Graz

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Graz

Wappen von Graz
Staat: BRÖ
Gau: Steiermark
Einwohner (2012): 265.318
Bevölkerungsdichte: 2.079 Ew. p. km²
Fläche: 127,56 km²
Postleitzahl: 801x, 802x, 803x, 804x, 805x
Telefon-Vorwahl: 0316
Kfz-Kennzeichen: G
Koordinaten: 47° 4′ 0″ N, 15° 26′ 0″ O
Graz befindet sich entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Steiermark

Graz (früher auch Gratz bzw. Grätz; auch Deutsch-Grätz - zwecks der Unterscheidung von Windischgrätz in der Untersteiermark) ist die Hauptstadt der Steiermark. Sie liegt in einem weiten Tal an der Mur, 356 m über dem Meer. Die eigentliche Stadt liegt auf dem linken Ufer des Flusses, über welchen sieben Brücken führen.

Inhaltsverzeichnis

Name der Stadt

Die Name der Stadt leitet sich aus einem alpenslawischen gradec ab, dessen Bedeutung 'kleine Burg, Städtlein' ist. Slawisches *gȏrdъ (Burg, Stadt) geht mit deutschem 'Garten', lateinischen 'hortus' (Garten), altgriechischem 'chórtos' (Weide, Gehege; Hof) und Sanskrit 'gṛhá' (Haus) auf eine gemeinsame indogermanische Wurzel *ǵʰortós (Umzäunung) zurück. Im Mittelhochdeutschen verursachte das e in gradec die Umlautung des a zu ä, wodurch allmählich das deutsche Grätz entstand.

In der frühen Neuzeit bis 19. Jahrhundert hieß die Stadt auf hochdeutsch Grätz, in der bairischen Mundart sagte und schrieb man jedoch auch damals bereits Gra(t)z. Zur Unterscheidung zur teilweise von Slawen bewohnten Stadt Windischgrätz hieß Graz lange Zeit Bairisch-Grätz, womit man den deutschen Charakter der Stadt verdeutlichen wollte. Auch Bezeichnungen wie Grätz in Steyr (damit ist die Steiermark gemeint) erschienen im 16. Jahrhundert (wobei jedoch auch das obig erwähnte Windischgrätz in der Steiermark lag, bis es 1918 widerrechtlich von Slowenen besetzt wurde). Im Gegensatze beispielsweise zur Stadt Wien, wo die hochdeutsche Lautung die bairische (Wean) im Schriftverkehr verdrängen konnte, setzte sich im Grazer Falle die mundartnahe Bezeichnung als amtlicher Name durch.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1880 97.791
1939 207.747
2006 287.723

Geschichte

Graz ist unstreitig sehr alt. Wahrscheinlich verdankte es seinen Ursprung der Hengistiburg auf dem hohen Schloßberg, welche als Vorort des Hengestgaues in der Thalebene Hengestfeld um 1053-55 genannt wird. Als Pfalz der Traungauer oder Markgrafen von Steier erscheint die mit Bayern besiedelte Stadt (d.h. Pairisch-Gräz, slow. Gradec, zu deutsch Burgstadt, im Gegensatz zu Windisch-Gräz) urkundlich seit 1129.

Die schon früher der Stadt erteilten bedeutenden Privilegien wurden 1281 vom deutschen König Rudolf bestätigt und später noch wesentlich erweitert. Die Angriffe der Türken 1480 und 1532 wies die Stadt kräftig zurück.

Seit Herzog Ernst dem Eisernen (gestorben 1424) wurde Graz der bevorzugte Hauptort und Regierungssitz der Habsburger von der ältern steiermärkischen Linie; das Gleiche war seit 1564 durch die Bildung der jüngeren steiermärkischen Linie der Habsburger mit Erzherzog Karl II. als Begründer der Fall.

Unter diesem wurde das alte Schloß oder die Burg von Graz zu einer für die damalige Zeit starken Festung umgestaltet, welche lange auch das Gefängnis politischer Verbrecher abgab. Residenz Ferdinands II., als dieser noch Erzherzog war, wurde Graz auch dessen Begräbnisstätte. 1797 besetzten die Franzosen die Stadt, und Napoleon nahm hier für einige Zeit sein Hauptquartier. Im Jahr 1809 besetzten die Franzosen Graz und belagerten vergeblich den Schloßberg, den Major Hackher heldenmütig verteidigte, und der ihnen erst im Wiener Frieden übergeben wurde.

