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Humboldt, Wilhelm von
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Friedrich Wilhelm Christian Carl Ferdinand von Humboldt, kurz: Wilhelm von Humboldt, (* 22. Juni 1767 in Potsdam; † 8. April 1835 in Tegel) war ein deutscher Gelehrter, Staatsmann und Mitbegründer der Universität Berlin (heute: Humboldt-Universität zu Berlin).
Inhaltsverzeichnis |
Wirken
Zu seinem Wirken heißt es:
- Mit dem bleibenden Kern seines Werks wies Hegel den Weg aus den musischen Reichen in die härtere Welt des Staates. Wilhelm von Humboldt ist diese Straße zum Staat selber gegangen. Einem Geschlecht der Mark zugehörig, hat er eine erlesene Erziehung genossen und im Umgang mit den führenden Männern der Zeit und in der Freundschaft mit Schiller seinen gepflegten Geist geadelt. In jungen Jahren hatte dies schöne Sein des edlen Genießens ihn voll erfüllt; nichts ging ihm über die Freiheit zu einem gesteigerten vom Geist und Idee überglänzten, zwangslosen Leben; daß der Staat ein Recht auf den Menschen habe, leugnete er mit Leidenschaft. Als er dann älter wurde, brach in die traumschöne Welt seines edlen Geschmacks ein wüster Klang aus dem nackten irdischen Kampf: Napoleon klirrte über die Erde und trat auch Humboldts preußische Heimat tief in den Staub. Da verflogen die Träume, und nur die Not des geschmähten Staates war Mahnung und fordender Ruf. Humboldt, einst der freie Ästhet, wurde Minister, Glied des verpflichteten Staates, gefügiges Rädchen in der großen Maschine; Humboldt, einst der Prediger geistiger Zwanglosigkeit, fand sich zum Dienst. Wieder wendete sich die Zeit.[1]
Werke
Theodor Körner mit Max von Schenkendorf, Ernst Moritz Arndt, Heinrich Theodor von Schön, Karl Freiherr vom Stein, August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt
- Sokrates und Platon über die Gottheit. 1787‒1790
- Ideen zu einem Versuch, die Gränzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen. 1792
- Über den Geschlechtsunterschied. 1794
- Über männliche und weibliche Form. 1795
- Plan einer vergleichenden Anthropologie. 1797
- Das achtzehnte Jahrhundert. 1797
- Latium und Hellas. 1806
- Geschichte des Verfalls und Untergangs der griechischen Freistaaten. 1807‒1808
- Über den zukünftigen Zustand Deutschlands. 1813 (Denkschrift)
- Pindars „Olympische Oden“. Übersetzung aus dem Griechischen, 1816
- Aischylos’ „Agamemnon“. Übersetzung aus dem Griechischen, 1816
- Über das vergleichende Sprachstudium in Beziehung auf die verschiedenen Epochen der Sprachentwicklung. 1820
- Über die Aufgabe des Geschichtsschreibers. 1821
- Über die Entstehung der grammatischen Formen und ihren Einfluss auf die Ideenentwicklung. 1822
- Über die Buchstabenschrift und ihren Zusammenhang mit dem Sprachbau. 1824
- Bhagavad-Gitá. 1826
- Über den Dualis. 1827
- Über die Sprache der Südseeinseln. 1828
- Über Schiller und den Gang seiner Geistesentwicklung. 1830
- Rezension von Goethes Zweitem römischem Aufenthalt. 1830
- Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus und ihren Einfluss auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts. 1836
Werkausgaben:
- Gesammelte Schriften. Ausgabe der Preußischen Akademie der Wissenschaften, hrsg. von Albert Leitzmann, Berlin 1903-1936, Nachdruck 1968
- Werke in fünf Bänden. Studienausgabe, Darmstadt 2002
Einzelausgaben:
- Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaues und ihren Einfluß auf die geistige Entwicklung des Menschengeschlechts. Paderborn 1998
- Über die Sprache. Reden vor der Akademie. Tübingen 1994
- Bildung und Sprache. 5. durchges. Auflage, Paderborn 1997
- Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen. Stuttgart 1986
Literatur
- Heymann Steinthal: „Gedächtnissrede auf Wilhelm von Humboldt an seinem hundertjährigen Geburtstage“, 1867 (PDF-Datei)
Fußnoten
- ↑ Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden , 1937 Lehmanns-Verlag München