Husaren, heraus!

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Husaren, heraus!
Husaren, heraus!.jpg
Filmdaten
Deutscher Titel: Husaren, heraus!
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1937
Stab
Regie: Georg Jacoby
Drehbuch: Wolf Neumeister
Produktion: Pallas-Film GmbH
Musik: Robert Stolz
Kamera: Carl Drews
Besetzung
Darsteller Rollen
Maria Andergast Lilli Fabius
Hans Holt Tim Schack, Oberlt. in einen Husarenregiment
Ida Wüst Ada Fabius
Ralph Arthur Roberts
Mady Rahl Susanne, Ekkehards Nichte
Jupp Hussels Peter Kaska, Leutnant
Rudolf Platte Kaspar, Tims Bursche
Ernst Behmer Balthasar, Adrians Diener
Willi Schur Max, Ekkehards Diener
Hildegard Barko Steffi, Stubenmädchen
Gertrud Wolle
Franz Arzdorf
Hugo Werner-Kahle
Marianne Bormann
Antonie Jaeckel
Dorothea Scherrhaus

Husaren, heraus! ist ein deutscher Militärfilm von 1937. Die Uraufführung fand am 22. Juli 1937 statt.

Weiterer Titel

  • Das Liebesregiment, Verleihtitel (AT)

