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Gutenberg, Johann

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Später Kupferstich von H. Kohl.

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, (* um 1400 in Mainz; † 3. Februar 1468 ebenda) gilt als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern (Mobilletterndruck) in Europa und des mechanischen Buchdrucks.

Inhaltsverzeichnis

Zitate

Zu seinem Wirken heißt es bei Karl Richard Ganzer:

„In den Jahrzehnten, in denen die deutsche Kunst die Wege zu ihrer Vollendung ging, zog auch die Fertigkeit des Buchdrucks immer weitere Kreise in ihren Bann. Damals hatte die deutsche Kunst die unausschöpfbare Tiefe der deutschen Seele entdeckt und wie in einem glücklichen Taumel diese stürmenden inneren Gesichte zu Bild und Gestalt geformt. Zur gleichen Zeit erkannte die deutsche Welt im Buchdruck eine neue Heilige Kunst, die ungeahnte Wege zur Zukunft erschloss. Johann Gutenberg, der Erfinder, hatte sein Können zuerst seinem Gott geweiht und als erstes Werk die Bibel gedruckt. Bald aber griff auch mit dieser neuen Waffe die deutsche Seele hinaus an die Enden der Welt und hinab in das letzte Geheimnis des Seins: die stürmische, wahrhaft umstürzende Frage nach neuen, unbekannten, lockenden Zielen, wie das ändernde Mittelalter sie rastlos stellt, ergreift nun durch das Mittel des Buchdrucks alle Gemüter und macht die leise Ahnung, dass eine Weltwende über die Menschheit kommen werde, bald zur allgemeinen Gewissheit.“[1]
Dieſer Abſchnitt, mit Ausnahme der kurſiven Abſätze, iſt mit dem langen ſ geſchrieben, um eine eindeutige Unterſcheidung zwiſchen dem langen ſ und dem Abſchluß-s zu gewährleiſten. Normalerweiſe wird das lange-ſ in Antiquaſchriften nicht verwendet.

Beim „Grossen vollständigen Universallexicon Aller Wissenschafften und Künste“, das von Johann Heinrich Zedler von 1732 bis 1750 verlegt wurde, wird berichtet:

