Indien

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Indien ist eine Völkergemeinschaft in Südasien, die den größten Teil des indischen Subkontinents umfaßt. Indien ist eine Bundesrepublik, die von 28 Bundesstaaten gebildet wird und außerdem sieben bundesunmittelbare Gebiete umfaßt.

Der Himalaya bildet die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, die chinesische autonome Region Tibet, Nepal, Bhutan, Myanmar (Birma) und Bangladesch. Weitere Nachbarstaaten im Indischen Ozean sind Sri Lanka und die Malediven.

Indien ist ein multiethnischer Staat und mit 1.326.572.000 Einwohnern (2017) das zweitbevölkerungsreichste Land und der bevölkerungsreichste Staat der Erde, der demokratisch organisiert ist.

Karte Indien.jpg

Inhaltsverzeichnis

Herkunft des Namens

Der Name „Indien“ ist vom Strom Indus abgeleitet. Dessen Name geht wiederum über Vermittlung des Altgriechischen (Ἰνδός Indos) und Altpersischen (Hinduš) auf das Sanskrit-Wort सिन्धु sindhu mit der Bedeutung „Fluß“ zurück. Die europäischen Seefahrer bezeichneten ganz Ostasien als Indien. In der Kolonialzeit reduzierte sich die Bezeichnung schrittweise bis auf die heutigen Gebiete von Indien, Pakistan und Bangladesch, um schließlich bei der indischen Staatsgründung seine heutigen Bedeutung anzunehmen. Von der persisch-islamischen Form Hind bzw. Hindustan leiten sich auch die Bezeichnung „Hindu“ und der Name der Sprache Hindi her. Der amtliche Name Indiens in den meisten Landessprachen (z. B. Hindi भारत bhārat) stammt von dem Sanskrit-Namen Bhārata ab, welcher „[das Land] des Bharata“ bedeutet und auf einen mythischen Herrscher verweist.

