Tresckow, Henning von

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Bundesarchiv Bild 146-1976-130-53, Henning v. Tresckow.jpg

Hermann Karl Robert Henning von Tresckow[1][2] (Lebensrune.png 10. Januar 1901 in Magdeburg; Todesrune.png 21. Juli 1944 in Ostrow bei Bialystok, Polen) war ein deutscher Offizier, Generalmajor der Wehrmacht und einer der Haupttäter des Attentats vom 20. Juli 1944.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erika und Henning von Tresckow, um 1942

Henning von Tresckow, Sohn von Leopold Hans Heinrich Eugen Hermann von Tresckow und dessen Gemahlin Marie Agnes, geb. von Zedlitz und Trützschler, meldete sich nach dem Notabitur bereits sechzehnjährig am 15. August 1917 als Freiwilliger des Deutschen Heeres und nahm am Ersten Weltkrieg teil. Am 31. Oktober 1920 wurde er aus dem aktiven Dienst der Vorläufigen Reichswehr verabschiedet und begann ein Jurastudium. Vier Jahre später übernahm er das väterliche Gut in der Neumark, trat nach zwei Jahren jedoch erneut in die Reichswehr ein.

Von Oktober 1934 bis September 1936 absolvierte er die Kriegsakademie. Am 28. September 1936 trat er seine neue Stelle in der 1. Abteilung des Generalstabs (Operationsabteilung) im Reichswehrministerium an. Im Januar 1939 wurde er dann nach Elbing zur 21. Infanterie-Division versetzt, wo er Kompaniechef des 10./III. Bataillon/Infanterie-Regiments 45 wurde. Am 1. März erfolgte seine Beförderung zum Major.

Zweiter Weltkrieg

Oberst i. G. Henning von Tresckow.jpg

Mitte August 1939 wurde er Erster Generalstabsoffizier (Ia) in der 228. Infanterie-Division. Mit dieser nahm er am Feldzug gegen Polen teil und erhielt für die erfolgreiche Operationsführung der Division Anfang Oktober das Eiserne Kreuz 1. Klasse.

Der Verrat

Tresckow, der seine Verbindungen zu Ludwig Beck und Carl Goerdeler gefestigt hatte, kam unter den oppositionellen Offizieren eine führende Stellung zu. Er war der Meinung, man müsse „Hitler wie einen tollen Hund abschießen“. Der Anschlag war für ihn Ausdruck der Notwehr und Folge einer „sittlichen Verpflichtung“.[3] 1939 als Major in die Führung der Heeresgruppe A unter General Gerd von Rundstedt berufen, wurde er 1940 Oberstleutnant und als Ia (Erster Generalstabsoffizier) zur Heeresgruppe B versetzt, die 1941 in Heeresgruppe Mitte umbenannt wurde. 1942 zum Oberst im Generalstab befördert, versuchte von Tresckow seit Mitte 1942 mehrmals, Anschläge auf Hitler zu organisieren, deren Ausführung jedoch immer wieder scheiterte. Eine Bombe, die er in das Flugzeug des Führers geschmuggelt hatte, detonierte nicht und konnte am Ziel unerkannt wieder entfernt werden. Ende Juli 1943 wurde Tresckow in die Führerreserve versetzt. Er nutzte die Gelegenheit, zusammen mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg in Berlin an einem Staatsstreich zu arbeiten. Im Herbst 1943 wurde Tresckow an den Südabschnitt der Ostfront versetzt und dort Ende November 1943 zum Chef des Stabes der 2. Armee ernannt.

Albert Esche, Generalstabsoffizier und Verantwortlicher des Transportwesens, schrieb rückblickend:

„Einmal fragte Tresckow mich, als wir wieder vor dem Kartentisch standen: ,Esche, wie lange soll das so weitergehen?‘ Jedes halbe Jahr 300 km zurück? Sicher wollte er da feststellen, ob ich für den Widerstand zu gebrauchen bin.“[4]

Unmittelbar vor dem Attentat vom 20. Juli 1944 bestärkte Tresckow Claus von Stauffenberg in dessen Entschluß, den Anschlag auszuführen. Nachdem Henning von Tresckow die Nachricht vom gescheiterten Staatsstreich erhalten hatte, setzte er seinem Leben am 21. Juli 1944 an der Hauptkampflinie bei Ostrow ein Ende. Er ließ sich von einem Soldaten eine 15-Millimeter-Granate bringen, lief mit dieser zu einem Waldrand und zündet sie. Sein sofortiger Tod trat ein; Tresckow wollte es als Angriff von feindlichen Partisanen darstellen.[5]

Sein Leichnam wurde zunächst nach Wartenberg überführt, da seine Verstrickung in die Verschwörung erst allmählich bekannt wurde. Am 24. Juli meldete der Wehrmachtbericht noch, daß der Generalmajor „in vorderster Linie den Heldentod“ gefunden habe. Der Leichnam wurde am 27. Juli auf Gut Wartenberg bestattet. Durch erste Gerüchte über einen Selbstmord und einsetzende Untersuchungen in der Armee sowie dann der Gestapo und Verhören von anderen Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde die Beteiligung Tresckows endlich teilweise aufgedeckt.

