Heiligenbeil

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Heiligenbeil

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Ostpreußen
Landkreis: Heiligenbeil
Provinz: Ostpreußen
Einwohner (1939): 10.631
Koordinaten: 54° 28′ N, 19° 56′ O
Flucht.jpg
Heiligenbeil befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Russen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Heiligenbeil ist eine deutsche Kleinstadt in Ostpreußen.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Stadt liegt am Fluß Jarft.

Geschichte

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1875 3.354
1880 3.430
1890 3.760
1933 6.356
1939 10.631

Ältere Geschichte

Bis 1272 befand sich hier eine Ansiedlung der Prußen. Nach 1272 unterstand die Gegend dem Deutschen Orden. Die Stadt wurde 1301 unter dem Namen Heiligenstadt vom Deutschen Ritterorden mit kulmischem Recht in der Nähe der prußischen Kultstätte Swentomest gegründet. 1344 wurde der Name in Heiligenbil umgewandelt und 1349 eine Kirche eingeweiht. Die Endung „Beil“ stammt angeblich vom altpreußischen Begriff „bila“: Sprache, Predigt.

Die Gründung der späteren Nachbarstadt Zinten erfolgte durch den Orden im Jahr 1313. Die ersten Ordensritter waren per Schiff über das Frische Haff bereits 1238 am Ufer bei Balga gelandet. Hier wurde in den folgenden Jahren die Ordensburg Balga erbaut, in späteren Jahrhunderten eins der großen Wahrzeichen Ostpreußens. Heiligenbeil selbst lag nicht am Frischen Haff, doch entwickelte sich hier unterhalb der Stadt der Hafenplatz Rosenberg.

Jüngere Geschichte

Von 1819 bis 1945 war Heiligenbeil Kreisstadt und hatte 1939 12.100 Einwohner. Die Innenstadt wurde im Krieg vollständig zerstört.

Von den rund 53.000 Bewohnern des Kreises Heiligenbeil verloren mindestens 20 Prozent ihr Leben durch Krieg, Flucht, Vertreibung, Deportation, Vergewaltigungen, Hunger, Krankheiten oder unmenschliche Behandlungen in sowjetischen Zwangslagern. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen und dem Kriegsende wurde Ostpreußen formell am 17. Oktober 1945 aufgeteilt. Die Demarkationslinie, wie man die Grenze zwischen der Sowjetunion und Polen nannte, verlief auch durch den Kreis. Der kleinere Teil, südlich einer horizontalen Linie von Leisuhnen, Heiligenbeil, Deutsch Thierau, Hermsdorf-Pellen, Zinten, Schwengels und Robitten, wurde Polen zugeteilt. Alles, was nördlich davon lag, kam unter sowjetische Verwaltung. Die Besiedlung durch Russen beziehungsweise Polen begann langsam, aber stetig. Die letzten noch im sowjetischen Teil verbliebenen Deutschen wurden 1948 ausgewiesen. Zahlreiche Dörfer wurden gänzlich aufgelöst, Häuser und Straßen sind verschwunden.

Die Stadt Heiligenbeil mit ihrer fast symmetrisch angelegten Altstadt wurde wie auch viele Nachbarorte 1945 fast vollständig zerstört. Nur Heiligenbeil selbst, das nun nach einem sowjetischen General Mamonowo heißt, hat wieder eine gewisse Größe erreicht und wird heute von ca. 9.000 Menschen bewohnt. Die neue Stadt liegt nordwestlich der alten im Bereich der allerdings nicht erhaltenen früheren katholischen Kirche, während die Altstadt Brachgelände ist. Fundamente und Straßenzüge sind noch zu erkennen, Teile der evangelischen Kirche ragen neben einem Spielplatz empor, ein paar 60er-/70er-Jahre-Wohnblocks wurden auf dem Gelände der Altstadt gebaut. Andere Kommunen in der Nachbarschaft von Heiligenbeil sind völlig unbedeutend geworden. Wegen seiner strategischen Bedeutung wird der Ort ebenso wie Ludwigsort vom Flottenstützpunkt Pillau aus verwaltet.

Im Süden des alten Stadtgebietes befindet sich ein deutscher Soldatenfriedhof, der vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wieder hergestellt und 2002 eingeweiht worden ist. Auf ihm liegen 4.700 Gefallene (Stand 2002) v. a. der Kämpfe um den Kessel von Heiligenbeil.

Bekannte, in Heiligenbeil geborene Personen

  • Rudolf von Auerswald (1795–1866), Staatsmann, war 1824 bis 1834 Landrat im Kreis Heiligenbeil
  • Daniel Jenisch (1762–1804), evangelischer Theologe, Polyhistor
  • Friedrich August Feyerabend (1809–1882), Bürgermeister von 1835 bis 1882, Abgeordneter in der Preußischen Nationalversammlung
  • Curt Gagel (1865–1927), Geologe
  • Paul Atzler (1889–1972), Jurist
  • Friedrich Doepner (1893–1965), Politiker (GB/BHE, FDP), MdL (Schleswig-Holstein)
  • Alfred Treptow (1902–1962), Schriftsteller und Pfarrer
  • Kurt Schönfeld (1913–2004), Oberfeldwebel und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges
  • Werner Schröter (Lebensrune.png 1944), Politiker (SPD) und ehemaliger Ringer
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