Herrschaft durch Sprache

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Herrschaft durch Sprache bedeutet, daß einzelne Gruppen über die Macht verfügen, Worte und Begriffe zu prägen oder zu ächten und auf diese Weise ihre Ansichten bzw. Ideologien massenmedial durchzusetzen verstehen. Dies gilt gemeinhin als Merkmal einer Ideokratie.

Günter Rohrmoser

Inhaltsverzeichnis

Anregung durch die Sprachkritik Friedrich Nietzsches

Schon Nietzsche erkannte, daß in Zukunft die Herrschaft durch Sprache ausgeübt wird. Günter Rohrmoser paraphrasierte Nietzsches Ansichten wie folgt:

In Zukunft, also im 20. Jahrhundert, werden diejenigen in einer Gesellschaft die eigentliche Macht ausüben, die fähig sind, ihre Sprachregelung in der Gesellschaft durchzusetzen. Dann ist die Wahl der Begriffe und der Sprache kein Nebenkriegsschauplatz, sondern dann wird der Kampf um die Sprache zur entscheidenden Schlacht.[1]

Für Rohrmoser bedeutet dies: „Eine Strategie der Veränderung der Gesellschaft über die Veränderung des Bewußtseins muß im Kern ein Kampf um die Sprache der Gesellschaft sein.[2]

Ein formallogisches Beispiel

Immer wieder tauchen – scheinbar aus dem Nichts – Begrifflichkeiten auf, die dann von den gleichgeschalteten Medien übernommen und in den Köpfen des großen, nicht kritisch mitdenkenden Teils der Bevölkerung fest verankert werden.

Begrifflichkeiten wie „AIDS-Leugnung“ sind nicht diskursoffen; sie nehmen das Ergebnis, daß AIDS in der von der Pharmaindustrie behaupteten Form existiere, bereits vorweg. Außerdem unterstellt das Kompositum, daß diejenigen, welche die Existenz in der von interessierten Kreisen behaupteten Form von AIDS anzweifeln, dies wider die Faktenlage und wider besseres Wissen tun. Ein Ausdruck wie AIDS-Anzweiflung wäre zwar weniger plakativ, ermöglichte es aber, den Diskurs selbst zu beschreiben, anstatt von vornherein auf eine Position im Diskurs festgelegt zu sein. Im Bereich AIDS, wo viele Dokumente von Pharmafirmen unter Verschluß gehalten werden, ist es ohnehin schwierig, dem Prinzip „Audiatur et altera pars“ gerecht zu werden.

Darüber hinaus gibt es Themenbereiche, bei denen für Außenstehende überhaupt nicht nachprüfbar ist, ob eine Leugnung, bloßes Anzweifeln oder aber vielleicht sogar eine berechtigte Infragestellung bzw. ein berechtigtes Abstreiten von Teilen der offiziell behaupteten Version besteht. Da in manchen Staaten die Dokumente der Anzweifelnden per Zensur entfernt und die Anzweifler mit Haftstrafe bedroht werden, ist weder ein Diskurs noch eine intersubjektive Prüfbarkeit gegeben. Der Sachverhalt verkommt somit zur reinen Glaubensfrage.

Staatsfeministische Sprechensbekämpfung und Sprachzersetzung

Im Jahr 2006 eröffnete die Europäische Union mit einer von ihr finanzierten Initiative einen Kampf gegen die Sprachen ihrer Mitgliedsländer, um sie feministischen Sprachregelungen zu unterwerfen. Ein nichtgewählter „Rat der Gemeinden und Regionen Europas als Vertreter der europäischen Lokal- und Regionalregierungen“ formulierte ein feministisches Papier mit dem Namen „Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“. Darin fordern die Verfasser, die stets Frauen vor den Männern nennen, die Lokal- und Regionalregierungen der EU-Mitgliedsländer auf, den Text zu unterzeichnen und umzusetzen.

Der dortige Artikel 6 verpflichtet Unterzeichner, auf kommunaler und regionaler Ebene jeweils eine Sprachpolizei für den Kampf gegen die Sprache einzusetzen: Es seien sprachliche Wendungen zu „bekämpfen“, die auf „stereotypen Geschlechterrollen“ beruhten.[3] Dementsprechend erläßt in der OMF-BRD freiwillig Stadt für Stadt[4] zwecks willkürlicher Eingriffe in die deutsche Sprache und systematischer Sprachlenkung im Sinne der Geschlechtergleichschaltung „Gender-Rahmenpläne“ oder „Gleichstellungsaktionspläne“ — ohne öffentliche Diskussion. Diese Pläne sehen auch sprachpolizeiliche Vorschriften für interne und öffentliche Veröffentlichungen der Kommunen, Landkreise und Regionen vor (Artikel 6 Abs. 2).

Bund und Länder ihrerseits verwenden bereits vielfach die sprachzersetzenden, bürokratisch-ideologischen Gleichschaltungswendungen in ihren Gesetzen, Verordnungen, Verwaltungsvorschriften und Texten für die Öffentlichkeit.

Zitate

  • „(...) die herrschende Sprache ist selbstverständlich immer die Sprache der Herrschenden.“Robert Hepp[5]
  • „Wir dürfen uns nicht im Kampf um die Sprache von den Sozialisten verdrängen lassen. Denn den Rückschlag der 1970er Jahre haben wir nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, daß die anderen sich der Sprache bemächtigt haben, die Sprache als Waffe benutzt haben, daß sie Begriffe herausgestellt, mit anderem Inhalt gefüllt und dann als Wurfgeschosse gegen uns – nicht ohne Erfolg – verwendet haben. Und darum ist für mich der Kampf um die Sprache eine der wesentlichsten Voraussetzungen für die geistige Selbstbehauptung.“Franz Josef Strauß[6]

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Günter Rohrmoser: Zeitzeichen, 1978, S. 438f. [Es handelt sich dabei nicht um ein Nietzsche-Zitat, wie im Weltnetz oft behauptet.]
  2. Günter Rohrmoser: Zeitzeichen, 1978, S. 438
  3. „Europäische Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern auf lokaler Ebene“, [1]
  4. Unterzeichnerliste der Gebietskörperschaften [2]
  5. Robert Hepp: Die Endlösung der Deutschen Frage. Hohenrain Verlag, ISBN 978-3-89180-017-1
  6. vgl.: Junge Freiheit, 16.11.2013
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