Guttenberg; (Joannes) wird von den meiſten vor den Erfinder der Buchdrucker-Kunst gehalten. Von ſeiner Ankunfft melden die Scribenten faſt insgemein, daß er zu Straßburg geboren, und hernach Bürger zu Maintz worden; allein Humbracht vom Rhein. Adel will, daß er aus dem nunmehro Freyherrlichen Geschlechte zum Jungen entsproſſen geweſen, ſich von ſeiner Wohnung zu Maintz Guttenberg genennet, und noch ums Jahr 1455. gelebet habe. Er wird auch in einer alten Cölnischen Chronick, ſo an. 1499. in Nieder-Teutſcher Sprache bey Johann Kölhoff gedruckt worden, Juncker Johann Gutenburch genennet. Trirhemius ſagt daß dieſer Guttenberg zu Maintz im Hauſe zum Jungen gewohnet. Es wurden ſonſten von ihm wegen Erfindung der Buchdruckerey vielerley Erzählungen gemacht. Denn die Straßburger, die ihrem Johann Mentelin dieſe Erfindung zu ſchreiben, ſagen, das Johann Genßfleiſch ſolche Kunst dem Mentelin abgestohlen, welcher ſolche dem Johann Guttenberg offenbaret, der darauf Bücher zu drucken angefangen. Allein weil man lange vor Mentelin Bücher zu Meintz gedruckt findet, kann diesem wohl nicht alſo ſeyn. Denn Guttenbergen mag wohl Laurentii Coſteri neue Erfindung, da er an. 1440. anfieng, Bücher auf hölzernen Formen, und zwar gantze Seiten auf ein Mahl abzudrucken, bewogen haben, der Sache beſſer nachzudencken, damit er eine beſſere und leichtere Art, Bücher zu drucken erfinden möchte. Allein weil er alle ſein Vermögen bereits darauf verwendet, und die Sache doch nicht zu Stande gebracht, und es nun an dem war, daß er das Werck gar wollte liegen laſſen, verglich er ſich mit Johann Fauſten, einem reichen Bürger zu Maintz, der Geſtalt, daß ſelbiger zu Fortſetzung des Wercks auf halben Gewinn und Verluſt Geld herſchüſſen ſollte, und wurde endlich durch deſſen Vorſchub die Erfindung vollends zu Stande gebracht. Anfänglich zwar haben ſie die Buchſtaben auf hölzerne Formen ordentlich eingeſchnitten, und ein Wörter-Buch, Catholicon genannt, gedrucket. Weil ſie aber auf dieſe Formen nicht mehr drucken konnten, grieffen ſie es nach Mahlsſubtier an, erfunden eine Art, die Formen oder Matricen aller Buchſtaben des lateinischen Alphabets zu verfertigen, und darinnen die Buchſtaben von Erz oder Zinn zu güſſen, ſo viel ihnen von Nöthen war. Es hatte aber auch dieſes im Anfange große Schwierigkeiten, indem, da ſie die Bibel druckten, schon 4000. Gülden ausgelegt waren, ehe ſie den 12ten Bogen zu Ende gebracht. Da es aber endlich im Stande war, gieng alles weit beſſer, ſonderlich als Peter Schäfer eine leichtere Art von Schriftgüſſen erfunden. Als Johann Faust ſahe, daß von dieſer Kunſt, ein guter Profit zu machen, ſuchte er ſelbigen für ſich allein zu behalten. Die Sache kam zwar zur Klage, allein, weil Faust Mittel hatte, und alſo einen beſſeren Nachdruck geben konnte, fiel der Spruch vor ihn aus, und ſcheinet dieſes wohl die Urſache zu ſeyn, daß er auf denen erſt gedruckten Büchern nicht des Guttenbergs sondern des Fauſtens Name befindlich, weil jener die Mittel nicht hatte, die Druckery vor ſich fortzuſetzen. Wie es mit Guttenberg weiter gegangen, und wenn er eigentlich geſtorben, kann man nicht finden, es ſcheinet aber, daß er nach Mahls in ziemlich Armuth gelebet; wie er denn von einigen mit dem Johann Gensfleiſch, welcher vor Alter ganz blind worden ſeyn ſoll, vor eine Perſon gehalten wird. Ser. rarius in Hiſt. Mogunt I. 37 führet von ihm ein Monument an, welches in dem Juriſten-Collegie unter der innern Dach-Rinne zu Maintz befindlich, von einem Profeſſore daſelbſt gemacht ſeyn ſoll, und alſo lautet: Joanni Guttenbergenſi Moguntino, qui primus omnium litteras aere imprimendas inuenit, hac arte de toto orbe bene merenti Juo Wiligifis hoc Saxum pro monumento poſuit an. 1508.[2]


Die Gebrüder Diehl produzierten über das Buchdruckverfahren einen Puppentrickfilm:
Gutenberg - Der Erfinder der Buchdruckerkunst
(kurzer Ausschnitt)

Ehrungen

Literatur

  • Karl Anton Schaab: „Die Geschichte der Erfindung der Buchdruckerkunst durch Johann Gensfleisch gen. Gutenberg zu Mainz, pragmatisch aus den Quellen bearbeitet, mit mehr als dritthalb Hundert noch ungedruckten Urkunden, welche die Genealogie Gutenberg's, Fust's und Schoffer's in ein neues Licht stellen“ (1855) (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Antonius van der Linde: „Gutenberg. Geschichte und Erdichtung“ (1878) (PDF-Datei)
  • Franz Dingelstedt: „Sechs Jahrhundert aus Gutenbergs Leben: Kleine Gabe zum grossen Feste“, 1840 (PDF-Datei)
  • Heinrich Klemm: „Johann Gutenbergs erste Buchdruck-Presse vom Jahre 1441“, 1884 (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Verweise

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht. 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden. Lehmanns-Verlag, München 1937
  2. Grosses vollständiges Universallexicon Aller Wissenschafften und Künste, Welche bishero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert wurden. Eilfter Band. Verlegts Johann Heinrich Zedler, Halle und Leipzig, Anno 1735. S. 758
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