Geschichte

Babur, der erste Großmogul (um 1526)
Die mohammedanischen Moguln (Kaiser) bauten ihre Herrschaft auf, die offiziell bis 1858 andauerte. Schon zu Beginn des 8. Jahrhunderts wurde Indien von Mohamedanern infiltriert und teilweise beherrscht. Der Machtbereich der Moguln erstreckte sich im wesentlichen auf Nord- und Zentralindien.
In dieser Zeit entstanden bedeutende Kulturdenkmäler wie das Taj Mahal (ein vom Großmogul Shah Jahan zum Gedenken an seine 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal erbautes Mausoleum) und das Rote Fort (die Residenz der Moguln im nordindischen Agra). Der bedeutendste Mogul war Akbar (1542–1605). Er war religiös tolerant und baute eine effiziente Verwaltung auf. Unter dem strenggläubigen Aurangzeb (Todesrune.png 1707) begann der Zerfall des Reiches.
Schlacht bei Plassey (1757)
Die Truppen der Britischen Ostindien-Kompanie siegten in der Schlacht bei Plassey und annektierten Bengalen, die damals reichste Provinz Indiens. Zuvor hatten sie die französische, portugiesische und niederländische Konkurrenz verdrängt. In der Folge gerieten immer mehr Gebiete unter britischen Einfluß.
Die Privilegien der Britischen Ostindien-Kompanie wurden abgeschafft, die Handelsangestellten nach und nach durch britische Beamte ersetzt.
Hinrichtung von aufständischen Sepoys (1857)
Die Sepoys (indische Soldaten in britischen Diensten) erhoben sich, als das Gerücht aufkam, die Munition für die neuen Enfield-Gewehre sei mit einer Mischung aus Rindertalg und Schweineschmalz behandelt worden, was für Hindus und Muslime gleichermaßen einen Affront darstellt. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen.
Millionen von Menschen mußten bei der Teilung aus ihrer Heimat fliehen (1947).
Indien wurde zur britischen Kronkolonie, der letzte Mogul wurde zum Rücktritt gezwungen.
Der Indische Nationalkongreß (INC), dessen Fernziel die Unabhängigkeit Indiens war, wurde gegründet.
Wegen der Dominanz der Hindus im Nationalkongreß wurde die rivalisierende Muslimliga ins Leben gerufen.
In einer gemeinsam verfaßten Erklärung, dem Lucknow-Pakt, forderten der Indische Nationalkongreß und die Muslimliga die Unabhängigkeit Indiens. Die britische Regierung kündigte daraufhin an, das Land schrittweise zur Selbstregierung hinzuführen, was aber vorerst nicht geschah.
Der Rechtsanwalt Mohandas (später „Mahatma“) Gandhi übernahm die Führung des Indischen Nationalkongresses. Im August rief er die „Kampagne der Nichtkooperation“ aus: Alle indischen Angestellten und Unterbeamten sollten die Zusammenarbeit mit den englischen Kolonialherren verweigern, dabei aber strikt gewaltlos vorgehen.
Gandhi führte seine spektakulärste Protestaktion, den „Salzmarsch“, durch. Damit sollte gegen die englischen Steuern protestiert werden, die auf das Salz erhoben wurden. Indern war die Herstellung und der Verkauf von Salz damals verboten.
Am 20. April 1941, dem Führergeburtstag, gab die Abwehr mit einem gKdos-Fernschreiben (geheime Kommandosache) an die deutsche Gesandtschaft in Kabul ihre Zustimmung und zugleich den Auftrag, mit den Sabo­tageakten im afghanisch-indischen Grenzgebiet zu beginnen. Ab dem 24. April fanden erste Aktionen statt (→ Unternehmen „Tiger“).
Mahatma Gandhi korrespondierte mit Adolf Hitler, und Subhash Chandra Bose, ein Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, gründete mit indischen Kriegsgefangenen der britischen Armee die Indische Legion, die der Waffen-SS unterstellt war, sowie die Indische Nationalarmee, die auf seiten Japans gegen die Briten kämpfte.[1]
Am 8. August 1942 verlangte Gandhi die sofortige Unabhängigkeit und wurde deshalb von den Briten inhaftiert. Seine Ideen fanden in der Bevölkerung nun breite Unterstützung.
Der britische Premierminister Clement Attlee verkündete die Unabhängigkeit der britischen Kronkolonie Indien und deren Aufteilung in zwei Staaten: das mehrheitlich hinduistische Indien und das mohammedanisch geprägte Pakistan. Regierungschef in Indien wurde Gandhis Mitstreiter Jawaharlal Nehru, in Pakistan wurde Ali Jinnah, der Führer der Muslimliga, der erste Generalgouverneur. Der Bevölkerungsaustausch zwischen den beiden Staaten wurde von gewaltsamen Unruhen begleitet, die rund 500.000 Menschen das Leben kosteten. Im Oktober brach ein Konflikt um das im Himalaja gelegene Fürstentum Kaschmir aus, der schließlich mit einer von den Vereinten Nationen vermittelten Zweiteilung des Gebietes endete.
Am 30. Januar wurde Gandhi von einem Hindu-Fanatiker erschossen.
Die von Jawaharlal Nehru geführte Kongreß-Partei gewann die ersten allgemeinen Wahlen.
Der Dalai Lama, das religiöse Oberhaupt der Tibeter, mußte vor den chinesischen Besatzern aus seiner Heimat fliehen und erhielt in Indien Asyl. In Dharamsalah bildete er eine Exilregierung.
In einem Grenzkonflikt mit China erlitt Indien eine Niederlage und mußte Territorium im Norden und Nordosten abgeben.
Indira Gandhi spricht 1962 in Tezpur
Nehru starb. Seine Tochter Indira Gandhi wurde Premierministerin.
Der pakistanische Generalleutnant Niazi (M.) unterzeichnet die Kapitulationsurkunde (1971).
Ostpakistan, das heutige Bangladesch, erklärte seine Unabhängigkeit und wurde von pakistanischen Truppen besetzt. Millionen von Zivilisten flohen nach Indien, Hunderttausende wurden getötet. Im Dezember griffen indische Truppen auf der Seite Ostpakistans in den Konflikt ein und besiegten die pakistanische Armee. 1974 erkannte Pakistan den neuen Staat Bangladesch an.
Indien führte einen unterirdischen Atomwaffentest durch („Operation Smiling Buddha“).
Das formell noch unabhängige Königreich Sikkim wurde von Indien annektiert. Im selben Jahr rief Indira Gandhi den Notstand aus, um separatistische Bewegungen wirksam bekämpfen zu können.
Indira Gandhis Kongreß-Partei verlor die Wahlen, kehrte aber 1980 an die Macht zurück.
Schon seit zwei Jahren befanden sich separatistische Sikhs im Aufstand. Sie forderten einen eigenen Staat im Punjab. Im Juni stürmten indische Truppen den Goldenen Tempel in Amritsar, die heiligste Stätte der Sikhs. Am 31. Oktober ermordete ein Sikh-Leibwächter Indira Gandhi.
Im Dezember ereignete sich in einer Chemiefabrik der VS-amerikanischen Firma Union Carbide in Bhopal ein schwerer Unfall mit Giftgas, bis zu 20.000 Menschen starben, rund 500.000 wurden verletzt.
Rajiv Gandhi kurz vor seiner Ermordung (1991)
Indira Gandhis Sohn Rajiv (Premierminister 1984–1989) wurde während des Wahlkampfs durch einen Sprengstoffanschlag der srilankischen Tamil Tigers getötet.
Bereits seit 1984 hatten Hindu-Nationalisten die Errichtung eines Rama-Tempels auf dem Gelände der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Babri-Moschee von Ayodhya verlangt. Die Stadt ist eine der sieben heiligen Stätten des Hinduismus. 1992 zerstörten hinduistische Extremisten die Moschee; schwere Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Mohamedaner waren die Folge.
Unter der Führung von Atal Behari Vajpayee gelangte erstmals die nationalistische Hindu-Partei BJP an die Macht. Im selben Jahr führte Indien weitere Atomtests durch, die von den anderen Staaten fast einhellig verurteilt wurden.
Im Dezember attackierte ein Selbstmordkommando das indische Parlament in Neu Delhi, mehrere Polizisten sowie sämtliche Attentäter starben. Indien machte militante Mohamedaner aus dem Kaschmir dafür verantwortlich und verlangte von Pakistan, deren Unterstützung zu beenden.
Nachdem Pakistan im Mai drei Mittelstreckenraketen getestet hatte, schien ein Krieg zwischen den beiden Staaten unmittelbar bevorzustehen.
Indien und Pakistan einigten sich im November auf einen Waffenstillstand in Kaschmir, die Kriegsgefahr war vorläufig gebannt.
Die Kongreßpartei gewann überraschend die Parlamentswahlen. Ministerpräsident wurde der Sikh Manmohan Singh.
Pratibha Patil wurde als erste Frau zur Präsidentin Indiens gewählt.
Im November lancierten aus Pakistan eingedrungene Terroristen mehrere Angriffe auf das Zentrum von Mumbai (Terroranschläge am 26. November 2008 in Mumbai); 200 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Indien forderte von Pakistan ein entschlossenes Vorgehen gegen die Militanten. Im Dezember verkündete Indien eine Pause in den Gesprächen mit Pakistan, eine geplante Reise der indischen Cricket-Nationalmannschaft ins Nachbarland wurde abgesagt.
Durch den Tsunami vom 26. Dezember starben in Südostindien über 10.000 Menschen.

