Göring, Hermann

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Pour le Mérite-Träger Hermann Göring, bislang letzter Ministerpräsident von Preußen und „Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ (RdL u. ObdL)

Hermann Wilhelm Göring (Lebensrune.png 12. Januar 1893 in Rosenheim; Todesrune.png 15. Oktober 1946 in Nürnberg) war ein deutscher Offizier, Jagdflieger, Flieger-As mit 22 Luftsiegen und einer der führenden Politiker des Deutschen Reiches in der Zeit des Nationalsozialismus. Göring war Beauftragter für den Vierjahresplan, Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsjägermeister und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Hermann Goering
In der ersten Reihe von links nach rechts: Hanns Oberlindober, Fedor von Bock, Erhard Milch, Heinrich Himmler, Karl Dönitz, Wilhelm Keitel, Hermann Göring und Adolf Hitler beim Heldengedenktag am 21. März 1943 im Zeughaus Berlin

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach einem Gemälde von H. Funk. Aus dem Raumbildalbum „Fliegen und Siegen“ (1942)

Kindheit, Jugend

Hermann Göring war niedersächsischer Abstammung, wurde jedoch in Rosenheim am 12. Januar 1893 als viertes Kind der Familie geboren. Sein Vater Dr. Heinrich Ernst Göring war Offizier, Jurist, Kolonialbeamter und Diplomat, u. a. Reichskommissar von Deutsch-Südwestafrika. Er hatte vier Geschwister und vier Halbgeschwister aus der ersten Ehe seines Vaters. Zu Familienfeiern lud er gerne alle ein, das Haus war stets voller Neffen und Nichten.

Die stärksten Eindrücke seiner Kindheit prägten mittelalterliche Burgen. Er wuchs in der Burg Veldenstein in Franken und Mauterndorf im Salzburgischen auf. 1898 besuchte er das Gymnasium in Fürth und setzte ab 1905 in einem Internat in Ansbach die gehobene Ausbildung fort.

Ausbildung

Jagdflieger und Flieger-As Göring, der letzte Kommandeur des Richthofen-Geschwaders

Vom Kadettenhaus Karlsruhe kommend, trat er 1910 in die Hauptkadettenanstalt Groß-Lichterfelde bei Berlin ein, absolvierte im März 1911 spielend das Examen und erhielt eine Belobigung (höchste Auszeichnung) des Kaisers. Danach unternahm er eine Kulturreise nach Italien. Am 20. Januar 1912 trat er als Fähnrich in ein Infanterie-Regiment ein, machte im Januar 1913 sein Abitur, absolvierte anschließend einen achtmonatigen Kriegsschulkurs und bestand im Dezember das Offiziersexamen. Sein Hauptaugenmerk galt schon damals der Fliegerei.

Militärische Laufbahn WK I

Hermann Göring im Weltkriege:
„Zur Erinnerung an 1914–1918“

Am 20. Januar 1914 trat er bei der 4. Kompanie des badischen Infanterieregiments 112 Prinz Wilhelm als Leutnant seinen Dienst an. Er rückte als Zugführer und später als Bataillonsadjutant in Mühlhausen, nahe der französischen Grenze, ins Feld. Schon sehr bald tat er sich bei waghalsigen Unternehmen hervor, fuhr z. B. mit dem Fahrrad direkt in französische Stellungen und requirierte Pferde. Ein anderes Mal versuchte er gar einen französischen General gefangenzunehmen. Er erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse. Aber schon nach kurzer Zeit erkrankte er an Gelenkrheumatismus, wurde am 23. September 1914 ins Festungslazarett Metz eingeliefert und kurz darauf in ein Freiburger Krankenhaus verlegt.

Im Oktober 1914 wurde er zur Ausbildung als Flugzeug-Beobachter nach Darmstadt abkommandiert. Da ihm die Entscheidung über einen Antrag auf Fluglizenz zu lange dauerte, flog er kurzerhand mit seinem Freund und Regimentskameraden Bruno Loerzer an die Front. Er war ab Sommer 1915 in der Fliegerschule Freiburg. Bei einem Flugeinsatz 1916 wurde er schwer verwundet, es gelang ihm jedoch noch eine Notlandung. Im Mai 1917 war er Führer der Jagdstaffel 27 in Flandern. Schon ein Jahr später, im Juli 1918, wurde Göring zum Kommandeur des berühmten Jagdgeschwaders von Richthofen als Nachfolger Manfred von Richthofens ernannt. Aufgrund hoher Abschußzahlen gegnerischer Flugzeuge war er inzwischen Ritter des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse, des Ritterkreuzes von Hohenzollern mit Schwertern, des Zähringer Löwen mit Eichenlaub und Schwertern sowie des Badischen Karl-Friedrich-Ordens geworden; nun erhielt er zusätzlich den Pour le mèrite.

Am 10. November erhielt er den Befehl, die Flugzeuge seines Geschwaders den Amerikanern zu übergeben; er führte sein Geschwader am gleichen Tag geschlossen in die Heimat Aachen zurück. Mit Kriegsende erfolgte die Demobilisierung seiner Einheit.

Friedensjahre

Nach dem Ersten Weltkrieg war in Deutschland militärischer Flugbetrieb von den Siegern verboten worden; Hermann Göring ging deshalb nach Skandinavien. Kurzfristig war er als Berater der dänischen Regierung tätig, dann als Flugleiter in Stockholm bei der Svenska Lufttrafik AB-Fluggesellschaft. 1920 charterte der schwedische Forscher Graf E. von Rosen Görings Maschine für einen Flug. Dieser Flug wurde durch Schneestürme erheblich behindert, so daß Göring auf einem zugefrorenen See notlanden mußte. Sodann lernte er die Baronin Carin von Fock (1888–1931) kennen. Er heiratete sie, nachdem diese im Dezemer 1923 von ihrem bisherigen Ehemann geschieden worden war.

Von 1921 an studierte er in München Volkswirtschaft und Geschichte. 1922 hörte er zum ersten Mal eine Rede Adolf Hitlers und suchte ihn am darauffolgenden Tag persönlich auf. Er wurde dann Mitglied der NSDAP und erhielt den Auftrag, eine „Kampforganisation“ zu schaffen, die Geburtsstunde der späteren SA. 1923 wurde er nach Ulrich Klintzsch Oberster SA-Führer. Im August 1923 starb seine Mutter. Von diesem Zeitpunkt an widmete Göring sich ganz seiner politischen Überzeugung.

