Porten, Henny

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Henny Porten (1890–1960)
Henny_Porten
Henny Porten und Rudolph Biebrach in „Das Geschlecht derer von Ringe"
Henny Portens Grab
Berlin-Westend, Deutschland

Henny Frieda Ulricke Porten (Lebensrune.png 7. Januar 1890 in Magdeburg; Todesrune.png 15. Oktober 1960 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und ein Star des deutschen Stummfilms.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Henny Frieda Ulrike Porten wurde am 7. Januar 1890 als zweite Tochter des Opernbaritons Franz Porten und dessen Frau Wincenzia, geb. Wybiral, in Magdeburg geboren. Sie wächst in Breslau und bei den Großeltern in Ehrang auf, bis Franz Porten 1894 ans Stadttheater Dortmund ging, das er im folgenden Jahr pachtete und an dem Henny erste Kinderrollen spielte. Nach dem Verlust des Theaters verarmt, zog die Familie vermutlich noch 1895 nach Berlin. Henny Porten besuchte die DeMugica-Schule für höhere Töchter in Moabit, wirkte in Schulaufführungen mit und trat mit ihrer Schwester Rosa (l884-?) bei Vereinsveranstaltungen auf, u. a. mit dem Couplet „Meißner Porzellan“, in dem Henny den Rokoko-Kavalier und Rosa die Dame gab. Im Januar 1906 erhielt Franz Porten von Oskar Messter den Auftrag, sechs „Biophon“-Tonbilder zu inszenieren; so kamen die Geschwister mit „Meißner Porzellan“ zum Film.

Nach dem Schulabschluß (ca. 1907) spielte Henny Porten in zahlreichen Tonbildern, überwiegend für die Deutsche Mutoskop- und Biograph GmbH, die gleichzeitig in deren „Mutoskop“-Guckkästen eingesetzt wurden (die wenigsten dieser Filme sind heute nachzuweisen). Sie mußte lippensynchron und oft in drei Sprachen zu Grammophon-Aufnahmen singen. Diese Arbeit ließ Porten auch ohne Schauspielausbildung zu einer versierten und gesuchten Darstellerin werden:

„Ich habe meine Arbeit für den Film von Anfang an sehr ernst genommen. Ich habe an ihn und seine künstlerischen Möglichkeiten geglaubt, als ihn noch niemand ernst nahm und als es auch tatsächlich nicht leicht war, ihn ernst zu nehmen.“ (Porten, 1932)

1910 spielte sie auch in stummen Spielfilmen, u. a. für Messters Projektion, die sie ebenfalls in dreidimensionalen „Alabastra“-Filmen einsetzte (keine Titel überliefert).

Erster Weltkrieg

Nach dem Exodus in der Filmindustrie zu Weltkriegsbeginn – u. a. wurde Curt A. Stark eingezogen, Oskar Messter meldete sich freiwillig, die Kameramänner Carl Froelich und Hans Theyer sowie viele Techniker fielen aus – initiierte Henny Porten 1915 angeblich persönlich die Wiederaufnahme der Filmarbeit. Die Regie übernahm nun Rudolf Biebrach, der in früheren Filmen oft ihr Partner als „Filmvater“ war. Curt A. Stark fiel am 2. Oktober 1916.

Porten-Filme, zu deren Gruppe seit 1916 Robert Wiene als Autor, Ludwig Kainer als Architekt und Karl Freund als Kameramann gehörten, standen an der Spitze deutscher Kinoerfolge. Nunmehr hatte Porten bei Messter Jahresverträge und im Februar 1917 ging sie einen Dreijahresvertrag ein. Mit dem Verkauf des Messter-Konzerns an die neugegründete Universum-Film AG (UFA) wurde Portens Vertrag (gegen ihren Willen) transferiert.

Nach einigen mittelgroßen Produktionen bei der UFA konnte sie Gerhart Hauptmann zur Freigabe der Verfilmung seines Schauspiels „Rose Bernd“ gewinnen; die Premiere am 5. Oktober 1919 wurde zum Erfolg und Prestigegewinn der Kinematographie beim deutschen Bildungsbürgertum und bei der Kritik.

