Königshütte (Schlesien)

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Königshütte

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Oberschlesien
Landkreis: Königshütte
Provinz: Schlesien
Einwohner (1910): 72.641
Koordinaten: 50° 18′ N, 18° 57′ O
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Königshütte befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Königshütte ist eine deutsche Stadt in Oberschlesien. Die bedeutende Industriestadt liegt im oberschlesischen Industrierevier etwa sieben Kilometer nordwestlich von Kattowitz und grenzt an die Stadt Beuthen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

1797 wurde die namensgebende Königshütte als preußisches Staatsunternehmen gegründet. Sie war eins der ersten mit Dampfkraft betriebenen Hüttenwerke auf dem europäischen Kontinent. Ein 1802 angestochener Hochofen war damals der größte Europas. Seit 1871 war der Betrieb Teil der Vereinigten Königs- und Laurahütte. Adolph von Menzel reiste 1875 nach Königshütte um hier Studien für sein Gemälde Eisenwalzwerk zu betreiben.

Die Stadtgemeinde Königshütte im oberschlesischen Kreis Beuthen war zum 17. Juli 1868 aus dem Gutsbezirk Königshütte, Hüttenwerk, Kolonie Erdmannswille, Charlottenhof und aus Teilen der Landgemeinde Chorzow und der Gutsbezirke Ober Heiduk, Mittel Lagiewnik, Ober Lagiewnik und Schwientochlowitz gegründet worden. Die Veröffentlichung des königlichen Dekrets zur Stadterhebung durch den Oberpräsidenten der Provinz Schlesien erfolgte am 17. April 1869. Zum ersten kommissarischen Bürgermeister der neugegründeten Stadt wurde am 9. März 1869 der Bürgermeister a. D. Lange aus Bernau berufen und zu seinem ordentlichen Nachfolger wurde ein Jahr später der Gerichtsassessor Goetz.

Seit dem 20. Juni 1884 galt der Name Königshütte Ober-Schlesien oder abgekürzt Königshütte O.S. Mit dem 1. April 1898 erhielt Königshütte O.S. den Status eines Stadtkreises und schied damit aus dem Kreis Beuthen aus.

Abstimmung und völkerrechtswidriger Anschluß an Polen

Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 stimmten in Königshütte O.S. 31.864 Wahlberechtigte (74,5 Prozent) für einen Verbleib bei Deutschland und 10.764 Wahlberechtigte (25,2 Prozent) für eine Abtretung an Polen. Die Wahlbeteiligung betrug 97,1 Prozent, es wurden 130 ungültige Stimmen (0,3 Prozent) gezählt.

Am 19. Juni 1922 mußte die Stadt Königshütte O.S. trotzdem an Polen abgetreten werden. Dieser Vorgang war zweifellos ein Verstoß gegen das Völkerrecht. Königshütte O.S. erhielt nunmehr eine polnische Übersetzung des alten Namens: Królewska Huta. Im Stadtrat hielt sich beinahe die gesamte Zeit bis 1939 eine deutsche Mehrheit.

Am 1. April 1934 wurden die Landgemeinde Chorzów und 1937 Neu Haiduk (Hajduki Nowe) der Stadt einverleibt, die gleichzeitig den neuen Namen Chorzów annahm. Die Gemeinde Chorzów hieß seitdem als Stadtteil Chorzów Stary (übersetzt Alt-Chorzow). Mit dem 1. April 1939 wurde das Stadtgebiet durch die Eingliederung der Landgemeinden Hajduki Wielkie, Kochlowice (teilweise) und Swientochlowice (teilweise) weiter vergrößert.

Zweiter Weltkrieg

Im Zuge des Polenfeldzuges kam Chorzów jetzt wieder Königshütte (ohne den Zusatz „O.S.“) am 26. Oktober 1939 als Stadtkreis zum Regierungsbezirk Kattowitz in der preußischen Provinz Schlesien, ab 1941 Oberschlesien.

Am 27. Januar 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee besetzt und ging infolge des Potsdamer Abkommens unter polnische Verwaltung, was unmittelbar danach zu Ausschreitungen, Exzessen, entschädigungslosen Vermögungsenteignungen, Zwangsarbeit, Deportationen, Aussiedlungen und Vertreibungen der deutschen Bevölkerung Königshüttes führte.

Nachkriegszeit

Auch heute noch wohnen in Königshütte Angehörige der deutschen Minderheit. Die Stadt hat wie die ganze Region um Kattowitz mit den Folgen des seit 1989 anhaltenden Strukturwandels (Niedergang von Steinkohlebergbau und Schwerindustrie) wie z. B. Arbeitslosigkeit und Umweltverschmutzung zu kämpfen.

Bekannte, in Königshütte geborene Personen

  • Kurt Alder (1902–1958), Chemiker, der 1950 den Nobelpreis für Chemie erhielt
  • Reinhard Appel (1927–2011), Fernsehjournalist und Publizist
  • Willy Gaertner (1899–?), Rechtsanwalt und Notar sowie Kandidat des Großdeutschen Reichstages
  • Theodor Erdmann Kalide (1801–1863), Bildhauer, Meister der Hüttenwesen-Gußtechnik
  • Oswald Kaduk (1906–1997), SS-Unterscharführer und einer der Hauptangeklagten des Auschwitz-Prozesses
  • Max Metzner (1888–nach 1963), Wirtschaftswissenschaftler, Verbandsfunktionär und Leiter der Kartellstelle des Reichsstandes der deutschen Industrie
  • Walter Mixa (geb. 1941), Bischof von Augsburg und deutscher katholischer Militärbischof
  • Günther Rittau (1893–1971), Kameramann und Regisseur
  • Tino Schwierzina (1927–2003), Politiker (SPD)
  • Paul Szczurek (1908–1948), Aufseher in KL Auschwitz, im Krakauer Auschwitzprozeß unschuldig zum Tode verurteilt
  • Guido Thielscher (1859–1941), Humorist, Couplet-Sänger, Komiker, Kabarettist und Schauspieler bei Bühne und Film


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