Der Putsch in München

Adolf Hitler mit Hermann Göring

Die nationalgesinnten Verbände waren der gemeinsamen Ansicht, daß die trotz des französischen Einmarsches ins Rheinland untätig gebliebene Berliner Regierung von Bayern aus „nationalisiert“ werden müsse. Am 9. November 1923 marschierte Göring beim Marsch auf die Feldherrnhalle in der ersten Reihe zusammen mit etwa 5.000 Teilnehmern einschließlich 1.000 Infanterieschülern, die von den Kasernen mit Hakenkreuzfahnen hinzugekommen waren. Die Protestveranstaltung wurde von der Landespolizei unter Anwendung von Maschinengewehrfeuer aufgelöst; dabei wurden 14 Teilnehmer erschossen. Von mehreren Kugeln durchbohrt und lebensgefährlich verwundet wurde Göring, gegen welchen zudem ein Haftbefehl angekündigt war, von Kameraden auf einer Tragbahre über die Grenze nach Innsbruck, Tirol gebracht. Hier wurde er operiert und erhielt eine Morphiumbehandlung, welche zur diesbezüglichen Abhängigkeit führte. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wollte er sich der bayerischen Regierung stellen, blieb jedoch auf Weisung Hitlers, welcher sich zu dieser Zeit in Haft in Landsberg befand, im „Ausland“. Sodann erfolgte eine Weiterreise nach Italien.

Mit gebrochenem Fußknöchel und einer schweren Lungenentzündung begleitete ihn seine Frau als treusorgende Kameradin, allerdings nicht beachtend, daß sie sich dadurch den Todeskeim holte. Durch die Folgen seiner schweren Verwundungen geschwächt, durch gesperrte Bankkonten sowie Beschlagnahme seiner persönlichen Habe einschließlich Fahrzeug in größte finanzielle Schwierigkeiten geraten, schlug sich Hermann Göring mit Hilfe weniger Freunde von Italien bis nach Schweden durch. In schwedischen Kliniken konnte er sich einer Behandlung seiner Morphiumsucht unterziehen. Nach Erlaß der Amnestie 1927 kehrte er in die deutsche Heimat zurück.

Politische Laufbahn

Erinnerungsecke Hermann Görings für seine verstorbene Gattin Carin in seiner Berliner Wohnung

Adolf Hitler ernannte Hermann Göring zu seinem Bevollmächigten in Berlin. Joseph Goebbels eroberte die „roten Massen“ für die Idee der Partei; Wilhelm Frick leitete die parlamentarischen Aktionen und Göring war der Diplomat und führte in dieser Eigenschaft viele wichtige Verhandlungen. Nach den Wahlen am 20. Mai 1928 war er einer der zwölf Mitglieder der NSDAP-Reichstagsfraktion und Experte für Verkehrsfragen. Er sprach von 1928 bis 1930 nur einmal und forderte von der Regierung Subventionen für die Zivilluftfahrt. Göring reiste als Parteisprecher durch ganz Deutschland. Zu den nächsten Wahlen am 14. September 1930 hatten sich 30 Parteien um die 577 Sitze im Reichstag beworben, die NSDAP wurde mit 107 Mandaten zur zweitgrößte Fraktion gewählt. Der Wahlspruch lautete: „Deutschland erwache!“. Eigentlich hätte Hitler damit den Anspruch geltend machen können, Vizepräsident zu werden; jedoch überließ er den Posten Göring. Dieser zog dann mit den anderen Abgeordneten der NSDAP provokativ im Braunhemd in den Reichstag ein, was zu recht turbulenten Szenen führte. 1931 folgten Besprechungen mit dem ehemaligen Kaiser Wilhelm II. in Doorn sowie mit Mussolini, beim Vatikan mit Kardinal Pacelli, dem späteren Papst Pius XII. sowie beim italienischen König in Rom.

Im Herbst des Jahres 1931 gelang es Göring, zum ersten Mal eine persönliche Unterredung zwischen Hitler und dem Reichspräsidenten von Hindenburg herbeizuführen. Um das Treffen zu ermöglichen, verließ er schweren Herzens seine im Sterben liegende Frau Carin und konnte deshalb ihren letzten Stunden nicht beiwohnen.

Privates

Seine Schwester Olga Riegele lebte überwiegend in der Burg Mauterndorf.

Am 17. Oktober 1931 verlor Göring seine Ehefrau, als diese gerade bei der Beerdigung ihrer eigenen Mutter im winterlichen Stockholm weilte. Er reiste nach Stockholm, um Abschied zu nehmen; Carin Göring wurde in der Familiengruft bei Drottningholm beigesetzt. Nach der Rückkehr nach Berlin gab Göring seine dortige Wohnung auf. Später benannte er seinen neuen Wohnsitz in der Schorfheide nach ihr „Carinhall“, auch seine Yacht erhielt ihren Namen.

Göring stürzte sich in den folgenden 15 Monaten in das politische Schlachtgetümmel seiner Zeit, das aus allen Richtungen auch mit Verleumdungen, Fäusten und bewaffneten Straßenkämpfen ausgeführt wurde. Ungeachtet dessen war Göring zwischenzeitlich in Kontakt mit Industriellen, Bankiers und Adeligen, also Teilen der Berliner Führungsebene.

Vom Soldaten zum Diplomaten

Mit den Stimmen der Bayerischen Volkspartei und der Deutschen Zentrumspartei wählte am 30. August 1932 der neue Deutsche Reichstag ihn zum Reichstagspräsidenten. Damit wurde zum ersten Male ein Nationalsozialist in dieses Amt gewählt. Franz von Papen war Reichskanzler. Die kommunistische Fraktion hatte einen Mißtrauensantrag eingebracht und Göring nutzte diesen geschickt, um den Minderheitenkanzler zu stürzen. Nach weiteren Siegen der NSDAP bei Wahlen in den verschiedenen Reichsländern wurde Hitler mit der Regierungsbildung beauftragt.

Nach der Auflösung des Reichstages meldeten Extrablätter am 30. Januar 1933 „Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt“.