Auszug aus einer Rede Henning von Tresckows anläßlich der Konfirmation seiner beiden Söhne in der Potsdamer Garnisonkirche am 11. April 1943:

„Vergeßt in diesem Zusammenhang niemals, daß Ihr auf preußischem Boden und in preußisch-deutschen Gedanken aufgewachsen und heute an der heiligen Stätte des alten Preußentums, der Garnisonkirche, eingesegnet seid.
Es birgt eine große Verpflichtung in sich, die Verpflichtung zur Wahrheit, zu innerlicher und äußerlicher Disziplin, zur Pflichterfüllung bis zum letzten. Aber man soll niemals vom Preußentum sprechen, ohne darauf hinzuweisen, daß es sich damit nicht erschöpft. Es wird so oft mißverstanden. Vom wahren Preußentum ist der Begriff der Freiheit niemals zu trennen.
Wahres Preußentum heißt Synthese zwischen Bindung und Freiheit, zwischen selbstverständlicher Unterordnung und richtig verstandenem Herrentum, zwischen Stolz auf das Eigene und Verständnis für Anderes, zwischen Härte und Mitleid. Ohne diese Verbindung läuft es Gefahr, zu seelenlosem Kommiß und engherziger Rechthaberei herabzusinken. Nur in dieser Synthese liegt die deutsche und europäische Aufgabe des Preußentums, liegt der ‚preußische Traum’!“

Henning von Tresckow hat durch sein Verhalten Verrat am Preußentum begangen:

Fabian von Schlabrendorff, Adjutant des ,zutiefst religiösen' (von Boeselager) Widerständlers Henning von Tresckow, der immer als echter Preuße hingestellt wird, aber meines Erachtens keiner war, teilte uns in seinem Buch ,Offiziere gegen Hitler' mit, daß von Tresckow Hitler überredete, seinen Frontbereich zu besuchen, um ihn bei dieser Gelegenheit zu erschießen. Aus mir unerklärlichen Gründen wurde daraus nichts (er hatte sicherlich nicht die Absicht, diese Exekution durchzuführen – d. V.). Man übergab aber beim Rück­flug Hitlers nach Ostpreußen dem mitfliegenden, ahnungslosen Oberstleut­nant Brandt eine als Geschenk kaschierte Sprengladung, die das Flugzeug, eine viermotorige Condor, mitsamt den rund 30 Insassen in der Luft zerreißen sollte. Hier kann man wohl sagen, selber waren diese Herren zu feige, Hitler zu erschießen, aber man war bereit, eine Flugzeugbesatzung nebst Offiziers­kameraden und Soldaten in den Tod zu schicken. Nach diesem tapferen Herrn von Tresckow ist in Potsdam eine Kaserne benannt, während man die in Bad Aibling nach dem von seinen Soldaten so beliebten Generaloberst Dietl um­benannte.“[6]

Familie

Henning von Tresckow heiratete am 18. Januar 1926 Erika von Falkenhayn (1904–1974), am 18. April 1927 wurde ihr Sohn Mark Hermann Erich Robert von Tresckow geboren.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Je nach Quelle lautet der vollständige Name Henning Hermann Robert Karl von Tresckow oder Hermann Karl Robert Henning von Tresckow, wobei „Henning“ zuweilen als Spitzname in Anführungszeichen steht.
  2. Hermann Karl Robert Henning von Tresckow bei GEDBAS
  3. vgl.: gdw (politisch korrekte Seite)
  4. Albert Esche: Zum Tode des Verräters, Generalmajor Henning von Tresckow
  5. wno.org: Der 20. Juli 1944
  6. Georg Wiesholler: Die „Widerständler“
  7. Reichswehrministerium (Hg.): Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 170
  8. Klaus D. Patzwall / Veit Scherzer: Das Deutsche Kreuz 1941-1945, Geschichte und Inhaber Band II, Verlag Klaus D. Patzwall, Norderstedt 2001, S. 479, ISBN 3-931533-45-X
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