Liebig, Justus von

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Gemälde von W. Trautschold, 1842

Justus Liebig, seit 1845: von Liebig (* 12. Mai 1803 in Darmstadt; † 18. April 1873 in München), war ein deutscher Korporierter und Chemiker.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Zu seinem Wirken heißt es:

Justus Liebig war der Sohn eines kleinen Farbwarenhändlers. Als Junge wusste er sich kein lieberes Treiben, als mit den Drogen aus des Vaters Geschäft Versuche zu machen. Was Spielbetrieb schien, war die Besessenheit des Genies: aus dem schlechten Schüler wird der Begründer der neuen Chemie, die tiefer die Welt verwandelt hat als selbst die Hilfsmittel, dem man nicht ansah, daß Möglichkeiten von revolutionärer Bedeutung in ihm verborgen waren. Planmäßig sprengt nun Liebig die engen Grenzen dieser Missachtung. In jungen Jahren schon hatte er seinen Lehrstuhl bekommen: der wird zur Kanzel, vor der eine wachsende Jüngerschaft sich Belehrung holt. Namentlich die Chemie der organischen Stoffe baut Liebig aus; ohne sie ist das Leben der Neuzeit nicht denkbar. Und weil der große Gelehrte immer noch die Verbindung zur Wirklichkeit aufrechterhielt, setzte sein theoretisches Schaffen sich bald in unmittelbare Erfolge um: Liebig hat der Landwirtschaft die Methoden der künstlichen Düngung gezeigt und sie so auf einen neuen Boden gestellt.[1]

Werke

  • Chemische Briefe. Leipzig und Heidelberg, 1878 (Netzbuch/Faksimile)
  • Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agrikultur und Physiologie. Vieweg, Braunschweig 1840
  • Anleitung zur Analyse organischer Körper. Vieweg, Braunschweig 1837 (Netzbuch/Faksimile)

Ehrungen

In den Jahren nach Liebigs Tod wurden ihm in vielen Städten Deutschlands Denkmale errichtet, u. a. in München auf dem Maximiliansplatz (1883), in Darmstadt auf dem Luisenplatz und in Gießen an der Ostanlage. Das ursprüngliche, von Fritz Schaper 1890 geschaffene große Gießener Denkmal wurde 1945 zerstört, der Kopf konnte aber 1952 in das neue, schlichtere Denkmal übernommen werden. In der nach ihm benannten Liebigstraße ist zudem sein Labor erhalten, welches mittlerweile als Liebigmuseum besucht werden kann. Die ehemalige Ludwigs-Universität in Gießen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nach ihm umbenannt und trägt heute den Namen Justus-Liebig-Universität.

In Anerkennung seiner Leistungen wurden zwei Preise mit seinem Namen verbunden, der Justus-von-Liebig-Preis und der Liebig-Wöhler-Freundschaftspreis.

Der Forscher Ernest Giles benannte den Mount Liebig im Northern Territory in Australien nach dem deutschen Chemiker.

Literatur

  • Rudolf Winderlich: Justus Liebig und Friedrich Wöhler, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Dritter Band, S. 499–512
  • Johann Kraft: „Brotlose Künste“ schaffen – Brot: Justus von Liebig, in: Ernst Adolf Dreyer / Heinz W. Siska (Hg.): Kämpfer, Künder, Tatzeugen. Gestalter deutscher Größe. 3 Bde., Zinnen-Verlag, München–Wien–Leipzig 1942, Bd. II, S. 381–405

Fußnoten

  1. Karl Richard Ganzer: Das deutsche Führergesicht, 200 Bildnisse deutscher Kämpfer und Wegsucher aus zwei Jahrtausenden , 1937 Lehmanns-Verlag München
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