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Hegel, Georg Wilhelm Friedrich
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Für weitere Bedeutungen siehe Hegel (Auswahlseite)
Georg Wilhelm Friedrich Hegel (
27. August 1770 in Stuttgart;
1831 in Berlin) war ein deutscher Universitäts-Philosoph.
Hegel war Kind eines pietistischen Beamten. Er studierte in Tübingen, wurde Lehrer in Bern und Frankfurt am Main und 1805 Philosophieprofessor in Jena. 1808 wurde er Gymnasialdirektor in Nürnberg, 1816 Professor in Heidelberg und 1818 dann im preussischen Berlin.
Inhaltsverzeichnis |
Wirken
Hegel gilt als früher Vertreter der neuzeitlichen Auffassung von Dialektik, auf welche Protagonisten verschiedener gesellschafts- und volkspolitisch zersetzender Strömungen, u.a. Karl Marx, Michael Bakunin, Theodor W. Adorno und die Frankfurter Schule zurückgegriffen haben.
Von Anhängern Hegels wird dagegen gesagt, er habe die in Deutschland dominierende Schule des Denkens vor dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften begründet, einen sogenannen „logischen Idealismus“. Demnach ist alles Seiende oder Reale eine „Manifestation des Geistes“ oder des Denkens. Metaphysik ergänze sich mit der Logik, woraus sich die kreative Bewegung des Geistes als dialektischer und notwendiger Prozess entwickle. Gott sei dieser selbstentfaltete Geist, und auf dem Weg der Selbstwahrnehmung führt die Schöpfung zum Sein. Die Welt ist eine Entwicklung aus jenen Prinzipien, die den Inhalt des schöpferischen Geistes formte.
Hegel sah das Judentum als temporäre Phase, durch welche das sogenannte „Wissen Gottes“ während seiner Evolution zur „absoluten Religion“ - dem Christentum - führt. Alle anderen seien endliche Religionen. Diese teilte er in Naturreligionen und „Religion geistiger Individualität“. Zur ersteren zählte er neben den einfachsten als mittlere Religionen jene der Orientalen (Religion der Magie), der Chinesen (R. des Maßes), der Brahmanen (R. der Fantasie) und Buddhisten (R. des Insichgekehrtseins). Zwischen Natur- und mittlerer Religion lägen die Zoroaster (R. des Lichtes) und die Syrer (R. des Schmerzes). In einer zweiten Gruppe, den „Religionen geistiger Individualität“, erfasst er die Juden (R. der Erhabenheit), die antiken Griechen (R. der Schönheit) und der Römer (R. der Zweckmäßigkeit, des Intellekts). Er anatomierte auch die Kabbala.
1799-1801 schrieb Hegel „Die Verfassung Deutschlands“.
Arthur Schopenhauer gestand Hegel (als „Philosophaster“, „Unsinnsschmierer“) grundsätzlich nicht den Rang eines Philosophen zu und lehnte dessen Schriften konsequent ab, nicht nur wegen ihrer unklaren, verschachtelten Form, sondern insbesondere aufgrund der von ihm konstatierten Sinnlosigkeit ihrer Aussagen. Für Schopenhauer galt Hegel daher als typischer Vertreter des staatlich bezahlten Philosophie-Professoren, der sich der jeweilig herrschenden Doktrin unterordne, da dieser „nicht für sondern von der Philosophie lebt“.
Kurze Einführung in Hegels Philosophie:[1]
Zitate
- „Er [Anmerkung: gemeint ist Schopenhauer] war es, der die reine Zweckphilosophie eines Hegel überwand, so daß von ihr nichts mehr übrig blieb“ - Adolf Hitler[2]
Werke
Literatur
- Friedrich Dannenberg: Der Geist der Hegelschen Geschichts-Philosophie (1923); PDF-Datei
- Karl Rosenkranz: Georg Wilhelm Friedrich Hegel's Leben. Supplement zu Hegel's Werken. Mit Hegel's Bildniss, gestochen von K. Barth (1844); PDF-Datei
- Robert Falckenberg: Die Realität des objektiven Geistes bei Hegel (1916); PDF-Datei
- Carl Ludwig Michelet: Hegel: Der unwiderlegte Weltphilosoph: Eine Jubelschrift (1870); PDF-Datei
- Heinrich Reese: Hegel über das Auftreten der christlichen Religion in der Weltgeschichte (1909); PDF-Datei
- Karl Ludwig Michelet: Einleitung in Hegel's philosophische Abhandlungen (1832); PDF-Datei
- Frantz, Hillert: Hegel's Philosophie in wörtlichen Auszügen: Für Gebildete aus dessen Werken (1843); PDF-Datei
- M. Ehrenhauss: Hegel's Gottesbegriff: in seinen Grundlinien und nächsten Folgen aus den Quellen dargelegt (1880); PDF-Datei
- Frank Wallace Dunlop: Hauptmomente in Hegels Begriff der Persönlichkeit (1903); PDF-Datei
- Arthur Schopenhauer: Ueber die Universitäts-Philosophie[3]. In: Parerga und Paralipomena I, Erster Teilband, S. 155 (Ausgabe Diogenes 1977 ISBN 3 257 20427 2)
Fußnoten
- ↑ Johannes Rehmke: Grundriss der Geschichte der Philosophie zum Selbststudium und für Vorlesungen. 1896, S. 276ff. (PDF-Datei) Für Nicht - VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
- ↑ In: Monologe im Führerhauptquartier - die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980, ISBN 3-453-01600-9 (Aufzeichnung vom 19. Mai 1944, Seite 411)
- ↑ Enthält zahlreiche Abschnitte über Hegel