Hitler ernannte nun sofort Hermann Göring zum Innenminister, was ihm eine Fülle von Verantwortungen für den neuen Staat auferlegte, denn er war dann Preußischer Ministerpräsident und Polizeiminister, Reichsluftfahrtminister und Präsident der Deutschen Reichstages. Während auf den Straßen die einen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied anstimmten, Millionen von Kommunisten jedoch gegen den Kanzler aufgebracht waren, diskutierte das Parlament die Entziehung der Mandate der KP, wobei Hitler eine gemäßigtere Linie als seine Minister vortrug. Am späten Abend standen Hitler und Göring am Fenster der Reichskanzlei und nahmen den rasch organisierten Vorbeimarsch des Fackelzuges von NS-Formationen ab, Göring hielt eine Rede:

„Der 30. Januar 1933 wird in die Geschichte eingehen, als ein Tag, an dem sich die Nation ruhmreich erhebt, an dem eine neue Nation entsteht [...]“

Göring war die treibende Kraft im Kabinett, auch wenn es darum ging, für sechs Millionen Arbeitslose Arbeit zu schaffen. Er löste den preußischen Landtag auf und ersetzte ihn durch einen Staatsrat, dessen Präsident er war.

Drittes Reich

Reichstagsbrand

Am 27. Februar 1933 wurde Göring alarmiert: Der Reichstag brannte, und als er dort ankam, stand der Saal bereits in hellen Flammen. Auch das Büro Görings mit persönlichen Gegenständen wurde vernichtet. Als Göring später die Brandstelle verließ, hatte man den Täter Marinus van der Lubbe schon identifiziert.

Kommunisten, besonders im Ausland (Paris, Willi Münzenberg) lancierten mit geschickt gefälschten Dokumenten das unsinnige Gerücht, daß die Nationalsozialisten selbst den Brand gelegt hätten. Davon versprachen sie sich Vorteile bei zukünftigen Wahlen.

Der Reichstagsbrand-Prozeß zog sich vor Gericht zwei Monate hin. Während der Verhandlungen sagte Göring gegen die Kommunisten aus, insbesondere nachdem er zwischenzeitlich erfahren hatte, daß schwedische Kommunisten das Grab seiner verstorbenen Frau Carin geschändet hatten. Die vier mitangeklagten Kommunisten wurden freigesprochen und später nach Rußland abgeschoben; der Hauptbeschuldigte van der Lubbe wurde zum Tode verurteilt.

Politische Aktivität

1933 wurde im Reichstag mit den Stimmen aller Parteien, außer denen der Sozialdemokraten, das Ermächtigungsgesetz verabschiedet. Die 81 kommunistischen Abgeordneten hätten wohl auch gegen die Ermächtigung des Führers gestimmt, aber sie waren abwesend, schon auf der Flucht oder, wie der Kommunistenführer Ernst Thälmann, bereits in Schutzhaft. Göring, als preußischer Innenminister, hatte, um einige Tausend Schutzhäftlinge festsetzen zu können, zwei Lager (in Papenburg und Oranienburg) errichten lassen, welche ebenso wie ein neugegründetes geheimes Staatspolizeiamt (Gestapo) seinem Ministerium unterstanden. Dessen Leitung übergab er später dem Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler.

In Anlehnung an die englischen Internierungslager während des Burenkrieges wurden diese Lager Konzentrationslager genannt, im Volksmund KL oder KZ. Am 11. April flog Göring erstmals als offizieller Vertreter des Deutschen Reiches nach Italien. Dort erhielt er ein Telegramm, in welchem seine Ernennung zum Preußischen Ministerpräsidenten benannt war. Dies sah Göring als Verpflichtung an, den Nationalsozialismus in dieser nun seinem Zuständigkeitsbereich unterfallenen Region zu festigen; die Neugestaltung der Verwaltung durch Reichsreformen begann.

Göring mit Großer Ordensschnalle und darunter das EK I, Verwundetenabzeichen sowie das Flieger-Erinnerungsabzeichen (1914) des Königreichs Bayern
Reichsmarschall und Träger des Großkreuzes des Eisernen Kreuzes

Görings Augenmerk galt in den folgenden Jahren ebenso der Erneuerung der deutschen Luftmacht, vorerst der Sport- und Zivilluftfahrt, und ab 1935 auch der Luftwaffe. Dem Reichsluftfahrtministerium unterstanden ein neugegründetes Foschungsamt und eine Zeppelin-Reederei.

Forschungsamt

Das Forschungsamt des Reichsmarschalls wurde 1933 gegründet. In seiner Blütezeit waren über 6.000 Experten mit dem Entschlüsseln von codierten Texten und dem Mithören von Telefonleitungen beschäftigt. Unter der Leitung der Kriegsmarine wurde bis zum Juli 1945 von Eutin aus der Funkbetrieb im Deutschen Reich überwacht.

Nach dem Kriege vergingen Monate, ehe den alliierten Besatzungsmächten klar wurde, daß das Forschungsamt überhaupt existiert hatte.

Carinhall

Hermann Göring in Carinhall
Hermann Göring in einer DLV-Uniform, u. a. mit dem Sportkranz des Ringes der nationalen Kraftfahrt- und Luftfahrtbewegung (RKL) in Gold (links), ca. 1935

Nördlich von Berlin liegt die Schorfheide, ein hügeliges Gebiet mit Seen und Wäldern. Hier ließ sich Göring ab 1934 einen Landsitz erbauen, den er in Erinnerung an seine Frau Carin GöringCarinhall“ nannte. Im Juli 1937 war Carinhall bezugsfertig. Der Sarg der Verstorbenen wurde aus Stockholm in ein hier erbautes kleines Mausoleum überführt. Das Carinhall umgebende Gebiet wurde zum Schutzgebiet für vom Aussterben bedrohte Tierarten erklärt.

Das etwa 15 Millionen RM teure Gebäude war mit wertvollsten Materialien, Kunstgegenständen, Statuen, Gemälden (u. a. von Prof. Hommels), Wandteppichen, Schnitzereien und Antiquitäten ausgestattet. Die 150 m lange Eingangshalle war als Kunstgalerie mit Marmorsäulen und Glasdach ausgebaut. Die Große Halle, rustikal, jedoch wenig möbliert, mit großem Kamin reichte bis zum Dach hinauf, in Parterre ermöglichte eine riesige Glaswand den Blick auf den See.

