Heeresgruppe Mitte

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Heeresgruppe Mitte, Rußland-Mitte, Jan./Febr. 1944

Die Heeresgruppe Mitte war ein Heeres-Großverband der Wehrmacht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Heeresgruppe Mitte entstand zu Beginn des Präventivschlages gegen die Sowjetunion am 22. Juni 1941 durch Umbenennung der Heeresgruppe B. Sie war die kampfstärkste der drei deutschen Heeresgruppen. Die Frontbegradigung der Heeresgruppe Mitte im August 1942 unter dem Decknamen „Wirbelwind“ war ein voller Erfolg.

Eine der schlimmsten Niederlagen, schlimmer noch als die Niederlage bei Stalingrad, war der Untergang der Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944. Nach der Vernichtung von vier deutschen Armeen der Heeresgruppe konnten die Truppen der Roten Armee unaufhaltsam bis nach Polen durchmarschieren.

Während der erbitterten Kämpfe in Ostpreußen wurde die Heeresgruppe Mitte am 25. Januar 1945 in Heeresgruppe Nord (Nord wurde zu Heeresgruppe Kurland) umbenannt. Ihre Verbände kämpften unter schweren Verlusten in Westpreußen und Pommern, die Reste der Truppen wurden von der Kriegsmarine aus den Ostseehäfen evakuiert.

Neu aufgestellt wurde die Heeresgruppe Mitte ebenfalls am 25. Januar 1945 nach dem Durchbruch der Roten Armee an der Weichsel durch die Umbenennung der Heeresgruppe A. Bei den Endkämpfen unterstanden der Heeresgruppe die 4. Panzer-Armee im Raum Dresden – Görlitz, die 17. Armee an der südschlesischen Oderlinie und die nach Süden anschließende 1. Panzer-Armee an den Höhenstellungen entlang Neisse – Jägerndorf – Ratibor – Mährisch Ostrau.

Letztes Hauptquartier der Heeresgruppe war vom 28. März bis 9. Mai 1945 Bad Welchow im Reichsprotektorat Böhmen und Mähren. Die Kapitulation der letzten intakten Heeresgruppe des Dritten Reiches erfolgte vor der aus dem Osten angreifenden 1., 2. und 4. Ukrainischen Front der Sowjets. In einem Kessel nordöstlich Prags eingeschlossen, ging die gesamte Heeresgruppe in sowjetische Kriegsgefangenschaft, nachdem sich ihr Oberbefehlshaber Ferdinand Schörner auf Befehl von Dönitz in seinem Flugzeug abgesetzt hatte.

Der Verrat

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Operation Bagration

Malte Plettenberg, der Verfasser des Buches „Guderian, Hintergründe des deutschen Schicksals 1918 bis 1945“, schrieb:

„Die Forschung wird sich noch eingehend mit den Gründen des Zusammenbruchs der Heersgruppe Mitte befassen, deren Chef des Stabes, Tresckow, die Seele der militärischen Verschwörung war. Das Ausmaß dieser Katastrophe ist weit größer als die Tragödie von Stalingrad: der Truppenbestand einer Heeresgruppe, die Ausrüstung für zwei Heeresgruppen sind einfach verschwunden. Der Wegfall dieser Rüstung wird nicht mehr aufzuholen sein.“

Die Front verlief am 22. Juni 1944 noch von Rogatschew über Orscha bis Witebsk und befand sich am 3. Juli schon in Ostpreußen. Kein Wunder, daß Hitler ausrief:

„Wie kann man eine solche Front verlieren! Die ganze Entwicklung ist mir rätselhaft.“[1]

Albert Esche, Generalstabsoffizier und Verantwortlicher des Transportwesens, schrieb rückblickend:

„Einmal fragte Tresckow mich, als wir wieder vor dem Kartentisch standen: ‚Esche, wie lange soll das so weitergehen?‘ Jedes halbe Jahr 300 km zurück? Sicher wollte er da feststellen, ob ich für den Widerstand zu gebrauchen bin.“[2]

Am 26. Juni 1944 schrieb Josef Goebbels in sein Tagebuch:

„Wie aus heiterem Himmel trifft die Nachricht ein, daß den Bolschewisten ein Durchbruch großen Stils gelungen ist.“[3]

Dieser Eintrag zeigt, wie sehr sich nicht nur Adolf Hitler sondern auch das OKW in Bezug auf die sowjetischen Offensivabsichten geirrt hatten. Denn auf deutscher Seite war man nach den Meldungen der Aufklärungsabteilung Fremde Heere Ost davon ausgegangen, daß der Hauptangriff der Roten Armee im Süden stattfinden würde. Verantwortlich für die Falschinformationen war der zu spät als Verräter entlarvte Reinhard Gehlen, der dafür in der späteren West-BRD entsprechend belohnt wurde.

