Groß Wartenberg

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Groß Wartenberg

Gross wartenberg wappen.jpg
Staat: Deutsches Reich
Gau: Niederschlesien
Landkreis: Groß Wartenberg
Provinz: Schlesien
Einwohner (1939): 3.096
Koordinaten: 51° 19′ N, 17° 43′ O
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Groß Wartenberg befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Groß Wartenberg, bis 1888 Polnisch-Wartenberg, ist eine Stadt mit über 10.000 Einwohnern in Niederschlesien, 50 Kilometer nordöstlich von Breslau im Katzengebirge.

Zeittafel zur Stadtgeschichte

  • Ende des 12. Jahrhunderts: der Ort und die Gegend werden erstmalig als districtus Syczow sive Wartinbergk in einer Urkunde des Bistums Breslau erwähnt.
  • 1276: Ein Albert von Schmollen wird als castellanus in Wrathenberc bezeichnet, welches darauf hinweist, dass die Stadt schon vor diesem Datum ein wichtiger Ort an der Handelsstraße BreslauKalischThorn war. Es bezeugt auch das Vorhandensein einer festen Burg, die außerhalb der Stadt lag.
  • 1287: Die Stadtpfarrkirche wird erwähnt.
  • 1293: Durch Erbteilungen des Herzogtums Breslau fällt Wartenberg an das Herzogtum Glogau.
  • 1320: Die Stadt kommt zum Herzogtum Oels.
  • 1369: Für dieses Jahr ist für Wartenberg das Magdeburger Stadtrecht bezeugt und auch das erste Stadtsiegel.
  • Um 1400: Die Piasten erbauen die Stadtpfarrkirche zu den hl. Aposteln Peter und Paul.
  • 1489: Nach dem Tode des letzten piastischen Herzogs von Oels wird die Herrschaft Wartenberg als erledigtes Lehen vom König Ladislaus II. Jagello eingezogen. Der König trennt Wartenberg vom Herzogtum Oels ab und schafft eine Freie Standesherrschaft, die bis 1517 im Besitz der Herren von Haugwitz bleibt.
  • 1529–1571: Die Standesherrschaft ist Eigentum der Freiherren von Maltzan.
  • 1571: Elisabeth von Maltzan verkauft die Standesherrschaft für 133.000 Gulden an den Freiherrn Georg von Braun (Vorfahre des Wernher von Braun). Unter Braun kommt die Stadt zur Blüte: Er fördert das Handwerk und schützt die Bauern auf seinen Gütern.
  • 1591: Georg Wilhelm von Braun verkauft die Standesherrschaft für 140.000 Taler an Abraham Burggraf von Dohna-Schlobitten. Dohna, glühender Katholik, gibt sämtliche protestantisch gewordene Kirchen in der Standesherrschaft an den katholischen Klerus zurück.
  • 1594: Burggraf Dohna beginnt unweit der alten Burg den Bau eines neuen Schlosses; die Arbeiten dauern bis 1608.
  • 1610: Zur Unterscheidung von Deutsch-Wartenberg im Kreis Grünberg nennt man sie ab diesem Zeitpunkt Polnisch-Wartenberg.
  • 1734: Reichsgraf Ernst Johann von Biron, späterer Herzog von Kurland, erwirbt die Standesherrschaft, die bei seinen Nachkommen bis 1945 bleibt.
  • 1742: Polnisch Wartenberg kommt mit Schlesien zu Preußen und wird zur Hauptstadt eines Kreises von zusammen 813,89 km². In der preußischen Zeit wird die Stadt zu einem wichtigen Zentrum der Leinweberei.
  • 1758: 863 Einwohner.
  • 1805: Die Stadtmauer wird abgerissen.
  • 1825: 1867 Einwohner. Viele Weber emigrieren nach Polen in die Städte Kalisch und Giersch.
  • 1853: Das Schloss wird vergrößert und im Tudorstil umgebaut.
  • 1880: Die Stadt hat 214 Häuser und 2320 Einwohner, davon 1306 Evangelische, 887 Katholiken und 127 Juden. Die Bevölkerung ernährt sich von der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk und Handel. Im Kreis Polnisch Wartenberg gibt es etwa 57% der Einwohner, die sich zur polnischen Muttersprache bekennen.
  • 1888: Die Stadt wird in Groß Wartenberg umbenannt.
  • 1920: 382,59 km² des Kreises werden von der Versailler Konferenz der Republik Polen zugesprochen.
  • 1945, Januar: Die Stadt fällt völlig unversehrt in die Hände der Sowjetarmee, die hier bis zum Sommer 1945 bleibt. Die Stadt (u.a. das Rathaus) und das Schloss werden geplündert und angezündet. Beim Einzug der neuen, polnischen Verwaltung liegt die halbe Stadt in Trümmern.

Bekannte, in Groß Wartenberg geborene Personen (Auswahl)

  • Carl Friedrich Lessing (1808–1880), Maler
  • Christian Friedrich Lessing (1809–1862), Botaniker, Großneffe des Schriftstellers Gotthold Ephraim Lessing
  • Henning von Tresckow (1901–1944), Generalmajor, einer der aktivsten Männer des Widerstands gegen Hitler, bezeichnete Wartenberg als sein Jugendparadies. Sein Vater, Hermann, hatte um 1900 das Gut Wartenberg übernommen.


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