Fernau, Joachim

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Joachim Fernau

Joachim Fernau (Lebensrune.png 11. September 1909 in Bromberg, Preußische Provinz Posen; Todesrune.png 24. November 1988 in Florenz) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller, Maler und Kunstsammler hugenottischer Abstammung. Ein Teil seiner Werke erschien unter dem Pseudonym John Forster.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Joachim Fernau entstammte einer 1572 aus Mégevette in Hochsavoyen (dem alten Bourgogne) vertriebenen Familie, die sich daraufhin als Hugenotten in Preußen ansiedeln konnte[1].

Leben

Joachim Fernau wurde am 11. September 1909 in Bromberg geboren und besuchte die Schule in Hirschberg im Riesengebirge. Er mußte nach Ende des Ersten Weltkrieges noch als Kind mit seiner Familie seine Geburtsstadt Bromberg aufgrund der neuen politischen Situation verlassen[1], worauf sie sich in Worms niederließen. Nach dem Abitur studierte er in Berlin. Hier schrieb er als Journalist für den Ullstein-Verlag.

1939 wurde er zunächst zur Wehrmacht einberufen, diente bei einem Polizeibataillon und wurde im Frühjahr 1940 als Kriegsberichterstatter zur Propagandatruppe der Waffen-SS überstellt. Als solcher verfaßte er auch einen den Endsieg verheißenden Text.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Fernau als Redakteur in Stuttgart. 1952 ließ er sich als freier Schriftsteller und Maler in München nieder. Zeitweise lebte er in der Toskana. 1952 erschien „Deutschland, Deutschland über alles...“, eine weitgehend humoristisch erzählte Geschichte Deutschlands, mit der Fernau seinen charakteristischen Stil fand. Er griff Stoffe wie die Geschichte des alten Griechenlands, des Römischen Reiches, Preußens oder das Nibelungenlied auf und erleichterte dem Leser den Zugang durch Verwendung von damals aktueller Alltagssprache, durch Ironie und die ihm eigene schnoddrige Distanz, sowie durch plötzliche Wechsel zwischen Witz und Ernsthaftigkeit. Außer den Büchern über Völker und Reiche, denen seine Zuneigung galt, verfaßte er auch ein Buch über ein Land, dem er keine Liebe entgegenbringen konnte: „Halleluja, die Geschichte der USA“.

Sein bis heute bekanntestes Buch ist sein Erstling „Deutschland, Deutschland über alles...“.

Zitate von Joachim Fernau

  • „Man nennt mich (richtiger: schimpft mich) konservativ. Das stimmt, wenn man darunter einen Mann versteht, dem das Bewahren des Vernünftigen und Guten im Geistigen ebenso wie im Alltäglichen wichtiger ist als das Ändern um des Änderns und das Verwerfen um des ‚Fortschritts‘ willen und der nicht um jeden Preis ‚in‘ sein will, wie man heute zu sagen pflegt. In allen Büchern habe ich mich bemüht, wahrhaftig und unabhängig im Denken zu sein.“
  • „Der Staat hat mich nie gekannt, nie angesehen. Ich habe ihn immer nur kennengelernt, wenn er wie ein von der Sauftour heimkehrender Vater mich entdeckte und prügelte. Fallen Sie nicht auf die Lüge hinein, daß Vaterland gleich Staat ist.“[2]
  • „Das Bild, das vom ‚Helden‘ in der Seele der Deutschen wohnt, beschließt am Ende stets der ‚Dolchstoß‘, der Verrat gerade an jener Eigenschaft, die die deutscheste sein soll, an der Treue. Um ein ‚Mythos‘ zu werden, muß eine Gestalt so enden.
    Und so endete auch tatsächlich der letzte hybride Recke der Deutschen: Hitler. Er wird ein Mythos werden, ob wir wollen oder nicht. In wenigen Generationen wird es soweit sein: Er wird aus ‚Xanten‘ stammen, er wird den Drachen erschlagen haben, er wird der Sieger der Sachsenkriege gewesen, er wird durch einen Hagen gefällt, und das Reich wird durch die Hunnen zerstört worden sein. Wir mögen ihn hassen und lächerlich machen – es wird korrigiert werden. Wüßte ich einen Rat dagegen, ich würde ihn geben. Aber es gibt keinen.“
    — Joachim Fernau[3]
  • „Die Reparationssumme war irrsinnig, und zwar absichtlich. Die amerikanische Hochfinanz wußte in unseren Taschen sehr wohl Bescheid. Der Betrag war so astronomisch zusammengesetzt angesetzt, daß er nicht abgetragen werden sollte. Das Aufbringvermögen Deutschlands sollte nicht die Schulden abtragen, sondern mit Mühe und Not für die Zinsen reichen, die Zinsen jener gigantischen Summe, die sich nie verringern würde.“ — Fernau über das Versailler Diktat
  • „Gewinnt der Amerikanismus, so wird er in 150 Jahren die Menschheit zugrunde richten, und die Erde wird als erstorbener Mars im Weltall weiterkreisen.“[4]

