Plauen, Heinrich von

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Später Kupferstich von J. Salver.

Heinrich der Ältere von Plauen (* 1370 in Thüringen; † 1429 in Lochstädt bei Königsberg) auch Retter des Deutschen Ordens genannt, übte das Amt des 27. Hochmeisters in der Zeit von 1410 bis 1413 aus. Er entstammte dem Geschlecht der Vögte und Herren von Plauen ältere Linie, dem Haus Mühltroff.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

Mit dem Ende der Staufer war im Süden ein Reich des deutschen Willens zur Macht zerbrochen. Doch hatte dafür die Kraft des Volkes im Ordensstaat und im Hansebund sich neue Machtkörper geschaffen. Von Hermann von Salza angefangen bis hin zu Werner von Orselen und Winrich von Kniprode hatte der Orden sich immer straffer zum Kampf um die Macht gefestigt. Aber er konnte sein Reich nicht sichern. 1410 schlägt er ein Polenheer auf dem Schlachtfeld von Tannenberg in klägliche Trümmer. Doch heldenhaft hatte der Ordensmeister Heinrich von Plauen die Marienburg verteidigt, und als er danach die Macht übernimmt, sucht er, letzter unter den größten Führern, den Orden nach neuen strengen Gesetzen wieder in straffe Formen zu zwingen. Der kühne Anlauf wurde jählich gebrochen als sich die lässig gewordene Ritterschaft gegen die fordernden Meister erhob. Er hatte den Orden zu neuer Zucht führen wollen, da sperrte man ihn in Kerker, nicht ahnend, daß man damit die Zukunft des Ordens zerschlug.[1]

Gedicht über von Plauen

Heinrich von Plauen - 1410

Zitternd vor Heinrich von Plauen stand Friedrich von Zollerns Bote.

„Komtur, verloren ging unser Land, vieltausend der unsern sind Tote! Schon nahen die Feinde mit Übermacht, die Polen und Litauer kommen.“

Sprach Heinrich von Plauen:

„Sprich von der Schlacht! Wie wurden die Lande genommen?“

“Bei Tannenberg stürmten wir siegend vor und trieben die feindlichen Heere; schon sangen wir jubelnd im vollen Chor das Lied unserer Ordensehre. Da schwenkten die Ritter vom Eidechsenbund und die Männer vom Kulmerlande. Sie übten Verrat. Wir kämpften uns wund. Viel Blut vertropfte im Sande. Wir wurden geschlagen, der Hochmeister fiel. Nur wenige sind noch entkommen. Mit Blut hat nun der Pole sein Ziel, des Reiches Ostland, genommen. Komtur, so flieht! Verlaßt Land und Burg! Der Orden ist tot und verloren!”

Sprach Heinrich von Plauen:

„Wir halten durch, zu kämpfen sind wir geboren!“

Heinrich von Plauen stand groß im Saal unter den Rittern und Bauern.

„Gott segne der Schwerter blitzenden Stahl und der Hochburg trotzige Mauern!“

Und knarrend kreischten die Angeln am Tor, Wachtfeuer brannten und glosten. Hoch stand im Turm mit lauschendem Ohr des Reiches Wächter im Osten.

Zehn Tage danach erbebte das Land vom Heerzug der schwärmenden Scharen. Die Polen nahten mit Mord und mit Brand und raubend die gelben Tartaren.

Die Mauern krachten vom Schlag und vom Stoß. Es zitterten Kinder und Frauen. Hoch auf dem Wehrgang ruhig und groß stand aufrecht Heinrich von Plauen. Er sah das gequälte, brennende Land, zertreten die Äcker liegen. Hoch hebt er zum Schwur das Schwert in der Hand:

„Brüder, der Orden muß siegen!“

Und wieder rannten die Feinde Sturm gegen die ragenden Mauern. Fest stand gesichert wie Burg und Turm das Heer der Ritter und Bauern.

Dann kam eine Nacht mit flammendem Schein, grell züngelten lodernde Feuer. Da glühte die feindliche Flamme am Stein der Hochburg und kroch am Gemäuer.

Heinrich von Plauen stand in der Nacht im zuckenden Scheine der Flammen. Er sah des Feindes gebrochene Macht, verkohlt und zerschlagen die Rammen.

Jubelnd vor Heinrich von Plauen stand das Volk und griff seine Hände. Er wies hinaus in das blutende Land und sprach:

„Die Schlacht ist zu Ende.“

Es klirrte der Panzer von seinem Schritt wie Waffensingen vorm Sturme. Die Ritter sangen. Es sangen mit die läutenden Glocken vom Turme.

Ferdinand Oppenberg

Literatur

  • Karl Hampe: Heinrich von Plauen, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Erster Band, S. 267–283

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden, 1937 Lehmanns-Verlag München
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