In diesem repräsentativen Waldsitz Carinhall wurden auch viele ausländische Gäste empfangen, unter ihnen der ehemalige VSA-Präsident Hoover, der Herzog von Windsor und spätere englische König Edward VIII., die Monarchen von Bulgarien und Jugoslawien, Italiens Regierungschef Mussolini, Guido Schmidt, österreichischer Außenminister, japanische Staatsgäste (Matsuoka) und viele weitere Würdenträger.

Ein anderes Gelände erwarb Göring in Bayern, oberhalb von Hitlers Berghof.

Kunstsammler

Hermann Göring war als Sammler von Kunstwerken ebenso berühmt wie berüchtigt. Seine Leidenschaft für wertvolle alte Gemälde und andere Kunstgegenstände machte ihn zum bedeutenden Kunstkenner und er verwahrte diese Objekte in Carinhall. Seine Sammlung bestand aus 1.800 Gemälden. Hinzu kamen noch zahlreiche Wandteppiche, Skulpturen und andere kunsthandwerkliche Objekte. Göring war beim Aufbau seiner Sammlung teilweise nicht zimperlich und setzte auch die Gruppe „Devisenschutzkommandos“ ein, die in den besetzen Gebieten Kunstwerke preiswert – die Geldwechselkurse waren damals im Verhältnis 1:50 abgewertet worden – aufkauften. Die in den Medien auftauchenden Vorwürfe der angeblichen Beschlagnahmen wurden nach dem Krieg selbst vom damaligen Bundeskanzler Dr. Adenauer dementiert. Sämtliche wertvollen Gegenstände sollten seinem Wunsch entsprechend eines Tages dem Volk gehören.

Reichspräsident von Hindenburg ernannte Göring in diesem Jahr in Anerkennung seines soldatischen Wollens und Kämpfens sowie für die von ihm reorganisierte preußische Polizei zum General der Infanterie.

Röhm-Revolte

Seit einigen Monaten hatten sich Spannungen zwischen der erstarkten, erheblich gewachsenen SA und der Reichswehr ergeben. Eine „zweite Revolution“, die sogenannte „Nacht der langen Messer“ war geplant. Am 30. Juni 34 wurden der SA-Stabschef Ernst Röhm und eine Anzahl weiterer Putschisten festgenommen und teilweise sofort abgeurteilt. Damit war der geplante Röhm-Putsch vereitelt.

Göring war dabei in Berlin zugegen:

„Der Führer gab dem preußischen Ministerpräsidenten Göring den Befehl, in Berlin eine ähnliche Aktion durchzuführen und dort insbesondere die reaktionären Verbündeten dieses politischen Komplotts auszuheben.“[1]

Görings Reisediplomatie

Reichsaußenminister von Neurath war noch wenig aktiv und von Hassell forderte mehrmals mehr Engagement in südosteuropäischen Ländern. Göring nutzte dies und reiste nach Polen, ebenso auf den Balkan (Budapest, Belgrad, Athen), so die Grundlagen für eine zukünftig erfolgreiche Politik schaffend. Im Juni 1935 führte Göring Gespräche mit dem polnischen Botschafter Lipski bezüglich des Themas Korridor und Danzig. Wegen des Anschlusses von Österreich an das Deutsche Reich forderte er hierüber einen Volksentscheid.

Reichsjägermeister

1934 wurde Göring, dessen bevorzugte Freizeitbeschäftigung die Jagd war, Reichsforstmeister, Reichsjägermeister und Oberster Beauftragter für den Naturschutz.

In dieser Funktion erließ Göring bereits im gleichen Jahr am 18. Januar das neue Reichsjagdgesetz für Preußen, das später für das gesamte Reich galt. Es war seinerzeit modern und europaweit als vorbildlich bestätigt, da es auch erstmals Naturschutz und Jagdzeiten einführte. Heute ist es fast unverändert als BRD-Bundesgesetz in Kraft.

Einst streiften Elche, Bären, Luchse und Wisente durch die Schorfheide. Auch das Gebiet von Rominten war schon teilweise abgejagt, weshalb Göring die ersten Naturschutzgebiete auf der pommerschen Halbinsel Darß und in Ostpreußen einrichten ließ. Die abgejagten Tiere wurden sodann wieder in die Schorfheide importiert und die vom Aussterben bedrohten Tierarten unter Jagdschutz gestellt. Im Juni 1934 wurde die Schorfheide bei Berlin das erste deutsche Großwildreservat und somit ein Vorläufer der heutigen Nationalparks:

„Er war Wegbereiter neuer Methoden, richtete Naturschutzgebiete auf der pommerschen Halbinsel Darß und im ostpreußischen Rominten ein. Seine größte Errungenschaft war die Schorfheide in der Nähe Berlins. Hier schuf er ein Paradies für Großwild. Und hier errichtete er am 10. Juni 1934 sein neues Schutzgebiet für Wisente an der Südwestecke des Werbellinsees [...].“[2]

1935, privat und politisch ereignisreich

Die Trauung mit Emmy

Am 10. April heiratete er die Schauspielerin Emmy Sonnemann (1893–1973). Die Trauung als Teil der aufwendig organisierten Zeremonie fand durch Reichsbischof Ludwig Müller im Dom zu Berlin statt. Trauzeuge war der Führer Adolf Hitler. Göring legte in diesem Jahr den Grundstein für das neue Luftfahrtministerium. Als Kunstliebhaber organisierte er den alljährlich stattfindenden Opernball in der Staatsoper Unter den Linden. Am 1. Juli wurde Göring zum General der Flieger befördert. Während des NSDAP-Parteitages in Nürnberg verkündete Göring die Nürnberger Gesetze. Diese waren das sogenannte Blutschutzgesetz und das Reichsbürgergesetz.

1936 bis 1939

Im Jahre 1938 wurde seine Tochter Edda geboren.

