Speidel, Hans

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Dr. phil. Hans Speidel

Hans Speidel (Lebensrune.png 28. Oktober 1897 in Metzingen; Todesrune.png 28. November 1984 in Bad Honnef) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalleutnant und herausragender deutscher Ritterkreuzträger zweier Weltkriege. Speidel war in der Nachkriegszeit Offizier der Bundeswehr, zuletzt (vier Sterne) General und Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa sowie Doktor der Philosophie (Dr. Phil.) und Stiftungsratspräsident der Stiftung „Wissenschaft und Politik“ sowie Professor h. c. der spanischen Hochschule für nationale Verteidigung in Madrid. Er war der jüngere Bruder des Generals der Flieger Wilhelm Speidel.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Generalmajor Hans Speidel (l.) im Gespräch mit Oberstleutnant Josef Graßmann während des Unternehmens „Zitadelle“.
Generalfeldmarschall Rommel bei einer Inspektion des Atlantikwalls bei Kalen: v. l. n. r.: General der Artillerie Hans Sinnhuber, Generalleutnant Dr. Hans Speidel, Rommels Adjutant Hauptmann Hellmuth Lang, Generalfeldmarschall Erwin Rommel mit Karte

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg diente Speidel als Leutnant, u. a. als Zug- und Kompanieführer.

  • 30.11.1914 nach Notabitur als Fahnenjunker in das Grenadier-Regiment „König Karl“ (5. Württembergisches) Nr. 123 in Ulm eingetreten
  • 9. August 1916 Adjutant des II. Bataillons des Grenadier-Regiments 123
  • 18.12.1918 Regimentsadjutant des Grenadier-Regiments 123, Ulm
  • Spätsommer 1919 als Ordonnanzoffizier zum Reichswehr-Infanterieführer 13 (Stuttgart) versetzt

Zwischenkriegszeit

Er blieb nach Kriegsende Berufssoldat und wurde als Kompanie- und Ordonnanzoffizier beim 13. (Württ.) Infanterie-Regiment in Ludwigsburg eingesetzt.

  • 1.10.1920 Beginn der Führergehilfenausbildung beim Wehrkreis V, Stuttgart, zugeteilt dem Reichswehr-Infanterie-Regiment 26
  • 1.10.1921 in das Reiter- Regiment 18 versetzt und kommandiert zum Studium der Volkswirtschaft und Geschichte an den Universitäten in Stuttgart und Tübingen
  • 1.10.1922 Truppendienst im Infanterie-Regiment 14
  • 10.1.1923 in den Stab des Infanterie-Regiments 13, Ludwigsburg. versetzt
  • 1.10.1924 in den Stab des II. Bataillons des Infanterie-Regiments 13 versetzt
    • in der 7. Kompanie des Infanterie-Regiments 13, Ludwigsburg
    • Führer des vierspännigen Begleitzuges der 8. (MG-)Kompanie des Infanterie-Regiments 13

Er studierte 1923/24 mit Unterstützung seiner Vorgesetzten in Berlin, Tübingen und Stuttgart Geschichte und Volkswirtschaft und promovierte in Tübingen am 14. Februar 1925 mit der Arbeit „1813–1924: Eine militärpolitische Untersuchung“ zum Dr. phil. magna cum laude.

Am 1. April 1925 wurde er zum Oberleutnant befördert. Speidel, der sich auch mit militärwissenschaftlichen Arbeiten, unter anderem der Monographie Au fil de l’épee von Charles de Gaulle beschäftigte, absolvierte anschließend eine Führergehilfenausbildung (Ersatz für die noch verbotene Kriegsakademie) und wurde nach deren Abschluß 1930 in die Abteilung Fremde Heere (T 3) des Truppenamtes versetzt. Am 1. Februar 1932 wurde er zum Hauptmann befördert.

Am 1. Oktober 1933 wurde Speidel als Gehilfe des deutschen Militärattachés nach Paris versetzt. Es folgten Verwendungen als Kompaniechef und Bataillonskommandeur in Ulm, ehe er Ende 1936 zum Leiter der Abteilung Fremde Heere West ernannt wurde. Er wurde 1937 Erster Generalstabsoffizier (Ia) der 33. Infanterie-Division in Mannheim.

