Wolzogen, Hans Wolf Freiherr von

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Hans Wolf Freiherr von Wolzogen

Hans Wolf Freiherr von Wolzogen (Lebensrune.png 5. Juli 1888 in Berlin; Todesrune.png 20. Mai 1954 in Berlin-Wannsee) war ein deutscher Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent.

Leben

Vom Vater Ernst von Wolzogen, dem bekannten Schriftsteller und Begründer des „Überbrettls“, hat er die Künstlernatur geerbt. Kein Wunder, daß er schon mit 18 Jahren, nach zwei Jahren Studium an der Schauspielschule des „Deutschen Theaters", zur Bühne ging. Die erste Station des gebürtigen Berliners war das Hebbel-Theater. Seine ersten Rollen waren merkwürdigerweise lauter — alte Männer; dann werden scharf profilierte Charaktere sein Fach.

Sein Weg führte über das Komödienhaus in Frankfurt am Main, das Hoftheater in Darmstadt, nach Breslau, wo er bald vom Schauspieler zum Oberspielleiter und dann zum stellvertretenden Direktor aufrückt. Wirren in Oberschlesien, starke bolschewistische Gefahr brachten ihn den Auftrag, die Antibolschewistische Liga für Schlesien zu organisieren. Er verläßt nun die Bühne und widmet sich dem politischen Kampf, spricht täglich als Debattenredner in kommunistischen Versammlungen und entgeht manchmal nur wie durch ein Wunder der ihm zugedachten Kugel. Um der Nerven seiner jungen Frau, die um den Mann zittert, willen, gab er nach zwei Jahren diese Stellung auf. „Der Bolschewistenfresser dankt ab!" ruften ihm die roten Zeitungshändler höhnisch nach, als er Breslau verließ.

In Berlin kam wieder etwas ganz anderes: er übernahm die Leitung des Kabaretts „Schall und“ Rauch, für das er u. a. Ringelnatz von München holte. Eine schwere Grippe zwang ihn zu einer Erholungsreise nach Italien; dort kam er mit deutschen Filmleuten in Berührung, und nach seiner Rückkehr trat er in einer Berliner Filmgesellschaft ein, für die er als Direktor, Regisseur und Drehbuchautor vier Kriminalfilme machte. Dann drehte er mit Mitgliedern des Moskauer Künstlertheaters „Raskolnikoff“ und „Die Macht der Finsternis“, darauf war er Produktionsleiter des Films „INRI“, in dem Asta Nielsen und Henny Porten die beiden Marien, Gregor Chmara den Christus und Werner Krauß den Pilatus darstellten. In Staaken wurde dieser Film gedreht; um die Gelder für die 2.000 Komparsen aufzutreiben, waren ständig 20 Leute in Berlin unterwegs und sammelten Kleingeld an Theater-und Filmkassen; doch noch während des Films machte die Mark weiter solche Hochsprünge, daß die Arbeiter streikten, weil bis zur Auszahlung das Geld nichts mehr wert war; da fuhren Wolzogen und andere Herren der Filmgesellschaft im Lastauto nach den Gütern der Umgebung und kauften Naturalien ein, um die Löhne darin auszahlen zu können.

Eine interessante Aufgabe war die Herstellung des Films „ZR 3“. Über Abwechslung konnte er sich überhaupt nicht beklagen: zwei Jahre leitete er den „Gloria-Palast“, dann arbeitet er in der UFA-Produktion, stellte für die Terra unter der Regie von Ludwig Duisberg–Achaz den Film „Sprengbagger 1001“ her, schrieb zwei Romane, „Der Mann mit der gläsernen Maske“ und „Der Herr von Zimmer 12 a“, wurde Produktionsleiter bei der Tofa, führte Regie bei der Adler–Filmgesellschaft „Du bist entzückend, Rosmarie“ und danach Produktionsleiter bei Fabrikation Deutscher Filme (FDF).

Bei dieser Firma schuf er die Filme Leichte Kavallerie, Der Kraft-Mayr nach dem Roman seines Vaters Ernst von Wolzogen, Herbstmannöver und Liebeserwachen.

Seine zwei letzten Filme produzierte Hans von Wolzogen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mit Alfred Braun als Regisseur für die Berliner Skala-Film GmbH.

Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.[1]

Filmographie

Produktionsleitung

Herstellungsleitung

Regie

  • 1922: Das Licht um Mitternacht
  • 1922: Der politische Teppich
  • 1924: Im Zeppelin über den Atlantik. 2. Teil
  • 1924: Im Zeppelin über den Atlantik. 3. Teil
  • 1924: Eine Großtat deutschen Geistes
  • 1932 Petri Heil!
  • 1933: Du bist entzückend, Rosmarie

Drehbuch

  • 1921: Der Passagier von Nr. 7
  • 1922: Die Perlen der Lady Harrison
  • 1922: Das Licht um Mitternacht
  • 1922: Der politische Teppich
  • 1933: Muß man sich gleich scheiden lassen?

Künstlerische Oberleitung

Produzent

Literatur

Fußnoten

  1. Hans-von-Wolzogen-Archiv Bestandsübersicht auf den Webseiten der Akademie der Künste in Berlin.