Werke (Auswahl)

Unter Straßensteinen
warten viele Blumen,
die vom Blühen träumen;
warten, daß mein Fuß
einmal nicht mehr geht.
  • Abschied von den Genies. Die Genies der Deutschen und die Welt von morgen, 1953 (Klappentext)
  • Fibel der Demokratie. Ein Buch für solche die viel fragen und solche die viel antworten müssen, 1953
  • „Deutschland, Deutschland über alles ...“ Von Arminius bis Adenauer, 1953
  • Bericht von der Furchtbarkeit und Größe der Männer, 1954, später veröffentlicht als Hauptmann Pax
  • Heldentum nach Ladenschluß, 1954
  • Und sie schämeten sich nicht. Ein Zweitausendjahr-Bericht, 1958, Neuausgabe 1981
  • Knaurs Lexikon alter Malerei, 1958
  • Rosen für Apoll – Die Geschichte der Griechen, 1961
  • Suite Nr 1, Lyrik, 1961
  • Weinsberg oder Die Kunst der stachligen Liebe, 1963
  • Die jungen Männer, 1960
  • Disteln für Hagen. Bestandsaufnahme der deutschen Seele, 1966
  • Wie es euch gefällt. Eine lächelnde Stilkunde, 1969
  • Brötchenarbeit, 1970
  • Cäsar läßt grüßen. Die Geschichte der Römer, 1971
  • Ein Frühling in Florenz, Roman, 1973
  • Die treue Dakerin. Drei Erzählungen, 1974
  • Ein wunderbares Leben, Roman, 1975
  • Ernst und Schabernack, 1976
  • Ein wunderbares Leben, Roman, 1977
  • Halleluja. Die Geschichte der USA, 1977
  • Die Gretchenfrage. Variationen über ein Thema von Goethe, 1979
  • Mein dummes Herz, Lyrik 1980
  • Komm nach Wien, ich zeig' dir was, 1981
  • Sprechen wir über Preußen – Die Geschichte der armen Leute, 1981. 13. Auflage, München 2007
  • War es schön in Marienbad. Goethes letzte Liebe, 1982
  • „Guten Abend, Herr Fernau“, fiktive Gespräche, 1986
  • Und er sah, daß es gut war. Das Alte Testament erzählt. Fragment, 1989
  • In dem Hause auf dem Berge..., Briefwechsel mit Lesern, 1992
  • Was halten Sie vom Alten Fritz und anderes Kleingedrucktes, 1997

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Vgl.: J. Fernau: Disteln für Hagen (im Vorwort Seite 5), 9. Auflage 1987, ISBN 3-442-03680-1
  2. Junge Freiheit 07/01, 9. Februar 2001
  3. In: Disteln für Hagen. 9. Auflage 1987, Seite 97, ISBN 3-442-03680-1
  4. Zitate 4 bis 6 aus Joachim Fernau: Halleluja, zitiert nach: Ulrich SternDie wahren Schuldigen am Zweiten Weltkrieg
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