Zweiter Weltkrieg

Die Offiziere Adolf Heusinger (links) und Hans Speidel (Mitte) erhalten ihre Ernennungsurkunden bei ihrer Berufung in die Bundeswehr am 12. November 1955 durch Theodor Blank
Bundeswehrgeneral Speidel

Während des Zweiten Weltkrieges war er am Attentat auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler beteiligt und war laut David Irving als leitender Mitarbeiter der deutschen Wehrmacht in verräterischer Weise für die erfolgreiche Landung der alliierten Invasion in der Normandie mitverantwortlich. Speidel soll zugegeben haben, die beiden besten Panzer-Divisionen, die 2. und die 116., die gegen die Invasoren eingesetzt werden sollten, zurückgehalten zu haben, um beim Putsch über sie verfügen zu können. Nach dem Attentat wurde Speidel als Verräter verhaftet und überlebte den Krieg in seiner Gefängniszelle.

  • 1.9.1944 in die Führerreserve versetzt
  • 9.1944 letztes Treffen mit Rommel in dessen Heim in Herrlingen
  • 7.9.1944 in der Frühe in Freudenstadt verhaftet
  • 8.9.1944 in Berlin von der Militärarrestanstalt in der Lehrter Straße in die Prinz-Albrecht Straße 8 gebracht, wo er bis zum 11. Oktober 1944 durch RSHA-Chef Ernst Kaltenbrunner und Gestapo-Chef Heinrich Müller verhört wurde
  • 4.10.1944 Sitzung des Ehrenhofs des Heeres, keine Ausstoßung aus dem Heer
    • Ankläger Kaltenbrunner. Die Generäle Heinz Guderian, Kriebel und Kirchheim verteidigten ihn so geschickt, daß er weder aus dem Heer ausgestoßen noch vor den Volksgerichtshof gestellt wurde. Auch SS-Oberst-Gruppenführer Sepp Dietrich setzte sich mit Erfolg für den schwer Gefährdeten ein. Keitel und General Specht hielten dagegen. Guderian hatte ausgeführt, Speidel habe pflichtgemäß gehandelt, als er Rommel von dem Gespräch mit Hofacker unterrichtete
  • 19.12.1944 Haftentlassung nach Fürsprachen durch Sepp Dietrich, Albert Speer und Gottlob Berger, den Chef SS-HA
  • Januar 1945 erneut von der Gestapo verhaftet und bis Kriegsende an verschiedenen weiteren Orten in Haft
    • in der Festung Küstrin, Wittenberg, erneut Prinz-Albrechtstraße Berlin (erlebt dort den schweren Bombenterror am 3. Februar 1945), Polizeigefängnisse in Potsdam, Oberstenfeld, Gönningen/Württ. und Schloß Hersberg bei Immenstadt.
  • 29. April 1945 Befreiung durch die 1. französische Armee, gleichzeitig in Kriegsgefangenschaft geraten
  • Juli 1945 Entlassung zur Familie in Freudenstadt

Nachkriegszeit

Hans Speidel und Ernst Jünger in der Nachkriegszeit

In der Nachkriegszeit ab 1945 startete Speidel eine erfolgreiche Karriere im Dienste der alliierten Siegermächte, u. a. bei der Organisation „Gehlen“. So wurde er 1950 militärischer Berater des Bundeskanzlers Adenauer und ab Januar 1951 Sachverständiger des Amtes „Blank“. Er wurde 1955 zusammen mit Adolf Heusinger zum Generalleutnant der Bundeswehr berufen. Von 1957 bis 1963 war Speidel Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa bei der NATO. Er bezichtigte gerne andere, wie z. B. Rolf Friedemann Pauls, ebenfalls am Putschversuch 1944 beteiligt gewesen zu sein. Diese verwahrten sich gegen die haltlosen Anschuldigungen.

