Heeresgruppe Nord

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Bei der Heeresgruppe Nord beim Ostfeldzug am 30. Juni 1941; von links: Oberstleutnant Sigurd Horstmar Freiherr von Beaulieu-Marconnay (Adjutant-Kommando Korps X), Generalfeldmarschall Wilhelm Ritter von Leeb (Oberbefehlshaber Heeresgruppe Nord), Generaloberst Erich Hoepner (Oberbefehlshaber Panzergruppe 4) und Oberst Günther Angern (Kommandeur 11. Schützen-Brigade).

Die Heeresgruppe Nord war ein militärischer Großverband der Deutschen Wehrmacht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Heeresgruppe wurde am 2. September 1939 für den Polenfeldzug durch Umbildung aus dem Armeeoberkommando 2 aufgestellt. Nach dem Sieg der Wehrmacht über Polen wurde der Verband in den Westen des Deutschen Reiches verlegt und am 10. Oktober 1939 in Heeresgruppe B umbenannt.

Am 22. April 1941 wurde die Heeresgruppe Nord durch Umbenennung des Stabes der Heeresgruppe C in Ostpreußen neu aktiviert. Am 22. Juni 1941 wurde sie zu Beginn des Präventivschlages gegen das bolschewistische Rußland eingesetzt. Die Heeresgruppe Nord wurde in schweren Kämpfen im Norden Rußlands eingesetzt.

Erstes Operationsziel der HG Nord war das Erreichen der Düna zwischen Jakobstadt und Dünaburg durch die Panzerverbände des Generalobersten Hoepner. Schon am 23. Juni kam es bei Tauroggen – Schaulen zu schweren Panzerkämpfen, welche das deutsche XXXXI mot. Armeekorps (General Georg-Hans Reinhardt) mehrere Tage aufhielt, während weiter südlich das LVI. mot. Armeekorps (General Erich von Manstein) zügig auf Jakobstadt vorankam. Am 28. Juni konnte das an der Ostseeküste eigenständig operierende XXVI. Armeekorps die Hafenstadt Libau und bis 1. Juli auch Riga als neue Marinestützpunkte gewinnen. Während die 8. Sowjetarmee die Küstenlinie vorerst erfolgreich verteidigte, wurden die sowjetische 11. und 27. Armee schnell zum Rückzug über die Düna gezwungen.

Im Juli 1942 gelang es der 18. Armee die in die deutschen Linien eingebrochene sowjetische 2. Stoßarmee (GenLt. A. A. Wlassow) in einer Kesselschlacht vollständig zu zerschlagen, doch die Sowjets konnten ihre Ausfälle immer durch Reservetruppen wieder ausgleichen und sogar verstärken. Nach der Eroberung der Halbinsel Krim wurde die freigewordene 11. Armee zur Heeresgruppe verlegt, ihre Verbände kamen gerade recht, um die sowjetischen Gegenoffensiven am Wolchow und bei Luga abzufangen.

1944 zog sich die Heeresgruppe auf Kurland zurück; am 25. Januar 1945 wurde der Generalstab in Heeresgruppe Kurland umbenannt. Am 25. Januar wurde in Ostpreußen ebenfalls die bisherige Heeresgruppe Mitte in die Heeresgruppe Nord umbenannt, den Oberbefehl erhielt Generaloberst Lothar Rendulic.

Schlacht in den Blauen Bergen und das Gedenken

Quelle
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Die estnische Landenge wird von drei Höhen, den sogenannten Blauen Bergen, bestimmt. Vermutlich haben die Berge ihren Namen vom dichten Tannenwald erhalten, der aus der Ferne blau schimmerte. Der mittlere Hügel ist bekannt als die Grenadier-Höhe, während der östliche Hügel die Kinderheim-Höhe genannt wird.