Verteidigungspolitik

Indien ist eine Atommacht mit 60 bis 70 nuklearen Sprengköpfen.[2]

Zitate

  • „Wenn die indische Fluglinie IndiGo dieser Tage bei Airbus 180 Maschinen bestellt, horcht die Wirtschaftspresse auf: Es handelt sich um die größte Transaktion dieser Art in der Geschichte der Luftfahrtindustrie. Die Feuilletons denken nicht daran, solche Vorgänge zur Kenntnis zu nehmen und sie als Schritte der Marginalisierung Europas zu begreifen. Auch auf touristischem Gebiet wird die Musik bald anderswo spielen. Die indischen Flugzeuge werden nicht nur in die alte Schweiz fliegen, wo man die aus Bollywoodfilmen berühmten Berge sehen möchte, Europa im Ganzen wird zu einer Überschweiz, die reiselustige indische Mittelschicht wird im 21. Jahrhundert den Nationalpark Alte Welt mit ihrer Anwesenheit erfreuen.“Peter Sloterdijk[3]

Filmbeiträge

Privatfilm von 1939

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. Mein Kampfals Bestseller: Hitler als „Management-Guru“ in Indien, 20min.ch, 26. April 2009
  2. National-Zeitung, 5. September 2014, S. 8
  3. Peter Sloterdijk: Zeilen und Tage. Notizen 2008–2011, Suhrkamp Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-518-42342-4, S. 556 [Tagebucheintrag vom 14. Januar 2011]
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