Nach dem kurz darauf erfolgten Attentat auf den Führer am 20. Juli 1944 bemerkte Heinrich Himmler zum Verrat an der Heeresgruppe Mitte auf einer Rede am 3. August 1944 vor Gauleitern:

„Nun kam der Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte. Bei diesem Zusammenbruch müssen wir uns klar sein, daß hier etwas Ungeheuerliches vor sich gegangen ist. Denn es ist mit normalen Mitteln nicht erklärbar, daß eine Heeresgruppe mit 28 Divisionen wie Sand und Spreu auseinanderstiebt.“[4]

Personen

Oberbefehlshaber

Liste gefangener und gefallener Generäle der Heeresgruppe Mitte

Gliederung der Heeresgruppe

Heeresgruppen-Truppen

  • Nachrichten-Regiment 537
  • Nachrichten-Regiment 537 (2. Aufstellung)
  • Volks-Artillerie-Korps 405

Unterstellte Einheiten

Datum unterstellte Armeen
1941
Juni 9. Armee, 4. Armee
Juli Panzergruppe 3, 9. Armee, 4. Armee, Panzergruppe 2, z. Vfg. 2. Armee
August Panzergruppe 3, 9. Armee, 2. Armee, Armeegruppe Guderian
September Panzergruppe 3, 9. Armee, 4. Armee, Panzergruppe 2, 2. Armee
Oktober 9. Armee, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 2. Armee
November 9. Armee, Panzergruppe 3, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 2. Armee
1942
Januar 9. Armee, 3. Panzerarmee, 4. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 2. Armee
Februar 3. Panzerarmee, 9. Armee, 4. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee
Mai 9. Armee, 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee
1943
Januar LIX. AK, 9. Armee, 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee
Februar 3. Panzerarmee, 9. Armee, 4. Armee, 2. Panzerarmee
März 3. Panzerarmee, 9. Armee, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 2. Armee
April 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 2. Armee, z.Vfg. 9. Armee
Juli 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Panzerarmee, 9. Armee, 2. Armee
September 3. Panzerarmee, 4. Armee, 9. Armee, 2. Armee
November 3. Panzerarmee, 4. Armee, 9. Armee, 2. Armee, Wehrmachtbefehlshaber Ostland
1944
Januar 3. Panzerarmee, 4. Armee, 9. Armee, 2. Armee
Juli 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Armee, z.Vfg. 9. Armee
August 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Armee, IV. SS-Panzerkorps
1945
Januar 3. Panzerarmee, 4. Armee, 2. Armee
Februar* 4. Panzerarmee, 17. Armee, 1. Panzerarmee
Mai 7. Armee, 4. Panzerarmee, 17. Armee, 1. Panzerarmee

* Umbenennung der Heeresgruppe A in Heeresgruppe Mitte und Heeresgruppe Mitte in Heeresgruppe Nord

Zusammensetzung der Heeresgruppe Mitte am 15. Juni 1944

3. Panzerarmee

4. Armee

9. Armee

Literatur

  • Franz Kurowski: Die Heeresgruppe Mitte. 28 deutsche Divisionen im Feuerhagel der sowjetischen Sommeroffensive 1944 Witchsk, Bobruisk, Minsk, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 978-3790907483 (Klappentext und Bestellmöglichkeit)
  • Rolf Hinze: Der Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Osten 1944
  • Werner Haupt: Die Schlachten der Heeresgruppe Mitte 1941–1944: Aus der Sicht der Divisionen (Bestellmöglichkeit)

Verweis

Fußnoten

  1. zitiert in: „Der ekle Wurm der deutschen Zwietracht“
  2. Albert Esche: „Zum Tode des Verräters, Generalmajor Henning von Tresckow“
  3. Die Tagebücher von Josef Goebbels. Teil II Diktate 1941–1945. Im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte
  4. zitiert auf: MHM dBW (politisch korrekt)
  5. Rolf Hinze: Der Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte im Osten 1944, S. 34-35 Motorbuch Verlag, ISBN 3-87943-681-9
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