Die ersten Jahre der nationalsozialistisch geführten Reichsregierung waren vergangen, jedoch verlief der Aufschwung für Göring noch zu langsam. Von seinem Stab wurde der Vierjahresplan mit den zukünftigen Richtlinien für die wirtschaftliche Zukunftsplanung vorgestellt und Göring wurde nach Ratifizierung dieses Wirtschaftsprogrammes 1936 zum „Beauftragten für den Vierjahresplan“ ernannt. Darin ging es insbesondere um eine Förderung des Bauernstandes, vor allem im Interesse einer künftig verbesserten Versorgungsselbständigkeit des Reiches von Auslandsimporten (→ Autarkie).

Reichsminister der Luftfahrt, Oberbefehlshaber der Luftwaffe

1933 wurde Göring zum Reichskommissar für die Luftfahrt ernannt, kurz darauf zum Reichsminister der Luftfahrt.

Im Mai 1935 wurde ihm, mit Beförderung zum General der Flieger, auch der Oberbefehl über die neu gegründete Luftwaffe übertragen.

Als 1943 Daten über die außerordentlichen Leistungen des Strahltriebwerks Junkers Jumo 004 bekannt geworden waren, forderte Göring ein Flugzeug, das die „1.000-1.000-1.000-Spezifikation“ erfüllen sollte: Es sollte 1.000 kg Bombenlast bei 1.000 km/h Geschwindigkeit 1.000 km weit tragen können. Er beauftragte Reimar Horten mit der Entwicklung. In Göttingen entstand unter der Bezeichnung „Sonderkommando IX“ die Horten H IX, welche ihren Jungfernflug 1944 absolvierte. Die Serienausführung sollte die Bezeichnung Horten Ho 229 tragen. Es war das erste Nurflügelflugzeug der Welt.

Die Verfehlungen beim Unternehmen „Adlerangriff“ und die Unfähigkeit, den Bombenterror der Alliierten im Rahmen der Reichsluftverteidigung aufzuhalten, brachten ihm erhebliche Kritik vom OKW und dem Führer ein, die er, oft zu Unrecht, an seine Führungsoffiziere der Luftwaffe (u. a. den General der Jagdflieger) weiterreichte.

Fallschirmpanzerkorps Hermann Göring

Das Fallschirmpanzerkorps „Hermann Göring“ wurde am 1. Oktober 1944 mit der Fallschirmpanzerdivision 1 „Hermann Göring“ und der Fallschirmpanzergrenadierdivision 2 „Hermann Göring“ gebildet. Vorläufer war die am am 25. April 1933 in Berlin aufgestellte Polizeiabteilung z. b. V. „Wecke“. Diese wurde 1934 zur Landespolizeigruppe „General Göring“ erweitert. Hermann Göring war Reichskommissar für das preußische Innenministerium und damit auch oberster Dienstherr der Polizei und Reichskommissar für Luftfahrt. Da Hermann Göring diese nach ihm benannte Landespolizeigruppe als seine eigene Haus- und Hoftruppe betrachtete, übernahm er sie zur neu aufgestellten Luftwaffe. Die nun Regiment „General Göring“ genannte Einheit wurde während des Krieges zur Brigade und später zur Division vergrößert. Der Name „Fallschirm-“ wurde erst ab Februar 1944 hinzugefügt.

Götterdämmerung des Reichsmarschalls

Am 19. Juli 1940 wurde Göring zum Reichsmarschall des Großdeutschen Reiches ernannt.

Zu Ehren seines 50. Geburtstages am 12. Januar 1943 fand eine Galavorstellung im Staatstheater der Reichshauptstadt statt.

Am Abend des 21. April 1945 traf Reichsmarschall Hermann Göring, von Berlin kommend, mit seinem Stab im Obersalzberg ein. Am 23. April mußte Bernhard Frank, um Meldung zu erstatten, Göring in dessen Landhaus aufsuchen. Er erlebte ihn in seiner typisch barocken Kleidung, ausstaffiert mit weißer Uniform und großem Ordensschmuck, sogar geschminkt. Göring ließ Frank den geschichtlich bekannten Funkspruch an den Reichskanzler vorlesen und erläutete dem erstaunten Standartenführer Bernhard Frank die weiteren Pläne Görings, mit den Westalliierten Frieden zu schließen. Im Berliner Reichskanzleibunker legte inzwischen Reichsleiter Martin Bormann dem Führer das gleiche Telegramm vor und bestärkte ihn, in Göring einen Hochverräter zu sehen. Am gleichen Abend erreichte den Kommandanten Frank folgender Funkspruch aus Berlin: „Verhaften Sie Reichsmarschall Hermann Göring wegen Hoch- und Landesverrat“. Göring indessen äußerte Frank gegenüber, daß Hitler die Absichten des Reichsmarschalls kenne und wohl auch billige. Frank verhaftete Göring nicht, sondern überreichte ihm wiederum den Funkspruch des Reichskanzlers und wartete auf Görings Reaktion. Frank befahl seinen Untergebenen: Der innere Ring des Sperrkreises – auch Hoheitsgebiet genannt – ist sofort abzuriegeln, nach innen wie nach außen! Es fand ein erneutes Zusammentreffen mit Göring statt. Dr. Bernhard Frank zeigte ihm den Funkspruch Adolf Hitlers. Göring meinte: „Dann müssen Sie mich wohl verhaften.“ Frank antwortet: Jawohl, Herr Reichsmarschall.“ Göring verhaftete sich selbst. Seine Bewegungsfreiheit beschränkte sich auf dessen Landhaus und die Nebengebäude.

Am Vormittag des 25. April 1945 zerstörten 318 Lancaster-Bomber der RAF das gesamte Gebiet des Obersalzberges. Der Berghof, die Häuser Görings und Bormanns und die SS-Kaserne lagen in Schutt und Asche. Göring wurde am 29. April 1945 von Adolf Hitler in dessen politischem Testament fast aller seiner Staatsämter sowie auch der Mitgliedschaft in der NSDAP enthoben. Der Staatsgefangene Göring fuhr mit seiner Familie auf Veranlassung Dr. Franks am 30. April 1945 nach Mauterndorf. Frank sprach ein letztes Mal mit ihm und erläutete Göring seine Entscheidung. Es folgte eine freundliche Verabschiedung. Dr. Frank sah ihn danach nie wieder.

