rußlands vorzüglichsten Feldherren, 1830

Fußnoten

  1. vgl.: Wolfgang Menzel: „Geschichte Europa's vom Sturze Napoleons bis auf die Gegenwart (1816-1856)“, 1857, S. 190 (PDF-Datei)
  2. Diebitsch, Hans Karl Friedrich Anton, Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 635