Holocaust (Mord)

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Mit dem Begriff Holocaust verbindet sich heute die durch Strafrecht und Erziehung reglementierte Vorstellung von der geplant und industriell durchgeführten Ermordung von über sechs Millionen Juden und weiterer Menschen, die zur Zeit des Nationalsozialismus als Feinde eingestuft und ausgesondert wurden. Als historische Tatsache wird dies jedoch in geschichtsrevisionistischen Kreisen zum Teil bestritten (siehe: Revisionismus). In der offiziellen deutschen Geschichtswissenschaft, die aber aufgrund der Verbotsgesetze nicht nach dem wissenschaftstheoretischen Ideal der Freiheit der Wissenschaft arbeiten kann, gilt der Holocaust als Tatsache.

Der Antisemitismus Adolf Hitlers und der Nationalsozialisten zeigte sich ursprünglich in der Herausdrängung der Juden aus dem öffentlichen Leben. Die ursprüngliche Strategie war, die Juden im Rahmen des Madagaskarplanes umzusiedeln.

Den Internierungen der Juden gingen jüdische Kriegserklärungen an Deutschland voraus. Der Brief vom 29. August 1939 von Chaim Weizmann, dem damaligen Vorsitzenden der Jewish Agency, an den britischen Premierminister Arthur Neville Chamberlain wird vom Historiker Ernst Nolte beispielsweise als Jüdische Kriegserklärung an das Deutsche Reich angesehen, die die Internierung rechtfertigte. Daraufhin wurden die Juden im Verlauf des Krieges in Konzentrationslagern und Ghettos interniert. Der Antisemitismus eskalierte im Verlauf des Zweiten Weltkrieges zur sogenannten "Gesamtlösung der Judenfrage", einer Vertreibungs- und Ausmerzungsstrategie, die von Hitler bereits in „Mein Kampf“ angedeutet wurde. Die Juden wurden ihrem Status zufolge in Lagern interniert, wie auch Deutsche Zivilisten in Lagern der Alliierten interniert wurden.

Dazu sagte Adolf Hitler auch in seiner Rede vom 30. Januar 1939:

„Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa.“

Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Der Holocaust - Geschichte einer Geschichte

Die Erhebung der nationalsozialistischen Judenvernichtung zu einer modernen Zivilreligion – dem sogenannten Holocaust – ist eine Erfindung jüdischer Kreise in den USA. Bis zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die nationalsozialistische Judenverfolgung bei den US-Juden kein Thema. Die jüdischen Amerikaner hielten ihre Identität in der Öffentlichkeit eher bedeckt. Erst nach dem siegreichen Sechs-Tage-Krieg Israels im Jahr 1967 sowie nach dem verlustreichen Oktoberkrieg von 1973 trommelten die jüdischen Großorganisationen massiv für den „kleinen David Israel“ – gegen die angeblich arabische Übermacht. Warum war der erfolgreiche Kampf für die Gründung des Staates Israel in den Jahren 1945 bis 1948 bei den US-Juden so wenig populär? In den 50er Jahren flossen nur wenig amerikanische Gelder in den Aufbau des neuen Staates. Der größte Freund und Helfer Israels waren Adenauer und die Bundesrepublik Deutschland. Israel Gründungskrieg war ein extrem schmutziger Feldzug: Aus den Terroranschlägen gegen die damalige englische Mandatsmacht und aus der Vertreibung und Enteignung der arabischen Bevölkerung durch militärische Terrorisierung konnte man kaum moralisches Kapital schlagen. Erst mit dem „sauberen“ Sechs-Tage-Krieg glaubte man eine Rechtfertigung für den jüdischen Nationalismus zu bekommen: Der lichte, wehrhafte Judenstaat wurde dem Dunkel des Judenmordes der Nationalsozialisten gegenübergestellt. Das Bild der strahlenden und siegreichen Helden sollte endgültig das Klischee von den Juden als schwache und passive Opfer der nationalsozialistischen Diktatur überwinden. Jetzt deutete man die nationalsozialistische Judenvernichtung als den Endpunkt eines „ewigen Judenhasses“ der nicht-jüdischen Völker und mystifizierte ihn so. 1980 schrieb ein jüdisch-amerikanischer Autor über den Holocaust als „Enigma of Uniqueness“ (Rätsel der Einzigartigkeit): „Der Holocaust ist nicht nur etwas wesentlich Anderes also etwas im gewöhnlichen Sinne Einzigartiges, sondern auch etwas anderes als etwas einzig Einzigartiges. Er war ein Ereignis von transzendierender Einzigartigkeit. Die Qualität des Unterschieds erhebt sich durch sich selbst auf die Ebene des Absoluten.“ Damit war der jüdische Nationalismus endgültig in die Sphäre des Religiösen gehoben worden. Der KZ-Überlebende und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel erwuchs ihr als salbungsvoller Hoherpriester. Der Holocaust als ein Jenseits der Geschichte – verkündet Wiesel – widersetze sich jeder Beschreibung und Erklärung. Die Wahrheit von Auschwitz läge im Schweigen. Für diese verschwiegene Beredsamkeit kassiert der Mysteriendeuter 25.000 Dollar pro Standard-Rede. Unbezahlbar aber für die jüdische Bewegung ist der Kult-Begriff „Holocaust“, den Wiesel gefunden haben will. Das Kultwort soll die immerwährende Judenverfolgung mit den nationalsozialistischen Morden als Höhepunkt umfassen und ist so das zentrale Dogma der jüdisch-nationalistischen Zivilreligion. „Holocaust“ bedeutete im griechischen Kulturkreis das gänzliche Verbrennen einer Opfergabe auf dem Opferaltar, um für künftige Taten und Ereignisse eine günstige Wendung von den Schicksalsgöttern erwarten zu können. Für das Schicksal der Juden heute wird der Begriff „Holocaust“ so gedeutet: Aus der Asche der sechs Millionen Hingeschlachteten – pars pro toto für das ganze Volk – sei der Staat Israel erwachsen. Der zentrale Kultort dieses Mysteriums – außerhalb Israels – ist das ‘United State Holocaust Memorial Museum’ in Washington. Dort wird jeden Tag neu die unblutige Vergegenwärtigung des Holocaust-Opfers zelebriert. Über das ganze Land zieht sich ein Netzwerk von Gedenkstätten und Reliquienhäusern. An zahlreichen Gedenktagen werden feierliche Gedenkreden und Gedenkrituale gehalten. Bei dieser neuen Art von Zivilreligion braucht man keinen Gott, keinen Jenseitsglauben und keine Kirche. Allein das Credo zum „Holocaust“ genügt, schon die innere Zustimmung zum „Holocaust“ rechtfertigt die Gläubigen. Dagegen werden alle Holocaust-Leugner und Holocaust-Relativierer, alle Ketzer und Kritiker, durch die Medienzensur aus der Gemeinschaft der heilspolitisch Korrekten ausgeschlossen und in den Abgrund des gesellschaftlichen Nichts gestoßen. Dort müssen sie auf ewig den schweren Finkel-Hinkelstein bergaufwärts wälzen und kein Albert Camus tröstet sie mit seinem absurden Zuruf vom „glücklichen Menschen“.[1]

