Hussels, Jupp

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Jupp Hussels (1901–1984)
Grab von Jupp Hussels in Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Joseph „Jupp“ Hussels (Lebensrune.png 30. Januar 1901 in Düsseldorf; Todesrune.png 10. April 1984 in Großenhain) war ein deutscher Schauspieler, Rundfunksprecher und Unterhaltungskünstler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Jupp Hussels wurde am 30. Januar 1901 in Düsseldorf geboren; nach Schule und Abitur begann er ein Kunststudium und stand dem avantgardistischen Kreis „Junges Rheinland“ nahe; als Mitglied des 1848 gegründeten Künstlervereins „Malkasten“ wurde dort sein Bühnenstück „Die wüste Sahara“ aufgeführt. Bald wurde der Rundfunk auf das junge Talent aufmerksam und Hussels wurde vom Kölner Sender als Conferencier von bunten Abenden angestellt, auf denen er recht erfolgreich auch eigene Texte und Lieder in Mundart zum Besten gab.

Drittes Reich

Mit seinem rheinischen Humor wurde er rasch populär und so erhielt der „rheinische Jung“ bald Filmangebote. Es waren immer heiter angelegte Nebenrollen, mit denen Hussels in Unterhaltungsfilmen der 30er und frühen 40er Jahre auftrat, so erstmals 1933 als singender Tippelbruder in Erich Engels’ „Das Lustige Kleeblatt“, unter anderem an der Seite von Paul Henckels. Bis Ende der 30er Jahre agierte er in unterhaltsamen Kleinbürger-Possen.

Zu Hussels Arbeiten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges zählen auch einige Kurzfilme, die bis September 1940 jeweils der aktuellen Ausgabe der Deutschen Wochenschau vorangestellt waren und die dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda zufolge „in betont leichter und lustiger Form über Probleme und Schwierigkeiten des Alltagslebens“ im Krieg aufklären sollten. Als Duo „Tran und Helle“ trat er zusammen mit Partner Ludwig Schmitz auf, Schmilz verkörperte den ebenso korpulenten wie selbstsüchtigen „Hamsterer“ Tran, der vom deutlich jüngeren Freund Helle jeweils lachend auf den Pfad der Tugend zurückgeführt wird.

Neben seiner Arbeit für den Film arbeitete Hussels weiter für den Hörfunk, seine Sendereihe „Guten Morgen, liebe Hörer“ war Mitte der 30er Jahre ungemein beliebt.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatte es Hussels wegen seiner politischen Arbeiten während des Dritten Reiches zunächst schwer, wieder im Filmgeschäft Fuß zu fassen. Doch im seichten Unterhaltungskino der 50er Jahre bediente er schon bald wieder das Klischee der rheinischen Frohnatur, wenn auch nur mit kleineren Rollen, was der Schauspieler in einigen Gesprächen bedauerte.

Zusammen mit Walter Gross sah man Hussels Ende der 50er Jahre in einer Serie kurzer Verkehrserziehungsfilme, wo beide als „Clever und Schussel“ auf humorvolle Weise auf Gefahren im Verkehr hinwiesen.

Die Fernsehzuschauer erlebten Hussels in den Übertragungen des Millowitsch-Theaters; hier trat er in Stücken wie „Der kühne Schwimmer“, „Der Meisterboxer“ und „Der doppelte Moritz“ auf. Außerdem war er ab Mitte der 60er Jahre neben Künstlern wie Paul Henckels, Arno Paulsen oder Kurt Großkurth lange Stammgast der gemütvollen Gesangs- und Plauderreihe „Die Fröhliche Weinrunde“ mit Sängerin Margit Schramm als Wirtin und Willi Schneider als Kellermeister. Darüber hinaus versuchte sich Hussels weiterhin als Stückeschreiber und Darsteller beim Theater, war als Büttenredner im Karneval aktiv und wandte sich auch wieder der Malerei zu.

Jupp Hussels, der seit 1967 Ehrensenator des „Vereins der Karnevalsfreunde Düsseldorf“ war, verstarb am 10. April 1985 in Großenhain bei Bremen, wo er zuletzt gelebt hatte; er war verheiratet und Vater eines Adoptivsohnes.

Filmographie

Mady Rahl und Jupp Hussels in dem Deka-Film „Der dunkle Punkt“ (1940)

Schriften

  • „Gesammelte Werke“ Fünfzig Gedichte, Scherl-Verlag, Berlin 1944
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