  • 1949 Lehrauftrag an der Universität Tübingen
    • 1949 erschien als Forschungsauftrag der Landesregierung sein Buch „Invasion 1944. Ein Beitrag zu Rommels und des Reiches Schicksal“, das lange das Rommelbild bestimmte. Er schuf hierin einen Mythos (auch des Widerstands), vielleicht, um am Glanz dieses Nationalhelden karrierefördernd ein wenig zu partizipieren, vielleicht aber auch, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen, erscheint es doch nicht ganz ausgeschlossen, dass er den Feldmarschall hineingerissen hat, um den eigenen Kopf zu retten, wenngleich er das stets bestritten hat. Genaue Aussagen sind nicht möglich. Speidel gehörte jedenfalls nicht zum aktiven Kreis der Verschwörer, er war auch nicht in die Attentatspläne eingeweiht, andererseits ist er nicht ohne eigenes Zutun lange Zeit in diesem Komplex überbewertet, wenn nicht gar hochstilisiert worden.
    • Tätigkeit für die „Historical-Division“
  • Oktober 1950 Vorsitzender des militärpolitischen Ausschusses bei der Konferenz von Himmerod (im Eifelkloster Himmerod zur Frage eines künftigen deutschen Wehrbeitrags; Denkschrift)
  • 9.1.1951 Eintritt in das Amt „Blank“
    • bei den Verhandlungen über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) mit den alliierten Hochkommissaren auf dem Petersberg zusammen mit Heusinger Berater des zukünftigen Verteidigungsministers Theodor Blank
  • 1951 Verlangt gemeinsam mit Adolf Heusinger von General Dwight D. Eisenhower eine Ehrenerklärung für die deutschen Soldaten ab und machte seinen Einfluß geltend, um sich erfolgreich für die Freilassung vieler Generäle aus westalliierter Haft einsetzen zu können
  • 1.10.1951 deutscher militärischer Chefdelegierter bei den EVG-Verhandlungen in Paris
    • Obwohl die EVG am französischen Widerstand scheitert, verhandelt er weiter:
  • 23.10.1954 nach den „Pariser Verträgen“ wird die Bundesrepublik vollwertiges Mitglied der NATO mit eigenen Streitkräften
  • 5. Mai 1955 Inkrafttreten der „Pariser Verträge“
  • 12.11.1955 am 200. Geburtstag Gerhard von Scharnhorsts überreicht Verteidigungsminister Blank ihm und Heusinger die Ernennungsurkunden zum Drei-Sterne-General der Bundeswehr (Generalleutnant)
  • 22.11.1955 bis 27.02.1957 Chef der Abteilung IV (Streitkräfte) im Bundesministerium der Verteidigung (BMVtdg.)
  • 1.10.1956 z. b. V. des Bundesministers der Verteidigung
  • April 1957 bis 30.9.1963 Oberbefehlshaber der Verbündeten Landstreitkräfte in Europa-Mitte, COMLANDCENT, Fontainebleau
  • 1.10.1963 - 31.3.1964 „Sonderbeauftragter für Fragen der atlantischen Verteidigung“ der Bundesregierung
  • 31.3.1964 Verabschiedung in den Ruhestand
  • 1971 Professor h. c. der spanischen Hochschule für nationale Verteidigung in Madrid

Sein angenommener, wenn nicht bewiesener Verrat an Volk und Vaterland wurde in der BRD mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt.[1]

Familie

Speidels Sohn Hans Helmut Speidel trat als Brigadegeneral der Bundeswehr in die unrühmlichen Fußstapfen des Vaters. Als Eichenlaubträger Bruno Kahl im Sommer 1996 u. a. mit General Guderian Berlin besuchte und sich in der Tegeler Kaserne als Gast eines Jugendlager verweilte, weigerte sich Speidel, ein Grußwort an die Jugendlichen zu richten.

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Hans Speidels Feldspange

Nachkriegszeit

Werke

  • 1813 bis 1924 – eine militärpolitische Untersuchung. Dissertation. Universität Tübingen 1925.
  • Invasion 1944. Ein Beitrag zu Rommels und des Reiches Schicksal. Wunderlich, Tübingen 1949.
  • Zeitbetrachtungen: ausgewählte Reden. Mainz 1969.
  • Aus unserer Zeit. Memoiren. 1977, auch Ullstein Verlag (1982), ISBN 978-3550073571

Verweise

Fußnoten

  1. Prominente ohne Maske, FZ-Verlag, ISBN 3924309019
  2. Otto von Moser: Die Württemberger im Weltkrieg. 2. Auflage, Belser, Stuttgart 1928, S. 140.
  3. 3,0 3,1 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 712
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