Habe, Hans

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Hans Habe

Hans Habe, eigentlich János Békessy (Lebensrune.png 12. Februar 1911 in Budapest; Todesrune.png 29. September 1977 in Tessin),[1] war ein jüdischer Journalist, Schriftsteller und Drehbuchautor in Österreich, in der Schweiz und in der BRD. Nach dem Zweiten Weltkrieg betätigte er sich im von den Westalliierten besetzten Teil Deutschlands als Pressezensor (→ Lizenzpresse, Umerziehung). Als Schriftsteller benutzte er die Pseudonyme Antonio Corte, Frank Richard, Frederick Gert, John Richler und Hans Wolfgang.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Hans Habe wurde am 12. Februar 1911 in Budapest als Sohn des Verlegers und Chefredakteurs Imre Bekessy (gest. 1951) geboren.[2] Er wuchs in Wien auf, wo er das Franz-Joseph-Realgymnasium besuchte. Als Schüler versuchte er sich bereits als Lyriker und arbeitete in einer kommunistischen Zelle mit.[3] Nach dem Abitur studierte er in Wien Rechtswissenschaft und Germanistik. Danach wandte er sich dem Journalismus zu und war ab 1930 als Reporter der Wiener „Sonn- und Montagszeitung“ tätig. Weitere journalistische Stationen: stellvertretender Chefredakteur der „Wiener Morgenpost“, Chef vom Dienst bei der „Wiener Mittagszeitung“ und der österreichischen „Abendzeitung“ (1932/33) sowie Chefredakteur des „Wiener Morgen“ (1934). 1931 entdeckte er, daß Hitlers Familie eigentlich „Schicklgruber“ geheißen hatte. 1935 ging er als Völkerbund-Korrespondent für das „Prager Tagblatt“ und das „Neue Wiener Journal“ nach Genf. Gleichzeitig begann Habes schriftstellerische Tätigkeit.[4]

1940 geriet er als Soldat der französischen Armee in deutsche Gefangenschaft, aus der er entwich und in die VSA floh. 1945 kam er als VS-Hauptmann als einer der sogenannten „Ritchie Boys“ nach Deutschland. Hier oblag ihm die Zensur der westdeutschen Presselandschaft. Er lizenzierte insgesamt 18 mit den Besatzern kollaborierende Zeitungen und leitete das Besatzerblatt „Neue Zeitung“.[2] Habe gab an, aus seiner Redaktion seien 16 Chefredakteure und über 30 Redakteure in leitenden Stellungen hervorgegangen, u. a. Egon Bahr, Hildegard Hamm-Brücher, Ernst Cramer und Peter Boenisch.[5]

Später ließ er sich im Tessin nieder und trat von dort aus in den bundesrepublikanischen Medien als konservativer Leitartikler und Buchautor in Erscheinung.

1970 warf er Harry Buckwitz Konjunkturrittertum und „Zusammenarbeit mit den Nazis“ vor. Habe zitierte aus dem vom NS-Kolonialbund herausgegebenen Buch „Vertrieben aus deutschem Land in Afrika“, dessen Verfasser Buckwitz war. Da war von „jüdisch-schmieriger Art“ zu lesen und das Bekenntnis enthalten: „Ich bin ein Deutscher und deshalb Nationalsozialist“.[2]

Israel blieb Hans Habe in Treue fest verbunden. Er war Mitglied des israelischen Journalistenverbandes und Gouverneur der Universität Haifa.[2] Für sein Buch „Wie einst David“, eine Verherrlichung Israels, bekam er den Herzl-Preis.

Familie

Insgesamt führte Hans Habe sechs Ehen. Seine Tochter Marina, eine Tänzerin, die seiner Ehe mit der Tochter des früheren VS-Botschafters in Moskau, Davies, entsproß, wurde 1969 in Hollywood ermordet.[2]

Auszeichnungen

Werke (Auswahl)

  • Drei über die Grenze (1936)
  • Eine Zeit bricht zusammen (1938)
  • Zu spät? (1939, später neu aufgelegt unter dem Titel „Staub im September“, ehemals geplanter Titel war „Tödlicher Friede“)
  • Kathrin oder der verlorene Frühling (1943)
  • Wohin wir gehören (zuerst engl. Aftermath 1946 N.Y. & 1947 London. Dt. 1948. Niederländ. Naspel 1966)
  • Ob Tausend fallen (1947)
  • Ich stelle mich (1954)
  • Off limits (1955)
  • Im Namen des Teufels (1956)
  • Die Rote Sichel (1959)
  • Ilona (1960)
  • Die Tarnowska (1962)
  • Tod in Texas (1964)
  • Die Mission (1965; über die Konferenz von Evian)
  • Im Jahre Null (1966)
  • Christoph und sein Vater (1966)
  • Wien, so wie es war (1969)
  • Das Netz (1969)
  • Wie einst David (1971)
  • Erfahrungen (1973)
  • Palazzo (1975)
  • Leben für den Journalismus, Droemer Knaur, München 1976, ISBN 3-426-00430-5
  • Weg ins Dunkel (1977)
  • Ungarischer Tanz (1983, posthume Neuauflage von „Die Rote Sichel“ unter anderem Titel)
  • Ich stelle mich: Meine Lebensgeschichte (posth. 1987)

Siehe auch

Fußnoten

  1. Ulrich Baron: Wir waren nicht mehr wehrlos, Die Welt, 30. April 2005
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 David Korn: Wer ist wer im Judentum?, FZ-Verlag, ISBN 3-924309-63-9
  3. Habe schloß sich als Jugendlicher den Kommunisten an und arbeitete ab Ende der 1920er Jahre als Linksjournalist in Wien.
  4. Internationales Biographisches Archiv 01/1978
  5. Quelle: Helmuth Mosberg: Reeducation – Umerziehung und Lizenzpresse im Nachkriegsdeutschland, Universitas Verlag, München, 1991, S. 118
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