[bearbeiten] Spezielle Verwendungsweisen des Begriffes

[bearbeiten] „Hunger-Holocaust“

Der Ausdruck „Hunger-Holocaust“ ist ein anderer Begriff für die heute als Holodomor bekannte Hungersnot zu Beginn der 1930er Jahre in der Ukraine. Er stammt aus der ukrainischen Nationalhistoriografie, wird in der wissenschaftlichen Debatte um die Gründe der Hungersnot heute aber selten verwendet (s. jedoch die Literaturangaben zum Artikel „Holodomor”). Ob die Hungersnot eine gezielte Maßnahme der sowjetischen Führung oder aber bloß ein Ergebnis rücksichtloser oder fehlerhafter Politik war, ist nämlich in der Geschichtsforschung umstritten.

[bearbeiten] „Atomarer Holocaust“

1945 bezeichneten Offiziere der US-Armee die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, aber auch herkömmliche Luftangriffe auf japanische Großstädten wie Tokio mit Brandbomben, die einen Feuersturm auslösten, als Holocaust. Fortan wurde der Begriff in den USA vorwiegend auf einen möglichen und befürchteten Atomkrieg bezogen. Den Amerikanern kam es insofern sehr gelegen, daß durch den Film "Holocaust" der Begriff im Bewußtsein der Menschen umbesetzt wurde.

Der Ausdruck atomarer oder nuklearer Holocaust wurde 1961 durch Erich Fromm in den deutschen Sprachgebrauch eingeführt und in den 1980er Jahren - parallel mit Euroshima - als politisches Schlagwort verwendet. Er bezeichnete in der damaligen Friedensbewegung die Befürchtung, daß ein mit Atomwaffen geführter Dritter Weltkrieg ihrer Sicht nach nach die völlige oder weitgehende Vernichtung menschlichen und anderen Lebens auf der Erde in Form eines „Weltbrands“ herbeiführen würde.

[bearbeiten] „Roter Holocaust“

Der Begriff "Roter Holocaust" vergleicht Verbrechen realsozialistischer Regierungen mit der auch "Holocaust" genannten Gesamtlösung der Judenfrage während der Zeit des Nationalsozialismus und stellt damit die Singularität des letzteren in Frage.

Unter Hinweis auf den Totalitarismus hatte der Herausgeber des Schwarzbuch des Kommunismus, Stéphane Courtois, gegen die Auffassung der Mitautoren Nicolas Werth und Jean-Louis Margolin die ca. 25 Millionen während der Zeit des Nationalsozialismus ums Leben gekommenen Menschen mit jenen von Courtois mit etwa 80 bis 100 Millionen bezifferten Toten durch „den“ Kommunismus im 20. Jahrhundert verglichen. Nach Auffassung Courtois seien die kommunistischen Verbrechen durch die Betonung der „Singularität“ der sogenannten "Endlösung" zu wenig beachtet worden. Der in der Geschichtswissenschaft ungebräuchliche Begriff ‚Roter Holocaust‘ wurde dann in der Debatte um das Schwarzbuch verwendet: Noch 1998 erschien die Aufsatzsammlung »Roter Holocaust«? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus als kritische Antwort auf das Schwarzbuch. Die Herausgeber warnten dort ausdrücklich vor einem Vergleich oder gar einer Gleichstellung der Geschehnisse zur Zeit des Nationalsozialismus und denen der sich auf den Kommunismus beziehende politischen Systeme. 1999 nahm der Historiker Horst Möller (Universität München) in seinem Buch Der Rote Holocaust und die Deutschen der Begriff wieder auf.