Im Osten hatten die Schlachten des Jahres 1944 die Blauen Berge im Februar erreicht, als die Heeresgruppe „Nord“ zu einem Rückzug aus Leningrad gezwungen worden war und die Verteidigungsstellung an der Frontlinie am Narwa-Fluß eingenommen hatte.[1] Ein weiterer Vormarsch der Roten Armee wurde gestoppt. Den Rotarmisten ist es jedoch gelungen, südlich von Narwa am Westufer des Narwa-Flusses den Brückenkopf von Krivasoo zu errichten. Wenn die Rote Armee von dort aus in Richtung Norden hätte vordringen können, wären die deutschen Einheiten, die Narwa verteidigten, eingekesselt gewesen. Auf dieser Aufmarschlinie waren die Blauen Berge in der Gegend von Waiwara das letzte ernstzunehmende Hindernis auf dem Weg zum Meer.

Mitte Februar des Jahres 1944 unterbrach die Rote Armee die Eisenbahnlinie zwischen Tallin und Narwa, ohne jedoch den Kinderheim-Hügel erobern zu können. Ein neuer Versuch wurde am 17. März unternommen, als die Rote Armee mit Unterstützung von Panzern die deutsche Abwehr auf dem Kinderheim-Hügel durchbrechen wollte. Die Offensive wurde von zwei Tiger-Panzern unter Führung von Otto Carius zurückgeschlagen, wobei die Tiger in den Gefechten vom 17.–22. März mehr als 40 verschiedene russische gepanzerte Fahrzeuge vernichtet hatten.

Otto Carius war zum Kriegsende Oberleutnant und Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub. Er war neben Michael Wittmann einer der erfolgreichsten Panzerführer. Sein Buch „Tiger im Schlamm“ ist sehr zu empfehlen.

Der Beginn der sowjetischen Offensive zwang die deutsche Führung zum schnellen Rückzug. Die gleichzeitige Großoffensive der Roten Armee bei Narwa sorgte für ein Chaos unter den Deutschen und führte dazu, daß die deutschen Einheiten beim Rückzug schwere Verluste erlitten. Nach dem Rückzug in die Blauen Berge lagen dort folgende deutsche Einheiten: 54. SS-Pionier-Panzer-Bataillon „Nederland“; SS-Panzergrenadier-Regiment 49 „De Ruyter“; I. Bataillon der 6. SS-Sturmbrigade „Langemarck“;[2] SS- Panzergrenadier-Regiment 24 „Danmark“ der 11. SS- Panzergrenadier-Division „Nordland“; III. Bataillon des SS-Panzergrenadier-Regiments 23 „Norge“; 11. Infanterie-Division, 285. Sicherungsdivision; 300. Infanterie-Sonder-Division; SS-Grenadier-Regiment 47 der 20. SS-Grenadier-Division „Estland“.

General Felix Steiner, Kommandeur des III. SS-Panzer-Korps hatte den Befehl bei den Gefechten vom 26. Juli bis zum 10. August 1944 in der Tannenberg-Linie.[3] Das Buch „Die Freiwilligen“ von Felix Steiner zu diesen Ereignissen kann wärmstens empfohlen werden.

Die Gefechte wogten mit wechselnden Ergebnissen hin und her. Bis zum 10. August waren die sowjetischen Einheiten ausgelaugt, alleine im August gingen mehr als 50 Panzer verloren, und die Leitung der Roten Armee ordnete an, die Offensive bei den Blauen Bergen zu beenden. Weder die sowjetische noch die deutsche Seite hat genaue Angaben über die Verluste in der Schlacht bei den Blauen Bergen ausgegeben. Die Schätzungen der Verluste der Roten Armee gehen von 100.000–200.000 Toten und Verwundeten aus. Die Verluste der deutschen Seite waren ebenfalls schwer, sie belaufen sich schätzungsweise auf 10.000 Soldaten.

Durch den Austritt Finnlands aus der Waffenbruderschaft waren die deutschen Truppen gezwungen, am 18. September die Blauen Berge zu verlassen. Die Rote Armee wagte erst am 19. September, diese zu besetzen.