Kriegsgefangenschaft

Gefangennahme

Göring am 10. Mai 1945, einen Tag nach seiner Festnahme durch die Amerikaner vor der Flagge des Bundesstaates Texas, Heimat-Standort der 36th Infantry Division

Hermann Göring wurde im Beisein von Waldemar Fegelein und anderen im Raum Zell am See (Salzburger Land) am – je nach Quelle – 8. oder 9. Mai 1945 von VS-amerikanischen Truppen in Bayern festgenommen, nachdem er sich freiwillig Brigadier General Robert I. Stack (aus Kufstein kommend) von der 36th Infantry Division mit seiner Entourage von 75 Personen zwischen Brucht und Zell am See gestellt hatte. Dieses Treffen geschah auf Vermittlung und im Beisein von Oberst Bernd von Brauchitsch, der auch die Amerikaner durch die deutschen Sperren lotste, da zu diesem Zeitpunkt die Region noch in bewaffneter und wehrbereiter deutscher Hand war. Mit Goering reisten u. a. seine Ehefrau, seine Schwägerin, seine Tochter, sein Adjutant, sein Kammerdiener, seine Leibwächter der Luftwaffe, General Franz Ritter von Epp und weitere, die sich einem Zugriff der Russen entziehen wollten.

General Stack berichtete später, daß Göring, der zuerst nur vorläufig in Gewahrsam war, Angst um sein Leben hatte, als er unterwegs zu den VS-amerikanischen Linien auf Waldemar Fegelein und seine SS-Kampftruppe (die Reste der 37. SS-Freiwilligen-Kavallerie-Division) traf und in dessen Obhut alle die Nacht verbringen mußten. Stack übergab Görings Wachen sogar wieder die Maschinenpistolen, da er die Gefahr für gegeben hielt.[3] Am nächsten Tag fuhr General Stack mit seinem Halbzug nur mit Göring, General von Epp, SS-Standartenführer Fegelein und dessen Adjutant zu General Dahlquist nach Kitzbühel, während ein Leutnant und ein Halbzug eines VS-Aufklärungstrupps die Reste der SS-Kampftruppe und Görings Begleitung bewachte, bis reguläre Truppen eintrafen. Unterwegs soll der Adjutant Fegeleins einen Fluchtversuch unternommen haben und wurde von den GIs hinterrücks erschossen. Nach einem Mittagessen im „Grand Hotel“ und einer erneuten Befragung wurde Göring zum Hauptquartier der 7. Armee (7. Army) nach Augsburg ausgeflogen, wo er dann offiziell kapitulierte.

Das Nürnberger Tribunal

Göring Nürnberg Farbe.jpg

Nach dem Zusammenbruch hielten die Kriegssieger einen Rachefeldzug zur Vernichtung deutscher Führungspersonen ab. Diesen kleideten sie teilweise in Formen des Rechts.[4] So wurde Hermann Göring 1946 einer von 24 Angeklagten in dem illegalen Schauprozeß des Nürnberger Tribunals. Den Alliierten ging es darum, ihn mit konstruierten Vorwürfen zu beseitigen. Göring wurde während des Sieger-Tribunals in allen vier Anklagepunkten angeklagt und schuldig gesprochen. Während des Prozesses wurde seine Frau von den Alliierten im Gefängnis Straubing festgesetzt.

Der Jude Richard Sonnenfeldt, dessen Vater drei Monate lang im KL Buchenwald interniert gewesen war, fungierte als Görings Dolmetscher und der Jude Gustave Gilbert „betreute“ ihn psychologisch. Sein persönlicher Offizier war Ltd. Jack Wheelis aus Texas. Sein persönlicher Arzt war Dr. Pflücker.

Da Görings starke Persönlichkeit schwer zu manipulieren war und auch das Brechen der anderen Angeklagten verhinderte, wurden für ihn nach sieben Monaten Haft verschärfte, die Gefangenen-Vorschriften ignorierende Sonderregeln eingesetzt: teilweiser Essensentzug, Isolationshaft mit Dauerlicht und Sprechverbot mit anderen Häftlingen und insbesondere den Bewachern.

Die Anklage gegen Göring wurde vom britischen Major Neef verlesen. Am 13. März 1946 begann Göring seine Verteidigung und Ankläger Jackson konnte im Kreuzverhör nicht immer punkten, insbesondere als er Göring mehrmals aufforderte, zu komplexen Themen nur mit „ja“ oder „nein“ zu antworten.

Auf Frage des Gerichts erklärte er: „Bekenne mich im Sinne der Anklage für nicht schuldig".[5]

In seinem Schlußplädoyer vor dem Nürnberger Tribunal lautete sein letzter Satz:

„Das einzigste Motiv, das mich leitete, war heiße Liebe zu meinem Volk, sein Glück, seine Freiheit und sein Leben. Dafür rufe ich den Allmächtigen und mein deutsches Volk zum Zeugen an.“[6]

Am 1. Oktober 1946 überantworteten die alliierten Beauftragten, die als Richter auftraten, Hermann Göring durch ihren Spruch der Liquidierung. Er stellte einen Antrag auf ein militärisches Erschießungskommando, welcher abgelehnt wurde.

Göring schrieb drei Abschiedsbriefe, an seine Frau, den Gefängnisleiter und den Alliierten Kontrollrat, welchem er mitteilte, daß er sich von den Alliierten nicht hängen lassen werde. Er sollte am geheimgehaltenen Todestag wie die anderen Kriegsgefangenen um 23.45 Uhr geweckt und in der Turnhalle gehängt werden, entzog er sich jedoch der Vollstreckung des Urteils – trotz schärfster 24-Std. Bewachung – angeblich durch Suizid mittels einer Giftkapsel. Sein Kommentar zuvor lautete:

„Einen deutschen Reichsmarschall erhängt man nicht“.

Die Asche Hermann Görings wurde ebenso wie die der anderen durch den Justizmord beseitigten deutschen Regierungsmitglieder und Führungspersönlichkeiten im Oktober 1946 von VS-Besatzern in den Wenzbach gestreut.

Auf die Frage eines Journalisten an ihn vor dem Nürnberger Tribunal, ob er das Führerprinzip aufrechterhalten würde, wenn er wieder an die Macht käme, antwortete er:

„Einige Dinge würde ich ändern, ansonsten aber glaube ich, daß das Führerprinzip und der Nationalsozialismus für Deutschland die einzig mögliche Lösung waren."[7]

Auf eine angeblich geplante Ausrottung der Juden eingehend, stellte er fest, daß immer nur von einer Evakuierung, von Unterbringung und Transport die Rede gewesen sei.