[bearbeiten] „Bombenholocaust”

Der Begriff „Holocaust“ in Form der Wortschöpfung „Bombenholocaust“ wird zur Bezeichnung der kriegsverbrecherischen, da völkerrechtswidrigen und moralisch unrechtfertigbaren alliierten Städte- und Flächenbombardements gegen Ende des Zweiten Weltkrieges gebraucht. Bereits 1963 bezeichnete der britische Diplomat und Publizist Sir Harold Nicolson die Vernichtung Dresdens als "the greatest single holocaust by war". Den Begriff "Bombenholocaust" verwendete erstmals explizit der NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen W. Gansel im Januar 2005 im Sächsischen Landtag in bewußt provokativer Absicht für die Luftangriffe auf Dresden am 13. und 14. Februar 1945 bzw. allgemein für die ungewürdigten deutschen Opfer des damaligen Luftkrieges gegen das zivile deutsche Hinterland.

Der Rahmen seiner Rede war eine von der NPD beantragte Aktuelle Stunde zum 60. Jahrestag dieser Luftangriffe. Die Rede sollte zugleich bundesweit die sogenannte "rechtsextreme Szene" zum Gedenkmarsch in Dresden am 13. Februar 2005 mobilisieren. Dies sorgte im In- und Ausland für erheblichen Unmut und Aufsehen in den Medien. Da die "Leugnung oder Rechtfertigung der Verbrechen des Naziregimes" als Volksverhetzung gilt und nach § 130 StGB strafbar ist, wurde wegen des Verdachts darauf ein Strafverfahren eingeleitet, was natürlich vollkommen unsinnig war, da es ja um alliierte Verbrechen ging die eben NICHT mehr geleugnet und verharmlost werden sollten. In Dresden wurde der Begriff dann eine Hauptparole der etwa 6.500 Teilnehmer des Gedenkmarsches. Die zuständige Staatsanwaltschaft stellte unter Berufung auf die Indemnität des Abgeordneten das Verfahren ein.


[bearbeiten] „Babycaust“

Babycaust ist eine von Klaus Günter Annen geprägte Wortschöpfung in Bezug auf die Abtreibung, die er auf einem Flugblatt vor einer Abtreibungspraxis verbreitete. Darüberhinaus bezeichnete er Abtreibung als neuen Holocaust, nicht zuletzt angesichts der Wehrlosigkeit der Opfer und der praktizierten Verbrennung der „Überreste“.

Der Begriff Babycaust und neuer Holocaust als Bezeichnung für Abtreibung wurde in einem Rechtsstreit vom BGH und OLG in Karlsruhe als legitime Meinungsäußerung gewertet. Dazu heißt es im Urteil des OLG Karlsruhe:

Nach diesen höchstrichterlichen Rechtsgrundsätzen stellen die Bezeichnungen der in Deutschland vorgenommenen Abtreibungen als „Mord an unseren Kindern“ und als „neuer Holocaust“ zwar drastische und überzeichnende Formulierungen dar, die aber auch in ihrem konkreten Bezug zur Person und zur ärztlichen Tätigkeit des Klägers noch vom Grundrecht der Meinungsfreiheit getragen werden. [...]
Der interessierte Leser des Flugblattes erkennt in diesen Bemerkungen den Protest eines entschiedenen Abtreibungsgegners, der mit plakativen und drastischen Formulierungen Aufmerksamkeit erregen will. Es geht dem Beklagten um die Vermittlung der Meinung, die auf Grund der gegenwärtigen Gesetzeslage herrschende Abtreibungspraxis in Deutschland stelle eine verwerfliche Massentötung (werdenden) menschlichen Lebens dar. Eine Gleichsetzung mit dem Holocaust in seinem geschichtlichen Sinne ist dem Kontext des Flugblattes nicht zu entnehmen. Das folgt schon daraus, dass der Beklagte auf der Rückseite des Flugblattes seinen Standpunkt näher begründet und argumentativ unterlegt.

Und im BGH-Urteil vom 30. Mai 2000 - VI ZR 276/ 99:

Eine Meinungsäußerung im Rahmen eines Beitrags zur politischen Willensbildung in einer die Öffentlichkeit wesentlich berührenden, fundamentalen Frage, bei der es um den Schutz des Lebensrechts Ungeborener geht, muß nach Art. 5 Abs. 1 GG in einer freiheitlichen Demokratie grundsätzlich selbst dann toleriert werden, wenn die geäußerte Meinung extrem erscheint (hier: „Babycaust“).

[bearbeiten] Siehe auch

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Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider über Redefreiheit und Holocaust

[bearbeiten] Verweise

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