Im 19. Jahrhundert nahm die Stadt ganz besonders durch den Erzherzog Johann und die 1860 eingeführte Selbstverwaltung einen großen Aufschwung, der auch durch die gesunde Lage wesentlich gefördert wurde.

Politik

Die Grazer Gemeindepolitik ist in den letzten Jahrzehnten von größerer Beweglichkeit gewesen als der deutschösterreichische Durchschnitt. Dies zeigt sich nicht nur an den Ergebnissen der Gemeinderatswahlen, sondern auch an den Bürgermeistern.

So konnte in Deutschösterreichs zweitgrößter Stadt die FPÖ mithilfe der ÖVP von 1973 bis 1983 den Bürgermeister stellen. Möglich war dies aufgrund eines Abkommens beider bürgerlicher Bewegungen: Bei den Gemeinderatswahlen im Jahre 1973 verlor die im Bund absolut herrschende SPÖ die absolute Mehrheit sowohl in Graz als auch in Klagenfurt. Die FPÖ sicherte dem ÖVP-Kandidaten das Bürgermeisteramt in Klagenfurt, während die ÖVP in Graz, obwohl sie zweitstärkste Kraft hinter der SPÖ und deutlich vor der FPÖ war, den Freiheitlichen Alexander Götz in das Amt des Bürgermeisters hob.

Weiters beachtenswert ist die vergleichsweise starke KPÖ, die seit 1945 immer im Grazer Gemeinderat vertreten war.

Gemeinderatswahl in Graz 2003

Die Gemeinderatswahl des Jahres 2003 brachte ein politisches Erdbeben: Die ÖVP katapultierte sich vom dritten Platze (23,2%) auf den ersten (36,1%), während ihr damaliger Koalitionspartner im Bund, die FPÖ, von 26,8% auf 8,0% zurückfiel. Das bedeutete ein Zurückrutschen vom zweiten Range auf den fünften, sogar hinter KPÖ und Grüne (8,3%). Die SPÖ, jahrzehntelang stärkste Partei in Graz, gab von 30,9% auf 25,9% nach. Die Kommunisten verdreifachten sich beinahe von 7,9% auf 20,8%. Viele freiheitliche Wähler machten ihr Kreuz somit bei dieser Wahl bei den Kommunisten. Das Liberale Forum (vormals 2,6%) schied aus dem Gemeinderate aus.

Obwohl die ÖVP letzten Endes den Bürgermeister stellen konnte, bedeutete das Wahlergebnis eine Mehrheitsverschiebung von blau-schwarz hin zu rot-rot-grün.

Gemeinderatswahl in Graz 2008

Bei der Gemeinderatswahl im Jahre 2008 war lange Zeit von einer „Normalisierung“ des Wahlergebnisses ausgegangen worden. Es wurden Verluste für ÖVP und KPÖ, sowie Gewinne für SPÖ, FPÖ und Grüne vorausgesagt. Das BZÖ kämpfte um seinen Einzug in den Gemeinderat.

Weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde der Wahlkampf aufgrund der Aussagen der FPÖ-Führerin Susanne Winter, die meinte, der Koran sei vom „Kinderschänder“ Mohammed in „epileptischen Anfällen“ geschrieben worden und der Islam müsse dorthin „zurückgeworfen“ werden, woher er komme, „nämlich jenseits des Mittelmeers.“

Gemäß des amtlichen Endergebnisses erhielten die Parteien folgenden Zuspruch:

  • ÖVP 38,4% (+ 2,3)
  • SPÖ 19,7% (- 6,2)
  • Grüne 14,6% (+ 6,3)
  • KPÖ 11,2% (- 9,6)
  • FPÖ 10,8% (+ 2,8)
  • BZÖ 4,3% (+ 4,3)
  • andere 1,0% (+ 0,1)

Mit Überraschung wurde das schwache Abschneiden der SPÖ zur Kenntnis genommen, während die Verluste der Kommunisten nach dem Abgange ihres beliebten Führers Ernest Kaltenegger - zumindest teilweise - erwartet wurden. Die FPÖ konnte bloß leicht dazugewinnen, was möglicherweise am Umgang der Medien mit Susanne Winter lag. Das BZÖ konnte erfolgreich in den Gemeinderat einziehen.

Somit verschoben sich die Mehrheitsverhältnisse von rot-rot-grün wieder zu schwarz-blau(-orange). Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl kündigte nichtsdestotrotz eine Zusammenarbeit mit den Grünen an. Im Sommer 2012 wurde diese Koalition jedoch vom Bürgermeister aufgekündigt und für Ende Nebelung (statt im Hartung 2013) vorgezogene Neuwahlen anberaumt.

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