„Ich habe nicht einmal eine teilweise Ausrottung der Juden gewollt. Bis 1944 zum Beispiel konnte eine jüdische Schauspielerin, die mit meiner Frau von ihrer Bühnenzeit her befreundet war, von der Staatspolizei nicht angetastet werden, da ich sie in meinen Schutz genommen hatte. Ich habe sie auch laufend mit Geldmitteln unterstützt. [...] Von den Massenmorden an Juden habe ich wirklich nichts gewußt.“[8]

Göring vor dem Nürnberger Tribunal zur „Bedingungslosen Kapitulation“:

„Solange Hitler Führer des deutschen Volkes war, bestimmte er ausschließlich die Kriegsführung. Solange mich ein Gegner damit bedroht, daß er nur eine bedingungslose und völlig bedingungslose Kapitulation fordert, kämpfe ich bis zum letzten Atemzug, weil mir doch nichts anderes übrigbleibt, als nur noch die Chance, unter Umständen das Schicksal zu wenden, selbst wenn es hoffnungslos erscheint. [...] Die Ermordung Hitlers hätte meine Nachfolge hervorgerufen. Wenn der Gegner mir die selbe Antwort gegeben hätte, bedingungslos zu Kapitulieren und zwar zu jenen furchtbaren Bedingungen, die angedeutet waren, hätte ich unter allen Umständen weitergefochten!"[9]

Hermann Göring vor dem Nürnberger Tribunal am 21. März 1946 und 30. August 1946 mit seinem Schlußwort

Auszug aus der Vernehmung:

Ankläger: „... daß 4 Millionen Menschen in Auschwitz ermordet wurden ...“
Göring: „Das habe ich nur als Behauptungen hier gehört, für mich ist es keinesfalls erwiesen!“

Das vollständige Schlußwort vor dem Nürnberger Tribunal:[10]
„Die Anklagebehörde hat in ihren Schlußplädoyers die Verteidigung und ihre Beweisführung als völlig wertlos behandelt. Die unter Eid gemachten Ausführungen der Angeklagten wurden von ihr dort als absolut wahr angenommen, wo diese zur Stützung der Anklage dienen konnten, aber im gleichen Augenblick als Meineid bezeichnet, wo diese Aussagen die Anklage widerlegten. Das ist sehr primitiv, aber keine überzeugende Grundlage für die Beweisführung.
Die Anklage führt die Tatsache, daß ich der zweite Mann im Staate war, als Beweis an, daß ich alles, was geschehen sei, gewußt haben müsse.
Sie bringt keinerlei dokumentarisches oder sonstiges stichhaltiges Beweismaterial dort vor, wo ich dieses Wissen oder gar Wollen unter Eid bestritten habe. Es ist also nur eine Behauptung und Vermutung, wenn die Anklage sagt: Wer sollte dies nicht gewußt haben, wenn nicht Göring als Nachfolger des Führers. Wiederholt aber haben wir hier gehört, wie gerade die schwersten Verbrechen am geheimnisvollsten verschleiert wurden. Daß ich diese furchtbaren Massenmorde auf das schärfste verurteile und mir jedes Verständnis hierfür fehlt, stelle ich ausdrücklich fest. Ich möchte es aber noch einmal vor dem Hohen Gericht klar aussprechen:
Ich habe niemals, an keinem Menschen und zu keinem Zeitpunkt einen Mord befohlen und ebensowenig sonstige Grausamkeiten angeordnet oder geduldet, wo ich die Macht und das Wissen gehabt hatte, solche zu verhindern. Für die von Herrn Dodd in seinem Schlußplädoyer neu aufgestellte Behauptung, ich hätte Heydrich befohlen, die Juden zu töten, fehlt es an jedem Beweis; sie ist auch nicht wahr. Es gibt nicht einen einzigen von mir oder in meinem Auftrag unterzeichneten Befehl, daß feindliche Flieger erschossen oder dem SD übergeben werden sollten. Es ist auch kein einziger Fall festgestellt, wo Einheiten meiner Luftwaffe derartiges ausgeführt haben. Von der Anklage sind teilweise Dokumente vorgebracht worden, die angebliche Äußerungen enthalten, von dritten oder vierten Personen mitgeteilt oder mitgeschrieben, ohne daß ich je vorher diese gesehen habe, um dortige irrige Auffassungen richtigzustellen oder Mißverständnisse auszuschließen. Wie leicht aber bei Aufzeichnungen durch Dritte völlig sinnentstellende Niederschriften entstehen können, beweisen unter anderm auch die stenographischen Protokolle dieser Gerichtssitzungen, die oft erst bei ihrer Überprüfung der Richtigstellung bedurften.
Die Anklage bringt aus einem Zeitraum von 25 Jahren einzelne Äußerungen, die unter ganz anderen Verhältnissen und ohne jegliche Folgen daraus zu ziehen, getan wurden als Beweis von Absicht und Schuld. Äußerungen, wie sie leicht aus der Erregung des Augenblicks und der herrschenden Atmosphäre gefallen sind. Es gibt wohl kaum eine führende Persönlichkeit auf der Gegenseite, von welcher nicht ähnliches im Ablauf eines Vierteljahrhunderts in Wort und Schrift gebracht worden wäre.
Die Anklage stellt aus allem Geschehen dieser 25 Jahre, aus Besprechungen, Reden, Gesetzen, Teilhandlungen und Entscheidungen eine bewußte Folgemäßigkeit und lückenlosen Zusammenhang fest, wonach alles von Anfang an so gewollt und beabsichtigt gewesen sei. Dieses ist eine derartig irrige und jeder Logik entbehrende Auffassung, die einst die Geschichte richtigstellen wird, nachdem schon das Beweisverfahren hier die Unrichtigkeit dieser Behauptungen ergeben hat.
Herr Jackson weist in seiner Schlußansprache darauf hin, daß die Signatarstaaten sich noch im Kriegszustand mit Deutschland befinden und lediglich ein Waffenstillstand durch bedingungslose Kapitulation herrsche. Nun ist das Völkerrecht aber einheitlich. Es muß dasselbe für beide Teile gelten. Wenn also alles, was heute seitens der Besatzungsmächte in Deutschland geschieht, völkerrechtlich zulässig ist, dann war vorher Deutschland zum mindesten Frankreich, Holland, Belgien, Norwegen, Jugoslawien und Griechenland gegenüber in der gleichen Lage. Wenn heute die Genfer Konvention Deutschen gegenüber keine Geltung mehr hat, wenn heute in allen Teilen Deutschlands die Industrie abgebaut und ebenso, wenn andere große Werte auf allen Gebieten in die anderen Staaten verbracht werden können, wenn heute das Vermögen von Millionen Deutschen beschlagnahmt wird und viele andere schwerste Eingriffe in Freiheit und Eigentum erfolgen, so können derartige Maßnahmen seitens Deutschland in den oben angeführten Ländern völkerrechtlich auch nicht verbrecherisch gewesen sein.
Herr Jackson hat weiter ausgeführt, daß man nicht den Staat anklagen und bestrafen kann, sondern daß man dafür die Führer verantwortlich machen müsse. Man scheint zu vergessen, daß Deutschland ein souveräner Staat, ein souveränes Reich war und seine Gesetzgebung innerhalb des deutschen Volkes nicht der Jurisdiktion des Auslandes unterworfen war. Kein Staat hat je durch eine Notifizierung das Reich rechtzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß man die Tätigkeit für den Nationalsozialismus unter Strafe und Verfolgung stellen werde. Im Gegenteil: Wenn man also jetzt Einzelpersonen, in erster Linie uns, die Führer, zur Rechenschaft zieht und verurteilt, gut; dann aber darf man nicht gleichzeitig das deutsche Volk bestrafen. Das deutsche Volk vertraute dem Führer, und es hatte bei seiner autoritären Staatsführung keinen Einfluß auf das Geschehen. Ohne Kenntnis über die schweren Verbrechen, die heute bekanntgeworden sind, hat das Volk treu, opferwillig und tapfer den ohne seinen Willen entbrannten Existenzkampf auf Leben und Tod durchgekämpft und durchgelitten. Das deutsche Volk ist frei von Schuld.
Ich habe keinen Krieg gewollt oder herbeigeführt, ich habe alles getan, ihn durch Verhandlungen zu vermeiden. Als er ausgebrochen war, tat ich alles, den Sieg zu sichern. Da die drei größten Weltmächte mit vielen anderen Nationen gegen uns kämpften, erlagen wir schließlich der gewaltigen Übermacht. Ich stehe zu dem, was ich getan habe. Ich weise aber auf das entschiedenste zurück, daß meine Handlungen diktiert waren von dem Willen, fremde Völker durch Kriege zu unterjochen, zu morden, zu rauben oder zu versklaven, Grausamkeiten oder Verbrechen zu begehen.
Das einzigste Motiv, das mich leitete, war heiße Liebe zu meinem Volk, sein Glück, seine Freiheit und sein Leben. Dafür rufe ich den Allmächtigen und mein deutsches Volk zum Zeugen an.“