Weimarer Republik

Es folgten mit „Monica Vogelsang“ und „Anna Boleyn“ (mit Emil Jannings als Heinrich VIII.) die bis dahin teuersten UFA-Großprojekte. Beide waren im Ausland, besonders in den VSA, sehr erfolgreich; letzterer spielte unter dem Titel „Deception“ ein mehrfaches seiner Produktionskosten ein. Hollywood interessierte sich für die Stars. Jannings folgte der Einladung, Porten gründete im März 1921 im Rahmen von Hanns Lippmanns Gloria-Film die Henny Porten-Film GmbH; da ihr UFA-Vertrag noch nicht ausgelaufen war, mußte Porten Mitsprache und Auswertungsrechte seitens der UFA akzeptieren.

Am 24. Juni 1921 heiratete Henny Porten den Arzt Wilhelm von Kaufmann-Asser, Leiter des Sanatoriums „Wiggers Kurheim“ in Garmisch-Partenkirchen. Er übernahm ab 1921 die Produktionsleitung bei Portens Filmen. Nach dem Kassenerfolg „Die Geier-Wally“ produzierte Porten das ambitionierte Kammerspiel „Hintertreppe“. Von der Kritik hoch gelobt, wurde der Film ein finanzieller Mißerfolg. Nach drei weiteren erfolglosen Filmen und einem Zerwürfnis mit Lippmann ging ihre Firma 1923 in Konkurs.

Vor dem Hintergrund des „Ruhrkampfes“ kam es zum Boykottaufruf gegen Henny Porten, da kolportiert wurde, sie filme für die französische Firma Gaumont („Die Liebe einer Königin“) und man ihr frühere antideutsche Arbeiten vorwarf („Der Feind im Land“; „Bergnacht“). 1923/24 galt sie als „Kassenschreck“ und fand nur mühsam und durch Unterstützung des vormals von ihr geförderten E. A. Dupont und ehemaliger Messter-Kollegen wie Maxim Galitzenstein, Robert Wiene oder Carl Froelich Beschäftigung.

Zum neuerlichen Durchbruch verhalf ihr das von Froelich produzierte und inszenierte Rührstück „Mutter und Kind“. Am 26. September 1924 erfolgte in Berlin die Gründung der Henny Porten-Froelich Produktion GmbH, an der Porten, Froelich und Wilhelm von Kaufmann beteiligt waren. Bis 1929 entstanden 15 Filme, solides Handwerk für das breite Publikum, Experimente wurden vermieden.

Um 1927/28 schien der Erfolg nachzulassen. 1929 wurde die Verbindung gelöst, Carl Froelich wechselte zum Tonfilm, das Ehepaar Porten-Kaufmann führte die Firma unter dem Namen Henny Porten Film-Produktion GmbH allein weiter und stellte zunächst zwei überraschend erfolgreiche Stummfilme her. Den Verleih besorgte die im Juli 1929 von Porten-Film und Seymour Nebenzahls Nero-Film gegründete Vereinigte Star-Film GmbH.

Mit G. W. Pabst als Regisseur wagte Porten 1930 in „Skandal um Eva“ ihr Tonfilmdebüt, das sie mühelos bestand. Im folgenden Jahr realisierte sie das seit langem geplante Projekt „Luise, Königin von Preußen“, an dem ihre Firma im Sommer 1932 in Konkurs ging. Zunächst äußerst kontrovers aufgenommen – wegen Pazifismus von rechten Kreisen angegriffen, wegen preußischen Militärgeistes von Linken befehdet – wurde der Film vom Verleih um 600 Meter gekürzt und lief ab Herbst 1932 in einer zu kritiklosem Militarismus entstellten Form. Porten galt nach diesem Projekt in der Filmbranche als Risiko, erhielt keine Aufträge und nahm Zuflucht zur Bühne; 1932 ging sie mit „Madame Sans-Gêne“ auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Drittes Reich

1933 spielte sie in Dresden und Berlin die Doppelrolle als „Eva oder Yvonne“ (zuerst „Morgen um fünf“).