Handlung

Quelle
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Das ist eine gar tragische Schauerballade, die da – unter Lilli Fabius’ Anführerschaft – mitternächtlicherweise im Schlafsaal des Mädchenpensionates erklingt! Von der herzzerreißenden Liebesverstrickung eines wilden Bären mit der betörend hübschen Försterstochter handelt sie, und Lillis musiknärrischer Papa, Herr Adrian Fabius, ansonsten wohlbeleibter Gutsherr auf Taus, hat sie heimlich ersonnen. Dieweil sein eigenbrötlerischer Bruder Ekkehard von seiner letzten großen Jagdexpedition aus Turkestan nämlich einen veritablen Riesenbären mit heim gebracht hat, mit dem er jetzt Nachbarschaft und Obrigkeit allerhand schreckensvolle Sorgen bereitet. – Eugen heißt das Ungetüm, und irgendwie scheint wahrhaftig Pech an diesem Sohn der Wildnis zu haften. Denn der nächtliche Vortrag seiner Ballade weckt bereits die „Haubenlerche“, die strenge Pensionsvorsteherin. – Das soll Lilli ihren bevorstehenden Urlaub kosten – und das gerade jetzt, wo das Manöver beginnt und die Einquartierung sozusagen schon ans Hoftor pocht! Kommt eine so ungeheuerliche Grausamkeit ernstlich in Frage? Lilli meint nein: und im ersten Morgengrauen türmt sie aus dem Pensionat heimlich, mit dem Motorrad des Gärtners natürlich. Und ein paar Landstraßenkilometer weiter steckt sie schon mitten in dem schönsten Abenteuer. D. h. schön fängt das eigentlich nicht an, eher ein bißchen heikel. Denn dieweil Lilli in menschenleerer Morgenstille in einem einsamen Waldsee ein gänzlich trikotfreies Bad improvisiert, führt der Manövergott streifende Husaren zum Ufer, und der kleinen Schwimmerin scheint die Rückkehr zu ihren hüllenden Kleidern versperrt. Aber dann, als der nette Husarenleutnant Tim sie, ebenso ritterlich wie diskret, aus der Verlegenheit rettet, wird das Abenteuer doch schön – beinahe zu schön sogar. Denn als jäher Alarm die flinken Husaren holterdipolter davonfegen läßt und Lilli, abschiedslos, wieder allein sieht, wird sie sich – übrigens ganz ohne Schrecken – inne, daß sie sich Hals über Kopf in diesen netten Husarenleutnant verguckt hat – sie weiß nicht mal den Namen. Nun. Namen sind Schall und Rauch, Lillis appetitgesegneten Papa stört diese Lücke gar nicht, als das temperamentvolle Töchterchen ihm seinen Morgenimbiß mit der Mitteilung würzt, sie sei aus dem Pensionat ausgebrochen und werde heiraten – einen Husarenleutnant, der auch Musik macht. „Großartig!“ strahlt Herr Adrian – aber vor allem kommt es nun darauf an, die gestrenge Mama zunächst einmal kunstvoll-diplomatisch auf soviel Sensationen vorzubereiten. Und schon haben Vater und Tochter ein Komplott geschmiedet; Lilli wird vorerst bei Onkel Ekkehard verborgen, und alles andere wird Papa Adrian mit machiavellistischer Schläue deichseln ... – Zu Herrn Adrians Kummer erweist sich jedoch bald, daß Frau Ida schwer hinters Licht zu führen ist. Was er ihr verbergen wollte, hat sie schon längst herausbekommen. Und als sich dazu erweist, daß Lillis Erwählter Herrn Adrians heftige Liebe zur Musik teilt, verwandelt sich Frau Idas lächelnder Humor in grimmige Entschlossenheit: noch einen Musikanten in die Familie? Um keinen Preis! Nur sozusagen über ihre Leiche ... Lillis ungestümes Draufgängertum sieht jäh ihr vermeintliches Lebensglück zerstört. Sie will den gordischen Knoten durchhauen. Nächtlicherweise, strömendem Landregen zum Trotze, entweicht sie aus dem Elternhaus. „Ein anderer wird mir helfen!“ Und wo der zu finden ist, weiß sie: bei Onkel Ekkehard drüben auf dem Bärenhof ist er einquartiert. Und so kommt es denn, daß mitten in rauschender Regennacht der Oberleutnant Tim aus seinem gerechten Schlummer aufgeschreckt wird, weil ein total durchnäßtes kleines Fräulein mit viel zu heißem Herzen an seine Balkontür pocht und mit ihrem Ansinnen auch keinen Augenblick hinterm Berge hält: „Mama ist gegen uns – entführen Sie mich, jetzt, gleich, sofort!“ – Keine alltägliche Situation für einen Husarenoffizier, mitten im Manöver! Aber seine verzweifelten Versuche, seiner hitzigen Lilli die Unmöglichkeit ihres Vorhabens vor Augen zu führen, sind eitel! „Sie lieben mich also nicht!“ folgert das brauseköpfige kleine Geschöpf – und von da ist nur ein Schritt zu einem zornigen: „Ich hasse Sie!“ Es ist vielleicht ein Glück für Tim, daß jäher Alarm dieser ebenso temperamentvollen wie aussichtslosen Szene rücksichtslos ein Ende macht – durchweicht muß die enttäuschte kleine Abenteurerin unter den abkühlenden geöffneten Schleusen des Himmels wieder nach Hause trippeln. – Ein Glück, daß die ältere Generation mit allerhand anderen Sorgen so überschüttet ist, daß Lillis Eskapade gewissermaßen im Trubel der Ereignisse vergessen werden darf. Da ist nämlich die Fahndung nach dem bisher anonymen Papa des reizenden Jungen, den das Stubenmädchen Steffi aus der Garnison mitgebracht hat – ein Husar Kaspar hat sie „mit seinem Flötenspiel betört“ – und weit brauchen wir da nicht zu suchen, denn Tims Bursche, der allezeit für echte Weiblichkeit rettungslos Empfängliche, ist ein gar virtuoser Flötenspieler, und Kaspar heißt er auch. Und wegen Onkel Ekkehards menschenfresserischen Bären macht der Landrat Vater Fabius den Kopf heiß und verlockt ihn so zu wilden Münchhausiaden über die Harmlosigkeit dieser Bestie. – Es ist ein herzhaft bewegter Manöverball, der alle diese Nöte schlichtet. Vater Adrians schicksalsergebener Diener muß für den besorgten Landrat einen falschen Bären mimen; der echte entweicht derweil und wird Schöpfer einer Panik; Pferdeherden brechen aus und werden von den Husaren gerettet – und zwischendurch findet Kaspar, der virtuose Flötist, ganz unfreiwillig seine Steffi wieder, und mit ihr seinen Sohn – „noch einen kriegen!“ proklamiert er begeistert, nachdem der erste Schreck verwunden ist. – Und als dann Tim mit Kaspars Flöte den entwichenen Turkestan-Bären in seinen Zwinger zurücklockt und den vermeintlichen Menschenfresser als harmlosen Tanzbären entlarvt hat, bleibt kein Zweifel mehr, daß Tim seine Lilli und sein Kamerad Kaska seine niedliche Susanne nicht nur bei diesem Manöverball in den Armen halten werden: „Denn das Weltgetriebe dreht sich um die Liebe Und das bißchen Glücklichsein!“ singt Vater Adrian schmelzend, und seine Ada nickt ihm lachend zu.

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