Simon, Gustav
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Gustav Simon (* 2. August 1900 in Malstatt-Burbach (heute Saarbrücken); † 21. Dezember 1945 in Paderborn) war als NSDAP-Gauleiter des Gaus Moselland gleichzeitig von 1940 bis 1944 Chef der Zivilverwaltung (CdZ) in Luxemburg.
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[Bearbeiten] Leben
[Bearbeiten] Berufliche Laufbahn
Gustav Simons Vater arbeitete sich vom Hilfsarbeiter herauf zum mittleren Reichsbahnbeamten und er selbst, der zunächst bis zum 14. Lebensjahr die Volksschule in seiner Heimatstadt Saarbrücken besuchte, in der er am 2. August 1900 geboren worden war, wurde seine Neigungen entsprechend zum Lehrerberuf bestimmt. Er besuchte ein Lehrerseminar in Merzig und machte seine erste Volksschullehrerprüfung. Obwohl er diese mit Diplom abschloss, arbeitete er, da für Junglehrer kein großer Bedarf bestand, zwei Jahre als Eisenbahnaushelfer, neun Monate als Zolldeklarant.
[Bearbeiten] Weimarer Republik
1923 war Simon Mitglied einer „völkischen Hochschulgruppe“ in Frankfurt angeschlossen. Am 14. August 1925 trat er der NSDAP bei. Somit war er einer der „alten Kämpfer“, die später mit dem „goldenen Parteiabzeichen“ ausgezeichnet wurden. Kurz darauf gründete er die „Hochschulgruppe Frankfurt“ des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbunds. Während all dem bereitete er sich auf das Abiturium vor, nebenbei verdiente er sich durch Stundengeben und Aushilfsbeschäftigung in seinem Lehrerberuf die Mittel, um ein normales Studium der Volkswirtschaft sich zu ermöglichen. Und wenn er auch monatelang sich den letzten Bissen vom Munde absparen mußte, so läßt er doch nicht locker und so konnte er 1927 schließlich sein Examen als Diplomhandelslehrer machen. Er wurde Handelsstudienreferendar. Im Jahre 1927 konnte er bei den Allgemeinen Studentenausschuß- Wahlen zwei von zwölf Mandaten erringen und durch kluges, taktisches Verhalten seine Wahl zum Vorsitzenden der Frankfurter Studentenschaft durchsetzen. Er war damit der erste nationalsozialistische Führer der Studentenschaft einer deutschen Universität. Im Saargebiet wirkte er dann wieder für die Idee, gründete Ortsgruppen, zieht mit Propagandatruppen durchs Land, trat als Redner auf und schaffte dem Nationalsozialismus zum ersten Male in diesem so besonders schwer zu bearbeitenden Gebiet eine gewisse Resonanz. Der damalige Gauleiter des Rheinlandes, Dr. Ley veranlasste ihn, sich hauptsächlich der Partei zu widmen und ernannte ihn im Frühjahr 1929 zum Bezirksleiter von Koblenz-Trier. Er wurde Abgeordneter des Rheinischen Provinziallandtags. 1930 wurde er Reichstagsabgeordneter für den Wahlkreis Koblenz-Trier. Im Jahre 1931, als der Gau Rheinland geteilt wurde, wurde Gustav Simon Gauleiter von Koblenz-Trier-Birkenfeld, trotz schwierigster Verhältnisse setzte er sich durch und pflanzte auch in dieser „schwarzen“ Gegend Deutschlands die rote Hakenkreuzfahne auf.
Im Gegensatz zu fast allen Gauleitern war Simon nicht Mitglied der SA oder der SS; allerdings war er Obergruppenführer des NSKK.
[Bearbeiten] Drittes Reich
1933 wurde er vom Preußischen Ministerpräsidenten Hermann Göring zum Preußischen Staatsrat ernannt. Am 10. Mai 1940 gelangte das Großherzogtum Luxemburg zunächst unter die Verwaltung des deutschen Militärbefehlshabers von Belgien und Nordfrankreich in Brüssel, General Alexander von Falkenhausen. Unter diesem Befehlshaber übernahm Gustav Simon am 25. Juli 1940 die Zivilverwaltung in Luxemburg. Der Besatzungsstatus endete am 2. August 1940, als Simon durch Führererlass zum Chef der Zivilverwaltung (CdZ) ernannt wurde. Sein Vertreter in dieser Funktion war der Regierungspräsident von Trier, Heinrich Siekmeier. Ihre Aufgabe war, dem Großherzogtums Luxemburg, jetzt „CdZ-Gebiet Luxemburg“, deutsche Verwaltungsstrukturen zu geben und es zu einem Bestandteil des Deutschen Reichs zu machen.
[Bearbeiten] Gerüchte
Bei Kriegsende tauchte Simon unter dem Geburtsnamen seiner Mutter im westfälischen Upsprunge unter, wo er sich als Gärtner verdingte. Am 10. Dezember 1945 wurde er von britischen Soldaten festgenommen und in ein von der britischen Armee geleitetes Gefängnis nach Paderborn gebracht. Über seinen Tod gab und gibt es in Luxemburg und Deutschland seit Ende 1945 zahlreiche Gerüchte, die sich vor allem darin widersprechen, wo und unter welchen Umständen er gestorben sein soll. Im Kern gibt es zwei Versionen: Die offizielle Version nennt als Todesort Paderborn, wie die vom Standesamts Paderborn ausgestellte Sterbeurkunde besagt. Simon soll sich im Gefängnis kurz vor seiner Auslieferung nach Luxemburg erhängt haben. Auf dem Dokument fällt jedoch auf, dass die Registrierungsnummer 66/1946 erst im Februar 1946, also etwa zwei Monate nach dem Todestag, eingetragen wurde. Die zweite, bis heute inoffizielle Version geht davon aus, dass Simon in Luxemburg gestorben ist. Nachdem die britische Besatzungsverwaltung seiner Auslieferung zugestimmt hatte, sollte er von zwei Luxemburgern mit dem Auto von Paderborn nach Luxemburg (Stadt) gebracht werden, um sich dort vor Gericht zu verantworten. Kurz vor der Stadt kam es beim Waldhof zu einem von Simon provozierten Zwischenfall, bei dem er umgebracht worden sein soll. Simons Leiche wurde im Gefängnis im Luxemburger Stadtteil Grund abgeliefert, dort einige Male von der Presse fotografiert und schließlich begraben. Sein vorzeitiger Tod verhinderte den geplanten Prozess. Um die unerwartete Affäre zu vertuschen, wurden die Medien, unter anderem die Agentur DANA (Deutsch-Amerikanische Nachrichtenagentur) und das „Tageblatt“ vom britischen Captain Alexander mit gestellten Informationen über den „Selbstmord in Paderborn“ versorgt.