Bodenschätze und Kultur

Hermann-Göring-Werke

Dieses Unternehmen befaßte sich anfangs mit der Hebung von Eisenerzen im Gebiet von Salzgitter, in dem Gebiet der Stadt Amberg (Oberpfalz, Bayern) und nach dem Anschluß auch in Österreich. Die HGW errichteten Förder- und Aufbereitungsanlagen für Erz und Hüttenwerke. Später kamen Stahlwerke und Walzwerke zur Herstellung von Rohstahl hinzu.

Hermann-Göring-Meisterschule für Malerei

Im Juni 1938 war Göring bei der Einweihung einer Akademie für Maler, welche seinen Namen trug, in der Eifel anwesend.

Beförderungen

Göring mit dem Charakter als General der Infanterie

Auszeichnungen und Ehrungen (kleiner Auszug)

Kaiserreich

Weimarer Republik

Drittes Reich

Ehrenbürger

Die Gemeinde Groß Schönebeck ernannte Herrmann Göring am 5. Februar 1936 zu ihrem Ehrenbürger. Die Übergabe des Ehrenbürgerbriefes erfolgte durch eine Abordnung von Angehörigen mehrerer NSDAP-Parteiorganisationen auf der Terrasse von Carinhall. Im selben Jahr verlieh auch die Stadt Wesermünde Hermann Göring die Ehrenbürgerwürde; sie wurde ihm 1949 von der BRD wieder aberkannt.

Nachlaß

Ein geringer Rest aus dem Privatbesitz wurde durch den Freistaat Bayern im Oktober 1974 versteigert, viele Gegenstände wurden von alliierten Soldaten gestohlen, manche von Ihnen werden noch heute in der VS-Militärakademie West Point ausgestellt.

Ausstellungen

Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg zeigt Jagdtrophäen vom Reichsjägermeister Hermann Göring als „Rotwildjäger in Ostpreußen“ in einer Jagdausstellung, in der u.a. Hirschtrophäen zu sehen sind.[12]

Werke

Literatur

  • Erich Gritzbach: Hermann Göring, Werk und Mensch, 1937
  • David Irving: Göring – Eine Biographie, Arndt, 1999, ISBN 3887411919 (PDF-Datei)
  • Andreas Gautschi: Der Reichsjägermeister, Fakten und Legenden um Hermann Göring, 139 s/w-Abbildungen, 338 Seiten, Nimrod Verlag, ISBN 3-7888-1038-6

Filme/Dokumentationen

  • Göring im Kreuzverhör, 3 Audio-CDs, Polarfilm 2006, EAN 4028032006063
  • Göring – Eine Karriere, 2 Video-DVDs, Polarfilm 2006, EAN 4028032067248

Siehe auch

Verweise

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Film- und Tondateien

Quellennachweise

  • Personalakten H. G. aus der kriegswissenschaftlichen Abteilung der Luftwaffe, im Mai 1945 von franz. und amerikanischen Militärs aus dem Sonderzug bei Berchtesgaden erbeutet; jetzt: Dokumentecenter USArmy, Pennsylvanien.
  • Unsere Reichsregierung.
  • David Irving: Das Reich hört mit, Arndt-Verlag, 1989, ISBN 3-88741-135-8

Fußnoten

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