Die Gegend der Blauen Berge als ein Schlachtfeld des 2. Weltkrieges ist unter staatlichen Schutz genommen worden. Auf der Grenadier-Höhe bis hin zur alten Tallin-Narwa-Chaussee befindet sich das Denkmal des Zweiten Weltkrieges. Mit dem Dokumentieren der Kriegsgeschichte wurde hier im Jahr 1994 begonnen, indem man auf der Höhe ein 6,5 Meter hohes Holzkreuz errichtete. Das Erinnerungsfeld, dessen zentrales Element ein 12 Meter hohes stählernes Sonnenrad ist, hat eine Fläche von fast einem Hektar. Die Komposition in der Mitte des Feldes symbolisiert eine Explosion. Die Hauptprinzipien für die Gestaltung des Ensembles waren die Erstellung einer den Maßstäben der Kriegsgeschehnisse des Jahres 1944 angemessenen und würdigen Gedenkstätte. Parallel dazu hat man in der Gegend der Blauen Berge mehrere Denkmäler errichtet, die den nationalen militärischen Einheiten gewidmet sind.[4]


Liste der Oberbefehlshaber

Verweise

Fußnoten

  1. Am 14. Januar 1944 begannen die sowjetische Wolchow- und Leningrader Front eine Offensive gegen die von Generalfeldmarschall Georg von Küchler geführte Heeresgruppe Nord mit dem Ziel, diese aus ihren Stellungen bei Oranienbaum (Verteidigungsstellung Nordwall) zu vertreiben und nach Estland vorzustoßen. Zudem versuchte die Rote Armee, die deutsche 18. Armee unter der Führung von Generaloberst Georg Lindemann einzukesseln.
  2. Die 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division „Langemarck“ (flämische Nr. 1) entstand am 18. Oktober 1944 durch die Umbenennung der 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade „Langemarck“, die aus dem SS-Freiwilligen-Verband „Nordwest“ der 23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division „Nederland“ (niederländische Nr. 1) hervorgegangen war.
  3. SS-Obergruppenführer Steiner befahl am 23. Juli 1944 allen dem III. (germanischen) SS-Panzerkorps untergeordneten Truppen, die exponierte Stellung am Fluß Narwa aufzugeben und weiter im Hinterland eine neue Verteidigungslinie aufzubauen. Entlang einiger Hügel weiter im Westen wurde die sogenannte „Tannenbergstellung“ angelegt. Das niederländische SS-Regiment „General Seyffardt“ deckte gemeinsam mit der deutschen Artillerie den Rückzug und sollte die Brücke als letztes überqueren. Die bolschewistischen Massen wurden von den verteidigenden Dänen und Niederländern zunächst zurückgeschlagen, aber der sowjetische Brückenkopf wurde täglich von neu eintreffenden Truppen verstärkt, während der deutschen Verbände von Nachschub abgeschnitten waren. Im Norden wurde die estnische 20. Waffen-Grenadier-Division von massiven Panzerangriffen aufgerieben, die kaum noch vorhandene Luftunterstützung durch die Luftflotte 1 blieb wirkungslos. Am Nachmittag desselben Tages wurde die Narva-Brücke gesprengt, nachdem zuletzt ein deutsches Artillerie-Bataillon diese überquert hatte und der Rückzug des SS-Panzerkorps somit abgeschlossen war. Mit Ausnahme des Regiments „General Seyffardt“, das zum Ausweichen des sowjetischen Angriffes die geplante Rückzugsroute verlassen hatte, von der Brücke isoliert und anschließend vernichtet wurde, erreichten alle Einheiten von Steiners Panzerkorps die Tannenbergstellung, die weiter auf sowjetische Angriffe vorbereitet wurde.
  4. Sinimägede Museum in Vaivara bei Narwa, Estland; auf dem Ausstellungsgelände sind Gedenksteine und Gräber für und von Soldaten aus Estland, Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Niederlande, Banat, Siebenbürgen, Flandern und Wallonien, die 1944 an der „Schlacht in den Blauen Bergen“ in Estland teilnahmen.
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