Zu neuerlichem Erfolg beim Film verhalf ihr die im Herbst 1933 von Hans Steinhoff inszenierte Ton-Neuverfilmung „Mutter und Kind“; sie hatte einen Auftritt im Winterhilfswerk-Kurzfilm „Alle machen mit“. Sie erhielt bis 1943 sechs kleinere Rollen, wurde 1937 gegen Gage von der Tobis eingestellt, jedoch nicht besetzt.

Mehrfacher Wohnungswechsel, wirtschaftliche Probleme, zermürbender Nervenkrieg, Anfeindung in der Presse und Nachbarschaft standen neben Gunstbeweisen von Altbranche und treuen Filmfreunden. 1943 gab ihr der seit 1939 als Reichsfilmkammer-Präsident amtierende Carl Froelich die Hauptrolle des Zweiteilers „Familie Buchholz“/„Neigungsehe“, einem Aufmunterungsfilm für das in Trümmern lebende Publikum.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende lebte Porten in Ratzeburg, wo ihr Mann ein Behelfskrankenhaus für Flüchtlinge einrichtete. 1947 spielte sie in Lübeck und Hamburg Theater, 1949 gab ihr die Hamburger Real-Film eine kleine Nebenrolle in „Absender unbekannt“, sonst machte der westdeutsche Film keine akzeptablen Angebote. Sie folgte einer Einladung der DEFA und reiste am 17. Juni 1953 in die DDR. Ihr Schritt wurde in der Westpresse vorwiegend als „Überlaufen“ verketzert. 1955 kehrte sie nach Ratzeburg zurück; das Ehepaar wurde vom Hauswirt exmittiert, ihr Mann verlor die Praxis, Porten bat über die Presse erfolglos um Beschäftigung beim Film.

1957 erfolgte der Umzug nach Berlin, wo Wilhelm von Kaufmann am 21. Oktober 1959 starb. Henny Porten, der im Mai 1960 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden war, starb nach schwerer Krankheit am 15. Oktober 1960 in Berlin.

1985 erklärte der Berliner Senat ihr Grab auf dem Kirchhof der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Gemeinde zum Ehrengrab, 1986 wurde ihr eine Retrospektive anläßlich der Berliner Filmfestspiele gewidmet.

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Henny Porten (Staffel 1 / Folge 7, 2009)

Auszeichnungen

Filmographie

  • 1911: Das Liebesglück einer Blinden
  • 1912: Der Schirm mit dem Schwan
  • 1913: Komtesse Ursel
  • 1914: Gretchen Wendland
  • 1915: Der Sieg des Herzens
  • 1915: Märtyrerin der Liebe
  • 1916: Abseits vom Glück
  • 1917: Die Prinzessin von Neutralien
  • 1918: Auf Probe gestellt
  • 1918: Agnes Arnau und ihre drei Freier
  • 1918: Das Maskenfest des Lebens
  • 1919: Irrungen
  • 1919: Rose Bernd
  • 1919: Monica Vogelsang
  • 1920: Kohlhiesels Töchter
  • 1920: Anna Boleyn
  • 1921: Hintertreppe
  • 1922: Frauenopfer
  • 1923: Die Liebe einer Königin
  • 1923: Das alte Gesetz
  • 1923: I.N.R.I.
  • 1924: Mutter und Kind
  • 1926: Rosen aus dem Süden
  • 1928: Liebe im Kuhstall
  • 1928: Lotte
  • 1929: Die Frau, die jeder liebt, bist Du!
  • 1929: Mutterliebe
  • 1929: Die Herrin und ihr Knecht
  • 1930: Skandal um Eva
  • 1931: 24 Stunden aus dem Leben einer Frau
  • 1934: Mutter und Kind
  • 1934: Mutterliebe (Porten schrieb hierfür auch das Drehbuch)
  • 1935: Krach im Hinterhaus
  • 1938: War es der im 13. Stock?
  • 1941: Komödianten
  • 1942: Symphonie eines Lebens
  • 1943: Wenn der junge Wein blüht
  • 1943: Familie Buchholz
  • 1943: Neigungsehe
  • 1950: Absender unbekannt
  • 1954: Carola Lamberti – Eine vom Zirkus
  • 1955: Das Fräulein von Scuderi
  • 1958: Das gab’s nur einmal
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